Rechtsprechung
   BGH, 28.06.1994 - VI ZR 252/93   

Umstrittener Börsenjournalist

§§ 823, 824, 1004 BGB, Abgrenzung Meinung - Tatsachenbehauptung

Volltextveröffentlichungen (3)

  • debier datenbank(Leitsatz frei, Volltext 2,50 €)
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Abgrenzung von Tatsachenbehauptungen und Werturteilen

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Widerrufspflicht des "Spiegels" wegen unwahrer Tatsachenbehauptung über Bolko Hoffmann

Kurzfassungen/Presse (2)

  • recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)
  • buskeismus.de (Auszüge)

    Persönlichkeitsrecht (Abgrenzung; Tatsachenbehauptung, Werturteil)

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1994, 2614
  • ZIP 1994, 1365
  • MDR 1995, 698
  • ZUM 1995, 136
  • afp 1994, 218
  • NJW-RR 1995, 84
  • GRUR 1994, 915
  • VersR 1994, 1120
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Wird zitiert von ... (48)  

  • BGH, 30.01.1996 - VI ZR 386/94  

    Lohnkiller

    Sie darf nicht aus dem sie betreffenden Kontext herausgelöst einer rein isolierten Betrachtung zugeführt werden (vgl. z.B. Senatsurteile vom 12. Mai 1987 - VI ZR 195/86 - VersR 1987, 1016, 1017; vom 11. Juli 1989 - VI ZR 255/88 - VersR 1989, 1048 und vom 28. Juni 1994 - VI ZR 252/93 - VersR 1994, 1120, 1121, jeweils m.w.N.).

    Auch eine Äußerung, die auf Werturteilen beruht, kann sich als Tatsachenbehauptung erweisen, wenn und soweit bei dem Adressaten zugleich die Vorstellung von konkreten, in die Wertung eingekleideten Vorgängen hervorgerufen wird (vgl. z.B. Senatsurteile vom 17. Dezember 1991 - VI ZR 169/91 - NJW 1992, 1314, 1316; vom 17. November 1992 - VI ZR 344/91 - aaO. und vom 28. Juni 1994 - VI ZR 252/93 aaO.).

    bb) Ob der Tatrichter unter Berücksichtigung dieser Grundsätze den Aussagegehalt einer beanstandeten Äußerung zutreffend erfaßt und rechtlich einwandfrei zwischen Tatsachenbehauptungen und Werturteilen unterschieden hat, unterliegt revisionsrechtlicher Nachprüfung (vgl. z.B. Senatsurteile vom 17. November 1992 - VI ZR 344/91 - aaO. und vom 28. Juni 1994 - VI ZR 252/93 - aaO., jeweils m.w.N.).

    Dem steht nicht entgegen, daß auch eine Behauptung, deren Unwahrheit nicht erwiesen ist, jedenfalls in Fällen, in denen es um eine die Öffentlichkeit wesentlich berührende Angelegenheit geht, auf der Grundlage der nach Art. 5 Abs. 1 GG und § 193 StGB vorzunehmenden Güterabwägung demjenigen, der sie aufstellt oder verbreitet, solange nicht untersagt werden kann, als er sie zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für erforderlich halten darf (vgl. Senatsurteile vom 12. Februar 1985 - VI ZR 225/83 - VersR 1985, 592, 593; vom 12. Mai 1987 - VI ZR 195/86 - VersR 1987, 1016, 1017; vom 17. November 1992 - VI ZR 344/91 - VersR 1993, 193, 194 und vom 28. Juni 1994 - VI ZR 252/93 - VersR 1994, 1120, 1122).

  • BGH, 16.11.2004 - VI ZR 298/03  

    Bauernfängerei

    aa) Ob eine Äußerung als Tatsachenbehauptung oder als Werturteil einzustufen ist, ist eine Rechtsfrage, welche vom Revisionsgericht uneingeschränkt zu überprüfen ist (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 252/93 - VersR 1994, 1120, 1121 und vom 30. Mai 2000 - VI ZR 276/99 - VersR 2000, 1162, 1163 f. m.w.N.).

    Die Beurteilung der Vertragsbestimmung erfordert - anders als die Deutung einfacher, auch in der Alltagssprache gängiger Rechtsbegriffe - eine rechtliche Bewertung (vgl. Senatsurteile vom 22. Juni 1982 - VI ZR 251/80 - aaO und - VI ZR 255/80 - aaO; vom 28. Juni 1994 - VI ZR 252/93 - aaO S. 1121 f.; vom 23. Februar 1999 - VI ZR 140/98 - aaO und vom 27. April 1999 - VI ZR 174/97 - aaO; siehe auch BVerfG, NJW 2000, 199, 200; BVerfG, NJW-RR 2001, 411 f.; BVerfG, NJW 2003, 1109 f.; MünchKomm-BGB/Wagner, 4. Aufl., § 824, Rdn. 21 f. m.w.N.).

    Sie darf nicht aus dem sie betreffenden Kontext herausgelöst einer rein isolierten Betrachtung zugeführt werden (Senatsurteile BGHZ 132, 13, 21 und vom 28. Juni 1994 - VI ZR 252/93 - aaO, jeweils m.w.N.).

  • LG Bonn, 05.11.2008 - 15 O 403/08  
    Für die strafrechtliche Beurteilung von Äußerungen ist deren Qualifizierung als Tatsachenbehauptung oder Werturteil entscheidend: Eine Tatsachenbehauptung liegt immer dann vor, wenn die getätigte Aussage einer Überprüfung auf ihre Richtigkeit mit den Mitteln des Beweises zugänglich ist (BGH NJW 1993, 930, 931; NJW 1994, 2614, 2615).

    Werturteile sind Äußerungen, die durch Elemente der subjektiven Stellungnahme, des Dafürhaltens oder Meinens geprägt sind und deshalb nicht wahr oder unwahr, sondern je nach der persönlichen Überzeugung nur "falsch" oder "richtig", als "zutreffend" oder "unzutreffend" bewertet und in dieser Weise geteilt oder abgelehnt werden können (BGH NJW 1994, 2614, 2615; NJW 1998, 1223, 1224; OLG Brandenburg NJW 1999, 3339, 3341; NJW-RR 2002, 1369, 1370; BVerfG NJW 2000, 199, 200; Lenckner , in: Schönke/Schröder, StGB, 27. Aufl. 2006, § 186 Rz. 3).

    Sofern eine Äußerung, in der sich solchermaßen Tatsachen und Meinungen vermengen, in entscheidender Weise durch die Elemente der Stellungnahme, des Dafürhaltens oder des Meinens geprägt sind, sind sie insgesamt als Werturteile zu qualifizieren (BGH NJW 1994, 2614, 2615; Lenckner , in: Schönke/Schröder, StGB, 27. Aufl. 2006, § 186 Rz. 4).

    Umgekehrt können Äußerungen, die auf Werturteilen beruhen, dennoch als Tatsachenbehauptungen einzustufen sein, wenn und soweit bei dem Adressaten zugleich die Vorstellung von konkreten, in die Wertung eingekleideten Vorgängen hervorgerufen wird, die als solche einer Überprüfung mit den Mitteln des Beweises zugänglich sind (BGH NJW 1982, 2248, 2249; NJW 1992, 1314, 1316; NJW 1994, 2614, 2615).

    Maßgeblicher Ausgangspunkt für eine abschließende Bewertung ist stets der Zusammenhang, in welchem die Äußerung getätigt worden ist; eine rein isolierte Betrachtung durch Herauslösen der Äußerung aus ihrem Kontext darf nicht erfolgen (BGH NJW 1982, 2248; NJW 1987, 2225; NJW 1993, 930, 931; NJW 1994, 2614, 2615; NJW 2000, 656, 657).

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