Rechtsprechung
   BGH, 30.07.2013 - X ARZ 320/13   

Volltextveröffentlichungen (12)

  • bundesgerichtshof.de PDF
  • rechtsprechung-im-internet.de

    § 32b Abs 1 Nr 1 ZPO vom 19.10.2012, § 32b Abs 1 Nr 2 ZPO vom 19.10.2012, § 36 Abs 1 Nr 3 ZPO
    Gemeinsamer Gerichtsstand bei irreführenden Kapitalmarktinformationen

  • Jurion

    Zuständiges Gericht bei Klage wegen fehlerhafter Anlageberatung im Zusammenhang mit Filmfonds bei Vorhandensein von mehreren Verantwortlichen mit jeweils unterschiedlichen Allgemeinen Gerichtsstand; Notwendigkeit der Verwendung von öffentlichen Kapitalmarktinformationen für die Begründung des Gerichtsstands gemäß § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO

  • zip-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Zum Gerichtsstand bei fehlerhafter Kapitalmarktinformation

  • nwb

    ZPO § 32b Abs. 1

  • Betriebs-Berater

    Zum ausschließlichen Gerichtsstand bei falschen, irreführenden oder unterlassenen öffentlichen Kapitalmarktinformationen

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    ZPO § 32b Abs. 1 Nr. 2; ZPO § 36 Abs. 1 Nr. 3
    Zuständiges Gericht bei Klage wegen fehlerhafter Anlageberatung im Zusammenhang mit Filmfonds bei Vorhandensein von mehreren Verantwortlichen mit jeweils unterschiedlichen Allgemeinen Gerichtsstand; Notwendigkeit der Verwendung von öffentlichen Kapitalmarktinformationen für die Begründung des Gerichtsstands gemäß § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)

    Zum besonderen Gerichtsstand des § 32b Abs. 1 ZPO

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (3)

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Gemeinsamer Gerichtsstand bei irreführenden Kapitalmarktinformationen

  • otto-schmidt.de (Kurzinformation)

    Zur Auslegung des gemeinschaftlichen Gerichtsstandes nach § 32b Abs. 1 ZPO

  • Betriebs-Berater (Leitsatz)

    Zum ausschließlichen Gerichtsstand bei falschen, irreführenden oder unterlassenen öffentlichen Kapitalmarktinformationen

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW-RR 2013, 1302
  • ZIP 2013, 1688
  • MDR 2013, 1108
  • WM 2013, 1643
  • BB 2013, 2050
  • BB 2013, 2195
  • NZG 2013, 1070



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Wird zitiert von ... (48)  

  • BGH, 01.12.2016 - X ARZ 180/16  
    Wird der einzige Beklagte nicht als Prospektverantwortlicher im Sinne des § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO, sondern wegen Ansprüchen aus Prospekthaftung im weiteren Sinne in Anspruch genommen, ist der ausschließliche Gerichtsstand des § 32b Abs. 1 ZPO nicht eröffnet (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 30. Juli 2013, X ARZ 320/13, WM 2013, 1643).

    Nach dieser Neufassung ist eine Zuständigkeit am Sitz des Emittenten, Anbieters oder der Zielgesellschaft im Falle von § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO nur dann gegeben, wenn einer der (weiteren) Beklagten auch gemäß § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO in Anspruch genommen wird (vgl. BGH, Beschluss vom 30. Juli 2013 - X ARZ 320/13, WM 2013, 1643 = NJW-RR 2013, 1302 Rn. 28).

  • KG, 11.05.2015 - 2 U 5/15  

    Örtliche Zuständigkeit der Gerichte bei Inanspruchnahme des

    Der Kläger hat auch nicht vorgetragen, dass sie den Anlegern gegenüber nach außen erkennbar, beispielsweise in Zeitungsanzeigen, als Anbieter aufgetreten oder die Verantwortung für die Koordination der Vertriebsaktivitäten der eingeschalteten Vermittler innegehabt hätte (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 30. Juli 2013 - X ARZ 320/13 - juris Rn. 9 ff.).

    Auch der X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat die Inanspruchnahme eines Gründungsgesellschafters aus Prospekthaftung im weiteren Sinne und damit aus Verschulden bei Vertragsschluss ohne weitere Begründung unter § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO subsumiert (vgl. BGH, Beschluss vom 30. Juli 2013, aaO. Rn. 18).

    Die ihrem Wortlaut nach eine solche Bedingung aufstellende Regelung in § 32b Abs. 1 Halbsatz 2 ZPO, die gemeinsam mit der Erweiterung des § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO in der aktuellen Fassung im Jahr 2012 neu in das Gesetz eingefügt wurde, ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aufgrund der aus der Entstehungsgeschichte und der in den Gesetzesmaterialien dokumentierten Zielsetzung der Neuregelung einschränkend dahingehend auszulegen, dass sie ausschließlich für die Fälle des § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO gelten soll (vgl. BGH, Beschluss vom 30. Juli 2013, aaO. Rn. 19 ff.).

    Die Revision war wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zuzulassen, da der persönliche und sachliche Anwendungsbereich des § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO bei Inanspruchnahme eines Prospektverantwortlichen wegen - nach § 278 BGB zurechenbarer - fehlerhafter Anlageberatung durch den Anlagevermittler, die auch auf unzutreffende oder irreführende Angaben im Prospekt gestützt wird, auch nach dem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 30. Juli 2013 (X ARZ 320/13) nicht hinreichend geklärt ist.

  • OLG Karlsruhe, 25.02.2014 - 17 U 242/12  

    Haftung wegen fehlerhaftem Emissionsprospekt: Ausschließlicher Gerichtsstand am

    Insofern stellt der § 32b ZPO einen Gerichtsstand der Sachnähe dar (Kölner Kommentar KapMuG/Hess, § 32b ZPO Rn. 1 bis 3; BGH, WM 2013, 1643 - juris Rn. 15).

    Der Anwendungsbereich der Norm ist damit nur dann eröffnet, wenn ein ausreichender Bezug zu einer öffentlichen Kapitalmarktinformation vorliegt (BGH, WM 2013, 1643 - juris Rn. 30 mit Bezug auch auf die alte Fassung des § 32b ZPO; Kölner Kommentar KapMuG/Kruis, § 1 KapMuG, Rn. 67).

    Daher ist auf den vorliegenden Fall der Prozessführung ausschließlich gegen die Kapitalmarktakteure und in der Sache ausschließlich mit Bezug auf die behauptete Fehlerhaftigkeit des verwendeten Prospekts die Zuständigkeitsregelung des § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO a.F. anwendbar (Unterscheidung nach dem Anspruchsgegner auch in BGH, WM 2013, 1643, NJW 2007, 1364; OLG München, NJW-RR 2013, 1386 - juris Rn. 16; ebenso Gregor Vollkommer, NJW 2007, 3094, 3095; Zöller/Vollkommer, ZPO, 30. Aufl., § 32b Rn. 5; Parigger, in: Vorwerk/Wolf, KapMuG, 1. Aufl., § 32b ZPO Rn. 7 u. 8; ähnlich Kölner Kommentar zum KapMuG/Kruis, 2. Aufl., § 1 KapMuG Rn. 70 und ausführlich in der Vorauflage Rn. 22 ff.).

    Die Neuregelung eröffnet also nunmehr sogar den ausschließlichen Gerichtsstand, wenn sich die Klage neben den Emittenten und Anbietern auch gegen den Anlagevermittler oder -berater richtet und insoweit lediglich ein mittelbarer Bezug zur öffentlichen Kapitalmarktinformation besteht (BGH, WM 2013, 1643 - juris Rn. 26; Zöller/Vollkommer, ZPO, 30. Aufl., § 32b Rn. 5 u. 6).

    Um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass sich der Sitz des Beklagten, etwa eines Anlageberaters oder -vermittlers, in vielen Fällen in örtlicher Nähe zum Kläger befindet, so dass es nicht ohne weiteres angemessen wäre, einen ausschließlichen Gerichtsstand an einem möglicherweise weit entfernten Ort zu begründen (BT-Drucks. 17/8799, S. 27), nennt hierfür (nach BGH, WM 2013, 1643 - juris Rn.22 ff. jedoch lediglich für Abs. 1 Nr. 2 - n.F.) § 32b Abs. 1 Halbsatz 2 ZPO n.F. die zusätzliche Voraussetzung, dass sich die Klage auch gegen den Emittenten, den Anbieter oder die Zielgesellschaft richten muss.

  • OLG Hamm, 31.08.2015 - 32 Sa 41/15  

    Voraussetzungen eines ausschließlichen Gerichtsstands gem. § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO

    § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO gilt - unabhängig von der gleichzeitigen Inanspruchnahme der Anbieterin, des Emittenten oder der Zielgesellschaft - über den Wortlaut hinaus für Klagen gegen sonstige Prospektverantwortliche (BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 14ff.; Senat, Beschluss vom 16.03.2015 - 32 SA 6/15, juris Rn. 6).

    Darüber hinaus haften auch diejenigen, die auf Grund ihrer beruflichen und wirtschaftlichen Stellung oder auf Grund ihrer Fachkunde eine Art Garantenstellung einnehmen und durch ihre Mitwirkung an der Prospektgestaltung nach außen hin in Erscheinung getreten sind (BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 16 m. w.N.).

    Emittent im Sinne des § 32b ZPO ist derjenige, der eine Kapitalmarktanlage erstmals auf den Markt bringt und für seine Rechnung unmittelbar oder durch Dritte öffentlich zum Erwerb anbietet (BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 10 m.w.N).

    Anbieter ist derjenige, der für das öffentliche Angebot von Vermögensanlagen verantwortlich ist und so auch den Anlegern gegenüber auftritt (BGH, Beschluss vom 30.01.2007 - X ARZ 381/06, juris Rn. 11; BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 12 m.w.N.).

    Wenn der Vertrieb über Vertriebsorganisationen, ein Netz von angestellten oder freien Vermittlern oder Untervertrieb erfolgt, ist derjenige als Anbieter anzusehen, der die Verantwortung für die Koordination der Vertriebsaktivitäten innehat (BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 12 m.w.N.).

    Das ist allerdings dann nicht der Fall, wenn die als irreführend angesehenen Prospektinformationen nach dem Vortrag der Klägerseite in den Beratungsgesprächen keine Verwendung gefunden haben und dem Anlageberater auch keine Unterlassung der Aufklärungspflichten vorgeworfen wird (BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 31).

  • OLG München, 11.04.2016 - 34 AR 18/16  

    Örtliche Zuständigkeit bei Ansprüchen wegen vorvertraglicher

    Davon gehe auch der Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 30.7.2013 (X ARZ 320/13 = NJW-RR 2013, 1302) aus.

    bb) Die ausschließliche örtliche Zuständigkeit am Sitz des betroffenen Emittenten oder Anbieters nach § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO (i. d. F. vom 19.10.2012, BGBl I S. 2182) - die Alternative der Nr. 2 kommt ersichtlich nicht in Betracht, weil neben einem Verwender nicht auch der Emittent oder Anbieter mitverklagt ist (BGH NJW-RR 2013, 1302, Rn. 28; Zöller/Vollkommer § 32b Rn. 7; Reuschle/Kruis in Wieczorek/Schütze ZPO 4. Aufl. § 32b Rn. 65 f.) - setzt u. a. voraus, dass ein - vertraglicher oder gesetzlicher - Schadensersatzanspruch wegen falscher, irreführender oder unterlassener Kapitalmarktinformation geltend gemacht wird.

    Daran hat die Neufassung des § 32b Abs. 1 ZPO zum 1.11.2012 nichts geändert (vgl. BGH NJW-RR 2013, 1302 Rn. 24).

  • OLG Hamm, 31.08.2015 - 32 Sa 33/15  

    Örtliche Zuständigkeit der Gerichte bei Inanspruchnahme eines Anlageberaters

    Sie war damit zwar weder Anbieterin noch Emittentin noch Zielgesellschaft im Sinne der Vorschrift (vergleiche BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 14ff.).

    Das ist nicht der Fall, wenn die als irreführend angesehenen Prospektinformationen nach dem Vortrag der Klägerseite in den Beratungsgesprächen keine Verwendung gefunden haben und auch eine Aufklärungspflicht in Bezug auf Informationen aus dem Prospekt nicht verletzt worden ist (BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, juris Rn. 31).

    Ausnahmsweise kann aber auch ein Gericht bestimmt werden, bei dem keiner der verklagten Streitgenossen seinen allgemeinen Gerichtsstand hat, wenn sachlich vorrangige Gründe dies rechtfertigen (vgl. BGH, Beschluss vom 16.04.1986 - IVb ARZ 4/86, juris Rn. 11; BGH, Beschluss vom 21.08.2008 - X ARZ 105/08, juris Rn. 11; BGH, Beschluss vom 20.05.2008 - X ARZ 98/08, juris Rn. 20; auch in BGH, Beschluss vom 30.07.2013 - X ARZ 320/13, ist nicht ersichtlich, das ein allgemeiner Gerichtsstand an dem bestimmten Gericht gegeben war; Toussaint in: BeckOK ZPO, a.a.O., § 36 ZPO Rn. 25; Vollkommer in: Zöller, a.a.O., § 36 ZPO Rn. 18).

    Diese werden - vergleichbar dem von BGH, Beschluss vom 31.07.2014, X ARZ 320/13 entschiedenen Fall - von der Klägerin ausschließlich ergänzend zur - weiteren - Begründung der gegen die Beklagte zu 2) erhobene Klage herangezogen,.

  • OLG Hamm, 06.02.2017 - 32 Sa 80/16  

    Gerichtsstandbestimmung; Anlagevermittler; Bindungswirkung

    Eine anderweitige rechtliche Beurteilung der Zuständigkeit ergibt sich auch nicht aus der vom Landgericht Essen herangezogenen Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH, Beschl. v. 30.06.2013 - X ARZ 320/13 - NJW-RR 2013, 1302).

    In diesem Beschluss, der im Kern nicht die hier vorliegende Konstellation betrifft, dass ausschließlich der Anlagevermittler in Anspruch genommen wird, führt der Bundesgerichtshof unmissverständlich aus, dass ein Gerichtsstand nach § 32b Abs. 1 ZPO zu verneinen ist, "wenn mit der Klage ausschließlich ein Anlageberater, Anlagevermittler oder sonstige Personen wegen der in § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO aufgeführten Handlungen in Anspruch genommen werden" (BGH, Beschl. v. 30.06.2013, a.a.O., Tz. 24).

    Eine einschränkende Auslegung der Wortlauts des § 32b Abs. 1 ZPO nimmt der Bundesgerichtshof nur für eine hier nicht einschlägige Konstellation vor: Die in § 32b Abs. 1 2. Halbs. ZPO formulierte Voraussetzung (dass "die Klage zumindest auch gegen den Emittenten, den Anbieter oder die Zielgesellschaft gerichtet wird") soll nicht gelten, wenn ausschließlich ein Prospektverantwortlicher im Sinne von § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO verklagt werden soll (BGH, Beschl. v. 30.06.2013 - X ARZ 320/13 - NJW-RR 2013, 1302, 1303, Tz. 24-28), was vorliegend eindeutig nicht der Fall ist und auch vom Landgericht Essen nicht angenommen wird.

  • KG, 09.05.2016 - 2 AR 18/16  

    Rechtliches Gehör verletzt: Verweisungsbeschluss ist nicht bindend!

    Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist Emittent einer sonstigen Vermögensanlage im Sinne von § 32b Abs. 1 ZPO derjenige, der sie erstmals auf den Markt bringt und für seine Rechnung unmittelbar oder durch Dritte öffentlich zum Erwerb anbietet (BGH, Beschluss vom 30. Juli 2013 - X ARZ 320/13 -, NJW-RR 2013, 1302, Rn. 10).

    Anbieter ist derjenige, der für das öffentliche Angebot von Vermögensanlagen verantwortlich ist und so auch den Anlegern gegenüber auftritt (BGH, Beschluss vom 30. Januar 2007 - X ARZ 381/06, NJW 2007, 1364 Rn. 11, Beschluss vom 30. Juli 2013 - X ARZ 320/13 -, NJW-RR 2013, 1302, Rn. 12).

    Auch wenn der Anbieter nach dieser gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht zwingend mit dem Emittenten identisch sein muss (so ausdrücklich der Beschluss vom 30. Juli 2013, a. a. O., Rn. 12), hat die Rechtsvorgängerin der Beklagten im vorliegenden Fall nach dem insoweit maßgeblichen Vortrag des Klägers beide Funktionen zugleich übernommen, weshalb in doppelter Hinsicht eine Zuständigkeit des Landgerichts Frankfurt am Main begründet ist.

  • OLG Hamm, 16.03.2015 - 32 Sa 6/15  

    Voraussetzungen des ausschließlichen Gerichtsstandes gem. § 32b Abs. 1 Nr. 2 ZPO

    Die Norm ist nach Sinn und Zweck der im November 2012 in Kraft getretenen Gesetzesänderung dahin gehend auszulegen, dass sie den bereits zuvor normierten Gerichtsstand für Klagen gegen einen Prospektverantwortlichen nicht beschränken möchte (BGH, Beschl. v. 30.07.2013 - X ARZ 320/13 - zitiert nach juris, dort Tz. 19 ff.; Prütting/ Gehrlein/ Lange/ Wern , 6. Auflage, 2014, § 32 b ZPO Rn. 2).

    In dem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall wurde für die beratende Bank eine Verwendung des Prospekts und damit ein Gerichtsstand gem. § 32 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO verneint, weil sie das in dem Prospekt beschriebene Risiko eines Totalverlustes verschwiegen und zugleich den Prospekt erst nach der Beitrittserklärung übersandt habe (BGH, Beschl. v. 30.07.2013 - X ARZ 320/13 - zitiert nach juris, dort Tz. 31), also gerade das Unterbleiben einer Berücksichtigung der im Prospekt beschriebenen Risiken in der Beratung gerügt.

    Die Norm ist mit Blick auf ihre Entstehungsgeschichte und ihre in den Gesetzesmaterialien dokumentierte Zielsetzung in dem Sinne auszulegen, dass der besondere Gerichtsstand auch in den Fällen des § 32 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO nur dann begründet ist, wenn die Klage zumindest gegen einen Beklagten auf eine der in § 32 b Abs. 1 Nr. 1 ZPO aufgeführten Handlungen gestützt ist (BGH, Beschl. v. 30.07.2013 - X ARZ 320/13 - zitiert nach juris, dort Tz. 28).

    Die zusätzliche Voraussetzung aus § 32 b Abs. 1 a.E. ZPO soll damit nur dazu führen, dass eine Klage, die sich lediglich gegen einen Anlageberater, Anlagevermittler oder sonstige Personen wegen der in § 32 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO aufgeführten Handlungen richtet, nicht dem ausschließlichen Gerichtsstand gem. § 32 b Abs. 1 Nr. 2 ZPO unterfällt (BGH, Beschl. v. 30.07.2013 - X ARZ 320/13 - zitiert nach juris, dort Tz. 24; OLG Frankfurt, Beschl. v. 28.02.2014 - 11 SV 7/14 - zitiert nach juris, dort Tz. 9).

  • OLG Naumburg, 09.11.2015 - 1 AR 23/15  

    Ausschließlicher Gerichtsstand bei Prospekthaftungsansprüchen aus unrichtigen

    In einem solchen Fall genüge es nach der Rechtsprechung des BGH (Beschluss vom 30.07.2013, Az. X ARZ 320/13, NJW-RR 2013, 1302 ff.) für die Anwendung des § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO, dass "ein Beklagter jedenfalls auch als Verantwortlicher für die nach dem Klagevorbringen zumindest irreführenden Angaben im Verkaufsprospekt in Anspruch genommen" werde.

    Der Bundesgerichtshof habe in seinem Beschluss vom 30.07.2013 (a. a. O.) ausgeführt, dass es im Rahmen des § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO nach der Genese des § 32b Abs. 1 ZPO n. F. und nach dem Sinn und Zweck der Gesetzesänderung zum 01.12.2012 und entgegen dem Wortlaut des 2. Halbsatzes der Vorschrift dieser Voraussetzung nicht zwingend bedürfe.

    (3.) Soweit das Landgericht Halle meint, der Rechtsprechung des BGH (Beschluss vom 30.07.2013, Az. X ARZ 320/13, zit. nach juris) und vorangehend des OLG Düsseldorf (Beschluss vom 20.06.2013, Az. I-5 Sa 51/13, zit. nach juris) sei zu entnehmen, dass § 32b Abs. 1 Nr. 1 ZPO nicht auf "unmittelbare Prospekthaftungsansprüche" beschränkt sei, sondern auch Fälle einer Prospekthaftung im weiteren Sinne - aus Verschulden bei Vertragsschluss - erfasse, worauf sich hier der Kläger ebenfalls stütze, verkennt es Folgendes: In dem vom BGH und vorangegangen vom OLG Düsseldorf entschiedenen Sachverhalt war die dortige Antragsgegnerin zu 2. nach dem Vorbringen der Antragstellerin "Prospektveranlasser", "Fondsauflegerin mit starkem eigenen wirtschaftlichen Interesse" und "Prospektgarant" (vgl. OLG Düsseldorf, a. a. O, juris-Rn. 7).

  • BGH, 08.12.2015 - X ARZ 573/15  

    Zuständigkeitsbestimmung für eine Schadensersatzklage wegen unrichtiger

  • OLG Frankfurt, 29.09.2015 - 14 SV 12/15  

    Zuständigkeitsbestimmung: Ausschließliche örtliche Zuständigkeit nach § 32 b Abs.

  • OLG Frankfurt, 10.06.2014 - 11 SV 114/13  

    Zuständigkeitsbestimmung: Bindungswirkung bei Gerichtsstandsbestimmung

  • OLG München, 21.01.2016 - 34 AR 257/15  

    Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses für Ansprüche aus Prospekthaftung

  • OLG Hamm, 23.01.2014 - 34 U 221/12  

    Kapitalanlagen im ACI VII. Dubai Fonds - Schadensersatzansprüche aufgrund von

  • OLG Hamm, 23.01.2014 - 34 U 214/12  

    Kapitalanlagen im ACI VII. Dubai Fonds - Schadensersatzansprüche aufgrund von

  • OLG Hamm, 14.04.2015 - 32 Sa 11/15  

    Örtliche Zuständigkeit der Gerichte für Ansprüche wegen fehlerhafter

  • OLG Hamm, 23.05.2016 - 32 Sa 21/16  

    Gerichtsstandbestimmung; Streitgenossen; Beratung; Prospektfehler; Kapitalanlage;

  • OLG Hamm, 23.01.2014 - 34 U 226/12  

    Kapitalanlagen im ACI VII. Dubai Fonds - Schadensersatzansprüche aufgrund von

  • OLG Hamm, 23.01.2014 - 34 U 216/12  

    Kapitalanlagen im ACI VII. Dubai Fonds - Schadensersatzansprüche aufgrund von

  • OLG Hamm, 05.02.2015 - 34 U 265/12  

    Anforderungen an die Darstellung der Risiken einer Kapitalanlage im

  • OLG Hamm, 23.01.2014 - 34 U 219/12  

    Kapitalanlagen im ACI VII. Dubai Fonds - Schadensersatzansprüche aufgrund von

  • OLG Hamm, 24.09.2013 - 34 U 119/12  

    Fehlgeschlagene Kapitalanlage im ACI Dubai Tower V. Fonds - keine

  • OLG Hamm, 29.01.2015 - 34 U 213/12  

    Anforderungen an die Darstellung der Risiken einer Kapitalanlage im

  • OLG Naumburg, 31.01.2014 - 1 AR 30/13  

    Zuständigkeitsbestimmung: Besonderer Gerichtsstand des Haustürgeschäfts; Klage

  • OLG München, 17.03.2016 - 3 U 629/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG Düsseldorf, 23.09.2015 - 5 Sa 64/15  

    Vorlage des Verfahrens zur Bestimmung eines gemeinschaftlichen Gerichts an den

  • OLG München, 17.03.2016 - 3 U 623/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG München, 19.02.2016 - 3 U 630/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG München, 19.02.2016 - 3 U 621/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG München, 19.02.2016 - 3 U 618/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG München, 19.02.2016 - 3 U 629/15  
  • OLG München, 19.02.2016 - 3 U 624/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG München, 19.02.2016 - 3 U 622/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG München, 19.02.2016 - 3 U 619/15  

    Keine Hemmung der Verjährung bei fehlender Individualisierung des Anspruchs im

  • OLG Hamm, 14.11.2013 - 32 Sa 76/13  

    Kriterien für die Bestimmung des zuständigen Gerichts

  • OLG Frankfurt, 16.06.2014 - 11 SV 46/14  

    Gehörsverletzung durch Nichtbeachtung von Parteivortrag

  • LG Neuruppin, 12.06.2014 - 5 O 127/13  

    Kapitalanlage: Örtliche Zuständigkeit bei gleichzeitiger Inanspruchnahme des

  • OLG Frankfurt, 05.03.2014 - 11 SV 4/14  

    Zuständigkeitsbestimmung: Gemeinsamer Gerichtsstand von im EU-Ausland ansässigen

  • OLG Frankfurt, 28.02.2014 - 11 SV 7/14  

    Zuständigkeitsbestimmung - gemeinsamer Gerichtsstand nach § 32 b ZPO

  • OLG Hamm, 13.01.2016 - 32 Sa 66/15  

    Voraussetzungen des Gerichtsstands der Verwendung einer falschen öffentlichen

  • OLG Frankfurt, 16.04.2015 - 11 SV 8/15  

    Zuständigkeitsbestimmung: gemeinschaftlicher ausschließlicher Gerichtsstand nach

  • OLG Frankfurt, 12.06.2014 - 11 SV 51/14  

    Gerichtsstand bei Inanspruchnahme von Bank und weiteren Projektbeteiligten wegen

  • OLG Frankfurt, 05.03.2013 - 11 SV 115/13  
  • OLG Frankfurt, 31.03.2015 - 11 SV 16/15  

    Verweisung im Zuständigkeitsbestimmungsverfahren

  • OLG München, 08.10.2015 - 34 AR 213/15  

    Prospektverantwortung

  • LG Hamburg, 05.11.2015 - 318 O 318/13  

    Beteiligung an geschlossenen Flottenfonds: Schadenersatzanspruch wegen Beratungs-

  • OLG Bamberg, 15.12.2014 - 8 Sa 25/14  

    Gewährleistungsanspruch, Gewährleistungsbürgschaften, Mängelansprüche,

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