Gesetzgebung
   BGBl. I 1994 S. 1311   

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BGBl. I 1994 S. 1311 (https://dejure.org/1994,28640)
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  • Bundesgesetzblatt Jahrgang 1994 Teil I Nr. 38, ausgegeben am 29.06.1994, Seite 1311
  • Zweites Gesetz zur Bereinigung von SED-Unrecht (Zweites SED-Unrechtsbereinigungsgesetz - 2. SED-UnBerG)
  • vom 23.06.1994

Gesetzestext

Gesetzesbegründung

 
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Wird zitiert von ... (171)

  • BGH, 04.11.1994 - LwZR 12/93

    Landkreise in den neuen Bundesländern sind nicht Rechtsnachfolger der Räte der

    Gemäß Art. 1 § 2 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Satz 1 des 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetzes vom 23. Juni 1994 (BGBl I S. 1311 - verwaltungsrechtliches Rehabilitierungsgesetz - VwRehaG -), in Kraft seit 1. Juli 1994 (Art. 11 Abs. 1 des Gesetzes), können Ansprüche aus Pacht- oder Nutzungsverträgen zwischen dem RdK und dem Eigentümer eines landwirtschaftlichen Grundstücks oder Betriebs wegen mangelnder Instandhaltung oder sonstiger Verschlechterung der verpachteten oder zur Nutzung überlassenen Sache gegen die Bundesrepublik Deutschland und andere Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts, also auch gegen den beklagten Landkreis, nur geltend gemacht werden, wenn diese Ansprüche in einem Gesetz, das Ansprüche dieser Art regelt, vorgesehen sind.

    Diese neue gesetzliche Vorschrift, die auch in der Revisionsinstanz zu beachten ist (BGHZ 36, 348), hindert materiell-rechtlich die Durchsetzung etwaiger Ansprüche, und zwar - als insoweit abschließende Regelung - aus jedem in Betracht kommenden Rechtsgrund (vgl. Amtl. Begründung BT-Drucks. 12/4994 S. 29 Art. 1 § 2 Nr. 8).

    Sie ist verfassungsrechtlich im entscheidungserheblichen Umfang (keine Haftung der Landkreise) schon deshalb unbedenklich, weil die geltend gemachten Ansprüche auch nach der bisherigen Rechtslage nicht bestanden, mithin die Neuregelung nur deklaratorische Bedeutung hat, wovon auch der Gesetzgeber ausgegangen ist (vgl. Amtl. Begründung aaO. § 2 Nr. 10, 11, 12; Gegenäußerung der Bundesregierung zur Stellungnahme des Bundesrats, BT-Drucks. 12/4994 Anl. 3 S. 65 f).

    Sinn der genannten Vorschrift allerdings keinen Zweifel daran, daß damit auch etwa bestehende Ansprüche nicht mehr durchgesetzt werden könnten (vgl. Bericht des Rechtsausschusses BT-Drucks. 12/7048 S. 36 zu § 2 Abs. 3 Satz 2 VwRehaG), und sähe auch dann keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die Neuregelung.

    Auch wenn der Gesetzgeber im Rahmen einer entsprechenden Regelung nicht von der Bindung an den allgemeinen Gleichheitssatz befreit ist (vgl. dazu BVerfGE 84, 90, 129), läßt sich eine willkürliche Ungleichbehandlung nicht erkennen, da die Neuregelung vernünftige und einleuchtende Gründe für sich hat, weil sie die durch Kreispachtverträge Geschädigten nur gleichbehandelt mit anderen Personen, denen ebenfalls kein Wertausgleich zusteht (vgl. Amtl. Begründung BT-Drucks. 12/4994 zu Art. 1 § 2 Nr. 13).

  • BVerwG, 09.10.2003 - 3 C 1.03

    Verwaltungsrechtliche Rehabilitierung; Maßnahmen der "Zersetzung" als hoheitliche

    Der Anspruch auf verwaltungsrechtliche Rehabilitierung beurteilt sich im vorliegenden Falle nach § 1 Abs. 5 i.V.m. Abs. 1 Satz 1 des Verwaltungsrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes - VwRehaG - vom 23. Juni 1994 (BGBl I S. 1311) in der Fassung der Bekanntmachung vom 1. Juli 1997 (BGBl I S. 1620), zuletzt geändert durch Gesetz vom 20. Dezember 2001 (BGBl I S. 3986).

    Vielmehr hat der Gesetzgeber die Beschränkung auf Eingriffe in diese drei Rechtsgüter sowie das zusätzliche Erfordernis noch gegenwärtig fortwirkender schwerer und unzumutbarer Folgen mit der erklärten Absicht eingefügt, die Rehabilitierung nur für die gravierendsten Fälle zu eröffnen, um die nur begrenzt verfügbaren Verwaltungsressourcen der Neuen Länder nicht zu überlasten (BTDrucks 12/4994, S. 22).

    Auch die Gesetzesbegründung macht diese Tatbestandsmerkmale zum Prüfstein für das schützenswerte Interesse des Betroffenen an einer Beseitigung der rechtsstaatswidrigen Maßnahme (BTDrucks 12/4994, S. 22 ).

    Sie hat ferner zu prüfen, ob die dargelegten gegenwärtigen Beeinträchtigungen - ihre Erweislichkeit unterstellt - schwer und unzumutbar sind; denn dies ist eine wertende Beurteilung mit typisch rehabilitierungsrechtlichem Gepräge (vgl. hierzu die Erläuterungen in der Begründung des Gesetzentwurfs, BTDrucks 12/4994, S. 22 sowie für die Folgen einer beruflichen Benachteiligung § 8 Satz 2 VwRehaG).

    Schließlich hat sie auch zu prüfen, ob diese Beeinträchtigungen als "unmittelbare" Folge der rechtsstaatswidrigen Maßnahme in Betracht kommen, ob sie also nach der allgemeinen Lebenserfahrung als typische Folge der rechtsstaatswidrigen Maßnahme erscheinen (vgl. BTDrucks 12/4994 ebenda).

    Der Gesetzgeber wollte gerade auch "psychischen Terror durch Überwachungsmaßnahmen, gezielt sachwidrige Medikation oder psychiatrische Behandlung etc." erfassen, die zu einer gesundheitlichen Schädigung geführt haben (BTDrucks 12/4994, S. 32).

    Diese Prüfung erübrigt sich entgegen der Auffassung des Klägers nicht deshalb, weil der Beklagte festgestellt hat, dass der Kläger politisch Verfolgter im Sinne des Beruflichen Rehabilitierungsgesetzes - BerRehaG - vom 23. Juni 1994 (BGBl I S. 1311) i.d.F. der Bekanntmachung vom 1. Juli 1997 (BGBl I S. 1625) sei.

  • BVerwG, 24.07.2019 - 8 C 1.19

    Rehabilitierung wegen Gesundheitsschäden durch Grenzsicherungsmaßnahmen der DDR

    Nach dem Willen des Gesetzgebers sind solche systemimmanenten Einbußen an Freiheit und Eigentum, die jeden Rechtsunterworfenen der DDR mehr oder weniger gleich trafen, nicht rehabilitierungsfähig (vgl. BT-Drs. 12/4994, S. 23).

    Die Vorschrift erfasst einen Kernbestand von Regeln, die schlechthin verbindlich für jeden Staat sein müssen, der den Namen Rechtsstaat für sich in Anspruch nimmt (vgl. BT-Drs. 12/4994 S. 23).

    Diese Maßnahmen waren Ausdruck eines staatlichen Systems, das seine Bürger bei Fluchtversuchen zum Objekt staatlicher Willkür degradierte (vgl. BT-Drs. 12/4994 S. 25).

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