Rechtsprechung
| BGH, 19.01.1993 - XI ZR 76/92 |
Gestohlener Scheck
Art. 21 ScheckG, § 990 Abs. 1 BGB, Wissenszurechnung
Volltextveröffentlichungen (6)
- Alpmann Schmidt
- Jurion
- FIS Money Advice (Volltext/Auszüge)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Grob fahrlässiger Erwerb eines abhandengekommenen Inhaberverrechnungsschecks
- Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)
Sorgfaltspflicht der Bank bei Einreichung eines Verrechnungsschecks
- ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Haftung der Bank für abhanden gekommenen Scheck bei grober Fahrlässigkeit der Scheckabteilung trotz Annahme durch gutgläubigen Schalterangestellten
Kurzfassungen/Presse
- recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1993, 1066
- ZIP 1993, 337
- MDR 1993, 438
- BB 1993, 604
- NJW-RR 1993, 625
- WM 1993, 541
- VersR 1993, 756
- DB 1993, 580
Wird zitiert von ... (18)
- BGH, 16.03.1993 - XI ZR 103/92
Sorgfaltspflichten bei Entgegennahme hochwertiger Schecks
Der Nachprüfung unterliegt aber, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit oder die Pflichten des Kreditinstituts bei der Hereinnahme von Inhaberverrechnungsschecks zum Einzug verkannt, bei seiner Beurteilung wesentliche Umstände außer acht gelassen oder gegen Verfahrensvorschriften, Denkgesetze oder Erfahrungssätze verstoßen hat (st.Rspr.; vgl. Senatsurteile vom 9. Mai 1989 - XI ZR 115/88, WM 1989, 944, 945, vom 29. September 1992 - XI ZR 265/91, WM 1992, 1849 und vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, ZIP 1993, 337, 339).Eine solche Pflicht besteht erst dann, wenn ganz besondere Umstände vor allem in der Person des Einreichers oder der Ungewöhnlichkeit des Geschäfts nach der Lebenserfahrung den Verdacht nahelegen, der Scheck könne abhanden gekommen sein (BGH, Urteil vom 12. Januar 1987 - II ZR 187/86, WM 1987, 337, 338; BGH, Urteil vom 13. Juni 1988 - II ZR 295/87, WM 1988, 1296, 1297; Senatsurteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, ZIP 1993, 337, 339 f.).
Aus diesem Grunde und nicht, wie das Berufungsgericht offenbar angenommen hat, mit Rücksicht auf Notwendigkeiten bei der Abwicklung des Scheckmassenverkehrs hat der Bundesgerichtshof eine Verpflichtung des Kreditinstituts zur Nachprüfung der Verfügungsbefugnis des Scheckeinreichers grundsätzlich verneint, und zwar auch bei Inhaberschecks über 100.000 DM (BGH…, Urteil vom 12. Januar 1987 - II ZR 187/86, aaO.; BGH…, Urteil vom 13. Juni 1988 - II ZR 295/87, aaO.; Senatsurteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, aaO.).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist die Verschiedenheit von Einreicher und Scheckempfänger (Disparität) für sich genommen in der Regel kein solches Verdachtsmoment (BGH, Urteil vom 12. Januar 1987 - II ZR 187/86, WM 1987, 337, 338; BGH, Urteil vom 13. Juni 1988 - II ZR 295/87, WM 1988, 1296, 1297; Senatsurteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, ZIP 1993, 337, 340).
Die Disparität begründet, wie bereits dargelegt, für sich genommen in der Regel kein Verdachtsmoment gegen die materielle Berechtigung des Scheckeinreichers, sondern kann grundsätzlich nur andere Verdachtsmomente verstärken und zusammen mit ihnen den Verdacht nahelegen, der eingereichte Scheck sei dem wahren Berechtigten abhanden gekommen (Senatsurteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, ZIP 1993, 337, 340).
- KG, 23.11.1994 - 24 U 1428/94 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BGH, 18.07.2006 - X ZR 142/05
Reiserecht - Erstreckung der Verkehrssicherungspflicht des Reiseveranstalters
Im Einzelfall hängen Art und Umfang der gebotenen Kontrolle, deren Unterlassung den Fahrlässigkeitsvorwurf begründet, von den jeweiligen besonderen Umständen ab und unterliegen der tatrichterlichen Würdigung, die mit der Revision nur beschränkt anfechtbar ist (BGHZ 103, 298, 305 ff.; Urt. v. 19.01.1993 - XI ZR 76/92, NJW 1993, 1066).
- BGH, 11.12.2008 - 5 StR 536/08
Betrug durch Einreichung eines abhanden gekommenen oder durch eine Straftat …
Solche Ansprüche können sich gemäß §§ 989, 990 BGB i.V.m. Art. 21 ScheckG ergeben (BGHZ 108, 353, 355 ff.; BGH WM 1993, 541, 542 f.; 1988, 1296, 1297; 1987, 337, 338).Solche Ansprüche können sich gemäß §§ 989, 990 BGB i.V.m. Art. 21 ScheckG ergeben (BGHZ 108, 353, 355 ff.; BGH WM 1993, 541, 542 f.; 1988, 1296, 1297; 1987, 337, 338;… Baumbach/Hefermehl/Casper, Wechselgesetz/Scheckgesetz/Recht der kartengestützten Zahlungen 23. Aufl. Art. 21 ScheckG Rdn. 21 f., 8 ff. m.w.N.).
- BGH, 11.06.1996 - XI ZR 172/95
Verbindlichkeit von Börsentermingeschäften
Prozeßrechtliche Bedenken, diese Entscheidung nicht in einem vorgeschalteten Beschlußverfahren, sondern nach mündlicher Verhandlung durch Urteil zu treffen, bestehen nicht (Senatsurteile vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, WM 1993, 541, 544 und vom 6. Dezember 1994 - XI ZR 233/93, WM 1995, 282, 284). - BGH, 15.04.1997 - XI ZR 105/96
Sorgfaltspflichten der Bank bei Hereinnahme eines disparischen Schecks
b) Für die Hereinnahme eines Schecks zum Einzug bedeutet dies nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats, daß einer Bank nicht nur das präsente Wissen der konkret mit der Bearbeitung des Schecks befaßten Angestellten, sondern das in den beteiligten Bankabteilungen, in der Regel Schalterabteilung oder Posteingangsstelle und Scheckabteilung, vorhandene Wissen zuzurechnen ist (Senatsurteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, WM 1993, 541, 543; s. auch BGH, Urteil vom 31. Januar 1996 - VIII ZR 297/94, WM 1996, 824, 825; Rehbein EWiR 1993, 489, 490). - BGH, 15.02.2000 - XI ZR 186/99
Grobe Fahrlässigkeit bei der Hereinnahme abhanden gekommener Schecks
Der Nachprüfung unterliegt aber, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit oder die Pflichten des Kreditinstituts bei der Hereinnahme von Schecks zum Einzug verkannt hat (st.Rspr., vgl. Senatsurteile vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, WM 1993, 541, 542 und vom 16. März 1993 - XI ZR 103/92, WM 1993, 736). - BGH, 16.06.1998 - XI ZR 254/97
Verrechnungsschecks dürfen mit einfachem Brief versandt werden
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats kann demjenigen, der zur Übermittlung auch einer hohen Geldleistung nicht den sicheren Weg einer Banküberweisung gewählt, sondern einen Verrechnungsscheck per Brief zur Post gegeben hat, kein Vorwurf gemacht werden (Urteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, WM 1993, 541, 544). - BGH, 18.07.2000 - XI ZR 263/99
Sorgfaltspflicht des Erwerbers eines nicht auf den Inhaber lautenden Schecks
Der Nachprüfung unterliegt aber, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit oder die Pflichten bei der Entgegennahme eines Inhaberverrechnungsschecks zahlungshalber verkannt hat (st.Rspr., vgl. Senatsurteile vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, WM 1993, 541, 542, 16. März 1993 - XI ZR 103/92, WM 1993, 736 und 15. Februar 2000 - XI ZR 186/99, WM 2000, 812, 813). - BGH, 10.05.1994 - XI ZR 212/93
Sorgfaltspflichten der Bank bei Hereinnahme und Veräußerung von Inhaberpapieren
Der Nachprüfung unterliegt aber jedenfalls, ob der Tatrichter den Rechtsbegriff der groben Fahrlässigkeit verkannt oder bei der Beurteilung des Grades der Fahrlässigkeit wesentliche Umstände außer Betracht gelassen hat (st.Rspr., vgl. Senatsurteil vom 19. Januar 1993 - XI ZR 76/92, NJW 1993, 1066, 1067 m.w.Nachw.). - BGH, 31.10.1995 - XI ZR 69/95
Prüfungspflicht der bezogenen Bank bei der Einlösung von Orderschecks
- OLG Naumburg, 06.06.2002 - 2 U 160/01
- OLG Köln, 12.06.1995 - 16 U 129/94
Prüfungspflicht der Bank bei Auftrag zum Inkasso eines Inhaberverrechnungsschecks
- OLG München, 01.10.1997 - 7 U 3043/97
Prüfungspflicht bei einem disparischen Scheck über eine ungewöhnlich hohe …
- OLG Dresden, 12.10.1998 - 2 U 2197/98
Haftung der einen an einen Dritten indossierten Orderscheck hereinnehmenden Bank
- OLG München, 17.12.1997 - 3 U 4563/96
- OLG Saarbrücken, 25.05.1999 - 7 U 854/98
- OLG Hamm, 26.08.1999 - 3 Ss 1210/98
Betrug, Aufhebung, Beschränkung auf Rechtsfolgenausspruch, Unwirksamkeit der …
Sie betreiben juristische Internetseiten?