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   LAG Hamm, 01.06.2012 - 18 Sa 683/11   

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LAG Hamm, 01.06.2012 - 18 Sa 683/11 (https://dejure.org/2012,32740)
LAG Hamm, Entscheidung vom 01.06.2012 - 18 Sa 683/11 (https://dejure.org/2012,32740)
LAG Hamm, Entscheidung vom 01. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 (https://dejure.org/2012,32740)
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Volltextveröffentlichungen (5)

  • openjur.de

    Entscheidung nach Lage der Akten, Zurückverweisung, Mobbing, Straining, Ausschlussfrist

  • NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)

    §§ 251a, 538 ZPO, §§ 54, 68 ArbGG, § 33 TV-Ärzte-KF, § 36 BAT-KF
    Entscheidung nach Lage der Akten, Zurückverweisung, Mobbing, Straining, Ausschlussfrist

  • rewis.io
  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Zurückverweisung des Rechtsstreits bei unzulässiger Entscheidung nach Aktenlage; Geltung der tarifliche n Ausschlussfrist auch für Ansprüche nach § 15 AGG

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)

    Zurückverweisung des Rechtsstreits bei unzulässiger Entscheidung nach Aktenlage; Geltung der tariflichen Ausschlussfrist auch für Ansprüche nach § 15 AGG

Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (8)

  • LAG Baden-Württemberg, 19.08.2021 - 17 Sa 66/20

    Urteil nach Lage der Akten ohne Klageantrag unzulässig, Keine Zurückverweisung an

    In der neueren Rechtsprechung wird der Erlass eines Urteils nach Aktenlage nach zutreffender Auffassung jedoch überwiegend abgelehnt, wenn - wie im vorliegenden Fall - der mündlichen Verhandlung, in der die klägerische Partei säumig war, lediglich ein Gütetermin vorangegangen ist, in dem keine Sachanträge gestellt wurden (vgl. LAG Hessen 10. November 2015 - 15 Sa 476/15 - Rn. 32; LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 39 mwN; LAG Bremen 25. Juni 2003 - 2 Sa 67/03 - Rn. 29; LAG Köln 10. April 2018 - 4 Sa 1024/16 - Rn. 52; so auch ErfK/Koch, 21. Aufl. 2021, ArbGG § 55 Rn. 4; Düwell/Lipke/Kloppenburg, 4. Aufl. 2016, § 59 Rn. 33; BCF/Creutzfeldt ArbGG, 5. Aufl. 2008, § 55 Rn. 9; GK-ArbGG/Schütz, 125 Juni 2021, § 59 Rn. 51).

    Die Erörterung der Sach- und Rechtslage im Gütetermin ist im Falle einer Säumnis der klagenden Partei in der ersten Kammerverhandlung keine mündliche Verhandlung im Sinne des § 251a Abs. 2 Satz 1 ZPO, so dass ein Urteil nach Lage der Akten nicht ergehen darf (vgl. ebenso LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 39 mwN; LAG Bremen 25. Juni 2003 - 2 Sa 67/03 - Rn. 29; LAG Hessen 10. November 2015 - 15 Sa 476/15 - Rn. 32; LAG Köln 10. April 2018 - 4 Sa 1024/16 - Rn. 52).

    Diese Vorschriften tragen der Notwendigkeit Rechnung, den Gegenstand des Prozesses durch eine konkrete Antragstellung zu bestimmen; denn das Gericht ist nicht befugt, einer Partei etwas zuzusprechen, was nicht beantragt ist, § 308 Abs. 1 ZPO (so BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - Rn. 20 zum Begriff des Verhandelns iSd. § 333 ZPO; LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 41).

    Dem kann nicht durch eine bloße streitige Erörterung der Sach- und Rechtslage Genüge getan werden; aus Gründen der prozessualen Klarheit und wegen der Notwendigkeit, die Sachentscheidungsbefugnis des Gerichts abzugrenzen, bedarf es einer konkreten, auf die Sachentscheidung des Gerichts ausgerichteten Antragstellung (so BAG 4. Dezember 2002 - 5 AZR 556/01 - Rn. 20 zum Begriff des Verhandelns iSd. § 333 ZPO; LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 41; vgl. ebenso LAG Bremen 25. Juni 2003 - 2 Sa 67/03 - Rn. 29).

    § 54 Abs. 1 Satz 1 ArbGG rechtfertigt keine andere Bewertung (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 43; im Ergebnis ebenso LAG Hessen 10. November 2015 - 15 Sa 476/15 - Rn. 32; LAG Köln 10. April 2018 - 4 Sa 1024/16 - Rn. 53).

    Die Vorschrift stellt lediglich klar, dass - in Abgrenzung zu § 137 Abs. 1 ZPO - zu Beginn des Gütetermins keine Anträge zu stellen sind, damit eine ungehinderte Erörterung der Sache mit dem Ziel einer gütlichen Einigung erfolgen kann (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 44; LAG Köln 10. April 2018 - 4 Sa 1024/16 - Rn. 53; GMP/Germelmann/Künzl, 9. Aufl. 2017, ArbGG § 54 Rn. 37).

    Vor diesem Hintergrundordnet auch § 54 Abs. 2 Satz 1 ArbGG an, dass die Klage bis zum Stellen der Anträge - im Kammertermin - ohne Einwilligung des Beklagten zurückgenommen werden kann (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 44; LAG Köln 10. April 2018 - 4 Sa 1024/16 - Rn. 53; GMP/Germelmann/Künzl, 9. Aufl. 2017, ArbGG § 54 Rn. 37).

    § 54 Abs. 1 Satz 1 ArbGG gibt dem Arbeitsgericht nicht die Befugnis, nach vorausgegangener Güteverhandlung bei Säumnis einer Partei im Kammertermin ein Urteil nach Lage der Akten zu erlassen (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 44; LAG Köln 10. April 2018 - 4 Sa 1024/16 - Rn. 53).

    Die Befugnis, ein Urteil nach Lage der Akten zu erlassen, richtet sich ausschließlich nach der Vorschrift des § 251a Abs. 2 Satz 1 ZPO, die auch für das arbeitsgerichtliche Verfahren gemäß §§ 46 Abs. 2 Satz 1 ArbGG, 495 ZPO gilt (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 45).

    Soweit es nach den Vorschriften der Zivilprozessordnung auf den Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung ankommt, ist für das arbeitsgerichtliche Urteilsverfahren anerkannt, dass insoweit auf die streitige Verhandlung im Kammertermin und nicht auf die Güteverhandlung abzustellen ist (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 47).

    Dass demgegenüber im Rahmen des § 251a Abs. 2 Satz 1 ZPO bereits die Güteverhandlung als mündliche Verhandlung anzusehen sein soll, lässt sich auch mit dem besonderen Beschleunigungsgebot für arbeitsrechtliche Streitigkeiten nicht plausibel begründen (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 47).

    Ob das Berufungsgericht statt eigener Sachentscheidung Zurückverweisung wählt, steht bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen des § 538 Abs. 2 ZPO (Eingreifen einer der Fallgruppen, Antrag einer Partei) im Ermessen des Berufungsgerichts (st. RSpr, vgl. zB LAG Baden-Württemberg 05.03.2020 - 17 Sa 11/19 - Rn. 70; LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 50 mwN; BGH 1. Februar 2020 - II ZR 209/09 - Rn. 16; BeckOK ZPO/Wulf, 41. Ed. 1.7.2021, ZPO § 538 Rn. 6; MüKoZPO/Rimmelspacher, 6. Aufl. 2020, ZPO § 538 Rn. 76, 77; Zöller/Heßler ZPO, 33. Aufl. 2020, § 538 Rn. 6).

    Voraussetzung für die Zurückverweisung ist jedenfalls, dass die weitere Verhandlung vor dem erstinstanzlichen Gericht erforderlich ist; falls der Rechtsstreit vor dem Berufungsgericht zur Endentscheidung reif ist, muss eine Zurückverweisung ausscheiden (LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 50 mwN; vgl. Zöller/Heßler ZPO, 33. Aufl. 2020, § 538 Rn. 6).

  • BAG, 26.09.2013 - 8 AZR 1013/12

    Schadensersatz - Mobbing - Ausschlussfrist

    Auf die Revision des Klägers wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - aufgehoben.
  • OVG Nordrhein-Westfalen, 08.02.2017 - 3 A 80/16

    Landes- und Kommunalbeamte erhalten Entschädigung für altersdiskriminierende

    vgl. BAG, Urteil vom 24.9.2009 - 8 AZR 705/08 -, juris, Rn. 59 f.; LAG Hamm, Urteil vom 1.6.2012 - 18 Sa 683/11 -, juris, Rn. 127; Hess. LAG, Urteil vom 7.2.2012 - 2 Sa 1411/10 -, juris, Rn. 51; Bauer/Krieger, AGG, 4. Aufl. 2015, § 15, Rn. 52; Sponer/Steinherr, TVöD Gesamtausgabe, Stand: 1.6.2015, § 15 AGG, Rn. 81.
  • LAG Baden-Württemberg, 05.03.2020 - 17 Sa 11/19

    Güteverhandlung als früherer Termin bei einer Entscheidung nach Aktenlage -

    Laut § 137 Abs. 1 ZPO wird die mündliche Verhandlung zwar dadurch eingeleitet, dass die Parteien ihre Anträge stellen (darauf stellen ab: LAG Hamm 4. März 2011 - 18 Sa 907/10 - Rn. 38 ff.; LAG Hamm 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 39 ff.; LAG Hessen 10. November 2015 - 15 Sa 476/15 - Rn. 32; LAG Köln 10. April 2018 - 4 Sa 1024/16 - Rn. 52 f.) Dagegen "beginnt" nach § 54 Abs. 1 Satz 1 ArbGG die mündliche Verhandlung mit der Güteverhandlung, während im Zivilprozess nach § 278 Abs. 2 Satz 1 ZPO die Güteverhandlung der mündlichen Verhandlung "voraus" "geht".

    Das Berufungsgericht muss selbst entscheiden, wenn die Sache ohne weitere Verhandlung spruchreif ist, etwa durch Klageabweisung (Zöller/Heßler, 33. Auflage 2020, § 538 ZPO Rn. 6; siehe auch Musielak/Voit/Ball, 16. Auflage 2019, § 538 ZPO Rn. 3 f.; LAG Hessen 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 - Rn. 50).

  • VG Münster, 01.10.2015 - 4 K 433/13

    Beamten steht Entschädigung wegen altersdiskriminierender Besoldung zu

    BAG, Urteil vom 24. September 2009, - 8 AZR 705/08 -, NZA 2010, 387 (Rn. 59 f.); LAG Hamm, Urteil vom 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 -, juris, Rn. 127; Hess. LAG, Urteil vom 7. Februar 2012 - 2 Sa 1411/10 -, juris, Rn. 51; Bauer, AGG, 4. Aufl. 2015, § 15 Rn. 52; Sponer/Steinherr, TVöD Gesamtausgabe, 146. Update 08/15, § 15 AGG Rn. 81.
  • VG Münster, 01.10.2015 - 4 K 1643/13

    Beamten steht Entschädigung wegen altersdiskriminierender Besoldung zu

    BAG, Urteil vom 24. September 2009, - 8 AZR 705/08 -, NZA 2010, 387 (Rn. 59 f.); LAG Hamm, Urteil vom 1. Juni 2012 - 18 Sa 683/11 -, juris, Rn. 127; Hess. LAG, Urteil vom 7. Februar 2012 - 2 Sa 1411/10 -, juris, Rn. 51; Bauer, AGG, 4. Aufl. 2015, § 15 Rn. 52; Sponer/Steinherr, TVöD Gesamtausgabe, 146. Update 08/15, § 15 AGG Rn. 81.
  • LAG Rheinland-Pfalz, 26.09.2017 - 8 Sa 134/17

    Entschädigungsanspruch, Ausschlussfrist

    Dagegen liegt ein Dauerzustand dann nicht vor, wenn die für die Belästigung maßgeblichen Vorgänge bereits abgeschlossen sind und lediglich nachwirken (vgl. BAG 24.09.2009 - 8 AZR 705/08 - , juris, Rn. 59 f.; LAG Rheinland-Pfalz 28.10.2015 - 4 Sa 12/14,- juris, Rn. 61; LAG Hamm 01.06.2012 - 18 Sa 683/11 -, juris, Rn. 127).
  • ArbG Köln, 21.02.2018 - 9 Ca 5912/17
    Insofern ist nach Ansicht der Kammer in Übereinstimmung mit der herrschenden Meinung in Rechtsprechung (Hess. LAG, Urt. v. 31. Oktober 2000 - 9 Sa 2072/99, MDR 2001, 517 mwN; ArbG Berlin, Urt. v. 21. November 2016 - 19 Ca 10449/16, juris; ArbG Köln, Urt. v. 8. März 2013 - 2 Ca 4314/12, juris; aA LAG Hamm, Urt. vom 18. Dezember 2012 - 18 Sa 683/11, juris) und Literatur (siehe Korinth, in: Schwab/Weth, ArbGG, 5. Aufl., Köln, 2018, § 59 ArbGG Rn. 52; Schleusener, in: Germelmann/Matthes/Prütting, 9. Aufl., München, 2017, § 55 ArbGG, Rz. 18 und § 59 ArbGG Rn. 21; Lepke, DB 1997, 1564 [1566]; Rieker, in: Natter/Gross, ArbGG, 2. Aufl., München, 2013, § 59 ArbGG Rn. 3; Stadler, in: Musielak/Voit, ZPO, 12. Aufl., München, 2015, § 251a ZPO, Rz. 7; Ostrowicz/Küzl/Scholz, Handbuch des arbeitsgerichtlichen Verfahrens, 5. Aufl., Berlin, 2015, Rn. 252; aA GK-ArbGG/Schütz, § 59 Rz. 51) eine Güteverhandlung im arbeitsgerichtlichen Verfahren ausreichend, da die mündliche Verhandlung im arbeitsgerichtlichen Verfahren gem. § 54 Abs. 1 ArbGG - anders als nach der ZPO - mit der Güteverhandlung beginnt.
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