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   BAG, 23.08.2018 - 2 AZR 133/18   

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https://dejure.org/2018,25193
BAG, 23.08.2018 - 2 AZR 133/18 (https://dejure.org/2018,25193)
BAG, Entscheidung vom 23.08.2018 - 2 AZR 133/18 (https://dejure.org/2018,25193)
BAG, Entscheidung vom 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 (https://dejure.org/2018,25193)
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Volltextveröffentlichungen (12)

  • IWW

    § 551 Abs. 3 ZPO, § ... 563 Abs. 1 ZPO, § 6b Abs. 1 BDSG, § 6b Abs. 5 BDSG, Art. 103 Abs. 1 GG, Art. 1 Abs. 3 GG, § 1 Abs. 1 BDSG, § 1 Abs. 2 BDSG, § 32 Abs. 1 BDSG, § 138 Abs. 3 ZPO, § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG, § 6b Abs. 3 Satz 1, Abs. 5 BDSG, § 6b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 BDSG, § 6b Abs. 3 BDSG, § 32 BDSG, § 6b BDSG, Richtlinie 95/46/EG, Art. 12, Art. 14 GG, § 626 Abs. 2 BGB, § 43 Abs. 2 BDSG, § 44 Abs. 1 BDSG, § 823 Abs. 1 BGB, Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1 GG, § 626 BGB, § 280 Abs. 1, § 6b Abs. 1 Nr. 3 BDSG, Richtlinie (EU) 2016/680, § 26 Abs. 1 Satz 1 BDSG, § 4 Abs. 3 BDSG, § 3 BDSG, § 140 BGB, § 1 Abs. 2 KSchG, § 1 Abs. 1 KSchG, § 23 Abs. 1 KSchG

  • openjur.de
  • Bundesarbeitsgericht

    Offene Videoüberwachung - Anhörung vor Verdachtskündigung

Kurzfassungen/Presse (38)

  • IWW (Kurzinformation)

    Arbeitsplatz-Überwachung: Diebstahl-Video ist ein Beweis auch bei Datenschutzverstoß

  • Bundesarbeitsgericht (Pressemitteilung)

    Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

  • wbs-law.de (Kurzinformation)

    Videoüberwachung am Arbeitsplatz

  • beckmannundnorda.de (Kurzinformation)

    Eine an sich rechtmäßige offene Videoüberwachung wird nicht unverhältnismäßig wenn diese zur Ahndung von Pflichtverletzungen erst Monate später ausgewertet wird

  • heise.de (Pressebericht, 23.08.2018)

    Bundesarbeitsgericht erlaubt Videobeweis von Überwachungskamera

  • tagesschau.de (Pressemeldung, 23.08.2018)

    Regeln für Videoüberwachung gelockert

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Offene Videoüberwachung des Arbeitsgebers - und die Frage des Verwertungsverbots

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Beweisverwertungsverbote und Sachvortragsverbote im Arbeitsgerichtsverfahren

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Offene Videoüberwachung am Arbeitsplatz

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Verdachtskündigung - und die Farce einer Anhörung des Arbeitnehmers

  • anwaltonline.com (Kurzinformation)

    Arbeitsrecht - Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

  • bag-urteil.com (Pressemitteilung)

    Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

  • otto-schmidt.de (Kurzinformation)

    Kein Verwertungsverbot für Bildsequenzen aus offener Videoüberwachung

  • rabüro.de (Pressemitteilung)

    Arbeitgeber dürfen Überwachungsvideos monatelang speichern

  • dgbrechtsschutz.de (Kurzinformation)

    Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

  • ip-rechtsberater.de (Kurzinformation)

    Kein Verwertungsverbot für ältere Aufzeichnungen aus offener Videoüberwachung

  • wolterskluwer-online.de (Kurzinformation)

    Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

  • arbeitsrechtsiegen.de (Kurzinformation)

    Offene Videoüberwachung von Arbeitnehmern - Verwertungsverbot

  • onlineurteile.de (Kurzmitteilung)

    Videoüberwachung am Arbeitsplatz - Händler darf bei rechtmäßiger, offener Videokontrolle die Aufnahmen auch speichern

  • mahnerfolg.de (Kurzmitteilung)

    Offene Videoüberwachung auch nach mehreren Monaten verwertbar

  • recht.help (Kurzinformation)

    Videoüberwachungen von Mitarbeitern sind unter Umständen zulässig

  • derenergieblog.de (Kurzinformation)

    Big Brother am Arbeitsplatz - BAG erlaubt die Verwertung von Aufnahmen aus offener Videoüberwachung

  • datenschutzrecht-praxis.de (Kurzinformation und -anmerkung)

    Kein Beweisverwertungsverbot 6 Monate alter Videoaufzeichnungen

  • bund-verlag.de (Kurzinformation)

    BAG erleichtert Videoüberwachung

  • bund-verlag.de (Kurzinformation)

    BAG erleichtert Videoüberwachung von Arbeitnehmern

  • heuking.de (Kurzinformation)

    Videoüberwachung am Arbeitsplatz: Verwertbarkeit von sechs Monate alten Aufzeichnungen

  • nwb-experten-blog.de (Kurzinformation)

    Videoüberwachung am Arbeitsplatz und Kündigung

  • st-sozien.de (Kurzinformation)

    Offene Videoüberwachung - Dauer der Datenspeicherung

  • haufe.de (Kurzinformation)

    Videoaufnahmen am Arbeitsplatz noch nach 6 Monaten als Beweismittel verwertbar

  • tp-presseagentur.de (Kurzinformation)

    Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot?

  • rechtsanwalt-harzewski.de (Kurzinformation)

    Videoüberwachung des Arbeitnehmers

  • rosepartner.de (Kurzinformation)

    Kein Verwertungsverbot bei Videoaufnahmen am Arbeitsplatz

  • anwalt-suchservice.de (Kurzinformation)

    Auswertung löschreifer Videosequenzen aus offener Videoüberwachung im Arbeitsverhältnis

  • anwalt-suchservice.de (Kurzinformation)

    Verstoß gegen die Pflicht zur unverzüglichen Löschung von Videoaufnahmen - Kein Verwertungsverbot

  • anwalt-suchservice.de (Kurzinformation)

    Arbeitsverhältnis gekündigt? Durch Videoaufnahmen überführt?

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Pressemitteilung)

    Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot

  • rechtsportal.de (Pressemitteilung)

    Offene Videoüberwachung - Verwertungsverbot


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • fhm-law.de PDF (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Unverwertbarkeit von Beweismitteln aus Videoüberwachung von Arbeitnehmern?

Besprechungen u.ä. (7)

  • meyer-koering.de (Entscheidungsbesprechung)

    Offene Videoüberwachung und fristlose Kündigung

  • lto.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)

    Verwertbarkeit von Aufnahmen aus Geschäftsräumen: Vorsicht Videobeweis

  • it-rechts-portal.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung, 24.08.2018)

    Kündigung nach Videobeweis ist rechtmäßig

  • datenschutzrecht-praxis.de (Kurzinformation und -anmerkung)

    Kein Beweisverwertungsverbot 6 Monate alter Videoaufzeichnungen

  • efarbeitsrecht.net (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)

    Videoüberwachung am Arbeitsplatz: (Längere) Speicherung und Beweisverwertung ist zulässig

  • fgvw.de (Entscheidungsbesprechung)

    Verwertungsverbot von Videoaufzeichnungen

  • hensche.de (Entscheidungsbesprechung, auf der Grundlage der Pressemitteilung)

    Löschungspflicht bei Videoüberwachung von Arbeitnehmern

Sonstiges

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Verwertungsverbot bei offener Videoüberwachung - Anmerkung zum Urteil des BAG vom 23.08.2018 - 2 AZR 133/18" von RA/FAArbR Dr. Christian Ley, original erschienen in: BB 2019, 697 - 704.

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BAGE 163, 239
  • ZIP 2018, 2131
  • NZA 2018, 1329
  • NJ 2018, 499
  • BB 2018, 2483
  • BB 2019, 697
  • DB 2018, 2574
  • NZA-RR 2018, 596
 
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Wird zitiert von ... (12)

  • BAG, 31.01.2019 - 2 AZR 426/18

    Ordentliche Verdachtskündigung - Sachvortragsverwertungsverbot

    (1) Nach der inzwischen gefestigten Senatsrechtsprechung greift in einem Kündigungsrechtsstreit jedenfalls dann kein Verwertungsverbot zugunsten des Arbeitnehmers ein, wenn der Arbeitgeber die betreffende Erkenntnis oder das fragliche Beweismittel im Einklang mit den einschlägigen datenschutzrechtlichen Vorschriften erlangt und weiterverwandt hat (ausführlich BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 14 ff.) .

    Der Arbeitgeber darf deshalb alle Daten speichern und verwenden, die er benötigt, um die ihm obliegende Darlegungs- und Beweislast in einem potenziellen Kündigungsschutzprozess zu erfüllen (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 22; 27. Juli 2017 - 2 AZR 681/16 - Rn. 28, BAGE 159, 380) .

    Dies beurteilt sich ggf. für jedes personenbezogene Datum gesondert (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 24) .

    (4) Der vom Senat bei der Anwendung von § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG aF herangezogene Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt dem durch die Richtlinie 95/46/EG sowie Art. 7 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (dazu EuGH 11. Dezember 2014 - C-212/13 - [Ryne?.] Rn. 28) und Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (dazu EuGH 9. November 2010 - C-92/09 und C-93/09 - [Volker und Markus Schecke] Rn. 52; BAG 19. Februar 2015 - 8 AZR 1007/13 - Rn. 20 f.) garantierten Schutzniveau für die von einer Datenerhebung Betroffenen (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 25; EGMR 5. Oktober 2010 - 420/07 - [Köpke/Deutschland]) .

    (9) Die Verwertung der von der Beklagten in zulässiger Weise ermittelten Inhalte der Datei "Tankbelege.xls" im vorliegenden Rechtsstreit ist nach Maßgabe der DS-GVO und des BDSG in der seit dem 25. Mai 2018 geltenden Fassung ebenfalls rechtmäßig (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 45 ff.) .

    Sollte die Beklagte insofern gegen die Vorgaben des BDSG aF verstoßen haben, folgte daraus nicht ein Verbot, die in der Datei "Tankbelege.xls" enthaltenen personenbezogenen Daten zu verwerten (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 33) .

  • BAG, 28.03.2019 - 8 AZR 421/17

    Offene Videoüberwachung - Beweisverwertungsverbot - Zulässigkeit der

    Die Klägerin, die die ihr gegenüber erhobenen Vorwürfe bestritten hat, hat auch nicht auf die Geltendmachung möglicher Persönlichkeitsrechtsverletzungen verzichtet, sondern sich - ohne dass dies erforderlich gewesen wäre - ausdrücklich auf ein Beweisverwertungsverbot berufen (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 17 mwN, BAGE 163, 239) .

    Dies entspricht der Rechtsprechung des Zweiten Senats des Bundesarbeitsgerichts (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - BAGE 163, 239) , der der erkennende Senat sich anschließt.

    Da der Anspruch auf rechtliches Gehör aus Art. 103 Abs. 1 GG aber grundsätzlich gebietet, den Sachvortrag der Parteien und die von ihnen angebotenen Beweise zu berücksichtigen, kommt ein "verfassungsrechtliches Verwertungsverbot" nur in Betracht, wenn dies wegen einer grundrechtlich geschützten Position einer Prozesspartei zwingend geboten ist (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 14 mwN, BAGE 163, 239) .

    Dafür wäre jedenfalls Voraussetzung, dass die verletzte Schutznorm in den betreffenden Fällen ohne ein prozessuales Verwertungsverbot leerliefe (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - aaO) .

    Sie regeln, in welchem Umfang im Anwendungsbereich des Gesetzes Eingriffe durch öffentliche oder nicht-öffentliche Stellen iSd. § 1 Abs. 2 BDSG aF in diese Rechtspositionen erlaubt sind (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 15 mwN, BAGE 163, 239) .

    So liegt es namentlich, wenn die umfassende Abwägung der widerstreitenden Interessen und Grundrechtspositionen im Rahmen der Generalklauseln des § 32 Abs. 1 BDSG aF zugunsten des Arbeitgebers ausfällt (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 15, BAGE 163, 239) .

    Zum anderen kann es sein, dass die gerichtliche Verwertung weder einen ungerechtfertigten Grundrechtseingriff darstellt noch aufgrund einer verfassungsrechtlichen Schutzpflicht zu unterlassen ist, weil durch sie die ungerechtfertigte "vorprozessuale" Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts einer Prozesspartei nicht perpetuiert oder vertieft würde und der Verwertung auch Gründe der Generalprävention nicht entgegenstehen (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 15 mwN, BAGE 163, 239) .

    § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG aF stellt für die Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten eines Beschäftigten, die der Arbeitgeber durch eine Videoüberwachung öffentlich zugänglicher Räume erlangt hat, eine eigenständige, von den Voraussetzungen des § 6b Abs. 3 BDSG aF unabhängige Erlaubnisnorm dar (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 23, BAGE 163, 239) .

    Etwas anderes müsste allenfalls dann gelten, wenn der Beklagte die Klägerin - wofür nichts ersichtlich ist - in Bezug auf die Erfassung ihres Verhaltens an der Kasse und ihres sonstigen Arbeitsverhaltens "in Sicherheit gewiegt" hätte (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 44 mwN, BAGE 163, 239) .

    Der Arbeitgeber darf deshalb grundsätzlich alle Daten speichern und verwenden, die er benötigt, um die ihm obliegende Darlegungs- und Beweislast in einem potentiellen Rechtsstreit um die Wirksamkeit einer Kündigung und/oder das Bestehen von Schadensersatzansprüchen zu erfüllen (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 22 mwN, BAGE 163, 239) .

    § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG aF stellt - wie bereits unter Rn. 33 dargestellt - auch für die Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten eines Beschäftigten, die der Arbeitgeber durch eine Videoüberwachung öffentlich zugänglicher Räume erlangt hat, eine eigenständige, von den Voraussetzungen nach § 6b Abs. 3 BDSG aF unabhängige Erlaubnisnorm dar (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 23 mwN, BAGE 163, 239) .

    Sofern nach § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG aF zulässig erhobene Daten den Verdacht einer Pflichtverletzung begründen, dürfen sie für die Zwecke und unter den Voraussetzungen des § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG aF auch verarbeitet und genutzt werden (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 22 mwN, aaO) .

    Dies beurteilt sich ggf. für jedes personenbezogene Datum gesondert (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 24 mwN, BAGE 163, 239) .

    dd) Der bei der Anwendung von § 32 Abs. 1 Satz 1 BDSG aF herangezogene Verhältnismäßigkeitsgrundsatz genügt dem durch die Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr sowie Art. 7 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union und Art. 8 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten garantierten Schutzniveau für die von einer Datenerhebung Betroffenen (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 25 mwN, BAGE 163, 239) .

    ee) Ferner wird das Landesarbeitsgericht zu beachten haben, dass ausschließlich die Verarbeitung der relevanten Sequenzen zu beurteilen ist und nicht diejenige von Passagen, die nicht in den Rechtsstreit eingeführt werden sollen (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 26, BAGE 163, 239) .

    Diese dürften auch nach einer "Bedarfsklärung" - zumindest vorerst - gespeichert bleiben (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 27 mwN, BAGE 163, 239) .

    Auch insoweit schließt sich der erkennende Senat den Ausführungen des Zweiten Senats des Bundesarbeitsgerichts in seinem Urteil vom 23. August 2018 (- 2 AZR 133/18 - Rn. 29 ff., BAGE 163, 239) an.

    Es muss die greifbare Gefahr eines Missbrauchs personenbezogener Daten bestehen (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 30 mwN, BAGE 163, 239) .

    (b) So kann es zwar auch liegen, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, der Arbeitgeber wolle sich mögliche Kündigungsgründe oder zum Schadensersatz verpflichtende Sachverhalte "aufsparen", um dadurch den Arbeitnehmer unter Druck zu setzen (BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 31 mwN, BAGE 163, 239) .

  • LAG Hessen, 21.09.2018 - 10 Sa 601/18

    Ist der Sendevorgang abgeschlossen, kommt ein Verwertungsverbot von E-Mails nach

    Da der Anspruch auf rechtliches Gehör aus Art. 103 Abs. 1 GG grundsätzlich gebietet, den Sachvortrag der Parteien und die von ihnen angebotenen Beweise zu berücksichtigen, kommt ein "verfassungsrechtliches Verwertungsverbot" nur in Betracht, wenn dies wegen einer grundrechtlich geschützten Position einer Prozesspartei zwingend geboten ist (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 14) .

    Ist allerdings die Datenverarbeitung gegenüber dem betroffenen Arbeitnehmer nach den Vorschriften des BDSG zulässig, liegt insoweit keine Verletzung seines Rechts auf informationelle Selbstbestimmung und am eigenen Bild vor und damit auch kein Verwertungsverbot (vgl. vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 15; BAG 27. Juli 2017 - 2 AZR 681/16 - Rn. 17, NZA 2017, 1327).

    Der Verstoß gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht darf grundsätzlich nicht durch die staatlichen Gerichte "perpetuiert" werden (vgl. vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 15).

    Letztlich spricht auch der Gesichtspunk der Generalprävention gegen eine Verwertbarkeit (offen gelassen in BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 14).

  • LAG Köln, 19.07.2019 - 9 TaBV 125/18

    Internal Investigations; Mitbestimmungswidrige Überprüfung und Weiterleitung von

    Weder die Zivilprozessordnung noch das Arbeitsgerichtsgesetz enthalten Bestimmungen, welche die Verwertbarkeit von Erkenntnissen oder Beweismitteln einschränken, die eine Arbeitsvertragspartei rechtswidrig erlangt hat (BAG, Urteil vom 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 -, BAGE 163, 239-256, Rn. 14).

    Ist eine Maßnahme nach den Vorschriften des Datenschutzrechts zulässig, liegt demnach keine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts vor (BAG, Urteil vom 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 -, BAGE 163, 239-256, Rn. 15).

    In diesem Rahmen ist er auch berechtigt, Daten zur Vorbereitung einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Arbeitnehmer an Dritte weiterzuleiten (vgl. BAG, Urteil vom 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 -, BAGE 163, 239-256, Rn. 22).

    Vielmehr muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Verwertung eines gewonnenen Beweismittels durch das Gericht einen ungerechtfertigten Grundrechtseingriff darstellen würde bzw. auf Grund einer verfassungsrechtlichen Schutzpflicht zu unterlassen wäre, und deshalb ein Verwertungsverbot zwingend geboten ist (BAG, Urteil vom 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 -, BAGE 163, 239-256, Rn. 14, 15; BAG, Urteil vom 28. März 2019 - 8 AZR 421/17 -, Rn. 27, 28, juris).

  • LAG Rheinland-Pfalz, 24.01.2019 - 5 Sa 226/18

    Schadensersatz wegen Verletzung des Wettbewerbsverbots

    (3) Die höchstrichterliche Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts und des Bundesgerichtshofs zum Verbot der Verwertung von Sachvortrag und Beweismitteln (vgl. zuletzt BAG 23.08.2018 - 2 AZR 133/18; BGH 15.05.2018 - VI ZR 233/17), der die Berufungskammer folgt, entspricht den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.

    Auf eine nicht gerechtfertigte Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts durch einen Privaten darf kein verfassungswidriger Grund-rechtseingriff durch ein Staatsorgan "aufgesattelt" werden (vgl. BAG 23.08.2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 14 mwN).

    Dabei kann dahinstehen, ob die Zulässigkeit von Sachvortrag und Beweisantritten sowie von deren Verwertung durch die Gerichte für Arbeitssachen in den Anwendungsbereich der DS-GVO fällt, ob ggf. die Entscheidung des nationalen Gesetzgebers, dass sie sich auch nach Inkrafttreten des BDSG nF allein nach dem Arbeitsgerichtsgesetz und der Zivilprozessordnung beantwortet, von der Öffnungsklausel in Art. 88 DS-GVO umfasst ist, ob und ggf. inwieweit im arbeitsgerichtlichen Verfahren eine automatisierte oder dateimäßige Verarbeitung iSv. Art. 2 Abs. 1 DS-GVO erfolgt, und ob ein Verstoß gegen die Vorgaben der DS-GVO Anlass geben kann, das Eingreifen eines "sekundärrechtlichen Verwertungsverbots" und die Möglichkeit seiner "Realisierung" durch eine unionsrechtskonforme Auslegung des nationalen Prozessrechts zu prüfen (vgl. BAG 23.08.2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 47 mwN).

    Der Arbeitgeber darf deshalb grundsätzlich alle Daten speichern und verwenden, die er benötigt, um die ihm obliegende Darlegungs- und Beweislast in einem potenziellen Rechtsstreit um die Wirksamkeit einer Kündigung und/oder das Bestehen von Schadensersatzansprüchen zu erfüllen (vgl. BAG 23.08.2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 22 mwN).

  • BAG, 27.02.2020 - 2 AZR 570/19

    Außerordentliche Kündigung - Erklärungsfrist - Ermächtigung

    Es läge andererseits auch nicht im Interesse der Arbeitnehmer, weil der Arbeitgeber zu ständigem Misstrauen angehalten (vgl. BAG 23. August 2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 30, BAGE 163, 239) und gleichsam gezwungen würde, bei der bloßen Möglichkeit einer arbeitsvertraglichen Pflichtverletzung "vom Schlimmsten" auszugehen und zügig "Belastungsermittlungen" in die Wege zu leiten.
  • LG Berlin, 13.02.2020 - 67 S 369/18

    Unzulässige Videoüberwachung als Beweismittel erlaubt?

    Diese Verletzung würde perpetuiert und vertieft, wenn dem Sachvortrag der Klägerin insoweit prozessuale Berücksichtigung zu Teil würde (vgl. BAG, Urt. v. 23. August 2018 - 2 AZR 133/18, NZA 2018, 1329, beckonline Tz. 15 m.w.N.).
  • LAG Rheinland-Pfalz, 11.04.2019 - 5 Sa 371/18

    Versetzung an einen anderen Arbeitsort

    Wegen der nach Art. 1 Abs. 3 GG gegebenen Bindung an die insoweit maßgeblichen Grundrechte und der Verpflichtung zu einer rechtsstaatlichen Verfahrensgestaltung hat das Gericht zu prüfen, ob die Verwertung von heimlich beschafften persönlichen Daten und Erkenntnissen, die sich aus diesen Daten ergeben, mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Betroffenen vereinbar ist (vgl. grundlegend BAG 23.08.2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 14 ff mwN; 27.07.2017 - 2 AZR 681/16 - Rn. 16 ff mwN; 29.06.2017 - 2 AZR 597/16 - Rn. 21 mwN).
  • LAG Rheinland-Pfalz, 06.02.2020 - 5 Sa 74/19

    Außerordentliche Kündigung - Verdacht des Diebstahls - Arbeitszeitbetrug

    Die Einladung des Beklagten zu einem Anhörungstermin vermittelte auch nicht den Eindruck, die Klägerin könne die Kündigung durch etwaige Erklärungen ohnehin nicht mehr abwenden (vgl. zu diesem Aspekt BAG 23.08.2018 - 2 AZR 133/18 - Rn. 48).
  • VerfGH Bayern, 15.07.2019 - 76-VI-17

    Verschwiegenheitspflicht eines Patentanwalts

    Vor diesem Hintergrund ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn das Landgericht das Eingreifen eines etwaigen Beweisverwertungsverbots, welches neben einem Verstoß gegen § 32 Abs. 1 BDSG a. F. auch eine Verletzung des verfassungsrechtlich geschützten allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Beschwerdeführers voraussetzt, nicht geprüft hat (vgl. BAG vom 23.8.2018 NZA 2018, 1329 Rn. 13 ff. und 43 f. zur Frage der Zulässigkeit einer offenen Videoüberwachung in einem Kassenbereich).
  • LAG Rheinland-Pfalz, 24.10.2019 - 5 Sa 66/19

    Außerordentliche Kündigung - Nebentätigkeit während der Arbeitszeit

  • LAG Rheinland-Pfalz, 18.10.2019 - 1 Sa 76/19

    Änderungskündigung als Reaktion auf sexuelle Belästigung

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