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   BGH, 28.07.2020 - XI ZR 288/19   

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https://dejure.org/2020,23149
BGH, 28.07.2020 - XI ZR 288/19 (https://dejure.org/2020,23149)
BGH, Entscheidung vom 28.07.2020 - XI ZR 288/19 (https://dejure.org/2020,23149)
BGH, Entscheidung vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 (https://dejure.org/2020,23149)
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Volltextveröffentlichungen (14)

  • bundesgerichtshof.de PDF
  • rechtsprechung-im-internet.de

    § 492 Abs 2 BGB, § 502 Abs 2 Nr 2 BGB, Art 247 § 7 Nr 3 BGBEG

  • IWW

    § 492 Abs. 2 BGB, Art. ... 247 § 6 Abs. 1 Nr. 1, § 3 Abs. 1 Nr. 14 EGBGB, § 309 Nr. 5 BGB, § 502 Abs. 2 Nr. 2 BGB, Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 5 EGBGB, § 314 BGB, § 358 Abs. 3 BGB, § 495 Abs. 1 BGB, § 355 BGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 EGBGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 1 und 2 EGBGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EG-BGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 EGBGB, § 495 BGB, Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 5 EGBGB, § 358 BGB, § 361 Abs. 2 Satz 1 BGB, Art. 10 Abs. 2 Buchst. p der Richtlinie 2008/48/EG, Richtlinie 87/102/EWG, Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB, § 500 Abs. 2 BGB, Art. 247 § 7 Nr. 3 EGBGB, § 355 Abs. 2, § 356b BGB, § 502 Abs. 1 BGB, § 134 BGB, § 511 BGB, § 502 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 502 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und 2 BGB, Art. 23 Verbraucherkreditrichtlinie, Art. 247 §§ 6 bis 13 EGBGB, § 492 Abs. 6 BGB, § 356b Abs. 2 Satz 2 BGB, Art. 267 Abs. 3 AEUV, § 500 Abs. 1 BGB

  • Betriebs-Berater

    Verbraucherdarlehensvertrag - Verlust des Anspruchs auf Vorfälligkeitsentschädigung

  • rewis.io

    Verbraucherdarlehensvertrag: Rechtsfolgen fehlerhafter Angaben zur Methode der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung

  • WM Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht(Abodienst; oder: Einzelerwerb Volltext 12,79 €)

    Kein Einfluss fehlerhafter Angaben zur Methode der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung in einem Verbraucherdarlehensvertrag auf das Anlaufen der Widerrufsfrist; jedoch Verlust des Anspruchs auf eine Vorfälligkeitsentschädigung

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Verlust des Anspruchs eines Darlehensgebers auf eine Vorfälligkeitsentschädigung bei Fehlerhaftigkeit der Angaben zur Methode der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung in einem Verbraucherdarlehensvertrag; Anlaufen der Widerrufsfrist

  • datenbank.nwb.de

    Verbraucherdarlehensvertrag: Rechtsfolgen fehlerhafter Angaben zur Methode der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung

  • ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)

    Fehlerhafte Vorfälligkeitsentschädigungsberechnung - keine Vorfälligkeitsentschädigung!

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Anlaufen der Widerrufsfrist trotz fehlerhafter Angaben zur Vorfälligkeitsentschädigung in Verbraucherdarlehensvertrag

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (15)

  • Betriebs-Berater (Leitsatz)

    Verbraucherdarlehensvertrag - Verlust des Anspruchs auf Vorfälligkeitsentschädigung

  • zbb-online.com (Leitsatz)

    Anlaufen der Widerrufsfrist trotz fehlerhafter Angaben zur Vorfälligkeitsentschädigung in Verbraucherdarlehensvertrag

  • Wolters Kluwer (Kurzinformation)

    Fehlerhafte Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung ohne Auswirkung auf Lauf der Widerrufsfrist eines Darlehensvertrages

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Vorfälligkeitsentschädigung für vorzeitige Rückzahlung des Darlehens vermeiden

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Keine Vorfälligkeitsentschädigung

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Keine Pflicht zur Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung bei fehlerhafter Information

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Vorfälligkeitsentschädigung entfällt bei Falschangaben zu dessen Berechnung

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Kein Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung, wenn die Angaben zur Berechnung fehlerhaft sind

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Vorfälligkeitsentschädigung - Darlehensnehmer müssen keineswegs immer zahlen!

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Kredite: Vorfälligkeitsentschädigung muss angemessen sein

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Banke: Vorfälligkeit oft unverständlich erklärt

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Vorfälligkeitsentschädigung steht der Bank nicht immer zu

  • hofauer.com (Kurzinformation)

    Fehlerhafte Angaben zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung bleiben ohne Auswirkung auf den Lauf der Widerrufsfrist eines Darlehensvertrages

  • etl-rechtsanwaelte.de (Kurzinformation)

    Keine Vorfälligkeitsentschädigung bei fehlerhaften Angaben zur Berechnungsmethode

Sonstiges

  • anwalt.de (Äußerung von Verfahrensbeteiligten)

    Vorfälligkeitsentschädigung bei Verbraucherimmobiliendarlehen gekippt

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BGHZ 226, 310
  • ZIP 2020, 1699
  • WM 2020, 1627
 
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Wird zitiert von ... (151)

  • BGH, 27.10.2020 - XI ZR 498/19

    Autokreditwiderruf mittels Widerrufsjoker

    Die Beklagte kann sich nicht auf die Gesetzlichkeitsfiktion des Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB berufen (vgl. dazu Senatsurteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, WM 2020, 1627 Rn. 17 ff. und Senatsbeschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 198/19, WM 2020, 838 Rn. 6 ff.).
  • BGH, 27.10.2020 - XI ZR 525/19

    Widerruf eines mit einem Kfz-Kaufvertrag verbundenen Verbraucherdarlehensvertrags

    Die Beklagte kann sich nicht auf die Gesetzlichkeitsfiktion des Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB berufen (vgl. dazu Senatsurteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, WM 2020, 1627 Rn. 17 ff. und Senatsbeschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 198/19, WM 2020, 838 Rn. 6 ff.).
  • BGH, 24.02.2021 - VIII ZR 36/20

    Kein Widerrufsrecht des Leasingnehmers bei Kilometerleasingverträgen

    Die richtige Auslegung dieser Norm (Herausnahme von Leasingverträgen, die keine Erwerbspflicht auslösen, aus dem Anwendungsbereich der Richtlinie) ist angesichts ihres Wortlauts und Regelungssystematik sowie des Regelungszwecks der Richtlinie derart offenkundig zu beantworten, dass für vernünftige Zweifel kein Raum bleibt ("acte claire"; vgl. etwa EuGH, Urteil vom 9. September 2015 - C-72/14 und C-197/14, juris Rn. 55 ff., BGH, Urteile vom 21. August 2019 - VIII ZR 263/18, WM 2019, 2078 Rn. 49; vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, BGHZ 226, 310 Rn. 31 mwN).
  • KG, 21.01.2021 - 4 U 1048/20

    Negative Feststellungsklage nach Widerruf eines Kfz-Finanzierungsvertrags:

    (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 2 und 23, juris).

    Davon weicht die Beklagte zum Nachteil des Klägers ab, indem sie die Vorfälligkeitsentschädigung von vornherein starr in Höhe der gesetzlichen Höchstbeträge bemisst (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 24, juris).

    Die fehlerhafte Angabe zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung führt jedoch nach § 502 Abs. 2 Nr. 2 BGB lediglich zum Ausschluss des Anspruchs auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, ohne das Anlaufen der 14-tägigen Widerrufsfrist infrage zu stellen (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 25, juris).

    Eine grundsätzlich mögliche Nachholung der insoweit unzureichenden Pflichtangabe änderte hieran nichts, so dass ein Verstoß gegen die Verpflichtung, den Darlehensnehmer klar und verständlich über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zu informieren, mit dem Anspruchsverlust hinreichend geahndet ist (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 25ff, juris).

    Nichts anderes gilt hinsichtlich der Rechtsfolgen einer unzureichenden Information über die Berechnung einer vom Darlehensgeber verlangten Vorfälligkeitsentschädigung (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 31, juris).

    Dem erforderlichen Hinweis hierauf ist mit den auf der ersten Seite des Darlehensvertrages unter der Überschrift "Vorzeitige Rückzahlung des Darlehens" gemachten Angaben, denen der normal informierte, angemessen aufmerksame und verständige Verbraucher, auf dessen Auffassungsgabe abzustellen ist(BGH, Urteil vom 5. November 2019 - XI ZR 650/18, BGHZ 224, 1-20, Rn. 21 m. zahlreichen wN), entnehmen kann, dass ihm ein solches Recht zusteht, Genüge getan (OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juni 2020 - 6 U 139/19, Rn. 65, juris; OLG Dresden, Urteil vom 15. Januar 2020 - 5 U 1891/19, Rn. 46, juris; vgl. ferner BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 21, juris).

    Die in Art. 247 § 6 Nr. 5 EGBGB vorgesehene Verpflichtung des Darlehensgebers, den Darlehensnehmer "klar und verständlich" über das "einzuhaltende Verfahren bei der Kündigung des Vertrags" zu informieren, erstreckt sich nicht auf sämtliche Kündigungsmöglichkeiten, die das nationale Recht kennt, und insbesondere nicht auf das Recht zur außerordentlichen Kündigung des Vertrages nach § 314 BGB (BGH, Urteil vom 5. November 2019 - XI ZR 650/18, BGHZ 224, 1, Rn. 26ff., juris; BGH, Urteil vom 5. November 2019 - XI ZR 11/19, Rn. 24ff, juris; BGH, Beschluss vom 11. Februar 2020 - XI ZR 648/18, Rn. 20 - 21, juris; BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 32, juris).

    Hiermit hat die Beklagte den Kläger - wie der Bundesgerichtshof bereits entschieden hat - auch ohne Nennung der einschlägigen Vorschrift des nationalen Rechts tatsächlich hinreichend deutlich über das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund informiert (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 32, juris; OLG Dresden, Urteil vom 15. Januar 2020 - 5 U 1891/19, Rn. 48, juris).

    Der Bundesgerichtshof hat für eine Widerrufsinformation, die mit der hier in Rede stehenden Widerrufsinformation sowohl hinsichtlich ihrer äußeren Gestaltung als auch inhaltlich weitgehend identisch ist, bereits entschieden, dass die in dem Darlehensvertrag in hervorgehobener und deutlich gestalteter Form enthaltene Widerrufsinformation dem Muster in Anlage 7 zu Art. 247 § 6 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 EGBGB a.F. entspricht (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 3 und 16, juris).

    Haben die Parteien des Darlehensvertrages - wie hier - jedenfalls vereinbarungsgemäß auch den Kaufpreisschutz und weitere Zusatzverträge dem Regime eines verbundenen Vertrages unterstellt, unterfällt die Widerrufsinformation - nicht anders als bei einem vertraglich vereinbarten Verzicht auf die in der Zeit zwischen Auszahlung der Darlehensvaluta und der Erklärung des Widerrufs an sich anfallenden Tageszinsen (vgl. hierzu (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 18, juris; Urteil vom 05. November 2019 - XI ZR 650/18 -, BGHZ 224, 1-20, Rn. 18 - 25) - dem Musterschutz, wenn sich der Darlehensgeber an die hierfür in der Anlage 7 zu Art. 247 § 6 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 EGBGB vorgesehenen Gestaltungshinweise hält (OLG Düsseldorf, Urteil vom 7. Juni 2019 - 17 U 158/18, Rn. 51, juris).

    Diese Abweichung lässt sowohl die Ordnungsgemäßheit der Widerrufsinformation als auch die Gesetzlichkeitsfiktion nach Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB unberührt, weil sie den Verbraucher lediglich begünstigt und das vom Gesetzgeber mit der Gesetzlichkeitsfiktion verfolgte Ziel der Schaffung von Rechtsklarheit und Rechtssicherheit bei den Anwendern nicht beeinträchtigt (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 18, juris m.w.N.).

    Ein derartiges Verständnis von Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB, der anordnet, dass eine im Einklang mit den Vorgaben des Musters stehende Information den Anforderungen entspricht, die an eine "klare und verständliche" Angabe zu stellen sind, liefe auf eine Auslegung "contra legem" hinaus und scheidet daher nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 19, juris; Beschluss vom 30. Juni 2020 - XI ZR 132/19, juris; Beschluss vom 23. Juni 2020 - XI ZR 491/19, Rn. 10, juris; Beschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 198/19, Rn. 10ff, juris).

    Schließlich wird die Ordnungsgemäßheit der Widerrufsinformation auch durch die in Ziffer IX 2 der Darlehensbedingungen der Beklagten enthaltene Aufrechnungsbeschränkung nicht berührt (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 20, juris).

    Für eine richtlinienkonforme Auslegung ist kein Raum (BGH, Beschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 198/19, Rn. 13 f.; Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 19, jeweils juris; OLG Stuttgart, Urteil vom 22. Dezember 2020 - 6 U 276/19, Rn. 50 - 51, juris).

  • OLG Saarbrücken, 28.01.2021 - 4 U 7/20

    1. Auch nach der im Hinblick auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs

    Dieser Verstoß lässt aber das Anlaufen der 14-tägigen Widerrufsfrist nach § 495 Abs. 1 BGB i. V. m. § 355 Abs. 2 BGB unberührt (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 23).

    Hiervon weicht die Beklagte zum Nachteil des Klägers ab, indem sie die Vorfälligkeitsentschädigung von vornherein starr in Höhe der gesetzlichen Höchstbeträge bemisst (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 24).

    Insoweit hat die Erteilung einer ordnungsgemäßen Pflichtangabe nur Bedeutung, soweit der Darlehensgeber beabsichtigt, den Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung geltend zu machen (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 25; BGH, Urt. v. 05.11.2019 - XI ZR 650/18, BGHZ 224, 1, juris Rdn. 41).

    Nach Art. 23 Verbraucherkreditrichtlinie legen die Mitgliedstaaten für Verstöße gegen die auf Grund der Richtlinie erlassenen innerstaatlichen Vorschriften Sanktionen fest, die wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein müssen (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 25).

    Im Falle fehlender oder nicht vollständiger Angaben hat der Gesetzgeber aber zur Vermeidung eines "ewigen" Widerrufsrechts dem Unternehmer in § 356b Abs. 2 Satz 1 BGB i. V. m. § 492 Abs. 6 BGB ermöglicht, fehlende oder unvollständige Pflichtangaben durch eine einseitige Erklärung nachzuholen, um nachträglich die Widerrufsfrist in Gang zu setzen (vgl. BT-Drucks. 1771394, S. 12, 16), wobei die Widerrufsfrist dann einen Monat nach Erhalt der nachgeholten Angaben endet (§ 356b Abs. 2 Satz 2 BGB) (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 26).

    Dies ist bei einer unzureichenden Angabe zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung der Fall (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 27).

    Eine Nachholung der Angabe zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung nach Art. 247 § 7 Nr. EGBGB ist sinnlos (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 28 unter Bezugnahme auf: EuGH, Urt. v. 18.06.2020 - C-639/18, WM 2020, 1199, juris Rdn. 31 - Sparkasse Südholstein ), weil im Falle einer fehlenden oder fehlerhaften Angabe in der Vertragsurkunde ein Anspruch des Darlehensgebers auf eine Vorfälligkeitsentschädigung nach § 502 Abs. 2 Nr. 2 BGB dauerhaft ausgeschlossen ist und durch die Nachholung der ordnungsgemäßen Angabe nicht wiederaufleben würde (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 28 m. w. N.; OLG Köln, ZIP 2019, 110 (113); Staudinger-Kessal-Wulf, Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch, Neubearbeitung 2012, § 492 BGB, Rdn. 84; MünchKomm(BGB)-Fritsche, 8. Auflage, § 356b BGB, Rdn. 9; MünchKomm(BGB)-Schürnbrand/Weber, 8. Auflage, § 492 BGB, Rdn. 66 und § 495 BGB, Rdn. 13; Palandt-Weidenkaff, Bürgerliches Gesetzbuch, 79. Auflage, § 492 BGB, Rdn. 8).

    Dies entspricht auch dem Willen des Gesetzgebers, der eine Nachholung der Information über die Berechnungsmethode des Anspruchs auf eine Vorfälligkeitsentschädigung für "nicht möglich" hält, dies aber durch den Ausschluss des Anspruchs auf eine Vorfälligkeitsentschädigung gemäß § 502 Abs. 2 Nr. 2 BGB ausgeglichen hat (vgl. BT-Drucks. 17/1394, S. 16; BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 28).

    Dafür fehlt es indes an einer gesetzlichen Grundlage (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 29).

    Das Recht des Darlehensnehmers zur vorzeitigen Erfüllung bleibt davon unberührt (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 30).

    Die richtige Auslegung und die Reichweite des Unionsrechts sind angesichts des Wortlauts, der Regelungssystematik und des Regelungszwecks der Verbraucherkreditrichtlinie derart offenkundig zu beantworten, dass für vernünftige Zweifel kein Raum bleibt ("acte clair", vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 31; EuGH, Slg. 1982, 3415 Rn. 16 - C.I.L.F.I.T.; Slg. 2005, I-8151 Rn. 33 - Intermodal Transports; BVerfG, WM 2015, 525 (526); BGH, Urt. v. 12.09.2017 - XI ZR 590/15, BGHZ 215, 359, juris Rdn. 36; BGH, Urt. v. 18.06.2019 - XI ZR 768/17, BGHZ 222, 240, juris Rdn. 69).

    Die vorgenommenen Abweichungen hinsichtlich Format und Schriftgröße sind zulässig gemäß Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 5 EGBGB (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 17).

    Daher besteht bei der Belehrung die Gesetzlichkeitsfiktion der Anlage 7 (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 17).

    Nach § 361 Abs. 2 Satz 1 BGB darf von den halbzwingenden gesetzlichen Regelungen über die Widerrufsfolgen zu Gunsten des Verbrauchers abgewichen werden (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 18; BGH, Beschl. v. 05.11.2019 - XI ZR 650/18, BGHZ 124, 1, juris Rdn. 25).

    Diese Abweichung lässt sowohl die Ordnungsgemäßheit der Widerrufsinformation als auch die Gesetzlichkeitsfiktion nach Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB unberührt, weil sie den Verbraucher lediglich begünstigt und das vom Gesetzgeber mit der Gesetzlichkeitsfiktion verfolgte Ziel der Schaffung von Rechtsklarheit und Rechtssicherheit bei den Anwendern nicht beeinträchtigt (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 18; BGH, Beschl. v. 31.03.2020 - XI ZR 198/19, WM 2020, 838, juris Rdn. 9 m. w. N.).

    Dies gilt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ausdrücklich auch für die Angabe des Sollzinses (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 19 m. w. N.).

    Auch für diese Fallkonstellation hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass durch diese an anderer Stelle erfolgte wirksame abweichende Vereinbarung die Widerrufsinformation nicht unrichtig oder unklar wird, weil sich für den normal informierten, angemessen aufmerksamen und verständigen Verbraucher, auf den abzustellen ist, in der Zusammenschau der beiden Regelungen hinreichend deutlich ergibt, das der Beklagten zwar nach dem Gesetz ein solcher Anspruch zusteht, sie diesen aber gegenüber dem Kläger nicht geltend machen wird (vgl. BGH, Urt. v. 28.07.2020 - XI ZR 288/19, ZIP 2020, 1699 - 1702, juris Rdn. 3, 4 und 11).

  • KG, 21.01.2021 - 4 U 1033/20
    (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 2 und 23, juris).

    Davon weicht die Beklagte zum Nachteil des Klägers ab, indem sie die Vorfälligkeitsentschädigung von vornherein starr in Höhe der gesetzlichen Höchstbeträge bemisst (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 24, juris).

    Die fehlerhafte Angabe zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung führt jedoch nach § 502 Abs. 2 Nr. 2 BGB lediglich zum Ausschluss des Anspruchs auf eine Vorfälligkeitsentschädigung, ohne das Anlaufen der 14-tägigen Widerrufsfrist infrage zu stellen (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 25, juris).

    Eine grundsätzlich mögliche Nachholung der insoweit unzureichenden Pflichtangabe änderte hieran nichts, so dass ein Verstoß gegen die Verpflichtung, den Darlehensnehmer klar und verständlich über die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zu informieren, mit dem Anspruchsverlust hinreichend geahndet ist (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 25ff, juris).

    Nichts Anderes gilt hinsichtlich der Rechtsfolgen einer unzureichenden Information über die Berechnung einer vom Darlehensgeber verlangten Vorfälligkeitsentschädigung (vgl. BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 31, juris).

    Dem erforderlichen Hinweis hierauf ist mit den auf der ersten Seite des Darlehensvertrages unter der Überschrift "Vorzeitige Rückzahlung des Darlehens" gemachten Angaben, denen der normal informierte, angemessen aufmerksame und verständige Verbraucher, auf dessen Auffassungsgabe abzustellen ist (BGH, Urteil vom 05. November 2019 - XI ZR 650/18, BGHZ 224, 1-20, Rn. 21 m. zahlreichen wN), entnehmen kann, dass ihm ein solches Recht zusteht, Genüge getan (OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juni 2020 - 6 U 139/19, Rn. 65, juris; OLG Dresden, Urteil vom 15. Januar 2020 - 5 U 1891/19, Rn. 46, juris; vgl. ferner BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 21, juris).

    Die in Art. 247 § 6 Nr. 5 EGBGB a.F. vorgesehene Verpflichtung des Darlehensgebers, den Darlehensnehmer "klar und verständlich" über das "einzuhaltende Verfahren bei der Kündigung des Vertrags" zu informieren, erstreckt sich nicht auf sämtliche Kündigungsmöglichkeiten, die das nationale Recht kennt, und insbesondere nicht auf das Recht zur außerordentlichen Kündigung des Vertrages nach § 314 BGB (BGH, Urteil vom 5. November 2019 - XI ZR 650/18, BGHZ 224, 1, Rn. 26ff, juris; BGH, Urteil vom 05. November 2019 - XI ZR 11/19, Rn. 24ff, juris; BGH, Beschluss vom 11. Februar 2020 - XI ZR 648/18, Rn. 20 - 21, juris; BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 32, juris).

    Hiermit hat die Beklagte den Kläger - wie der Bundesgerichtshof bereits entschieden hat - auch ohne Nennung der einschlägigen Vorschrift des nationalen Rechts tatsächlich hinreichend deutlich über das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund informiert (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 32, juris; OLG Dresden, Urteil vom 15. Januar 2020 - 5 U 1891/19, Rn. 48, juris).

    Der Bundesgerichtshof hat für eine Widerrufsinformation, die mit der hier in Rede stehenden Widerrufsinformation sowohl hinsichtlich ihrer äußeren Gestaltung als auch inhaltlich weitgehend identisch ist, bereits entschieden, dass die in dem Darlehensvertrag in hervorgehobener und deutlich gestalteter Form enthaltene Widerrufsinformation dem Muster in Anlage 7 zu Art. 247 § 6 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 EGBGB a.F. entspricht (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 3 und 16, juris).

    Haben die Parteien des Darlehensvertrages - wie hier - jedenfalls vereinbarungsgemäß auch den "Kaufpreisschutz" und weitere Zusatzverträge dem Regime eines verbundenen Vertrages unterstellt, unterfällt die Widerrufsinformation - nicht anders als bei einem vertraglich vereinbarten Verzicht auf die in der Zeit zwischen Auszahlung der Darlehensvaluta und der Erklärung des Widerrufs an sich anfallenden Tageszinsen (vgl. hierzu (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 18, juris; Urteil vom 05. November 2019 - XI ZR 650/18 -, BGHZ 224, 1-20, Rn. 18 - 25) - dem Musterschutz, wenn sich der Darlehensgeber an die hierfür in der Anlage 7 zu Art. 247 § 6 Abs. 2 und § 12 Abs. 1 EGBGB a.F. vorgesehenen Gestaltungshinweise hält (OLG Düsseldorf, Urteil vom 07. Juni 2019 - 17 U 158/18, Rn. 51, juris).

    Ein derartiges Verständnis von Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB a.F., der anordnet, dass eine im Einklang mit den Vorgaben des Musters stehende Information den Anforderungen entspricht, die an eine "klare und verständliche" Angabe zu stellen sind, liefe auf eine Auslegung "contra legem" hinaus und scheidet daher nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs aus (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 19, juris; Beschluss vom 30. Juni 2020 - XI ZR 132/19, juris; Beschluss vom 23. Juni 2020 - XI ZR 491/19, Rn. 10, juris; Beschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 198/19, Rn. 10ff, juris).

    Schließlich wird die Ordnungsgemäßheit der Widerrufsinformation auch durch die in Ziffer IX 2 der Darlehensbedingungen der Beklagten enthaltene Aufrechnungsbeschränkung nicht berührt (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, Rn. 20, juris).

  • BGH, 10.11.2020 - XI ZR 426/19

    Widerrufsinformation bei Verbraucherkrediten zur Autokauf-Finanzierung

    Die Beklagte kann sich nicht auf die Gesetzlichkeitsfiktion des Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB aF berufen (vgl. dazu Senatsurteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19, WM 2020, 1627 Rn. 17 ff. und Senatsbeschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 198/19, WM 2020, 838 Rn. 6 ff.).
  • OLG München, 09.09.2020 - 19 U 7491/19

    Berufung, Darlehensvertrag, Widerrufsrecht, Widerrufsfrist, Auslegung, Darlehen,

    Auf BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 19, wird Bezug genommen.

    unberührt, weil sie den Verbraucher lediglich begünstigt und das vom Gesetzgeber mit der Gesetzlichkeitsfiktion verfolgte Ziel der Schaffung von Rechtsklarheit und Rechtssicherheit bei den Anwendern nicht beeinträchtigt (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 18, juris, BGH, Beschluss vom 31. März 2020 - XI ZR 198/19, WM 2020, 838 Rn. 9 mwN).

    d.) Die Ordnungsgemäßheit der Widerrufsinformation wird - was von der Berufung auch nicht (mehr) in Frage gestellt wird (BB., S. 27) - nicht durch die in Nummer IX 2 der Darlehensbedingungen der Beklagten enthaltene, nicht gesetzeskonforme Aufrechnungsbeschränkung berührt (vgl. BGH, Urteil vom 17. September 2019 - XI ZR 662/18, WM 2019, 2307 Rn. 31 mwN.; BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 20, juris).

    e.) Zu dem Ergebnis, dass sich die Beklagte auf die Gesetzlichkeitsfiktion berufen kann, kam auch der Bundesgerichtshof in seinem Urteil in einem Parallelfall vom 28.07.2020 - XI ZR 288/19, bei dem er über eine (naturgemäß bis auf die Angabe des im Falle des Widerrufs für den Zeitraum zwischen Auszahlung und Rückzahlung des Darlehens pro Tag zu zahlenden Zinsbetrages) identische und wortgleiche Widerrufsinformation zu befinden hatte.

    Darauf wird verwiesen (BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 16 - 17).

    Auf die Ausführungen des Bundesgerichtshofes in BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 23 - 31, denen sich der Senat vollumfänglich anschließt, wird verwiesen.

    Die richtige Auslegung und die Reichweite des Unionsrechts sind angesichts des Wortlauts, der Regelungssystematik und des Regelungszwecks der Verbraucherkreditrichtlinie derart offenkundig zu beantworten, dass für vernünftige Zweifel kein Raum bleibt ("acte clair"; vgl. dazu BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 31).

    Davon abgesehen hat die Beklagte den Kläger in Nummer VI 2 der Darlehensbedingungen, auf die verwiesen wird, hinreichend deutlich über das Recht zur fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund informiert (so ausdrücklich in einem Parallelfall auch: BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 32, juris).

    Die richtige Auslegung und die Reichweite des Unionsrechts sind angesichts des Wortlauts, der - 8 - Regelungssystematik und des Regelungszwecks der Verbraucherkreditrichtlinie derart offenkundig zu beantworten, dass für vernünftige Zweifel kein Raum bleibt ("acte clair"; vgl. dazu BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 31).

    Auf die obigen Ausführungen und (nochmals) das Urteil des BGH vom 28.07.2020 - XI ZR 288/19 wird verwiesen.

  • OLG Stuttgart, 02.11.2021 - 6 U 32/19

    Verbraucherwiderruf einer Kfz-Finanzierung

    Gemäß Ziff. IX. 5 der AGB und aufgrund der Angabe in der Widerrufsinformation, dass der pro Tag zu entrichtende Zinsbetrag 0, 00 EUR betrage, hat die Beklagte mit der Klägerin einen Verzicht auf die Verzinsung vereinbart (vgl. BGH, Urteil vom 5. November 2019 - XI ZR 650/18 -, Rn. 23, juris; BGH, Urteil vom 28. Juli 2020 - XI ZR 288/19 -, Rn. 18, juris).
  • OLG Hamm, 10.05.2021 - 31 U 8/21
    Das Landgericht hat zutreffend erkannt, dass nach der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs über die Kündigungsmöglichkeit nach §  314 BGB bei - wie hier - befristeten Verträgen nicht unterrichtet werden muss (vgl. BGH, Urteile vom 05.11.2019 - XI ZR 650/18, Rn. 29 ff.; XI ZR 11/19, Rn. 27 ff.; vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rn. 32; ebenso OLG Stuttgart, WM 2019, 1160 Rn. 72 ff.).

    Da es bereits der Angabe der Kündigungsmöglichkeit gemäß § 314 BGB nicht bedurfte, ist erst recht die fehlende Zitierung der entsprechenden Norm unschädlich (vgl. BGH, Urteil vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rn. 32).

    Selbst wenn die von der Beklagten gestellten vertraglichen Regelungen verwirrende oder unzutreffende Angaben enthielten, hätte dies nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rn. 23 ff.) und des Senats (Urteil vom 14.10.2019 - 31 U 8/19) sowie anderer Oberlandesgerichte (OLG Köln, Urteil vom 29.11.2018 - 24 U 56/18-, juris Rn. 44 ff.; OLG Stuttgart, Urteil vom 28. Mai 2019 - 6 U 78/18-, juris Rn. 66 ff.) keinen Einfluss auf den Beginn der Widerrufsfrist.

    Dieses - weil ihr günstig unbedenkliche - Angebot hat die Klägerin durch Unterzeichnung des Darlehensvertrags angenommen (vgl. BGH, Urteil vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rdnr. 18, juris; BGH, Urteil vom 22.11.2016, XI ZR 434/15, BGHZ 213, 52, Rdnr. 31; BGH, Urteil vom 05.11.2019, XI ZR 650/18, Rdnr.25).

    Dass der Abschluss des Verzichtsvertrages und die Information hierüber in einem Akt zusammenfallen berührt die Ordnungsgemäßheit der Widerrufsinformation nicht (vgl. BGH, Urteile vom 13.01.2009, a.a.O., Rdnr. 17 und vom 22.11.2016, a.a.O.; BGH, Urteil vom 05.11.2019, XI ZR 650/18, Rdnr. 25; BGH, Urteil vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rdnr.19, juris).

    Diese Abweichung lässt darüber hinaus die Gesetzlichkeitsfiktion nach Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB aF unberührt, weil sie den Verbraucher lediglich begünstigt und das vom Gesetzgeber mit der Gesetzlichkeitsfiktion verfolgte Ziel der Schaffung von Rechtsklarheit und Rechtssicherheit bei den Anwendern (vgl. BT-Drucks. 16/13669, S. 3 und BT-Drucks. 17/1394, S. 1, 21 f.) nicht beeinträchtigt (vgl. BGH, Urteil vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rdnr.19, juris; BGH, Beschluss vom 31.03.2020 - XI ZR 198/19, juris Rn. 9; BGH, Beschluss vom 11.02.2020 - XI ZR 648/18, juris Rn. 13).

    Wie der Bundesgerichtshof bereits mit Beschluss vom 31.03.2020 (XI ZR 198/19, WM 2020, 838) im Einzelnen begründet und u.a. im Urteil vom 28.07.2020 (XI ZR 288/19, Rn. 19) bestätigt hat, ist es den nationalen Gerichten jedoch verwehrt, sich gegen die ausdrückliche Anordnung des deutschen Gesetzgebers in Art. 247 § 6 Abs. 2 Satz 3 EGBGB zu stellen.

    Sie ist mit einer fett gedruckten Überschrift und einem deutlich abgesetzten Rahmen versehen und durch weitere in Fettdruck gehaltene Zwischenüberschriften gegliedert (vgl. BGH, Urteil vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rn. 17; OLG Stuttgart, Beschluss vom 05.04.2020 - 6 U 182/19, juris Rn. 20).

    Entgegen der Berufung besteht schließlich insgesamt kein Anlass, die Rechtssache dem EuGH im Wege des Vorabentscheidungsverfahrens gemäß Art. 267 AEUV vorzulegen bzw. die Sache gemäß § 148 ZPO auszusetzen (vgl. BGH, Urteil vom 28.07.2020, XI ZR 288/19, Rn. 31; Beschlüsse vom 26. Mai 2020, XI ZR 262/19, XI ZR 372/19 und XI ZR 544/19, vom 23. Juni 2020 - XI ZR 491/19-, Rn. 15; vom 30. Juni 2020, XI ZR 132/19, 21. Juli 2020, XI ZR 387/19, vom 25.08.2020, XI ZR 165/19; vom 19. Januar 2021 - XI ZR 251/20; vom 19. Januar 2021 - XI ZR 283/20; vom 02. März 2021 - XI ZR 258/20 -, juris).

  • OLG Brandenburg, 21.04.2021 - 4 U 95/20
  • OLG Hamm, 28.04.2021 - 31 U 110/20
  • OLG Hamm, 07.07.2021 - 31 U 190/20
  • OLG Köln, 08.07.2021 - 12 U 159/20
  • OLG Brandenburg, 16.06.2021 - 4 U 192/20
  • OLG Brandenburg, 09.06.2021 - 4 U 222/20
  • OLG Brandenburg, 20.01.2021 - 4 U 94/20
  • OLG Karlsruhe, 26.02.2021 - 17 U 703/20

    Darlehen; Widerruf; Musterschutz; Pflichtangaben

  • OLG Brandenburg, 20.01.2021 - 4 U 71/20
  • OLG Brandenburg, 20.01.2021 - 4 U 68/20
  • OLG Braunschweig, 21.12.2020 - 11 U 201/19
  • OLG Stuttgart, 15.10.2020 - 6 U 430/20
  • OLG Stuttgart, 20.08.2020 - 6 U 611/19
  • OLG Düsseldorf, 01.10.2020 - 6 U 92/20
  • OLG Düsseldorf, 01.10.2020 - 6 O 97/20
  • OLG Frankfurt, 02.12.2020 - 17 U 817/19

    Widerruf verbundener Darlehensverträge

  • OLG Brandenburg, 09.12.2020 - 4 U 76/20
  • OLG Hamm, 10.05.2021 - 31 U 34/21
  • OLG Schleswig, 24.06.2021 - 5 U 26/21

    Pflichtangaben nach Art. 247 § 6 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. Art. 247 § 3 Abs. 1 Nr. 7

  • KG, 19.10.2020 - 8 U 38/19
  • OLG Stuttgart, 21.09.2021 - 6 U 184/19

    Verbraucherdarlehen; Widerruf; Wertersatz; Bürgerliches Recht; Zu den Parametern

  • OLG Brandenburg, 13.10.2021 - 4 U 283/20
  • OLG Köln, 17.02.2021 - 13 U 168/19
  • OLG Brandenburg, 13.10.2021 - 4 U 4/21
  • OLG Stuttgart, 22.06.2021 - 6 U 189/20

    Verbraucherdarlehen; Widerruf; Nettodarlehensbetrag; Gesamtkosten; Bürgerliches

  • OLG Frankfurt, 08.10.2020 - 24 U 78/20

    Widerruf Verbraucherdarlehensvertrag zur Finanzierung von Fahrzeugkauf

  • OLG Düsseldorf, 01.10.2020 - 6 U 97/20
  • OLG Brandenburg, 21.04.2021 - 4 U 154/20
  • OLG Hamm, 24.09.2020 - 31 U 115/20
  • OLG Celle, 26.05.2021 - 3 U 96/20

    Widerruf eines unter Einbeziehung der Europäischen Standardinformation

  • LG Düsseldorf, 16.10.2020 - 10 O 13/20
  • LG Ravensburg, 08.01.2021 - 2 O 160/20
  • OLG Braunschweig, 16.06.2021 - 4 U 20/21

    Örtliche Zuständigkeit für Rückabwicklungsklage nach Widerruf eines mit einem

  • OLG Hamm, 03.03.2021 - 31 U 17/20
  • OLG Stuttgart, 24.11.2020 - 6 U 291/20
  • OLG Bamberg, 21.09.2020 - 8 U 101/20

    Anforderungen an Widerrufsinformation

  • OLG Frankfurt, 19.05.2020 - 17 U 101/20

    Widerruf eines verbundenen Verbraucherdarlehensvertrages (Finanzierung eines

  • OLG Stuttgart, 05.10.2020 - 6 U 103/20
  • OLG Hamm, 04.01.2021 - 31 U 143/20

    Widerrufsinformationen beim Darlehensvertrag: Gesetzlichkeitsfiktion des Art. 247

  • OLG Stuttgart, 02.12.2020 - 6 U 171/20
  • OLG Stuttgart, 06.11.2020 - 6 U 237/20
  • OLG Stuttgart, 21.10.2020 - 6 U 570/19
  • OLG Stuttgart, 07.10.2020 - 6 U 310/18
  • OLG Stuttgart, 20.10.2020 - 6 U 611/19
  • OLG Stuttgart, 02.10.2020 - 6 U 530/19
  • OLG München, 25.09.2020 - 19 U 3389/20

    Pflichtangaben in Verbraucherdarlehensverträgen - Vorfälligkeitsentschädigung,

  • OLG Stuttgart, 22.09.2020 - 6 U 164/19
  • OLG Stuttgart, 23.10.2020 - 6 U 451/19
  • LG Dortmund, 28.08.2020 - 3 O 460/19
  • OLG Frankfurt, 21.08.2020 - 24 U 27/20

    Erlöschen des Widerrufsrechts bei unentgeldlichem Darlehensvertrag

  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 10/21
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 1/21
  • OLG Stuttgart, 03.11.2020 - 6 U 315/19

    Widerruf Kfz-Finanzierungsvertrag - Ersatz von Wertverlust des finanzierten

  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 2/21
  • OLG Frankfurt, 09.03.2021 - 24 U 127/20

    Wirksamkeit des Widerrufs eines Verbraucherdarlehensvertrages

  • BGH, 25.08.2020 - XI ZR 361/19
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 18/21
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 8/21
  • OLG Stuttgart, 10.12.2020 - 6 U 191/20
  • BGH, 15.06.2021 - XI ZR 435/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 26/21
  • BGH, 04.05.2021 - XI ZR 520/20
  • OLG Stuttgart, 01.12.2020 - 6 U 217/19
  • LG Dortmund, 09.10.2020 - 3 O 319/19
  • BGH, 15.06.2021 - XI ZR 618/20
  • BGH, 15.06.2021 - XI ZR 669/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 57/21
  • OLG Stuttgart, 21.12.2020 - 6 U 281/19
  • OLG Stuttgart, 07.10.2020 - 6 U 42/19
  • OLG Stuttgart, 18.12.2020 - 6 U 368/19
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 632/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 620/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 631/20
  • OLG Düsseldorf, 09.03.2021 - 16 U 195/20
  • OLG Stuttgart, 19.02.2021 - 6 U 178/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 12/21
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 471/20
  • BGH, 04.05.2021 - XI ZR 562/20
  • BGH, 02.02.2021 - XI ZR 285/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 531/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 668/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 652/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 557/20
  • LG Köln, 15.10.2020 - 15 O 69/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 643/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 664/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 604/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 17/21
  • BGH, 30.03.2021 - XI ZR 252/20
  • OLG Stuttgart, 15.02.2021 - 6 U 328/19

    Widerruf Verbraucherdarlehensvertrag zur Finanzierung Fahrzeugkauf

  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 612/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 568/20
  • BGH, 08.12.2020 - XI ZR 288/20
  • BGH, 13.10.2020 - XI ZR 167/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 659/20
  • BGH, 08.06.2021 - XI ZR 653/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 627/20
  • OLG Brandenburg, 31.03.2021 - 4 U 218/20

    Sittenwidrigkeit eines Kreditvertrages als wucherähnliches Geschäft

  • BGH, 30.03.2021 - XI ZR 96/20
  • BGH, 23.02.2021 - XI ZR 543/20
  • BGH, 13.10.2020 - XI ZR 88/20
  • BGH, 13.10.2020 - XI ZR 233/20
  • OLG Stuttgart, 29.09.2020 - 6 U 414/19
  • OLG Bamberg, 28.04.2021 - 8 U 191/20

    Darlehensvertrag, Widerrufsbelehrung, Widerruf, Widerrufsrecht, Kaufvertrag,

  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 499/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 580/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 4/21
  • BGH, 23.02.2021 - XI ZR 278/20
  • BGH, 23.02.2021 - XI ZR 378/20
  • BGH, 23.02.2021 - XI ZR 273/20
  • BGH, 19.01.2021 - XI ZR 370/20
  • BGH, 19.01.2021 - XI ZR 281/20
  • LG Dortmund, 04.09.2020 - 3 O 563/19
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 635/20
  • BGH, 30.03.2021 - XI ZR 318/20
  • BGH, 30.03.2021 - XI ZR 553/20
  • BGH, 30.03.2021 - XI ZR 111/20
  • BGH, 23.03.2021 - XI ZR 601/20
  • OLG Düsseldorf, 08.12.2020 - 16 U 173/20
  • BGH, 17.11.2020 - XI ZR 189/20
  • OLG Dresden, 02.09.2020 - 5 U 805/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 549/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 611/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 583/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 588/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 628/20
  • OLG Stuttgart, 21.12.2020 - 6 U 233/20
  • OLG Stuttgart, 01.10.2020 - 6 U 71/19
  • BGH, 04.05.2021 - XI ZR 249/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 540/20
  • BGH, 23.03.2021 - XI ZR 544/20
  • BGH, 23.03.2021 - XI ZR 600/20
  • BGH, 27.04.2021 - XI ZR 593/20
  • OLG Stuttgart, 02.03.2021 - 6 U 630/20
  • OLG Stuttgart, 15.02.2021 - 6 U 624/20
  • OLG Stuttgart, 02.12.2020 - 6 U 430/20
  • OLG Stuttgart, 27.10.2020 - 6 U 323/20
  • OLG Frankfurt, 27.10.2020 - 24 U 137/20

    Wirksamkeit des Widerrufs eines Verbraucherdarlehensvertrages zur Finanzierung

  • OLG München, 23.09.2020 - 5 U 3549/20

    Anforderungen an Widerrufsinformation

  • OLG Frankfurt, 01.09.2020 - 24 U 128/20
  • OLG Stuttgart, 26.04.2021 - 6 U 44/21

    Widerruf; Verbraucherdarlehen; Pflichtangaben; Vorfälligkeitsentschädigung;

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