Rechtsprechung
   BGH, 07.02.1995 - VI ZR 201/94   

Wiederaufgeflackerter Infekt

§ 847 BGB (seit 1.8.02: § 253 Abs. 2 BGB), zur Möglichkeit einer Schmerzensgeldnachforderung nach rechtskräftigem Zahlungsurteil (Reichweite der Rechtskraft, § 322 Abs. 1 ZPO);

Anerkenntnis durch eine Versicherung zur Abwendung einer Feststellungsklage kann die Wirkung des § 218 BGB <Fassung bis 31.12.01> (nunmehr § 197 Nr. 3 BGB <Fassung seit 1.1.02>) haben (trotz § 225 S. 1 BGB <Fassung bis 31.12.01>) (Hinweis: beachte nunmehr die generelle Möglichkeit, die Verjährung durch Vereinbarung hinauszuschieben - begrenzt lediglich durch § 202 Abs. 2 BGB <Fassung seit 1.1.02>)

Volltextveröffentlichungen (4)

  • Alpmann Schmidt

    BGB § 847; ZPO § 322 Abs. 1

  • DRSP

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines Verkehrsunfalls ohne Mitverschulden des Geschädigten, Umfang der Rechtskraft einer Schmerzensgeldentscheidung

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines Verkehrsunfalls ohne Mitverschulden des Geschädigten, Umfang der Rechtskraft einer Schmerzensgeldentscheidung

  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Schmerzensgeld: Umfang der Rechtskraft für Zukunftsansprüche

Kurzfassungen/Presse (3)

  • recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)
  • rechtplus.de (Kurzinformation)

    Schmerzensgeld, Unfallspätfolgen

  • Der Betrieb (Leitsatz)

    Zubilligung eines weiteren Schmerzensgeldes?

Verfahrensgang

  • LG Detmold, 10.12.1993 - 1 O 142/91
  • OLG Hamm, 26.04.1994 - 9 U 17/94
  • BGH, 07.02.1995 - VI ZR 201/94

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1995, 1614
  • MDR 1995, 357
  • DB 1995, 2524
  • BB 1995, 696
  • VersR 1995, 471
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Wird zitiert von ... (28)  

  • BGH, 20.01.2004 - VI ZR 70/03  

    Verfahrensrecht - Zulässigkeit einer Teilklage im Schmerzensgeldprozess

    a) In Übereinstimmung mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung vertritt es die Auffassung, daß mit dem auf eine unbeschränkte Klage insgesamt zuzuerkennenden Schmerzensgeld nicht nur alle bereits eingetretenen, sondern auch alle erkennbaren und objektiv vorhersehbaren künftigen unfallbedingten Verletzungsfolgen abgegolten werden (vgl. Senatsurteile vom 8. Juli 1980 - VI ZR 72/79 - VersR 1980, 975; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 - VersR 1988, 929 f.; vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - VersR 1995, 471, 472; vom 20. März 2001 - VI ZR 325/99 - aaO; BGH, Urteil vom 4. Dezember 1975 - III ZR 41/74 - VersR 1976, 440).

    Wird für erlittene Körperverletzungen uneingeschränkt ein Schmerzensgeld verlangt, so werden durch den zuerkannten Betrag alle diejenigen Schadensfolgen abgegolten, die entweder bereits eingetreten und objektiv erkennbar waren oder deren Eintritt jedenfalls vorhergesehen und bei der Entscheidung berücksichtigt werden konnte (ständige Rechtsprechung; Senatsurteile vom 11. Juni 1963 - VI ZR 135/62 - VersR 1963, 1048, 1049; vom 8. Juli 1980 - VI ZR 72/79 - VersR 1980, 975 f.; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 - VersR 1988, 929 f. und vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - VersR 1995, 471 f.; BGH, Urteil vom 4. Dezember 1975 - III ZR 41/74 - VersR 1976, 440, 441).

    Dem Geschädigten muß auch in einem solchen Fall für den bisher überschaubaren Zeitraum ein Schmerzensgeld zugesprochen werden, so dass das bereits früher zuerkannte Schmerzensgeld sich gegenüber einer durch die spätere Entwicklung bedingten weiteren Schmerzensgeldforderung als Teilschmerzensgeld darstellt (vgl. Senatsurteil vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - aaO; v. Gerlach VersR 2000, 525, 530 f.).

  • BGH, 14.02.2006 - VI ZR 322/04  

    Verfahrensrecht - Umfang der Rechtskraft

    a) Verlangt ein Kläger für erlittene Körperverletzungen uneingeschränkt ein Schmerzensgeld, so werden durch den zuerkannten Betrag alle diejenigen Schadensfolgen abgegolten, die entweder bereits eingetreten und objektiv erkennbar waren oder deren Eintritt jedenfalls vorhergesehen und bei der Entscheidung berücksichtigt werden konnte (ständige Rechtsprechung, vgl. Senat, Urteile vom 11. Juni 1963 - VI ZR 135/62 - VersR 1963, 1048, 1049; vom 8. Juli 1980 - VI ZR 72/79 - VersR 1980, 975 f.; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 - VersR 1988, 929 f.; vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - VersR 1995, 471, 472; vom 20. März 2001 - VI ZR 325/99 - VersR 2001, 876; vom 20. Januar 2004 - VI ZR 70/03 - VersR 2004, 1334, 1335; BGH, Urteil vom 4. Dezember 1975 - III ZR 41/74 - VersR 1976, 440, 441; vgl. auch Staudinger/Schiemann, BGB, Neubearbeitung 2005, § 253 Rdn. 50; Stein/Jonas/Leipold, ZPO, 21. Aufl., § 322 Rdn. 161; Zöller/Vollkommer, ZPO, 25. Aufl., § 322 Rdn. 13; Diederichsen, VersR 2005, 433, 439; von Gerlach, VersR 2000, 525, 530; Heß, ZfS 2001, 532, 534; kritisch MünchKommZPO/Gottwald, 2. Aufl., § 322 Rdn. 126).

    Ob Verletzungsfolgen im Zeitpunkt der Zuerkennung eines Schmerzensgeldes erkennbar waren, beurteilt sich nicht nach der subjektiven Sicht der Parteien oder der Vollständigkeit der Erfassung des Streitstoffes durch das Gericht, sondern nach objektiven Gesichtspunkten, das heißt nach den Kenntnissen und Erfahrungen eines insoweit Sachkundigen (vgl. Senat, Urteile vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 - und vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - beide aaO; OLG Köln, ZfS 1992, 82; OLG Oldenburg, VersR 1997, 1541; OLG Köln, VersR 1997, 1551, OLG Düsseldorf, OLGZ 1994, 546, 548 f.; OLG Koblenz, OLGR 2005, 120, 121; Musielak/Musielak, ZPO, 4. Aufl., § 322 Rdn. 52).

    Maßgebend ist, ob sich bereits in jenem Verfahren eine Verletzungsfolge als derart nahe liegend darstellte, dass sie schon damals bei der Bemessung des Schmerzensgeldes berücksichtigt werden konnte (vgl. Senat, Urteile vom 8. Juli 1980 - VI ZR 72/79 -; vom 24. Mai 1988 - VI ZR 326/87 -; vom 7. Februar 1995 - VI ZR 201/94 - alle aaO; siehe auch BGH, Urteil vom 4. Dezember 1975 - III ZR 41/74 - aaO; OLG Stuttgart, NJW-RR 1999, 1590, 1591; Kreft in BGB-RGRK, 12. Aufl., § 847 Rdn. 51).

  • OLG Stuttgart, 25.06.1999 - 2 U 50/99  

    Weiteres Schmerzensgeld bei Unfallspätfolgen

    Dieser richtet sich nach dem Streitgegenstand jenes Verfahrens, der wiederum durch Antrag und vorgetragenen Lebensachverhalt umgrenzt wird (vgl. BGH v. 7.2.1995 - VI ZR 201/94, MDR 1995, 357 = NJW 1995, 1614 = LM Nr. 95 zu § 847 BGB).

    Die Vorhersehbarkeit ist dabei nach objektiven Gesichtspunkten, d.h. danach zu bestimmen, ob nach den Erfahrungen und Kenntnissen eines insoweit Sachkundigen mit dem Eintritt zu rechnen ist (BGH v. 7.2.1995 VI ZR 201/94, MDR 1995, 357 = NJW 1995, 1614 = LM Nr. 95 zu § 847 m. Verweis auf BGH v. 24.5.1988 - VI ZR 326/87, MDR 1988, 951 = NJW 1988, 2300).

    Für die objektive Vorhersehbarkeit eines Spätschadens genügt nicht bereits, daß die Möglichkeit seines Auftretens nicht ausgeschlossen werden konnte, maßgebend ist vielmehr, ob sich bereits im früheren Verfahren die jetzt zur Entscheidung anstehende Verletzungsfolge als derart nahehegend dargestellt hat, daß sie schon damals bei der Schmerzensgeldbemessung berücksichtigt werden konnte (BGH v. 7.2.1995 - VI ZR 201/94, MDR 1995, 357 = NJW 1995, 1614 = LM Nr. 95 zu § 847 m. Hinweis auf BGH v. 8.7.1980 - VI ZR 72/79, MDR 1981, 42 = NJW 1980, 2754 und BGH v. 24.5.1988 - VI ZR 326/87, MDR 1988, 951 = NJW 1988, 2300).

    Dem entspricht es, daß nach der Rspr. des BGH der Einwand der Rechtskraft eine Schmerzensgeldnachforderung für damals nicht berücksichtigte Folgen dann hindert, wenn die Verletzungsfolgen bei der früheren Bemessung entweder bereits eingetreten oder objektiv erkennbar waren oder ihr Eintritt vorhergesehen und bei der Entscheidung berücksichtigt werden konnte (vgl. BGH v. 8.7.980 - VI ZR 72/79, MDR 1981, 42 = NJW 1980, 2754; BGH v. 24.5.1988 VI ZR 326/87, MDR 1988, 951 = NJW 1988, 2300 und BGH v. 7.2.1995 - VI ZR 201/94, MDR 1995, 357 = NJW 1995, 1614 = LM Nr. 95 zu § 847 BGB).

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