Rechtsprechung
   BGH, 06.03.2014 - III ZR 320/12   

Volltextveröffentlichungen (11)

  • bundesgerichtshof.de PDF
  • rechtsprechung-im-internet.de

    § 839 BGB, § 839a BGB, Art 34 S 1 GG, § 87 StPO, §§ 87 ff StPO
    Haftung des im staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren beauftragten Sachverständigen: Vorwurf der Erstellung eines fehlerhaften Gutachtens bei einer Todesfalluntersuchung durch einen beamteten Professor für Rechtsmedizin und Leiter des Instituts für Forensische Toxikologie an einem Zentrum der Rechtsmedizin

  • JLaw (App) | www.prinz.law PDF
  • Jurion

    Analoge Anwendung des § 839a BGB auf einen Sachverständigen im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    BGB § 839a
    Analoge Anwendung des § 839a BGB auf einen Sachverständigen im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft

  • datenbank.nwb.de
  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)

    Haftung des gerichtlichen Sachverständigen nach § 839a BGB

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (3)

  • Burhoff online Blog (Kurzinformation und Auszüge)

    Haftet ein Sachverständiger für ein "falsches” Gutachten?

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Das Gutachten im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren - und die Haftung des Sachverständigen

  • haerlein.de (Kurzinformation)

    Zur Schadensersatzverpflichtung eines vom Gericht oder der Staatsanwaltschaft ernannten Sachverständigen

Besprechungen u.ä.

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BGHZ 200, 253
  • NJW 2014, 1665
  • MDR 2014, 523
  • StV 2016, 670 (Ls.)
  • VersR 2015, 109
  • DÖV 2014, 636



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Wird zitiert von ... (14)  

  • OLG Saarbrücken, 23.11.2017 - 4 U 26/15  

    Schadensersatzklage eines nach Wiederaufnahme des Strafverfahrens

    § 839a BGB gilt - in analoger Anwendung - auch für die Gutachten, die ein Sachverständiger in einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren erstattet (BGHZ 200, 253 ff. = BGH NJW 2014, 1665, 1666 Rn. 20).

    Im Rahmen der Haftung nach § 839 BGB tritt gemäß Art. 34 Satz 1 GG - im Wege der befreienden Haftungsübernahme - der Staat bzw. die jeweilige Anstellungskörperschaft als Anspruchsgegner des Geschädigten an die Stelle dessen, der in Ausübung eines ihm anvertrauten öffentlichen Amtes gehandelt hat; in diesem Falle scheidet eine persönliche Haftung des Amtsträgers gegenüber dem Geschädigten aus (BGHZ 200, 253 ff. = BGH NJW 2014, 1665, 1667 Rn. 29).

    Darüber hinaus ist zu beachten, dass der gesamte Tätigkeitsbereich, der sich auf die Erfüllung einer bestimmten hoheitlichen Aufgabe bezieht, als Einheit beurteilt werden muss und es nicht angeht, die einheitliche Aufgabe in Einzelakte - teils hoheitlicher, teils bürgerlich-rechtlicher Art - aufzuspalten und einer gesonderten Beurteilung zu unterziehen (BGHZ 200, 253 ff. = BGH NJW 2014, 1665, 1667 Rn. 34).

  • LG Saarbrücken, 29.01.2015 - 3 O 295/13  

    Gutachterin muss für Fehler zahlen

    Auch unter Berücksichtigung der Darlegungen des BGHs in seiner Entscheidung vom 06.03.2014 (Az.: III ZR 320/12) ergeben sich keine Ansatzpunkte, die Erstellung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens im Rahmen eines Strafverfahrens als hoheitliche Tätigkeit einzuordnen.
  • BGH, 09.10.2014 - III ZR 68/14  

    Winterdienstpflicht in Berlin: Haftungsprivileg für ein im Auftrag der Berliner

    a) In seinem Anwendungsbereich verdrängt § 839 BGB als vorrangige Spezialregelung konkurrierende Ansprüche aus §§ 823 ff BGB (s. etwa Senatsurteile vom 18. Dezember 1972 - III ZR 121/70, BGHZ 60, 54, 62 f; vom 5. Juli 1990 - III ZR 217/89, BGHZ 112, 74, 75; vom 13. Dezember 2012 - III ZR 226/12, BGHZ 196, 35, 43 Rn. 24 und vom 6. März 2014 - III ZR 320/12, BGHZ 200, 253, 259 Rn. 29 mwN).

    Im Rahmen der Haftung nach § 839 BGB tritt gemäß Art. 34 Satz 1 GG - im Wege der befreienden Haftungsübernahme - der Staat beziehungsweise die jeweilige Anstellungskörperschaft als Anspruchsgegner des Geschädigten an die Stelle dessen, der in Ausübung eines ihm anvertrauten öffentlichen Amtes gehandelt hat; in diesem Falle scheidet eine persönliche Haftung des Amtsträgers gegenüber dem Geschädigten aus (Senat, Urteile vom 17. Februar 1983 - III ZR 147/81, NVwZ 1983, 763; vom 6. Juli 1989 - III ZR 79/88, BGHZ 108, 230, 232; vom 21. Januar 1993 - III ZR 189/91, BGHZ 121, 161, 163; vom 22. Juni 2006 - III ZR 270/05, NVwZ 2007, 487 Rn. 6 und vom 6. März 2014 aaO S. 259 f Rn. 29 mwN; BGH, Urteil vom 18. Februar 2014 - VI ZR 383/12, VersR 2014, 502 Rn. 7).

    Dabei ist nicht auf die Person des Handelnden, sondern auf seine Funktion, das heißt auf die Aufgabe, deren Wahrnehmung die im konkreten Fall ausgeübte Tätigkeit dient, abzustellen (st. Rspr.; s. nur Senat, Urteil vom 14. Mai 2009 - III ZR 86/08, BGHZ 181, 65, 67 Rn. 10; Beschluss vom 31. März 2011 - III ZR 339/09, NVwZ-RR 2011, 556 Rn. 7; Urteile vom 15. September 2011 - III ZR 240/10, BGHZ 191, 71, 75 f Rn. 13 und vom 6. März 2014 aaO S. 260 Rn. 31 mwN).

  • LG Mainz, 30.06.2015 - 2 O 223/14  

    Fahrlässiges Gutachten an Uniklinik Mainz: Schmerzensgeld wegen Kindesentzug

    Bei Beauftragung eines Sachverständigen durch die Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren wurde höchstrichterlich bereits eine analoge Anwendung des § 839a BGB bejaht (BGH, NJW 2014, 1665 ff.).

    Entsprechend hat der BGH (BGH, NJW 2014, 1665 [20 ff.]) im Rahmen seiner Entscheidung bezüglich der durch die Staatsanwaltschaft beauftragten Sachverständigen auch zunächst die Frage zur analogen Anwendung des § 839a BGB untersucht und getrennt davon im Anschluss geprüft, ob der eingesetzte Sachverständiger bezogen auf die konkrete Begutachtung dann wiederum hoheitlich tätig wird.

    In dem benannten Fall war aber über den für die Leichenöffnung und die nachfolgenden Ermittlungen im Todesermittlungsverfahren bestellten pathologischen Sachverständigen zu entscheiden, für den unter Bezugnahme auf die Regelungen in den §§ 159, 87 ff. StPO und die gesetzliche Entstehungsgeschichte die Wahrnehmung einer hoheitlichen Aufgabe bejaht wurden, weil diese Regelungen die Beteiligung des Leiters eines öffentlichen gerichtsmedizinischen oder pathologischen Instituts zwingend vorschreiben (BGH, NJW 2014, 1665 ff., 1667 [32 ff.]).

    Im Rahmen der Haftung nach § 839 BGB tritt gemäß Art. 34 S. 1 GG - im Wege der befreienden Haftungsübernahme - der Staat bzw. die jeweilige Anstellungskörperschaft als Anspruchsgegner des Geschädigten an die Stelle dessen, der in Ausübung eines ihm anvertrauten öffentlichen Amtes gehandelt hat; in diesem Fall scheidet eine persönliche Haftung des Amtsträgers gegenüber dem Geschädigten aus (BGH NJW 2014, 1665 ff., 1666 m.w.N.).

    Im Falle medizinischer Begutachtung ist dies beispielsweise angenommen worden bei der sozialmedizinischen Begutachtung durch einen angestellten Arzt des medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nach § 275 SGB V (BGH, Urt. v. 22.06.2006 - III ZR 270/05 -, juris.) und jüngst für die staatsanwaltschaftlich veranlasste rechtsmedizinische Begutachtung im Rahmen eines Todesermittlungsverfahrens (BGH, NJW 2014, 1665 ff.).

  • OLG Koblenz, 18.03.2016 - 1 U 832/15  

    Keine persönliche Haftung der von einem Jugendamt beauftragten Sachverständigen

    Der Bundesgerichtshof hat aber eine Regelungslücke dahingehend erkannt, dass 839a BGB im Wege der Analogie im Allgemeinen auch auf die Haftung eines Sachverständigen Anwendung findet, der sein Gutachten in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft erstattet (BGHZ 200, 253 = NJW 2014, 1665).

    In seinem Anwendungsbereich verdrängt § 839 BGB als vorrangige Spezialregelung konkurrierende Ansprüche aus §§ 823 ff. BGB wie auch aus § 839a BGB (BGH NJW 2014, 1665 Tz. 29).

    Es ist weiter zu beachten, dass der gesamte Tätigkeitsbereich, der sich auf die Erfüllung einer bestimmten hoheitlichen Aufgabe bezieht, als Einheit beurteilt werden muss und es nicht angeht, die einheitliche Aufgabe in Einzelakte - teils hoheitlicher, teils bürgerlich-rechtlicher Art - aufzuspalten und einer gesonderten Beurteilung zu unterziehen (vgl. BGHZ 181, 65 = NJW-RR 2009, 1398 Tz. 10 ff.; BGHZ 191, 71 = VersR 2012, 317 Tz. 13; BGHZ 200, 253 = NJW 2014, 1665 Tz. 31).

    Die vom Landgericht vermisste gesetzliche Grundlage findet sich - wie gezeigt - in § 8a SGB VIII. Funktion und Aufgabenbereich des Fachkräfteteams des Jugendamts sind dort hinreichend bestimmt; die Umstände der Vergütung des Sachverständigen sind ohne Belang (BGH NJW 2014, 1665 Tz. 37).

  • BGH, 31.03.2016 - III ZR 70/15  

    Haftung eines zur Prüfung der Standsicherheit und zur Bauüberwachung vom Bauherrn

    Dabei ist nicht auf die Person des Handelnden, sondern auf seine Funktion, das heißt auf die Aufgabe, deren Wahrnehmung die im konkreten Fall ausgeübte Tätigkeit dient, abzustellen (st. Rspr.; s. z.B. Senat, Urteile vom 22. März 2001 - III ZR 394/99, BGHZ 147, 169, 171 und vom 14. Mai 2009 - III ZR 86/08, BGHZ 181, 65, 67 Rn. 10; Beschluss vom 31. März 2011 - III ZR 339/09, NVwZ-RR 2011, 556 Rn. 7; Urteile vom 15. September 2011 - III ZR 240/10, BGHZ 191, 71, 75 f Rn. 13; vom 6. März 2014 - III ZR 320/12, BGHZ 200, 253, 260 Rn. 31 und vom 9. Oktober 2014 - III ZR 68/14, NJW 2014, 3580, 3581 Rn. 17).
  • BGH, 26.04.2018 - III ZR 367/16  

    Erteilung einer dem Vertragspartner des von einer Amtspflicht primär Geschützten

    Die Auskunft und die nachfolgende Abnahme stellen einen einheitlichen Vorgang dar, der nicht künstlich in teils hoheitliche, teils bürgerlich-rechtliche Akte aufgespalten werden kann (vgl. Senatsurteile vom 16. April 1964 - III ZR 182/63, BGHZ 42, 176, 179; vom 9. Januar 2003 - III ZR 217/01, BGHZ 153, 268, 276; vom 16. September 2004 - III ZR 346/03, BGHZ 160, 216, 224 und vom 6. März 2014 - III ZR 320/12, BGHZ 200, 253, 260 Rn. 31; vgl. auch Senatsurteil vom 8. Dezember 1958 - III ZR 235/56, BGHZ 29, 38, 40 f).
  • OLG Saarbrücken, 11.04.2018 - 5 U 28/17  

    Schadensersatzklage eines ehemaligen Klinikdirektors gegen das

    Ein solcher Sachverhalt wird vorrangig durch die - spezielleren - gesetzlichen Vorschriften über die Haftung wegen Amtspflichtverletzung erfasst, die innerhalb ihres Anwendungsbereichs den Rückgriff auf andere Haftungsnormen ausschließen (BGH, Urteil vom 6. März 2014 - III ZR 320/12, BGHZ 200, 253).

    Im Rahmen der Haftung nach § 839 BGB tritt gemäß Artikel 34 Satz 1 des Grundgesetzes - im Wege der befreienden Haftungsübernahme - der Staat bzw. die jeweilige Anstellungskörperschaft als Anspruchsgegner des Geschädigten an die Stelle dessen, der in Ausübung eines ihm anvertrauten öffentlichen Amtes gehandelt hat; in diesem Falle scheidet eine persönliche Haftung des Amtsträgers gegenüber dem Geschädigten aus (BGH, Urteil vom 6. März 2014 - III ZR 320/12, BGHZ 200, 253).

    Darüber hinaus ist zu beachten, dass der gesamte Tätigkeitsbereich, der sich auf die Erfüllung einer bestimmten hoheitlichen Aufgabe bezieht, als Einheit beurteilt werden muss und es nicht angeht, die einheitliche Aufgabe in Einzelakte - teils hoheitlicher, teils bürgerlich-rechtlicher Art - aufzuspalten und einer gesonderten Beurteilung zu unterziehen (BGH, Urteil vom 6. März 2014 - III ZR 320/12, BGHZ 200, 253).

  • OLG Köln, 20.07.2018 - 5 U 200/17  

    Haftung des Gutachters einer Berufsgenossenschaft wegen einer angeblich falschen

    Dies ist für das staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren anerkannt und wird mit der organisatorischen und institutionellen Nähe der Staatsanwaltschaft zum Gericht und mit der Wahrnehmung von Aufgaben der Justizgewährung auf dem Gebiet der Strafrechtspflege begründet (BGH, Urteil vom 06. März 2014 - III ZR 320/12 -, BGHZ 200, 253-263).
  • VGH Baden-Württemberg, 16.05.2017 - 10 S 1478/16  

    Tätigkeit des Generalbundesanwalts im Rahmen eines strafrechtlichen

    Vor diesem Hintergrund hat der Bundesgerichtshof festgestellt, die Staatsanwaltschaft sei "ein Teil der Justiz", nehme "keine typische Behördenfunktion wahr, sondern gehört zum Funktionsbereich der Rechtsprechung" und erfülle "gemeinsam mit den Gerichten die Aufgabe der Justizgewährung auf dem Gebiet der Strafrechtspflege" (vgl. BGH, Urteil vom 06.03.2014 - III ZR 320/12 - BGHZ 200, 253 Rn. 24).
  • LG München II, 15.02.2017 - 11 O 590/16  

    Aufwendungsersatzanspruch nach den Grundsätzen der berechtigten Geschäftsführung

  • OLG Brandenburg, 02.05.2017 - 2 U 29/16  

    Amtshaftung: Schadensersatz wegen erlittener Untersuchungshaft bei Behauptung der

  • LG Aachen, 31.01.2017 - 12 O 475/15  

    Amtspflichtsverletzung des Jugendamtes bei Verdacht von Mißbrauch

  • OLG Frankfurt, 22.09.2016 - 1 U 61/14  

    Amtshaftung bei verspäteter Weitergabe einer Bewerbung an eine europäische

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