Rechtsprechung
   BGH, 23.01.1992 - III ZR 191/90   

Zurückgestellte Bauvoranfrage

§ 839 BGB, verzögerte Behandlung eines Bauantrags, um die Bauleitplanung zu ändern, §§ 14, 15 BauGB;

Unmaßgeblichkeit des § 75 VwGO für die Frage einer Amtspflichtverletzung

Volltextveröffentlichungen

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Amtspflichtverletzung einer Gemeinde durch Nichtbearbeitung einer entscheidungsreifen Bauvoranfrage wegen Änderung der Planungsabsichten

Kurzfassungen/Presse (2)

Verfahrensgang

  • LG Köln, 28.11.1989 - 5 O 191/86
  • OLG Köln, 27.09.1990 - 7 U 42/90
  • BGH, 23.01.1992 - III ZR 191/90

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1993, 1791
  • VersR 1992, 1354
  • NVwZ 1993, 299



Kontextvorschau:





Hinweis: Klicken Sie auf das Sprechblasensymbol, um eine Kontextvorschau im Fließtext zu sehen. Um alle zu sehen, genügt ein Doppelklick.

Wird zitiert von ... (20)  

  • BGH, 12.07.2001 - III ZR 282/00  

    Verzögerung der Entscheidung über eine Bauvoranfrage

    Es ist anerkannt - und wird auch vom Berufungsgericht nicht in Zweifel gezogen -, daß die Verzögerung der Entscheidung über ein Baugesuch - entsprechendes gilt für die Bauvoranfrage - den Tatbestand einer Amtspflichtverletzung erfüllen kann (vgl. Senatsbeschluß vom 23. Januar 1992 - III ZR 191/90 - NVwZ 1993, 299; Schlick/Rinne, NVwZ 1997, 1065, 1070).

    Eine derartige Verfahrensweise müßte vom Antragsteller hingenommen werden (Senatsbeschluß vom 23. Januar 1992 aaO S. 300; BVerwG NVwZ 1989, 661, 662 und UPR 1999, 108; Berkemann in Berliner Kommentar zum Baugesetzbuch aaO § 18 Rn. 181).

    Die bewußte Nichtbearbeitung des entscheidungsreifen Baugesuchs zu dem Zweck, jenes planerische Instrumentarium überhaupt erst in Funktion zu setzen, war daher amtspflichtwidrig (Senatsbeschluß vom 23. Januar 1992 aaO; Senatsurteil vom 23. September 1993 - III ZR 54/92 - NVwZ 1994, 405, 406, 407; vgl. auch BVerwG UPR 1999, 108).

  • BGH, 23.09.1993 - III ZR 54/92  

    Verletzung der Pflicht eines Beamten zur Entscheidung in angemessener

    Über den Antrag hat die Gemeinde rechtzeitig und, wenn dem Bauvorhaben öffentlich-rechtliche Vorschriften nicht entgegenstehen (vgl. § 69 Abs. 1 Satz 1 HBauO), positiv zu entscheiden (Senatsurteile vom 24. Januar 1972 - III ZR 9/70 - WM 1972, 743 und vom 18. Juni 197 - III ZR 13/67 - WM 1970, 1252; Senat, Nichtannahmebeschluß vom 23. Januar 1992 - III ZR 191/90 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Bauvorbescheid 2 m.w.N.).

    Eine auf solche Erwägungen gestützte bewußte Nichtbearbeitung des Gesuchs, die im Ergebnis einer Ablehnung gleichkäme, wäre gleichfalls amtspflichtwidrig (Senatsbeschluß vom 21. September 1989 - III ZR 41/88 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Baugenehmigung 1; Senatsbeschluß vom 23. Januar 1992 aaO).

    Wie dargetan, darf eine Gemeinde einen Bauantrag, dessen Entscheidungsreife bereits positiv feststeht, nicht zum Anlaß nehmen, ihre Planungsabsichten zu ändern und dann die Entscheidung über den Antrag bis zur Aufstellung des Bebauungsplans zu verzögern (vgl. oben zu 111, 1 c und Senat, Nichtannahmebeschluß vom 23. Januar 1992 aaO, für eine Bauvoranfrage).

  • BGH, 09.06.1994 - III ZR 37/93  

    Amtshaftung bei Ablehnung einer Bauvoranfrage; Kausalität der Pflichtverletzung

    a) Das Berufungsgericht legt die Senatsrechtsprechung zugrunde, wonach eine Verzögerung der Entscheidung über ein Baugesuch oder eine Bauvoranfrage und erst recht eine Ablehnung des Antrags eine Amtspflichtverletzung darstellen, wenn der Antrag des Bauwilligen in seinem Sinne entscheidungsreif ist (Senatsurteil vom 11. Juni 1992 - III ZR 210/90 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Baugenehmigung 6 und GG vor Art. 1/enteignungsgleicher Eingriff, Bausperre 6 = WM 1992, 1858; Senatsbeschluß vom 23. Januar 1992 - III ZR 191/90 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Bauvorbescheid 2 = VersR 1992, 1354 m.w.N.).

    Mit seinen weiteren Erwägungen, die dem Vorhaben der Eigentümer entgegenstehenden Planungsabsichten der Gemeinde hätten in dem Zeitraum, der für eine ordnungsgemäße Bearbeitung der Bauvoranfrage erforderlich und geboten gewesen sei, noch nicht ausreichend konkrete Gestalt angenommen, dementsprechend habe die Veränderungssperre vom 24. Januar 1984 einer positiven Entscheidung über die Voranfrage nicht entgegengestanden, so daß auch der Aussetzungsbescheid vom 9. Februar 1984 (§ 15 BBauG) nicht hätte erlassen werden dürfen, befindet sich das Berufungsgericht in Einklang mit der Rechtsprechung des Senats (Beschluß vom 23. Januar 1992 aaO.).

mehr
  • VGH Baden-Württemberg, 27.02.2003 - 5 S 1279/01  

    Baugenehmigung: Zulässigkeit einer Untätigkeitsklage

    Im Hinblick auf eine meist nicht vorhandene gesetzliche Regelung von Bearbeitungsfristen ist es von der Rechtsprechung (vgl. BGH Beschl. v. 23.01.1992 - III ZR 191/90 - NVwZ 1993, 299 = BRS 53 Nr. 66; bestätigt durch Urt. v. 12.07.2001 - III ZR 282/00 - UPR 2002, 24) als zulässig angesehen worden, dass die Gemeinde einen Bauantrag, der nach der bestehenden Rechtslage positiv beschieden werden müsste, zum Anlass nimmt, ändernde Planungsmaßnahmen einzuleiten, und bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die ordnungsgemäße, ermessensfehlerfreie und zügige Bearbeitung des Gesuchs abgeschlossen sein muss, die geänderte Planung nach Maßgabe der §§ 14, 15 BauGB sichert.
  • VGH Bayern, 29.11.2010 - 15 B 10.1439  

    Verwaltungsprozessrecht: Fortsetzungsfeststellungsklage und Anspruch auf

    Erst in diesem Zusammenhang ist auch zu klären, welche Bearbeitungszeit im konkreten Fall noch angemessen war (BGH vom 9.6.1994 NJW-RR 1994, 1171) und ob die handelnden Amtsträger ein Verschulden triff, welches Haftungsansprüche auslöst (vgl. z.B. BGH vom 11.6.1992 NVwZ 1992, 1119 zur Frage, ob ein Planungsausschuss zu Recht noch eingeschaltet wurde; ebenso BGH vom 23.1.1992 BayVBl 1992, 444).

    Erst in diesem Zusammenhang ist auch zu klären, welche Bearbeitungszeit im konkreten Fall noch angemessen war (BGH vom 9.6.1994 NJW-RR 1994, 1171) und ob die handelnden Amtsträger ein Verschulden trifft, welches Haftungsansprüche auslöst (vgl. z.B. BGH vom 11.6.1992 NVwZ 1992, 1119 zur Frage, ob ein Planungsausschuss zu Recht noch eingeschaltet wurde; ebenso BGH vom 23.1.1992 BayVBl 1992, 444).

  • BVerwG, 02.10.1998 - 4 B 72.98  

    Veränderungssperre: Feststellung der Rechtswidrigkeit

    Nutzt die Gemeinde den Zeitraum, der für eine ordnungsgemäße Bearbeitung der Bauvoranfrage ohnehin erforderlich ist, um das planerische Instrumentarium zur Sicherung ihrer Planungsabsichten einzusetzen, müßte der Antragsteller diese Verfahrensweise hinnehmen (vgl. auch BGH, Beschluß vom 23. Januar 1992 III ZR 191/90 NVwZ 1993, 299 ; Berkemann in: Berliner Kommentar zum BauGB, 2. Aufl. 1995, Rn. 181 zu § 18 BauGB m.w.N.).
  • BSG, 12.11.2003 - B 8 KN 1/02 U R  

    Gesetzliche Unfallversicherung - Aufsichtsrecht - Rechtsverletzung -

    Die Rechtsprechung des BGH zur Änderung der Rechtslage nach einer ursprünglichen Amtspflichtverletzung ist insoweit nicht eindeutig (vgl einerseits zum Fall, dass das Fehlen der Rechtsgrundlage für einen Gebührenbescheid nachträglich durch Erlass einer wirksamen Satzung behoben wurde, Urteil vom 13. Oktober 1994 - III ZR 24/94 - BGHZ 127, 223 ff mit kritischer Anmerkung von Oebbecke, JR 1995, 500 sowie Schmidt, LM BGB § 839 Nr. 137 und andererseits Urteile vom 23. Januar 1992 - III ZR 191/90 - NVwZ 1993, 299 und vom 12. Juli 2001 - III ZR 282/00 - NVwZ 2002, 124 - zur Verzögerung der Bescheidung einer Bauvoranfrage bis zum Wirksamwerden eines dem ursprünglich planungsrechtlich zulässigen Bauvorhaben gegenläufigen Planfeststellungsbeschlusses).
  • BGH, 24.02.1994 - III ZR 6/93  

    Drittbezogenheit von Amtspflichten im Baugenehmigungsverfahren; Ansprüche des

    Eine Verzögerung der Entscheidung und erst recht eine Ablehnung des Antrags stellen in der Regel eine Amtspflichtverletzung dar (Senatsurteil vom 11. Juni 1992 - III ZR 210/90 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Baugenehmigung 6 und GG vor Art. 1/enteignungsgleicher Eingriff, Bausperre 6 = WM 1992, 1858 ; Senatsbeschluß vom 23. Januar 1992 - III ZR 191/90 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Bauvorbescheid 2 = VersR 1992, 1354 ).
  • OVG Schleswig-Holstein, 15.03.2001 - 1 L 107/97  
    In der zuletzt genannten Funktion war sie berechtigt, (auch) den Vorbescheidsantrag der Klägerin zum Anlass zu nehmen, ihre Planung nochmals zu überprüfen und ggf. über planungssichernde Maßnahmen nach §§ 14, 15 BauGB zu entscheiden (vgl. BGH, Urt. v. 23.01.1992, III ZR 191/90, NVwZ 1993, 299/300; BVerwG, Beschl. v. 09.02.1989, 4 B 236.89, NVwZ 1989, 661/662 und Beschl. v. 02.10.1998, 4 B 72.98, NVwZ 1999, 523 ).
  • OLG Hamburg, 25.02.2005 - 1 U 54/01  

    Amtshaftung - Verzögerte Erteilung eines positiven Bauvorbescheids

    Der Anspruch der Klägerin auf einen positiven Bauvorbescheid durfte nicht dadurch vereitelt werden, dass die Entscheidung bis zum Wirksamwerden eines Aufstellungsbeschlusses hinausgeschoben wurde (vgl. hierzu BGH v. 12.7.2001 - III ZR 282/00, WM 2001, 1959, 1960, und BGH v. 23.1.1992 - III ZR 191/90, NVwZ 1993, 299, 300).
  • BVerwG, 09.04.2003 - 4 B 75.02  

    Voraussetzungen für eine und zulässige Dauer einer Zurückstellung von Baugesuchen

  • VG Frankfurt/Main, 28.07.2010 - 8 K 3120/09  

    Untätigkeitsklage bei amtspflichtwidrigem Verhalten

  • VGH Bayern, 29.11.2010 - 15 B 10.1453  

    Feststellung des vormaligen Bestehens eines Anspruchs auf Erteilung einer

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 17.03.2003 - 2 A 4647/01  
  • LG Rostock, 10.06.1999 - 4 O 359/98  

    Amtspflichtverletzung wegen verzögerter Entscheidung über ein Baugesuch zur

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 31.03.2003 - 2 A 4514/01  
  • OLG Düsseldorf, 16.06.2004 - 18 U 159/03  
  • LG Krefeld, 16.01.2008 - 2 O 427/06  
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 21.05.2003 - 2 A 2164/02  
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 01.03.2004 - 2 A 1157/03  
Sie können auswählen (Maus oder Pfeiltasten):
(Liste aufgrund Ihrer bisherigen Eingabe)
Komplette Übersicht