Rechtsprechung
   BGH, 22.04.2005 - 2 StR 310/04   

Volltextveröffentlichungen (12)

  • HRR Strafrecht

    Art. 1 GG; Art. 2 Abs. 1 GG; § 211 StGB; § 216 StGB; § 261 StPO; § 168 SGB; § 131 StGB; § 184 Abs. 3 StGB; § 354 Abs. 2 Satz 1 Alt. 2 StPO
    Kannibalismus ("Kannibale von Rothenburg"); Mord (Befriedigung des Geschlechtstriebs; Tötung zur Ermöglichung einer anderen Straftat); Tötung auf Verlangen (Bestimmen zur Tötung; handlungsleitendes Motiv); Beweiswürdigung (Verstoß gegen Denkgesetze; Zirkelschluss); entlastende Einlassung des Angeklagten (Unwiderleglichkeit; Zweifelssatz); Störung der Totenruhe (geschütztes, unbedeutendes Rechtsgut; Pietätsgefühl der Allgemeinheit; postmortaler Persönlichkeitsschutz; Dispositionsmöglichkeit des Tatopfers; Einwilligung; Einverständnis; Menschenwürde; Paternalismus)

  • lexetius.com

    StGB §§ 211 Abs. 2, 168 Abs. 1

  • IWW
  • openjur.de
  • bundesgerichtshof.de PDF
  • Judicialis
  • Jurion

    Mordmerkmal "zur Befriedigung des Geschlechtstriebs" im Fall des späteren Betrachtens der Tat auf einem Video unter dem Aspekt der Definition des verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsgebots; Rechtsgut des Straftatbestandes der Störung der Totenruhe; Strafbarkeit wegen Störung der Totenruhe im Fall des Einverständnisses des Tatopfers in beschimpfenden Unfug an seiner Leiche; Strafrechtliche Behandlung von Kannibalismus im Fall des freiwilligen Zurverfügungstellens des späteren Opfers unter dem Aspekt des Vorliegens von Mordmerkmalen; Schuldfähigkeit im Fall einer schweren seelischen Abartigkeit in Form einer Persönlichkeitsstörung mit schizoiden Zügen; Anforderungen an ein handlungsleitendes Einverständnis des Opfers in seine eigene Tötung im Rahmen der Prüfung des Tatbestandes der Tötung auf Verlangen

  • nwb

    StGB § 168 Abs. 1, § 211 Abs. 2

  • opinioiuris.de

    Kannibale von Rotenburg

  • Juristenzeitung(kostenpflichtig)

    Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs oder Tötung auf Verlagen?

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    StGB § 211 Abs. 2 § 168 Abs. 1
    Strafbarkeit von Kannibalismus

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (5)

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)

    "Kannibalen-Fall" muß neu verhandelt werden

  • jurawelt.com (Pressemitteilung)

    "Kannibalen-Fall" muß neu verhandelt werden

  • strafrecht-bundesweit.de (Kurzinformation)

    Strafrechtliche Einordnung des Kannibalen-Mords


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • taz.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 12.04.2005)

    Kannibale kommt in die letzte Instanz

  • 123recht.net (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 13.4.2005)

    Kasseler Kannibalen-Urteil auf dem Prüfstand // BGH kündigt Entscheidung für den 22. April an

Besprechungen u.ä.

  • arthur-kreuzer.de PDF (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Herausforderungen des »Kannibalen-Prozesses« - Das Bundesverfassungsgericht kann zur überfälligen Reform der Tötungsdelikte und lebenslangen Freiheitsstrafe beitragen (Prof. Dr. Arthur Kreuzer, Gießen; StV 2007, 598-608)

Sonstiges

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Zusammenfassung von "Mord oder Totschlag? - Kannibalismus und die Grenzen des Strafrechts" von RA und Wiss. Mit. Dr. Anja Schiemann, original erschienen in: NJW 2005, 2350 - 2352.

Papierfundstellen

  • BGHSt 50, 80
  • NJW 2005, 1876
  • NStZ 2005, 505
  • StV 2005, 391
  • JR 2005, 338



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Wird zitiert von ... (13)  

  • BGH, 06.04.2016 - 5 StR 504/15  

    Verurteilung eines LKA-Beamten wegen Mordes aufgehoben

    Dabei erwächst der gesteigerte Unwert der Tat aus dem groben Missverhältnis von Mittel und Zweck, indem der Täter das Leben eines anderen Menschen der Befriedigung eigener Geschlechtslust unterordnet (BGH, Urteil vom 22. April 2005 - 2 StR 310/04, BGHSt 50, 80, 86; BVerfG, NJW 2009, 1061, 1063).

    Nur unter den engen - vom Landgericht auf der Basis der getroffenen Feststellungen rechtsfehlerfrei verneinten (vgl. BGH, Urteil vom 22. April 2005 - 2 StR 310/04, BGHSt 50, 80, 91 f.) - Voraussetzungen dieser Vorschrift kann eine Einwilligung bei einer vorsätzlichen Tötung eines Menschen Bedeutung erlangen und die Tat in einem milderen Licht erscheinen lassen.

  • BGH, 30.06.2015 - 5 StR 71/15  

    Störung der Totenruhe (Begriff der Asche; Verbrennungsrückstände; Zahngold;

    (1) Schutzgüter des § 168 Abs. 1 StGB sind jedenfalls das Pietätsgefühl der Allgemeinheit sowie der postmortale Persönlichkeitsschutz des Toten (vgl. BGH, Urteil vom 22. April 2005 - 2 StR 310/04, BGHSt 50, 80, 89; RGSt 39, 155, 156; Dippel, aaO Rn. 2; BT-Drucks. IV/650, S. 346; 13/8587, S. 22 f.).
  • BGH, 06.12.2005 - VI ZR 265/04  

    Zum postmortalen Geldentschädigungsanspruch

    Dies folgt, wie das Bundesverfassungsgericht klargestellt hat (vgl. BVerfGE 30, 173, 194; BVerfG, VersR 2001, 1252, 1254; NJW 2001, 594; BGH BGHZ 107, 384, 391 - Emil Nolde; BGH, Urteil vom 17. Mai 1984 - I ZR 73/82 - GRUR 1984, 907, 908 - Frischzellenkosmetik; vgl. auch BGH, Urteil vom 22. April 2005 - 2 StR 310/04 - NJW 2005, 1876, 1878; ebenso BSG, Urteil vom 15. Februar 2005 - B 2 U 3/04 R - juris, zum Abdruck in BSGE bestimmt) aus dem Grundrecht des Art. 1 Abs. 1 GG, wonach die Würde des Menschen unantastbar ist.
  • BGH, 15.06.2005 - 2 StR 30/05  

    Betrug im Lastschriftverfahren (konkludente Täuschung über

    Er muß sich vielmehr aufgrund einer Gesamtwürdigung des Ergebnisses der Beweisaufnahme seine Überzeugung von der Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Einlassung bilden (st. Rspr. vgl. u.a. Senatsurteil vom 22. April 2005 - 2 StR 310/04 m.w.N.).
  • BGH, 07.10.2010 - 3 StR 168/10  

    Verurteilung wegen Tötung auf Verlangen aufgehoben

    Dem entsprechend hat er im Urteil vom 22. April 2005 - nicht tragend - einem Tötungsverlangen die Anerkennung versagt, weil das Tatopfer durch eine krankhafte seelische Störung in seiner natürlichen Einsichts- und Willensfähigkeit beeinträchtigt war und deshalb die Tragweite seines Entschlusses, sich töten zu lassen, nicht rational überblickte (2 StR 310/04, BGHSt 50, 80, Rn. 5, 37).
  • OLG Bamberg, 29.01.2008 - 2 Ss 125/07  

    Störung der Totenruhe: Wegnahme von Zahngold aus der Asche eines verstorbenen

    Rechtsgut dieses Tatbestandes ist nicht nur der postmortale Persönlichkeitsschutz des Toten, sondern auch das Pietätsgefühl der Allgemeinheit (BGHSt 50, 80/89; OLG München NJW 1976, 1805/1806; KG NJW 1990, 782/783; Schönke/Schröder/Lenckner § 168 Rn. 1; LK/Dippel § 168 Rn. 2; MüKo/Hörnle § 168 Rn. 1, 2; NK-Herzog § 168 Rn. 1; a.A. SK-Rudolphi/Rogall § 168 Rn. 2).

    Menschenwürde in diesem Sinn ist nicht nur die individuelle Würde der jeweiligen Person, sondern die Würde des Menschen als Gattungswesen (BVerfGE 87, 209/228; BGHSt 50, 80/89).

  • BGH, 09.11.2011 - 5 StR 328/11  

    Tötung eines homosexuellen Freiers: Auf Notwehr gestützter Freispruch aufgehoben

    Die Einlassungen sind auch nicht der gebotenen Gesamtwürdigung unterzogen worden (vgl. BGH, Urteil vom 22. April 2005 - 2 StR 310/04, BGHSt 50, 80, 85).
  • BGH, 18.09.2008 - 5 StR 224/08  

    Anforderungen an die Begründung eines Freispruchs und einer Verurteilung;

    Ein Rechtsfehler kann auch darin liegen, dass der Tatrichter einer Einlassung kritiklos gefolgt ist (vgl. BGHSt 50, 80, 85) oder eine nach den Feststellungen nicht nahe liegende Schlussfolgerung gezogen hat, ohne konkrete Gründe anzuführen, die diese stützen können.
  • BGH, 08.01.2009 - 5 StR 578/08  

    Beweiswürdigung (besondere Anforderungen; Aussage gegen Aussage;

    b) Das Landgericht hat es ferner unterlassen, die Plausibilität der Einlassungen der Nichtrevidenten kritisch zu prüfen (vgl. BGHSt 50, 80, 85; 51, 324, 325).
  • BGH, 08.04.2009 - 5 StR 65/09  

    Beweiswürdigung (Rechtsfehler; Einlassung; Verteidigungsvorbringen; Äußerungen

    Ein Rechtsfehler kann auch darin liegen, dass der Tatrichter einer Einlassung kritiklos gefolgt ist (vgl. BGHSt 50, 80, 85) oder dass entlastende Angaben eines Angeklagten, für die keine zureichenden Anhaltspunkte bestehen und deren Wahrheitsgehalt fraglich ist, mit anderen Beweismitteln in Bezug gesetzt worden sind, deren Beweiswert indes nach unzutreffenden Maßstäben (vgl. BGH NStZ 2001, 491, 492) oder lückenhafter oder wertungsfehlerhafter Würdigung bestimmt worden ist (vgl. BGHR StPO § 261 Überzeugungsbildung 33; BGH, Urteil vom 18. September 2008 - 5 StR 224/08 Rdn. 12 ff., teilweise abgedruckt in BGHR StPO § 261 Beweiswürdigung, unzureichende 20).

    cc) Die Annahme des Landgerichts, der Angeklagte sei durch die Provokation des Opfers zur Tat gedrängt worden, stößt auf Bedenken, weil sie ausschließlich auf der ersichtlich nicht kritisch hinterfragten Einlassung des Angeklagten beruht (vgl. BGHSt 50, 80, 85).

  • OLG Düsseldorf, 10.06.2016 - 16 U 89/15  
  • LG Ellwangen/Jagst, 27.02.2014 - 1 Ks 9 Js 94162/12  

    NS-Verfahren, Verhandlungsfähigkeit, Anforderungen

  • BGH, 06.11.2013 - 2 StR 357/13  

    Beweiswürdigung des Tatrichters (Bewertung entlastender Aussagen: Gesamtwürdigung

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