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   OVG Saarland, 28.05.1999 - 3 R 74/98   

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https://dejure.org/1999,2451
OVG Saarland, 28.05.1999 - 3 R 74/98 (https://dejure.org/1999,2451)
OVG Saarland, Entscheidung vom 28.05.1999 - 3 R 74/98 (https://dejure.org/1999,2451)
OVG Saarland, Entscheidung vom 28. Mai 1999 - 3 R 74/98 (https://dejure.org/1999,2451)
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Volltextveröffentlichungen (2)

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)

    Yezidische Religionsangehörige; Nordostsyrien; Verfolgungsdichte; Diskriminierung; Teufelsanbeter; Gruppenverfolgung; Inländische Fluchtalternative

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
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Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (24)

  • OVG Sachsen-Anhalt, 30.01.2008 - 3 L 75/06

    Asyl und Abschiebungsschutz

    Der Senat sieht zunächst in Übereinstimmung mit der einschlägigen obergerichtlichen Rechtsprechung keine Anhaltspunkte für eine unmittelbare staatliche Gruppenverfolgung von Yeziden (vgl. Hess. VGH, Urt. v. 22.6.2006 - 3 UE 1678/03.A - VG Bremen, Urt. v. 16.12.2003 - 1 K 1835/99.A - unter Hinweis auf OVG Bremen, Urt. v. 4.11.1998 - OVG 2 BA 4/97 - OVG NRW, Urt. v. 21.4.1998 - 9 A 6597/95.A - OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - Beschl. v. 27.2.2002 - 3 Q 230/00 - Nds. OVG, Urt. v. 5.2.1997 - 2 L 3670/96 - Urt. v. 22.6.2004 - 2 L 6129/96 -).

    Dabei ist zu berücksichtigen, dass der laizistische syrische Staat, dessen Führung sich aus Mitgliedern der religiösen Minderheit der Aleviten zusammensetzt, nicht zuletzt im eigenen Interesse gegenüber (religiösen) Minderheiten eine "Politik der langen Leine" betreibt und dabei den religiösen Minderheiten einschließlich der Yeziden einen weiten Freiraum gewährt (vgl. Auswärtiges Amt, Lagebericht v. 13.1.1999 - 514-516.80/SYR - und v. 11.3.2002 - 508-516.80/3 SYR - und v. 26.2.2007 - 508-516.80/3 SYR - amnesty international, Auskunft v. 24.6.1998 - MDE 24-97.148 - Deutsches Orientinstitut, Gutachten v. 21.4.1993 an VG Ansbach; OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - S. 7 f. d. UA).

    Der Senat sieht in Übereinstimmung mit der übrigen obergerichtlichen Rechtsprechung (vgl. Urt. d. Senats v. 27.6.2001 - A 3 S 482/98 - Nds. OVG, Urt. v. 27.3.2001, a. a. O.; OVG des Saarlandes, Urt. v. 28.5.1999, a. a. O.; OVG NRW, Urt. v. 21.4.1998, a. a. O.) den Nordosten Syriens (Distrikt Hassake) als räumlich abgrenzbaren Teil des syrischen Staatsgebiets an, in dem sich ein Verfolgungsgeschehen unter den dortigen ethnischen und historischen Bedingungen nach eigenen Gesetzmäßigkeiten vollzieht.

    Während die Yeziden im Afrin-Gebiet sich trotz der auch dort zu beobachtenden religiös begründeten Spannungen als Gruppe bisher behaupten konnten (vgl. Urteil des Senats v. 27.6.2001 - A 3 S 482/98 - ; Maisel, Magisterarbeit, a. a. O., S. 63; ders. auch im Gutachten "Zur gegenwärtigen Lage der Yeziden in Syrien mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Ostsyrien" vom Juli 1998, S. 2, 8), befinden sich die Yeziden in der Provinz Hassake, die zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Gebieten Syriens gehört (OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999, a. a. O., S. 13 d. UA), in einem wirtschaftlich motivierten Verdrängungswettbewerb mit anderen ethnisch-religiösen Gruppen, der vor allem zu ihren Lasten geht (Deutsches Orient-Institut, Gutachten v. 21.4.1993 an VG Hannover, S.10; Wießner, Stellungnahme v. 17.9.1996 an Nds. OVG im Verfahren 2 L 3670/96, S. 5).

    Eine weitere Begrenzung der Prüfung des Verfolgungsgeschehens auf einzelne Siedlungen oder Dörfer (so vormals Nds. OVG, Urt. v. 05.2.1997, a. a. O.) ist hingegen nicht geboten (vgl. OVG des Saarlandes, Urt. v. 28.5.1999, a. a. O.).

    Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hat sich in seinem Urteil vom 28. Mai 1999 - 3 R 74/98 - dieser Einschätzung angeschlossen.

    Von derartigen Vorfällen ist jedoch nichts bekannt geworden (vgl. Deutsches Orient-Institut, Stellungnahme v. 8.7.1997 an VG Gießen - 174 al/br - S. 5; ebenso OVG des Saarlandes, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - S. 33 d. UA).

    Soweit es möglichen Belästigungen und Benachteiligungen nicht bereits an der asylrechtlichen Relevanz mangelt, weil sie sich noch in dem Rahmen bewegen, was die yezidische Bevölkerung in dieser Region allgemein hinzunehmen hat, ist in jedem Fall davon auszugehen, dass die Klägerin mit ihren Eltern vor ethnisch-religiös motivierten Übergriffen arabischer Moslems - wenn nicht im Hassake-Gebiet - so doch im Afrin-Gebiet hinreichende Sicherheit für den Fall ihrer Rückkehr nach Syrien finden wird (ebenso OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1998 - 3 R 74/98 -, S. 47, 59; OVG LSA, Urt. v. 4.12.2002 - 3 L 280/01 -).

    Das Afrin-Gebiet gilt in Syrien als "yezidisches Gebiet" (OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - m. Hinweis auf AA, Stellungnahme v. 22.4.1998).

    Gleichwohl rechtfertigt dieser Umstand nicht schon die Annahme, dass es dort keine hinreichende Verfolgungssicherheit gibt (ebenso OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 54 ff. UA; zur Anzahl der Verfolgungsschläge vgl. auch Urt. d. Senats v. 4.9.2002 - A 3 S 648/98 -).

    Es soll sich vielmehr um eine gemischte Bevölkerung von 50 v. H. orthodoxen Yeziden und 50 v. H. "modernen" Yeziden handeln (Prieß, Gutachten v. 10.2.1997, S. 2; OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 16).

    Für Yeziden aus dem Hassake-Gebiet ist nach allem eine inländische Fluchtalternative im Afrin-Gebiet anzunehmen, in der sie vor Übergriffen moslemischer Araber hinreichend sicher sind (ebenso OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1998 - 3 R 74/98 -, S. 47, 59).

    Die gegenteilige Auffassung des Oberverwaltungsgerichts Niedersachsen (Urt. v. 5.2.1997 - 2 L 3670/96 -, S. 35/36 UA), nach der die Yeziden aus dem Hassake-Gebiet im Afrin-Gebiet eine ähnlich fremde und fern liegende Region wie in sonstigen, von Andersgläubigen besiedelten Gebieten vorfinden, ist nicht hinreichend unterlegt (ebenso OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 56 UA).

  • OVG Saarland, 11.03.2002 - 3 Q 79/01

    Geltendmachung der Grundsatzbedeutung einer Rechtssache unter dem Gesichtspunkt

    (Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 - Beschluß des Senats vom 30.5.2000 - 3 Q 152/98 - ebenso unter Änderung der Rechtsprechung OVG Lüneburg, Urteile vom 22.6.1999 - 2 L 666/98 - sowie vom 14.7.1999 - 2 L 4943/97 -).

    (Maisel, Doppelte Minderheit: Die syrischen Yaziden im Spannungsfeld von Ethnizität und Religion, Magisterarbeit vom 22.5.1997, S. 68, Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 15 des amtl. Umdrucks; sinngemäß auch Maisel, Yezidengutachten vom 30.11.2000, S. 2 und Kulturforum S. 3.).

    (Yonan, Syriengutachten, Februar 1990, S. 13/14; Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 15 des amtl. Umdrucks.).

    (Maisel, Yezidengutachten vom 30.11.2000 - 8 A 479/98 MD -, S. 11/12, und schon Maisel, Doppelte Minderheit: Die syrischen Yaziden im Spannungsfeld von Ethnizität und Religion, S. 67; eingehend zur Situation im Nordosten Syriens Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 13 bis S. 19 des amtl. Umdrucks.).

    (Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 13 des amtl. Umdrucks.).

    (Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 13 des amtl. Umdrucks; zu dem wirtschaftlichen Auswanderungsdruck auf die Yeziden Lagebericht des Auswärtigen Amtes vom 8.2.2001 - 514-516.80/3 SYR, S. 10; Deutsches Orient-Institut, Gutachten vom 21.4.1993 - 175.a/ge -, S. 10; Gutachten Wießner vom 17.9.1996 - 2 L 3670/96 -, S. 5.).

    (Bericht der Deutschen Botschaft Damaskus vom 27.12.1996 - RK 320.15 - S. 1 und 2; Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 18 des amtl. Umdrucks.).

    Ausgehend von diesem Maßstab der Verfolgungsdichte hat der Senat in seinem Grundsatzurteil vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 - eine Gruppenverfolgung der Yeziden in ganz Syrien für das allein problematische Siedlungsgebiet Nordostsyrien jedenfalls wegen fehlender Verfolgungsdichte ausgeschlossen.

    Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 33 bis S. 48 des amtl.

    Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 37 des amtl.

    (Urteil vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 - Beschluß des Senats vom 30.5.2000 - 3 Q 152/98 -.).

    Urteil des Senats vom 28.5.1999 -3 R 74/98-, S. 37 des amtl.

    Selbst wenn man aber zugunsten der Yeziden entgegen diesem Ansatzpunkt von der jährlichen Verfolgungsdichte für yezidische Familien ausgeht mit einer durchschnittlichen Anzahl von 10 Familienangehörigen, zur Durchschnittsgröße der yezidischen Familie von 10 Personen Urteil des Senats vom 28.5.1999 -3 R 74/98-, S. 36 des amtl.

    So bereits eingehend die auch nach dem vorliegenden Gutachten des Kulturforums fortgeltende qualitative Würdigung des Senats in seinem Grundsatzurteil vom 28.5.1999 -3 R 74/98-, S. 44-46 des amtl.

    (Urteil des Senats vom 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, S. 65 des amtl. Umdrucks; der den Prozeßbevollmächtigten der Kläger bekannte Senatsbeschluß vom 23.10.2000 - 3 Q 71/99 -, S. 10/11 des amtl. Umdrucks; Beschluß des Senats vom 19.1.2001 - 3 Q 151/99 -, S. 6 des amtl. Umdrucks.).

  • OVG Niedersachsen, 27.03.2001 - 2 L 2505/98

    Rechtsstellung der staatenlosen Kurden in Syrien

    An dieser Auffassung hat der Senat nach Prüfung der aktuellen Erkenntnismittellage auch in seiner jüngeren Rechtsprechung festgehalten (vgl. Beschlüsse d. Sen. v. 22.1.2001 - 2 L 3777/00 - u. 23.1.2001 - 2 L 3972/00 - vgl. ebenso OVG NW, Urt. v. 21.4.1998 - 9 A 6597/95.A - OVG Bremen, Urt. v. 4.11.1998 - OVG 2 BA 4/97 - OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - a. A. VG München, Urt. v. 18.5.1999 - M 24 K 97.50376 - VG Magdeburg, Urt. v. 29.1.2001 - 8 A 497/98 MD - offen gelassen im Urt. d. OVG NW v. 22.1.2001 - 8 A 4154/99.A - im Falle einer türkischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens, die in Syrien geboren ist und bis zu ihrer Ausreise Ende 1997 im Distrikt Hassake gelebt hat).

    Diese ständige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, die auch dem Urteil des Senats vom 14. Juli 1999 (a.a.O.) zugrunde liegt (vgl. ebenso OVG NW, Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.; OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.), verstößt entgegen der Ansicht des Beigeladenen nicht gegen Art. 16 a Abs. 1 GG.

    Diese Einschätzung steht in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.), des Oberverwaltungsgerichts Bremen (Urt. v. 4.11.1998, a.a.O.), des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes (Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.) und auch des Verwaltungsgerichts München (Urt. v. 18.5.1999, a.a.O.).

    Denn die Yeziden werden, wie der Senat bereits in seinen Urteilen vom 22. Juni 1999 (a.a.O.) ausgeführt hat, durch derartige Maßnahmen nicht gezwungen, die Ausübung ihrer Religion im häuslich-privaten Bereich oder gemeinsam mit anderen Gläubigen aufzugeben (vgl. ebenso OVG NW, Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.; OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.).

    Denn die schulpflichtigen Yeziden werden auch durch die Teilnahme am Koranunterricht nicht daran gehindert, ihre Religion im häuslich-privaten Bereich oder gemeinsam mit anderen Gläubigen auszuüben (vgl. Urteile d. Sen. v. 22.6.1999, a.a.O.; OVG NW, Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.; OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.).

  • OVG Niedersachsen, 27.03.2001 - 2 L 5117/97

    Gruppenverfolgung von Yeziden und Kurden in Syrien

    An dieser Auffassung hat der Senat nach Prüfung der aktuellen Erkenntnismittellage auch in seiner jüngeren Rechtsprechung festgehalten (vgl. Beschlüsse d. Sen. v. 22.1.2001 - 2 L 3777/00 - u. 23.1.2001 - 2 L 3972/00 - vgl. ebenso OVG NW, Urt. v. 21.4.1998 - 9 A 6597/95.A - OVG Bremen, Urt. v. 4.11.1998 - OVG 2 BA 4/97 - OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - a. A. VG München, Urt. v. 18.5.1999 - M 24 K 97.50376 - VG Magdeburg, Urt. v. 29.1.2001 - 8 A 497/98 MD - offen gelassen im Urt. d. OVG NW v. 22.1.2001 - 8 A 4154/99.A - im Falle einer türkischen Staatsangehörigen yezidischen Glaubens, die in Syrien geboren ist und bis zu ihrer Ausreise Ende 1997 im Distrikt Hassake gelebt hat).

    Diese ständige Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, die auch dem Urteil des Senats vom 14. Juli 1999 (a.a.O.) zugrunde liegt (vgl. ebenso OVG NW, Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.; OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.), verstößt entgegen der Ansicht des Klägers nicht gegen Art. 16 a Abs. 1 GG.

    Diese Einschätzung steht in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.), des Oberverwaltungsgerichts Bremen (Urt. v. 4.11.1998, a.a.O.), des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes (Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.) und auch des Verwaltungsgerichts München (Urt. v. 18.5.1999, a.a.O.).

    Denn die Yeziden werden, wie der Senat bereits in seinen Urteilen vom 22. Juni 1999 (a.a.O.) ausgeführt hat, durch derartige Maßnahmen nicht gezwungen, die Ausübung ihrer Religion im häuslich-privaten Bereich oder gemeinsam mit anderen Gläubigen aufzugeben (vgl. ebenso OVG NW, Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.; OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.).

    Denn die schulpflichtigen Yeziden werden auch durch die Teilnahme am Koranunterricht nicht daran gehindert, ihre Religion im häuslich-privaten Bereich oder gemeinsam mit anderen Gläubigen auszuüben (vgl. Urteile d. Sen. v. 22.6.1999, a.a.O.; OVG NW, Urt. v. 21.4.1998, a.a.O.; OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999, a.a.O.).

  • OVG Niedersachsen, 14.07.1999 - 2 L 4943/97

    Keine Gruppenverfolgung der Yeziden in Nordostsyrien; Asyl; Gruppenverfolgung;

    Die dargestellte Einschätzung der Situation in Syrien aufgrund der Erkenntnismittellage steht in Übereinstimmung mit der Würdigung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (vgl. Urt. v. 21.4.1998 - 9 A 6597/95.A -, UA 5.65 ff. betr. Yeziden und S. 72 ff. betr. Kurden), des Oberverwaltungsgerichts Bremen (vgl. Urt. v. 4.11.1998 - OVG 2 BA 4/97 -, UA S. 11 ff. betr. Yeziden und S. 15 f. betr. Kurden) und des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes (vgl. Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 -, UA S. 7 ff betr. Yeziden).

    Diese Feststellungen hat inzwischen auch das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes ebenso wie die Feststellungen des Senats zur Größe der Gruppe der Yeziden als zutreffend übernommen (Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - UA S. 23 ff. u. S. 36).

    10 Familienangehörigen, vgl. das Senatsurt. v. 5.2.1997, aaO S. 21 u. OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1999, aaO S. 35) - zugrundegelegt, ergibt sich, dass 99, 87 % der Familien nicht betroffen sind.

    Diese Zahl liegt nach den obigen Feststellungen weit oberhalb der Größenordnung, bei der man noch von einer zahlenmäßig äußerst geringen Gruppe sprechen kann (vgl. hierzu im Einzelnen mit überzeugenden Ausführungen OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - S. 38 ff. UA u. OVG Münster, Urt. v. 21.4.1998 - 9 A 6597/95. A, S. 61, 62 UA).

    Im Übrigen ist zu beachten, dass der Bevölkerungsrückgang der Yeziden zwar bewirken kann, dass bei der feindlich gesonnenen Bevölkerung der Umgebung die Hemmschwelle zu Übergriffen sinkt, dass die Übergriffe aber auch wesentlich durch den Verdrängungswettbewerb zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen bedingt sind (vgl. hierzu z.B. OVG Saarlouis, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98 - S. 42 ff. UA) und sich demgemäß die Abwanderung infolge des dadurch freiwerdenden Landes und Besitzes auch entschärfend auf den Verdrängungswettbewerb auswirken kann.

  • OVG Niedersachsen, 22.06.1999 - 2 L 666/98

    Syrien: Gruppenverfolgung von Yeziden und Kurden; Abschiebungsschutz; Asyl;

    Dieser Auffassung haben sich das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen im Urteil vom 21. April 1998 (9 A 6597/95.A, UA S. 21 ff.) und das Oberverwaltungsgericht Saarland im Urteil vom 28. Mai 1999 (3 R 74/98, UA S. 28 ff.) für den Nordosten Syriens angeschlossen.

    Das Oberverwaltungsgericht Saarland ist in seinem Urteil vom 28. Mai 1999 (aaO, UA S. 56) unter Bezugnahme auf die von Prieß in ihrem Gutachten vom 10. Februar 1997 an das Verwaltungsgericht Braunschweig gemachten Angaben sogar von einem Bevölkerungsstand von etwa 12.000 Yeziden ausgegangen.

  • OVG Niedersachsen, 22.06.1999 - 2 L 670/98

    Syrien: Gruppenverfolgung von Yeziden und Kurden; Abschiebungsschutz;

    Dieser Auffassung haben sich das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen im Urteil vom 21. April 1998 (9 A 6597/95.A, UA S. 21 ff.) und das Oberverwaltungsgericht Saarland im Urteil vom 28. Mai 1999 (3 R 74/98, UA S. 28 ff.) für den Nordosten Syriens angeschlossen.

    Das Oberverwaltungsgericht Saarland ist in seinem Urteil vom 28. Mai 1999 (aaO, UA S. 56) unter Bezugnahme auf die von Prieß in ihrem Gutachten vom 10. Februar 1997 an das Verwaltungsgericht Braunschweig gemachten Angaben sogar von einem Bevölkerungsstand von etwa 12.000 Yeziden ausgegangen.

  • OVG Sachsen, 05.06.2012 - A 5 A 414/09

    Asyl, Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft, Abschiebungsschutz, Asyl,

    In Nordostsyrien führt die Landnot zu einem Klima der Konkurrenz und Repression zwischen den einzelnen Volks- und Religionsgruppen, das neben der wirtschaftlichen Benachteiligung von Christen vor allem die yezidische Minderheit im Sinne einer Verdrängungswirkung trifft (vgl. dazu OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999 -3 R 74/98 -) und zu einem entsprechenden wirtschaftlichen Auswanderungsdruck auf die Yeziden führt (AA, Lagebericht vom 17.7.2003).

    Umgekehrt bleiben etwas über 99, 9 % der einzelnen Gruppenmitglieder im einzelnen Jahr von asylerheblichen Verfolgungsschlägen unbehelligt (OVG Saarland, Urt. v. 28.5.1999 - 3 R 74/98).

  • OVG Niedersachsen, 20.12.2002 - 2 LA 2358/01

    Gruppenverfolgung; Syrien; Yezide

    Die von dem Beigeladenen aufgeworfene Frage führt darüber hinaus auch deshalb nicht zur Zulassung der Berufung wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache, weil in der bisherigen und aktuellen Rechtsprechung des Senats (vgl. dazu die Urt. v. 14.07.1999 - 2 L 4943/97 -, 27.03.2001 - 2 L 5117/97 -, 22.05.2001 - 2 L 3644/99 - und 12.12.2001 - 2 L 5428/97 - sowie den Beschl. v. 06.12.2002 - 2 LB 833/01 -, m.w.Nachw. zur Rspr. des Senats), die mit der Rechtsprechung anderer Oberverwaltungsgerichte übereinstimmt (vgl. z.B. OVG NW, Urt. v. 21.04.1998 - 9 A 6.597/95.A -; OVG Bremen, Urt. v. 04.11.1998 - OVG 2 BA 4/97 -;OVG Saarland, Urt. v. 28.05.1999 - 3 R 74/98 - und Beschl. v. 11.03.2002 - 3 Q 47/01 -; OVG Magdeburg, Urt. v. 27.06.2001 - A 3 S 461/98  - und Beschl. v. 11.02.2002 - A 3 S 370/99 -), geklärt ist, dass Angehörige der yezidischen Glaubensgemeinschaft aus dem Nordosten Syriens (Distrikt Hassake) in Syrien weder aktuell noch auf absehbare Zeit einer Gruppenverfolgung ausgesetzt sind.
  • VG Düsseldorf, 24.09.2010 - 21 K 4217/09

    Yeziden Syrien (mittelbare) Gruppenverfolgung Gruppenverfolgung

    Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes hat sich in seinem Urteil vom 28. Mai 1999 - 3 R 74/98 - dieser Einschätzung angeschlossen.
  • OVG Saarland, 21.01.2000 - 3 Q 142/98

    Prozessuale Wirksamkeit einer Mandatsniederlegung ohne Bestellung eines neuen

  • OVG Niedersachsen, 22.06.2004 - 2 L 6129/96

    Präklusion im Asylprozess bei nachträglich geltend gemachter anderweitiger

  • VG Düsseldorf, 06.03.2003 - 21 K 8876/98

    Rechtmäßigkeitsprüfung der Abschiebung syrischer Staatsangehöriger kurdischer

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 22.01.2001 - 8 A 4154/99

    Türkei, Syrien, Jesiden, Staatsangehörigkeit, Syrien (A), Verfolgungssicherheit,

  • OVG Saarland, 08.12.2009 - 3 A 354/09

    Anforderungen des Darlegungsgebots des § 78 Abs. 4 S. 4 Asylverfahrensgesetz (

  • VG Gießen, 02.10.2002 - 2 E 4712/00

    Syrien: mittelbare Gruppenverfolgung der Yeziden

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 22.01.2001 - 8 A 4951/99

    Anspruch eines türkischen Staatsangehörigen kurdischer Volkszugehörigkeit und

  • OVG Niedersachsen, 19.02.2003 - 2 LA 5/02

    Trennungsbedingte mittelbare Gefahren im Abschiebezielstaat

  • VG Stade, 10.09.2004 - 6 A 722/04

    Kein Abschiebungsschutz für pflegebedürftige 74-jährige Yezidin aus Syrien, weil

  • VG Braunschweig, 18.09.2003 - 6 A 204/01

    Asylbegehren bei syrischer und türkischer Staatsangehörigkeit

  • VG Düsseldorf, 10.02.2004 - 21 K 2375/01

    Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen der Abschiebung von kurdischen Volkszugehörigen

  • VG Braunschweig, 09.08.2000 - 6 A 1/00

    Zur Asylerheblichkeit von unsittlichen Belästigungen

  • VG Braunschweig, 11.05.2000 - 6 A 210/00

    Belästigungen und Asylerheblichkeit

  • VG Düsseldorf, 06.02.2004 - 21 K 2375/01

    Syrien, Irak, Türkei, Kurden, Jesiden, Staatenlose, Staatsangehörigkeit,

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