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   BGH, 06.02.2018 - II ZR 17/17   

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https://dejure.org/2018,7551
BGH, 06.02.2018 - II ZR 17/17 (https://dejure.org/2018,7551)
BGH, Entscheidung vom 06.02.2018 - II ZR 17/17 (https://dejure.org/2018,7551)
BGH, Entscheidung vom 06. Februar 2018 - II ZR 17/17 (https://dejure.org/2018,7551)
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Volltextveröffentlichungen (16)

  • IWW

    § 254 Abs. 2 Satz 1 Fall 2 BGB, §§ 280, 311 Abs. 1, 2, § 241 Abs. 2 BGB, § 172 Abs. 4 HGB, § 254 Abs. 2 BGB, § 563 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 ZPO

  • Wolters Kluwer

    Beitritt eines Anlegers als Kommanditist einer Anlagegesellschaft aufgrund Erwerbs der Beteiligung durch unrichtige Prospektangaben; Rückabwicklung der Beteiligung i.R.d. Vertrauensschadens

  • Betriebs-Berater

    Ersatzfähiger Schaden eines Anlegers wegen unrichtiger Prospektangaben

  • WM Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht(Abodienst; oder: Einzelerwerb Volltext 12,79 €)

    Zur Frage, welche Ansprüche einem Anleger, der durch unrichtige Prospektangaben bewogen wurde, einer Anlagegesellschaft als Kommanditist beizutreten, im Rahmen des Vertrauensschadens zustehen

  • rabüro.de

    Zur Höhe des Schadensersatzanspruches eines Kapitalanlegers eines Windparks aufgrund unrichtiger Prospektangaben

  • rewis.io

    Beitritt zu einer Anlagegesellschaft aufgrund unrichtiger Prospektangaben: Wahlrecht im Rahmen des Vertrauensschadens

  • ra.de
  • Der Betrieb(Abodienst, Leitsatz frei)

    Prospekthaftung: Zur Geltendmachung des Minderwerts einer Kommanditbeteiligung als Vertrauensschaden

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Beitritt eines Anlegers als Kommanditist einer Anlagegesellschaft aufgrund Erwerbs der Beteiligung durch unrichtige Prospektangaben; Rückabwicklung der Beteiligung i.R.d. Vertrauensschadens

  • datenbank.nwb.de
  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Rückabwicklung oder Erstattung der Wertdifferenz der Beteiligung eines aufgrund unrichtiger Prospektangaben beigetretenen Kommanditisten

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (7)

  • otto-schmidt.de (Kurzinformation)

    Vertrauensschaden: Beitritt zu einer Anlagegesellschaft als Kommanditist aufgrund unrichtiger Prospektangaben

  • zbb-online.com (Leitsatz)

    Rückabwicklung oder Erstattung der Wertdifferenz der Beteiligung eines aufgrund unrichtiger Prospektangaben beigetretenen Kommanditisten

  • mahnerfolg.de (Kurzmitteilung)

    Schadensersatz nach Beitritt zu einer Anlagegesellschaft aufgrund unrichtiger Prospektangaben

  • Betriebs-Berater (Leitsatz)

    Ersatzfähiger Schaden eines Anlegers wegen unrichtiger Prospektangaben

  • Wolters Kluwer (Kurzinformation)

    Umfang des Schadensersatzanspruchs aus Prospekthaftung im weiteren Sinne

  • haerlein.de (Kurzinformation)

    Wichtig zu wissen für Kapitalanleger, die durch unrichtige Prospektangaben bewogen wurden, einer Anlagegesellschaft als Kommanditist beizutreten

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Schadensersatzansprüche auch bei Gewinn durch Beteiligung möglich

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW 2018, 1675
  • ZIP 2018, 826
  • MDR 2018, 537
  • VersR 2018, 1140
  • WM 2018, 724
  • BB 2018, 833
  • DB 2018, 950
  • NZG 2018, 705
 
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Wird zitiert von ... (25)

  • BGH, 06.07.2021 - VI ZR 40/20

    Anspruch auf Ersatz des "Minderwerts" bei Kauf eines VW-Diesels mit

    Es ist ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, dass der durch die Verletzung einer Aufklärungspflicht zum Vertragsschluss veranlasste Geschädigte so zu stellen ist, wie er ohne das schadenstiftende Verhalten, also etwa bei Offenbarung bzw. zutreffender Darstellung der für den Vertragsentschluss maßgeblichen Umstände, stünde (BGH, Urteile vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2876, juris Rn. 17; vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21; vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 9; vom 25. September 2018 - II ZR 27/17, juris Rn. 9).

    Er kann entweder die Rückabwicklung des Vertrages verlangen oder stattdessen an dem Vertrag festhalten und den Ersatz der durch das Verschulden des anderen Teils veranlassten Mehraufwendungen verlangen (sog. "kleiner Schadensersatz", vgl. BGH, Urteile vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 57 f., juris Rn. 18 f.; vom 27. September 1988 - XI ZR 4/88, ZIP 1988, 1464, 1467, juris Rn. 19; vom 3. Februar 2003 - II ZR 233/01, DStR 2003, 1494, 1495 f., juris Rn. 14; vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21 f. mwN; vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 11 ff.; vom 25. September 2018 - II ZR 27/17, juris Rn. 12).

    Da es sich hierbei nur um die Bemessung des verbliebenen Vertrauensschadens und nicht um die Frage einer Anpassung des Vertrages handelt, braucht der Geschädigte in diesem Fall auch nicht nachzuweisen, dass sich der Vertragspartner auf einen Vertragsschluss zu einem niedrigeren Preis eingelassen hätte (vgl. BGH, Urteile vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 58, juris Rn. 19; vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, NJW 2001, 2875, 2877, juris Rn. 17; vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 22; vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 13 mwN).

    Maßgeblich für die Bemessung dieses "kleinen Schadensersatzes" ist grundsätzlich der Vergleich der Werte von Leistung und Gegenleistung im Zeitpunkt des Vertragsschlusses (BGH, Urteile vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 20; vom 25. September 2018 - II ZR 27/17, juris Rn. 11).

    Ob sich - so die Revision - aus dem Urteil des II. Zivilsenats vom 6. Februar 2018 (II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 13) ableiten lässt, dass bei einem Anspruch aus culpa in contrahendo ein Minderwert nur ersetzt verlangt werden kann, wenn zumindest der Käufer bei Aufklärung vor Vertragsschluss damals einen Kauf zum Minderwert gewollt hätte (anders - ohne Abstellen auf die hypothetische Einstellung des Käufers - dagegen BGH, Urteile vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 56 ff. juris Rn. 16-19; vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, juris Rn. 17-24; vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21-23), mag dahinstehen.

    Abweichend von der allgemeinen Regel, dass es für die Berechnung des konkreten Schadens - sofern der Schuldner nicht bereits vorher seine Ersatzpflicht erfüllt - grundsätzlich auf den Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz ankommt (vgl. Senatsurteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, BGHZ 225, 316 Rn. 57; BGH, Urteile vom 13. November 2012 - XI ZR 334/11, NJW 2013, 450 Rn. 23; vom 12. Juli 1996 - V ZR 117/95, ZIP 1996, 1382, 1384, juris Rn. 18), ist für die Bemessung des sogenannten kleinen Schadensersatzes dabei grundsätzlich zunächst der Vergleich der Werte von Leistung und Gegenleistung im Zeitpunkt des Vertragsschlusses maßgeblich (vgl. BGH, Urteile vom 25. September 2018 - II ZR 27/17, juris Rn. 11; vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 20; vgl. auch Senatsurteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19, BGHZ 225, 316 Rn. 48: "im Zeitpunkt des Erwerbs").

    Dies schließt eine schadensmindernde Berücksichtigung später eintretender Umstände im Rahmen der Vorteilsausgleichung nicht aus (vgl. BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 21).

  • BGH, 24.01.2022 - VIa ZR 100/21

    Umfang des Schadensersatzes bei einer sittenwidrige vorsätzlichen Schädigung beim

    Soweit der Bundesgerichtshof den inneren Zusammenhang zwischen den Gewinnen aus einer Beteiligung einerseits und dem schädigenden Vertragsschluss über die Beteiligung andererseits und somit eine Vorteilsausgleichung bei der Geltendmachung des Anspruchs auf kleinen Schadensersatz abgelehnt hat, sofern der Anleger die Ausschüttungen auch bei einem Erwerb der Beteiligung zu einem ihrem damaligen tatsächlichen Wert entsprechenden Anlagebetrag oder der Unternehmenskäufer den Gewinn aufgrund eigenen unternehmerischen Einsatzes erzielt hätte (BGH, Urteil vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 59; vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 21), ergibt sich hieraus für die Anrechnung von Nutzungsvorteilen nichts Gegenteiliges.
  • OLG Stuttgart, 11.12.2019 - 9 U 3/19
    Dies ist ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die Fallgruppe des Verleitens zu einem nachteiligen Vertrag durch Verschulden bei Vertragsverhandlungen (grundlegend: BGH, Urteil vom 25.5.1977 — VIII ZR 186/75 —, BGHZ 69, 53-59, Rn. 19; folgend bspw.: BGH, Versäumnisurteil vom 3.2.2003 - II ZR 233/01 -, Rn. 14; Urteil vom 19.5.2006 - V ZR 264/05 -, Rn. 21 f.; Urteil vom 6.2.2018 - II ZR 17/17 -, Rn. 12, jeweils juris, m.w.N.; s.a. BeckOGK/Herresthal, 1.6.2019, BGB § 311 Rn. 638 zur Prospekthaftung).
  • BGH, 25.09.2018 - II ZR 27/17

    Bestehen eines Schadensersatzanspruch aus Prospekthaftung im weiteren Sinne im

    Dies hat der Geschädigte darzulegen und zu beweisen (BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 9 mwN).

    Er kann entweder die Rückabwicklung des Vertrages verlangen oder stattdessen an dem Vertrag festhalten und den Ersatz der durch das Verschulden des anderen Teils veranlassten Mehraufwendungen verlangen (sog. "kleiner Schadensersatz", vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 56, 57 f.; Urteil vom 2. Juni 1980 - VIII ZR 64/79, ZIP 1980, 549, 550 f.; Urteil vom 8. Dezember 1988 - VII ZR 83/88, NJW 1989, 1793, 1794; Urteil vom 2. Dezember 1991 - II ZR 141/90, ZIP 1992, 324, 325; Urteil vom 11. Februar 1999 - IX ZR 352/97, ZIP 1999, 574, 577; Urteil vom 6. April 2001 - V ZR 394/99, ZIP 2001, 1465, 1468; Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05, BGHZ 168, 35 Rn. 21; Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 12).

    In diesem Fall wird der Vertrag nicht angepasst, sondern der zu ersetzende Vertrauensschaden auf die berechtigten Erwartungen des Geschädigten reduziert, die durch den zustande gekommenen Vertrag nicht befriedigt werden (Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 12 mwN).

    Danach steht einem Anleger, der für seine Kommanditbeteiligung wegen unzutreffender Prospektangaben einen überhöhten Einlagebetrag geleistet hat, bei Festhalten an seiner Beteiligung ein Anspruch auf Ersatz des Betrags zu, um den der von ihm für die Beteiligung geleistete Betrag den tatsächlichen Wert seiner Beteiligung übersteigt (BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 15).

    (1) Dass die Beteiligungssumme der Kommanditisten durch die Mindestkommanditeinlage und das aufzubringende Kommanditkapital vertraglich vorgegeben war und das beabsichtigte Geschäftsmodell der Gesellschaft ohne die vorgegebene Beteiligung nicht oder nur mittels anderweitiger Finanzierung zu verwirklichen gewesen sein mag, steht dem Ersatz des Vertrauensschadens durch Herabsetzung des Einlagebetrags nicht entgegen, weil der tatsächliche Beteiligungswert nur ein Rechnungsposten bei der Schadensberechnung ist und es unerheblich ist, ob die Kläger ihre Beteiligungen tatsächlich gegen Zahlung eines Betrags in der Höhe des von ihnen behaupteten geringeren Werts der Beteiligung hätten zeichnen können (vgl. BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 16 f.).

    (2) Eine teilweise Erstattung des Anlagebetrags als "kleiner Schadensersatz" würde auch nicht - wie das Landgericht angenommen hat - zu einem Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung der Kläger wegen teilweiser Rückerstattung ihrer Einlage gemäß § 172 Abs. 4 HGB führen, weil eine etwaige Schadensersatzzahlung der Beklagten keinen Einfluss auf das von den Klägern in voller Höhe eingebrachte und der U. KG weiterhin zur Verfügung stehende Kommanditkapital hätte (vgl. BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 18).

    Das Erfüllungsinteresse der Kläger bestünde in der Erstattung der Differenz zwischen den Erträgen der Beteiligung, die nach den - nach ihrer Behauptung unrichtigen - prospektierten Prognosen zu erwarten waren, und ihren tatsächlich erzielten Erträgen (vgl. BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 26).

    d) Dass es sich bei den prospektierten Prognosen um zukunftsorientierte Informationen handelt, bei denen der Prospektherausgeber grundsätzlich keine Gewähr für den Eintritt der prognostizierten Entwicklung übernimmt, steht einer Berücksichtigung als wertbildenden Umstand nicht entgegen, weil die Prognosen ungeachtet dessen eine Bewertung der Rentabilität der Anlage, und damit auch ihres Werts als solchen, ermöglichen (BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 28).

    e) Ob die allein am Ertragswert ausgerichtete Bewertung im Fall einer - wie hier - unternehmerischen Beteiligung zutreffend ist, oder stattdessen ein evtl. Marktwert der Beteiligung auf dem Zweitmarkt zu ermitteln oder eine umfassende Bewertung der Vermögensanlage (etwa unter Berücksichtigung von Aufwendungen und Steuern für das Unternehmen, steuerlicher Aspekte für die Anleger, damaligen Markterwartungen etc.) vorzunehmen wäre (vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75, BGHZ 69, 53, 58; Urteil vom 18. April 2002 - IX ZR 72/99, ZIP 2002, 1144, 1149), ist keine Frage der Schlüssigkeit des Klägervorbringens, sondern eine Frage der richtigen Berechnung des Minderwerts, die gegebenenfalls durch Hinzuziehung eines Sachverständigen zu klären wäre (vgl. BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 29).

    Das allein rechtfertigt aber noch nicht die Annahme, dass der Wert der Beteiligung als "Kurzläufer" deshalb - trotz der unterstellt zu erwartenden geringeren Ertragsfähigkeit der Gesellschaft - dem Wert der von den Anlegern erbrachten Einlageleistung entsprach (BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 31).

    Es ist gerade Inhalt des Rechts auf den "kleinen Schadensersatz", sich mit dem Minderwert der Beteiligung, d.h. auch mit einer etwaigen geminderten Rendite, abzufinden und lediglich den Ausgleich einer dadurch bedingten Überzahlung zum Zeichnungszeitpunkt zu verlangen (BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 32).

  • OLG Karlsruhe, 18.12.2019 - 13 U 670/19

    Urteil des 13. Zivilsenates in Dieselverfahren: Kein Anspruch auf Schadensersatz

    Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs räumt dem Vertragspartner im Falle einer Verletzung von Aufklärungspflichten beim Vertragsschluss das Wahlrecht ein, entweder im Wege des Schadensersatzes Rückgängigmachung des Vertrages zu verlangen oder am Vertrag festzuhalten und lediglich den durch die Täuschung veranlassten Mehraufwand als Schaden zu beanspruchen (sog. "kleiner Schadensersatz" BGH, Urteil vom 02.06.1980 - VIII ZR 64/79, juris Rn. 20; BGH, Urteil vom 16.01.1991 - VIII ZR 14/90, juris Rn. 21; BGH, Urteil vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, juris Rn. 12 f.; BGH, Urteil vom 28.10.2014 - VI ZR 15/14, juris Rn. 28, jeweils mwN).

    Entscheidend ist allein, wie sich der Getäuschte bei Kenntnis der ihm verheimlichten Umstände verhalten hätte; verbleibende Unklarheiten gehen zu Lasten des aufklärungspflichtigen Verkäufers (BGH, Urteil vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris Rn. 17; BGH, Urteil vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, juris Rn. 13).

    Im Drei-Personen-Verhältnis ist sie nur anwendbar, wenn der Täuschende mit dem Geschädigten ebenfalls vertraglich verbunden ist (grundlegend: BGH, Urteil vom 16.01.1991 - VIII ZR 14/90, juris Rn. 21 [Treuhandvertrag]; Urteil vom 13.01.2004 - XI ZR 355/02, juris Rn. 28 [Beratungsvertrag]; Urteil vom 21.12.2004 - VI ZR 306/03, juris Rn. 20 [Bauherren-Betreuer-Vertrag]: "der im Vertrauen auf die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben seines Vertragspartners Enttäuschte"; Urteil vom 15.01.2009 - III ZR 28/08, juris Rn. 10 [Beratungsvertrag]; Urteil vom 28.10.2014 - VI ZR 15/14, juris Rn. 28 [Vermittlungsvertrag]: "der im Vertrauen auf die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben eines mit ihm vertraglich verbundenen Schädigers enttäuscht wurde"; Urteile vom 06.02.2018 - II ZR 17/17 und vom 25.09.2018 - II ZR 27/17, juris [Prospekthaftung im weiteren Sinne]).

    Dem entsprechend ist für die Bemessung des Schadensersatzes auf Grundlage des Restvertrauensschadens entscheidend, wie sich der Getäuschte bei Kenntnis der ihm verheimlichten Umstände verhalten hätte (BGH, Urteil vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris Rn. 17; BGH, Urteil vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, juris Rn. 13).

  • OLG Nürnberg, 10.05.2021 - 8 U 3174/20

    Schadensersatzanspruch des Wohnungseigentümers gegen den Wohngebäudeversicherer

    Die in anderen Vorschriften zum Ausdruck kommenden Grundentscheidungen des Gesetzgebers dürfen dabei nicht unterlaufen und dem Geschädigten dürfen keine überobligationsmäßigen Anstrengungen abverlangt werden (vgl. BGH, Urteile vom 12.02.2019 - VI ZR 141/18, NJW 2019, 2538 Rn. 23 und vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, NJW 2018, 1675 Rn. 35 jeweils m.w.N.).
  • OLG Karlsruhe, 29.10.2019 - 17 U 102/18

    Anspruch auf Minderung bei Kauf eines Fahrzeugs mit Software zur unzulässigen

    a) Auch wenn bereits die Lebenserfahrung dafür spricht, dass die Klägerin von dem Kauf des hier in Streit stehenden Fahrzeugs Abstand genommen hätte, wäre ihr bekannt gewesen, dass das Fahrzeug zwar formal über eine EG-Typgenehmigung verfügt, aber wegen Verwendung einer unzulässigen Abschalteinrichtung diese nicht hätte erhalten dürfen, weshalb Maßnahmen der die Typgenehmigung erteilenden Behörde und dem folgend der Zulassungsstelle bis hin zur Stilllegung drohen (vgl. hierzu Senat, Urteil vom 18. Juli 2019 -, juris Rn. 100), dürfte sie - wie ein Anleger, der bewogen wurde, einer Anlagegesellschaft als Kommanditist beizutreten (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17 -, juris Rn. 15) - statt der Rückabwicklung des Kaufvertrages an ihrer Kaufentscheidung festhalten und Ersatz des Betrages verlangen können, um den sie das Fahrzeug wegen des Vorhandenseins der unzulässigen Abschalteinrichtung zu teuer erworben hat.
  • BGH, 15.09.2020 - II ZR 20/19

    Haftung des Erwerbers eines Kommanditanteils für eine durch einen Anleger zur

    Diese Schadensersatzverpflichtung trifft aber nur den Altgesellschafter, nicht auch die Gesellschaft, weil die fehlerhafte Aufklärung der Gesellschaft nicht zugerechnet werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 19. Juli 2004 - II ZR 354/02, ZIP 2004, 1706, 1707; Urteil vom 6. Februar 2018 - II ZR 17/17, ZIP 2018, 826 Rn. 18).
  • OLG Frankfurt, 17.06.2020 - 17 U 732/19

    Deliktische Haftung des Motorherstellers im Abgasskandal - Ersatz des

    Andererseits kann er auch an dem Vertrag mit dem Dritten insgesamt festhalten und vom Schädiger lediglich Entschädigung seines enttäuschten Vertrauens fordern; er kann also verlangen, so gestellt zu werden, wie es der von ihm aufgrund des pflichtwidrigen Verhaltens des Schädigers angenommenen Situation entsprochen hätte (sog. kleiner Schadensersatz) (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 2014 - VI ZR 15/14 -, juris, Rn. 28, m.w.N.; Urteil vom 06. Februar 2018 - II ZR 17/17 -, juris, Rn. 12).

    Verbleibende Unklarheiten gehen zu Lasten des aufklärungspflichtigen Verkäufers (vgl. BGH, Urteil vom 06. Februar 2018 - II ZR 17/17 -, Rn. 12 f., juris).

    Dies hat der Geschädigte darzulegen und zu beweisen (vgl. BGH, Urteil vom 06. Februar 2018 - II ZR 17/17 -, Rn. 9, juris; Urteil vom 19. Mai 2006 - V ZR 264/05 -, BGHZ 168, 35-43, Rn. 23).

  • OLG Hamm, 27.02.2020 - 34 U 129/19

    Vom Dieselskandal betroffenes Kfz mit Motor EA 189

    Danach steht dem Vertragspartner im Falle einer Verletzung von Aufklärungspflichten beim Vertragsschluss das Wahlrecht zu, entweder im Wege des Schadensersatzes Rückgängigmachung des Vertrages zu verlangen oder am Vertrag festzuhalten und lediglich den durch die Täuschung veranlassten Mehraufwand als Schaden zu beanspruchen (sog. "kleiner Schadensersatz", BGH, Urteil vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, juris Rdnr. 12f. m.w.N.; OLG Karlsruhe, Urteil vom 18.12.2019 - 13 U 670/19 juris Rdnr. 14).

    Es ist somit entscheidend, wie sich der Getäuschte in Kenntnis der ihm verheimlichten Umstände verhalten hätte (BGH, Urteil vom 06.04.2001 - V ZR 394/99, juris, Rdnr. 17; BGH, Urteil vom 06.02.2018 - II ZR 17/17, juris, Rdnr. 13; OLG Karlsruhe, a.a.O., Rdnr. 19).

  • OLG Stuttgart, 12.12.2019 - 14 U 92/19

    Deliktische Haftung des Fahrzeugherstellers im Diesel-Abgasskandal: Anspruch des

  • OLG Brandenburg, 12.05.2021 - 4 U 34/20
  • OLG Bremen, 15.07.2020 - 1 U 62/19

    Zur Prospekthaftung im weiteren Sinne bei Ergebnisprognosen im Prospekt für einen

  • OLG Brandenburg, 17.09.2020 - 12 U 172/19

    Erwerb eines vom Dieselskandal betroffenen Kfz mit einem Motor der Baureihe EA

  • LG Freiburg, 04.04.2019 - 11 O 186/18

    Haftung des Kraftfahrzeugherstellers im sog. "Abgasskandal": Zulässigkeit einer

  • OLG Schleswig, 29.11.2019 - 17 U 77/19

    Ersatz des Minderwerts eines Diesel-Kraftfahrzeugs mit unzulässiger

  • LG Gießen, 08.04.2021 - 5 O 585/20

    Zur Verjährung im Rahmen der "Dieselverfahren"

  • OLG Karlsruhe, 30.04.2020 - 8 U 92/18

    Kostenschätzung unrichtig: Architekt muss nutzlosen Sanierungsaufwand ersetzen!

  • OLG Hamburg, 13.11.2020 - 14 Kap 4/16

    KG Zweite MS "Santa Pamina" Offen Reederei mbH & Co. etc.: Termin zur mündlichen

  • OLG Stuttgart, 24.06.2020 - 9 U 255/19
  • OLG Stuttgart, 19.12.2019 - 7 U 72/19
  • OLG Saarbrücken, 26.01.2022 - 2 U 139/21

    Zur Berücksichtigung von Nutzungsvorteilen im Zusammenhang mit dem "kleinen"

  • OLG Köln, 17.12.2020 - 15 U 260/19
  • LG Bielefeld, 02.08.2019 - 1 O 489/18
  • LG Hamburg, 28.07.2021 - 305 O 210/20
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