Rechtsprechung
| BGH, 22.09.1981 - VI ZR 144/79 |
Gefährdete Bauchdecke
§ 254 Abs. 1 BGB, Hundeangriff, unterlassener Selbstschutz, Vorsorgemaßnahme bei schadensanfälligen körperlichen Gebrechen (hier Mitverschulden verneint)
Volltextveröffentlichungen
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1982, 168
- MDR 1982, 310
- VersR 1981, 1178
Wird zitiert von ... (9)
- BGH, 05.11.1996 - VI ZR 275/95
Schmerzensgeldmindernde Berücksichtigung der Teilnahme am Straßenverkehr; …
Auch der Umstand, daß sich der mit einer schadensbegünstigenden Anlage Behaftete einer gefahrträchtigen Situation ausgesetzt hat, andert - von hier nicht in Betracht kommen den Ausnahmen abgesehen (Senatsurteil vom 24. Januar 1984 VI ZR 61/82 - VersR 1984, 286 - Glasknochen, und vom 22. September 1981 - VI ZR 144/79 - VersR 1981, 1178) - an der vollen Haftung des Schädigers nichts.Da der Verletzte nur Anspruch auf ein angemessenes Schmerzensgeld hat, für dessen Festsetzung nach § 847 BGB Billigkeitsgesichtspunkte maßgebend sind, kann es, wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgesprochen hat, bei der Bemessung der Höhe des Schmerzensgeldes durch aus geboten sein zu berücksichtigen, daß die zum Schaden führende Handlung des Schädigers nur eine bereits vorhandene Schadensbereitschaft in der Konstitution des Geschädigten ausgelöst hat und die Gesundheitsbeeinträchtigungen Auswirkungen dieser Schadensanfälligkeit sind (BGH, Urteil vom 16. November 1961 - III ZR 189/60 - VersR 1962, 93; Senatsurteil vom 2. April 1968 - VI ZR 156/66 - VersR 1968, 648, 650; vom 19. Dezember 1969 - VI ZR 111/68 - VersR 197O, 281, 284; vom 29. September 1970 - VI ZR 74/69 - VersR 197O, 1110, 1111; vom 22. September 1981 aaO. S. 1180).
- LAG Hamm, 07.06.2005 - 19 (2) Sa 30/05
Verletzung von Aufklärungspflichten und Auskünfte des Arbeitgebers beim Abschluss …
Auch wenn die Beklagte zu 1) nach dem Inhalt der Gespräche über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei dem Kläger den Eindruck erweckt hat, es werde keine Sperrzeit verhängt, war der Kläger nicht davon entbunden, im eigenen Interesse eine zuverlässige Auskunft über die möglichen Folgen des Aufhebungsvertrages einzuholen (BGH, Urteil vom 22.09.1981 - VI ZR 144/79, NJW 1982, 168; LAG Hamm, Urteil vom 02.12.2003 - 19 Sa 1014/03, LAGReport 2004, 224; jeweils m.w.N.).Denn derjenige, der trotz erkennbaren Risiken nichts unternimmt und damit die Sorgfalt völlig außer Acht lässt, die im Einzelfall erforderlich ist, um sich vor möglichen Schäden zu bewahren, muss aufgrund des überwiegenden Eigenverschuldens mit einem Ausschluss des Schadensersatzanspruchs rechnen (BGH, Urteil vom 22.09.1981 - VI ZR 144/79, NJW 1982, 168; LAG Hamm, Urteil vom 02.12.2003 - 19 Sa 1014/03, LAGReport 2004, 224; jeweils m.w.N.).
- BGH, 01.12.2005 - IX ZR 115/01
Persönliche Haftung des Konkursverwalters wegen später nicht beitreibbarer Kosten …
Sie beruht auf der Überlegung, dass jemand, der diejenige Sorgfalt außer acht lässt, die nach Lage der Sache erforderlich erscheint, um sich selbst vor Schaden zu bewahren, auch den Verlust oder die Kürzung seiner Ansprüche hinnehmen muss, weil es im Verhältnis zwischen Schädiger und Geschädigtem unbillig erscheint, dass jemand für den von ihm erlittenen Schaden trotz eigener Mitverantwortung vollen Ersatz fordert (BGHZ 135, 235, 240; BGH, Urt. v. 22. September 1981 - VI ZR 144/79, NJW 1982, 168).
- BGH, 18.04.1997 - V ZR 28/96
Berücksichtigung eines Mitverschuldens im Rahmen des Beseitigungsanspruchs
§ 254 BGB ist eine Ausprägung des in § 242 BGB festgelegten Grundsatzes von Treu und Glauben (vgl. z.B. BGHZ 34, 355, 363 ff; BGH, Urt. v. 22. September 1981, VI ZR 144/79, NJW 1982, 168 m.w.N.). - LAG Hamm, 20.02.2004 - 19 Sa 1014/03
unzulässige Rechtsausübung, Mitverschulden
§ 254 BGB beruht als Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben auf dem Gedanken, dass derjenige, der die Sorgfalt außer Acht lässt, die nach Lage der Sache erforderlich erscheint, um sich selbst vor Schaden zu bewahren, den Verlust oder die Kürzung seines Schadensersatzanspruches hinnehmen muss (vgl. BGH…, Urteil vom 10. März 1970 - VI ZR 98/68 = NJW 1970, S. 944 ; Urteil vom 22. September 1981 - VI ZR 144/79 = NJW 82, 168;… Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 254 BGB Rdnr. 1 f.).Ein schuldhaftes Verhalten, dass eine Haftung gegenüber einem andere begründen könnte, ist nicht erforderlich (vgl. BGH, Urteil vom 22. September 1981, a.a.O.).
- OLG Karlsruhe, 25.05.2009 - 1 U 261/08
Schadenersatz- und Schmerzensgeldanspruch: Sturz beim Einsteigen in einen Bus …
Ein schuldhaftes Verhalten, das auch eine Haftung gegenüber einem anderen begründen könnte, ist dafür hingegen nicht erforderlich (vgl. BGH NJW 1965, 1075; 1982, 168;… Heinrichs, a.a.O., Rn. 8). - OLG Bamberg, 11.08.2003 - 4 U 77/03
Gefährdungshaftung bei Verwirklichung einer typischen Tiergefahr (Ausschlagen …
Das Mitverschulden des Geschädigten ist auch im Rahmen von § 833 BGB zu berücksichtigen (Baumgärtel, a.a.O., RN 24 unter Verweis auf BGH NJW 1982, 168). - OLG Düsseldorf, 15.12.2003 - 1 U 51/02 Zwar ist der Mitverschuldenseinwand eine Ausprägung des Grundsatzes von Treu und Glauben (BGH NJW 1982, 168), so dass sich die Frage stellt, ob es Dr. K. nach Lage der Dinge unter dem Gesichtspunkt der Gefahrenvermeidung in vorwerfbarer Weise unterlassen hat, von dem Recht der Benutzung des rechtsseitigen asphaltierten Weges Gebrauch zu machen.
- OLG Nürnberg, 09.04.1991 - 3 U 2178/90
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