Rechtsprechung
   BGH, 21.12.1970 - II ZR 258/67   

Minderjähriger Erbe des Komplementärs

§ 15 Abs. 1 HGB gilt auch, wenn eine gebotene Voreintragung unterblieben ist (abstrakter Gutglaubensschutz);

Haftungsbeschränkung nach § 139 Abs. 3 HGB ist keine "einzutragende Tatsache" iSv § 15 Abs. 1 HGB und gilt deshalb unabhängig von Eintragung und Bekanntmachung;

§ 128 HGB, bei späterem Ausscheiden eines Gesellschafters (vgl. § 160 HGB) kommt es für die Haftung des Gesellschafters auf den Zeitpunkt des Vertragsschluß des Gläubigers mit der Gesellschaft, nicht auf den der Erbringung der Leistung an;

zur Anwendung von § 206 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 210 Abs. 1 BGB <Fassung seit 1.1.02>) i.R.v. § 139 Abs. 4 HGB;

§ 206 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 210 Abs. 1 BGB <Fassung seit 1.1.02>) gilt auch für den Fall, daß der gesetzliche Vertreter nach § 181 BGB verhindert ist

Kurzfassungen/Presse

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)

    Begriff des Fehlens der gesetzlichen Vertretung; Eintragung der beschränkten Erbenhaftung in das Handelsregister

Zeitschriftenfundstellen

  • BGHZ 55, 267
  • NJW 1971, 1268
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Wird zitiert von ... (24)  

  • BGH, 01.06.1987 - II ZR 259/86  

    Bewertung und Bilanzierung eines Komplementäranteils bei Eintritt der Erbfolge

    des Erben bedarf (BGHZ 22, 186, 191 - 193; 55, 267, 269; 68, 225, 229 ff).

    Der Kapitalanteil sagt nur etwas über den Bilanz- und Buchwert des einzelnen Gesellschaftsanteils aus; hingegen offenbart er nicht seinen wirklichen Wert (vgl. BGH, Urt. v. 21. Dezember 1970 - II ZR 258/67, WM 1971, 556, 557; Urt. v. 26. April 1982 - II ZR 161/81, WM 1982, 709, 710).

    Sie ist daher mit dem nach ihrer Erbquote auf sie entfallenden Anteil am Gesellschaftsanteil ihres Vaters als Kommanditistin Gesellschafterin geworden (BGHZ 22, 186, 191 - 193; 55, 267, 269; 58, 316, 317; 68, 225, 237).

  • BGH, 27.09.1999 - II ZR 356/98  

    Nachhaftung eines ausscheidenden Personengesellschafters bei

    Allein schon im Hinblick auf diese Zweckrichtung sind Dauerschuldverhältnisse ohne Differenzierung nach gewissem oder ungewissem Verlauf in der Zukunft als Verbindlichkeiten im Sinne von § 160 Abs. 1 HGB anzusehen (BGHZ 55, 267, 269, 270 - st. Rspr.; Baumbach/Hopt, HGB 29. Aufl. § 128 Rdn. 29; Habersack aaO, § 160 Rdn. 10 i.V.m. § 128 Rdn. 63 ff., 65; Koller in Koller u.a., HGB 2. Aufl. § 128 Rdn. 10; Schlegelberger, HGB 5. Aufl. § 128 Rdn. 50 f., 51; Stuhlfelner in Heidelberger Kommentar zum HGB, 5. Aufl. § 128 Rdn. 11; von Gerkan in Röhricht/Graf von Westphalen, HGB § 128 Rdn. 24).

    Bei Dauerschuldverhältnissen ist nämlich die Rechtsgrundlage für die einzelnen Schuldverpflichtungen bereits in dem Vertrag selber angelegt mit der Folge, daß diese Schuldverpflichtungen mit dem Vertragsschluß als entstanden anzusehen sind, auch wenn einzelne Verpflichtungen erst später fällig werden (BGHZ 55, 267, 269, 270 - st. Rspr.; Habersack aaO; Koller aaO; Schlegelberger aaO).

  • BAG, 27.06.2006 - 3 AZR 85/05  

    Nachhaftung des früheren Geschäftsinhabers

    Entscheidend war nach der Rechtsprechung sowohl des Bundesgerichtshofs (vgl. ua. 21. Dezember 1970 - II ZR 258/67 - BGHZ 55, 267, 269 f.; 27. September 1999 - II ZR 356/98 - BGHZ 142, 324, zu III 1 der Gründe) als auch des Bundesarbeitsgerichts (vgl. ua. 21. Juli 1977 - 3 AZR 189/76 - AP HGB § 128 Nr. 1 = EzA HGB § 128 Nr. 1, zu II 1 der Gründe; 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - BAGE 63, 260, zu II 1 b der Gründe), wann die Rechtsgrundlage für die Ansprüche gelegt wurde.

    Für die Nachhaftung entstanden mit der Begründung des Dauerschuldverhältnisses alle daraus erwachsenden Verpflichtungen (ständige Rechtsprechung, vgl. ua. BGH 21. Dezember 1970 - II ZR 258/67 - BGHZ 55, 267, zu II der Gründe; 29. April 2002 - II ZR 330/00 - BGHZ 150, 373, zu II 3 der Gründe; BAG 21. Juli 1977 - 3 AZR 189/76 - AP HGB § 128 Nr. 1 = EzA HGB § 128 Nr. 1, zu II 1 der Gründe; 3. Mai 1983 - 3 AZR 1263/79 - BAGE 42, 312, zu B 1 der Gründe).

mehr
  • LAG Düsseldorf, 14.12.2000 - 11 Sa 1356/00  

    Nachhaftung eines ehemaligen Gesellscahfters einer Personengesellschaft; Klage

    Allein schon im Hinblick auf diese Zweckrichtung sind Dauerschuldverhältnisse, zu denen ein Arbeitsverhältnis unzweifelhaft gehört, ohne Differenzierung nach gewissem oder ungewissem Verlauf in der Zukunft als Verbindlichkeiten i.S. von § 160 Abs. 1 Satz 1 HGB anzusehen (BGHZ 55, 262, 269 f.; BGH 21.12.1970 - II ZR 258/67 - BGHZ 55, 267, 269 f.; BGH 19.12.1977 - II ZR 202/76 - BGHZ 70, 132, 136; BGH 27.09.1999 - II ZR 356/98 - ZIP 1999, 1967, 1968; Baumbach/Hopt, HGB, 30. Aufl. 2000, § 128 Rz. 31; vgl. auch BAG 28.11.1989 - 3 AZR 818/87 - EzA § 128 HGB Nr. 5).

    Bei Dauerschuldverhältnissen ist nämlich die Rechtsgrundlage für die einzelnen Schuldverpflichtungen bereits in dem Vertrag selber angelegt mit der Folge, dass diese Schuldverpflichtung mit dem Vertragsschluss als entstanden anzusehen sind, auch wenn einzelne Verpflichtungen erst später fällig werden (BGH 21.12.1970 - II ZR 258/67 - a.a.O.; BGH, 27.09.1999 - II ZR 356/98 - ZIP 1999, 1967, 1968 f.; OLG Dresden 02.10.1976 - 7 U 981/96 - ZIP 1996, 1868, 1870).

  • BGH, 24.09.2007 - II ZR 284/05  

    Gesellschaftsrecht - Wann beginnt Enthaftungsfrist?

    Bei dem seitens der Klägerin geltend gemachten Darlehensrückzahlungsanspruch handelt es sich um eine Altverbindlichkeit der OHG, auf die sich die befristete Nachhaftung des ausgeschiedenen Gesellschafters, hier der Beklagten, nach § 160 Abs. 1 Satz 1 n.F. HGB grundsätzlich erstreckt (vgl. BGHZ 55, 267, 269 f.).
  • BAG, 24.03.1992 - 9 AZR 387/90  

    Nachhaftung des ehemaligen Komplementärs - Sozialplanansprüche

    Der Bundesgerichtshof bezeichnete die Forderungen aus einem Dauerschuldverhältnis als der Nachhaftung unterliegende Altverbindlichkeiten, deren Rechtsgrundlagen bereits zur Zeit der Mitgliedschaft des ehemaligen Komplementärs gelegt worden sind, aber später als einzelne Verbindlichkeiten fällig werden (BGHZ 55, 267, 269; BAG, a.a.O.).

    Der Entstehungstatbestand für die Schuldverpflichtung der Gesellschaft muß zu einer Zeit gelegt sein, in der der persönlich in Anspruch Genommene noch Komplementär der Gesellschaft war (BGHZ 55, 267, 269).

  • BGH, 11.11.1991 - II ZR 287/90  

    Haftung aus Beherrschungs- oder Gewinnabführungsverträgen im GmbH-Vertragskonzern

    Für die Anwendbarkeit des § 15 Abs. 1 HGB spielt es nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs keine Rolle, ob die Tatsache, deren Wegfall nicht eingetragen worden ist, obwohl dieser hätte eingetragen werden müssen, ihrerseits aus dem Handelsregister ersichtlich war (BGHZ 55, 267, 272; Sen.Urt. v. 21. März 1983 - II ZR 113/82, WM 1983, 651, 652 = ZIP 1983, 822; a.A. Staub/Hüffer, HGB 4. Aufl. § 15 Rdn. 19 f. m.w.N.).
  • OLG Hamm, 30.03.2007 - 30 U 13/06  

    Nachhaftung des in Kommanditistenstellung gewechselten OHG-Gesellschafters im

    Für die Begründung der persönlichen Haftung aus § 128 S. 1 HGB kommt es nach allgemeiner Auffassung allein auf die Gesellschafterstellung im Zeitpunkt der Begründung der Gesellschaftsverbindlichkeit an (BGHZ 55, 267, BGH NJW 2000, 208, NJW 2002, 2170; Baumbach/Hopt, HGB, 32. Aufl. 2006, § 128, Rn. 29; Ebenroth/Boujong/Joost, HGB, 1. Aufl. 2001, § 128, Rn. 46; Staub/Habersack, HGB, 4. Aufl. 1998-2004, § 128, Rn. 62; MünchKomm/K. Schmidt, HGB, 2. Aufl. 2006, § 128, Rn. 50).
  • BGH, 10.02.1977 - II ZR 120/75  

    Auslegung von (qualifizierten) Nachfolgeklauseln

    Das entspricht seinen bisherigen Entscheidungen (BGHZ 22, 186, 192 f; 55, 267, 269; 58, 316, 317) und einer Rechtsentwicklung, die seit dem Urteil des Reichsgerichts RGZ 16, 40 ff von der ständigen Rechtsprechung der Gerichte und der überwiegenden Meinung im Schrifttum getragen wird; diese kann vom Bundesgerichtshof, obwohl eine Anzahl gegenläufiger Stimmen im neueren Schrifttum (Börner, Die Erbengemeinschaft als Gesellschafter einer oHG AcP 166, 426, 447 ff; Ebert, Die rechtsfunktionelle Kompetenzabgrenzung von Gesellschaftsrecht und Erbrecht; Köbler, Erbrecht und Gesellschaftsrecht S. 99 ff, 125 ff; Stötter, Betrieb 1970, 525, 528 ff; Kruse, Festschr. für Franz Laufke, S. 179, 184 ff) nicht zu übersehen ist, mangels zwingender gegenteiliger Argumente schon im Hinblick auf die notwendige Kontinuität einer revisionsrichterlichen Rechtsprechung nicht mehr in Frage gestellt werden.
  • BAG, 28.11.1989 - 3 AZR 818/87  

    Nachhaftung eines Komplementärs einer Kommanditgesellschaft

    Unerheblich für die Entstehung ist, ob noch bestimmte tatsächliche Umstände oder der Eintritt einer Bedingung fehlen (BAG Versäumnisurteil vom 21. Juli 1977 - 3 AZR 189/76 - AP Nr. 1 zu § 128 HGB , zu II 1 der Gründe; BGHZ 36, 224; 55, 267, 269 f.; Hüffer, BB 1978, 454, 457; Heymann/Emmerich, HGB , Bd. 2, § 128 Rz 38, mit weiterem Nachweis).
  • BGH, 06.10.1992 - KVR 24/91  

    Verstärkung marktbeherrschender Stellung durch Zusammenschluß von

  • OLG Rostock, 08.02.2001 - 1 U 59/99  

    Bank-, Finanz- und allg. Kapitalanlagerecht

  • OLG Saarbrücken, 30.04.2007 - 1 U 148/06  

    Haftung des ausgeschiedenen Sozius für bis zu seinem Ausscheiden begründete

  • OLG Brandenburg, 29.05.2002 - 7 U 221/01  

    Gesellschaftsrecht - Keine Eintragung des Ausscheidens aus der OHG: Haftung?

  • OLG Hamm, 30.03.2007 - 30 U 142/06  

    Voraussetzungen der persönlichen Haftung des Gesellschafters einer OHG

  • BGH, 05.02.1990 - II ZR 309/88  

    Berufung auf Unrichtigkeit des Handelsregisters

  • BGH, 07.10.1991 - II ZR 194/90  

    Aufklärungspflicht des erfahrenen gegenüber unerfahrenen, jungen Gesellschaftern

  • BGH, 08.11.1984 - II ZR 223/83  

    E-f

  • BFH, 24.06.1986 - VII R 193/82  

    Zur Haftung des Kommanditisten für Umsatzsteuer-Rückzahlungsschulden

  • OLG Dresden, 02.10.1996 - 7 U 981/96  

    Keine weitere Anwendung der Kündigungstheorie bei Dauerschuldverhältnissen nach

  • BGH, 01.12.1975 - II ZR 62/75  

    Rosinentheorie

  • OVG Rheinland-Pfalz, 11.03.1986 - 6 A 132/84  
  • BAG, 28.11.1989 - 3 AZR 8 18/87  
  • OVG Rheinland-Pfalz, 25.02.1986 - 6 A 132/84  
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