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   OVG Sachsen, 18.03.2019 - 1 A 348/18.A   

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OVG Sachsen, 18.03.2019 - 1 A 348/18.A (https://dejure.org/2019,13453)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 18.03.2019 - 1 A 348/18.A (https://dejure.org/2019,13453)
OVG Sachsen, Entscheidung vom 18. März 2019 - 1 A 348/18.A (https://dejure.org/2019,13453)
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Volltextveröffentlichungen (2)

  • Justiz Sachsen

    AufenthG § 60 Abs. 5; AufenthG § 60 Abs. 7; EMRK Art. 3
    Afghanistan; nationale Abschiebungsverbote; humanitäre Verhältnisse; Hazara; Gruppenverfolgung Familie; arbeitsfähiger Mann

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
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Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (15)

  • VGH Baden-Württemberg, 17.12.2020 - A 11 S 2042/20

    Asyl Afghanistan: Abschiebungsverbot für alleinstehende gesunde Männer im

    Dies entsprach der Rechtsprechung anderer Oberverwaltungsgerichte (vgl. OVG Bremen, Urteil vom 12.02.2020 - 1 LB 276/19 -, juris Rn. 55 ff.; Bay. VGH, Urteile vom 06.02.2020 - 13a B 19.33510 -, juris Rn. 17 ff., und vom 28.11.2019 - 13a B 19.33361 -, juris Rn. 17 ff.; OVG Rh.-Pf., Urteil vom 22.01.2020 - 13 A 11356/19 -, juris Rn. 68; Hess. VGH, Urteil vom 23.08.2019 - 7 A 2750/15.A -, juris Rn. 149 f.; OVG NRW, Urteil vom 18.06.2019 - 13 A 3930/18.A -, juris Rn. 198 ff.; Sächs. OVG, Urteil vom 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 68 ff.; Nds. OVG, Urteil vom 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 55 f.; siehe auch OVG des Saarlandes, Beschlüsse vom 12.06.2019 - 2 A 31/19 -, juris Rn. 11, und vom 20.05.2019 - 2 A 194/19 -, juris Rn. 11).
  • VG Bremen, 20.02.2020 - 5 K 3686/16

    Unglaubhaftes Vorbrigen wegen erheblicher Steigerung im Sachvortrag; Lage in der

    Unter dem Begriff der unmenschlichen Behandlung ist die vorsätzliche und beständige Verursachung körperlicher Verletzungen oder intensiven physischen oder psychischen Leids zu verstehen, während bei einer erniedrigenden Behandlung nicht die Zufügung von Schmerzen, sondern eine Vorgehensweise im Vordergrund steht, welche die betreffende Person demütigt, es an Achtung für ihre Menschenwürde fehlen lässt, sie herabsetzt oder in ihr Gefühle der Angst, Beklemmung oder Unterlegenheit erweckt und geeignet ist, den moralischen oder körperlichen Widerstand der Person zu brechen (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 24).

    Dies entspricht dem Maßstab der beachtlichen Wahrscheinlichkeit (BVerwG, Urt. v. 17.11.2011 - 10 C 13.10 -, juris Rn. 20; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 26; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 43; VGH BW, Urt. v. 24.07.2013 - A 11 S 697/13 -, juris Rn. 75).

    Im Rahmen dieser Einzelfallbetrachtung kann auch die allgemeine Lebenssituation der Bevölkerung des aufnehmenden Staates Beachtung finden (EGMR, Urt. v. 28.02.2008 - 37201/06 -, Rn. 130, NVwZ 2008, 1330, 1331; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 27; VGH BW, Urt. v. 24.01.2018 - A 11 S 1265/17 -, juris Rn. 73).

    völlig abhängig von staatlicher Unterstützung ist, die Fähigkeit, im Zielgebiet seine elementaren Bedürfnisse wie Nahrung, Hygiene und Unterkunft zu decken, seine Verletzlichkeit durch Misshandlungen und die Aussicht auf Verbesserung innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens maßgeblich (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 29 m. w. N.).

    Wenn die schlechten humanitären Verhältnisse im Herkunftsgebiet oder im Zielgebiet weder dem Staat noch (im Falle eines bewaffneten Konflikts) den Konfliktparteien zuzurechnen sind, können sie nur in ganz außergewöhnlichen Einzelfällen im Hinblick auf Art. 3 EMRK als eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zu bewerten sein (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 30; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 47; VGH BW, Beschl. v. 14.03.2018 - 13 A 341/18.A -, juris Rn. 19).

    Für die Beurteilung, ob außerordentliche Umstände vorliegen, die - wie hier - nicht in die unmittelbare Verantwortung des Abschiebungszielstaates fallen und die dem abschiebenden Staat nach Art. 3 EMRK eine Abschiebung des Ausländers verbieten, ist grundsätzlich auf den gesamten Abschiebungszielstaat abzustellen und zunächst zu prüfen, ob solche Umstände an dem Ort vorliegen, an dem die Abschiebung endet (BVerwG, Urt. v. 31.01.2013 - 10 C 15.12 -, juris LS 2 und Rn. 26 m. w. N.; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 31; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 53).

    Darunter fallen insbesondere die wirtschaftlichen und humanitären Verhältnisse einschließlich der Gesundheitsversorgung sowie die Sicherheitslage am Ankunftsort und an dem Ort, an den der Betroffene letztlich dauerhaft zurückkehren soll, sowie persönliche und familiäre Umstände (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 31; vgl. auch VGH BW, Urt. v. 03.11.2017 - A 11 S 1704/17 -, juris Rn. 194 ff.).

    Bei der Frage, ob Art. 3 EMRK der Abschiebung unter dem Gesichtspunkt der schlechten humanitären Umstände entgegensteht, müssen eine Vielzahl von Faktoren in den Blick genommen werden, darunter etwa der Zugang für Rückkehrer zu Arbeit, Wasser, Nahrung, Gesundheitsversorgung sowie die Chance, eine adäquate Unterkunft zu finden, der Zugang zu sanitären Einrichtungen und nicht zuletzt die finanziellen Mittel zur Befriedigung elementarer Bedürfnisse, auch unter Berücksichtigung von Rückkehrhilfen (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 31; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 51, 104; VGH BW, Urt. v. 11.04.2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 124).

    (VGH BW, Urt. v. 29.11.2019 A 11 S 2376/19 -, juris Rn. 71 ff., 110 ff., v. 29.10.2019 - A 11 S 1203/19 -, juris Rn. 33 ff. u. v. 26.06.2019 - A 11 S 2108/18 -, juris Rn. 106, 108; HessVGH, Urt. v. 23.08.2019 - 7 A 2750/15.A -, juris Rn. 144, 148 f.; OVG NRW, Urt. v. 18.06.2019 - 13 A 3930/18.A -, juris Rn. 108; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 68; BayVGH, Beschl. v. 29.04.2019 - 13a ZB 19.31492 -, juris Rn. 6 und Urt. v. 08.11.2018 - 13a B 17.31960 -, juris Rn. 34; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 97; OVG LSA, Beschl. v. 17.12.2018 - 3 L 382/18 -, juris Rn. 15).

    Das Erwirtschaften eines - wenn auch sehr geringen - Einkommens wird ihm trotz des angespannten Arbeitsmarkts wenigstens als Tagelöhner möglich sein (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 71; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 106; VGH BW, Urt. v. 11.04.2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 347).

    So setzt der UNHCR voraus, dass der Betroffene im Gebiet einer innerstaatlichen Fluchtalternative "frei von Gefahr und Risiko für Leib und Leben" auf Dauer leben können müsse (ebd., S. 122), ohne diese Voraussetzung näher zu definieren (vgl. SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 71 m. w. N.).

  • VG Bremen, 28.11.2019 - 5 K 810/17

    Wahrscheinlichkeit der Verfolgung eines ehemaligen Regierungsmitarbeiters;

    Vordergrund steht, welche die betreffende Person demütigt, es an Achtung für ihre Menschenwürde fehlen lässt, sie herabsetzt oder in ihr Gefühle der Angst, Beklemmung oder Unterlegenheit erweckt und geeignet ist, den moralischen oder körperlichen Widerstand der Person zu brechen (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 24).

    Dies entspricht dem Maßstab der beachtlichen Wahrscheinlichkeit (BVerwG, Urt. v. 17.11.2011 - 10 C 13.10 -, juris Rn. 20; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 26; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 43; VGH BW, Urt. v. 24.07.2013 - A 11 S 697/13 -, juris Rn. 75).

    Im Rahmen dieser Einzelfallbetrachtung kann auch die allgemeine Lebenssituation der Bevölkerung des aufnehmenden Staates Beachtung finden (EGMR, Urt. v. 28.02.2008 - 37201/06 -, Rn. 130, NVwZ 2008, 1330, 1331; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 27; VGH BW, Urt. v. 24.01.2018 - A 11 S 1265/17 -, juris Rn. 73).

    Für die Beurteilung der Intensität der "Behandlung" sind dann bei einem Schutzsuchenden, der völlig abhängig von staatlicher Unterstützung ist, die Fähigkeit, im Zielgebiet seine elementaren Bedürfnisse wie Nahrung, Hygiene und Unterkunft zu decken, seine Verletzlichkeit durch Misshandlungen und die Aussicht auf Verbesserung innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens maßgeblich (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 29 m. w. N.).

    Wenn die schlechten humanitären Verhältnisse im Herkunftsgebiet oder im Zielgebiet weder dem Staat noch (im Falle eines bewaffneten Konflikts) den Konfliktparteien zuzurechnen sind, können sie nur in ganz außergewöhnlichen Einzelfällen im Hinblick auf Art. 3 EMRK als eine unmenschliche oder erniedrigende Behandlung zu bewerten sein (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 30; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 47; VGH BW, Beschl. v. 14.03.2018 - 13 A 341/18.A -, juris Rn. 19).

    (BVerwG, Urt. v. 31.01.2013 - 10 C 15.12 -, juris LS 2 und Rn. 26 m. w. N.; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 31; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 53).

    Darunter fallen insbesondere die wirtschaftlichen und humanitären Verhältnisse einschließlich der Gesundheitsversorgung sowie die Sicherheitslage am Ankunftsort und an dem Ort, an den der Betroffene letztlich dauerhaft zurückkehren soll, sowie persönliche und familiäre Umstände (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 31; vgl. auch VGH BW, Urt. v. 03.11.2017 - A 11 S 1704/17 -, juris Rn. 194 ff.).

    Bei der Frage, ob Art. 3 EMRK der Abschiebung unter dem Gesichtspunkt der schlechten humanitären Umstände entgegensteht, müssen eine Vielzahl von Faktoren in den Blick genommen werden, darunter etwa der Zugang für Rückkehrer zu Arbeit, Wasser, Nahrung, Gesundheitsversorgung sowie die Chance, eine adäquate Unterkunft zu finden, der Zugang zu sanitären Einrichtungen und nicht zuletzt die finanziellen Mittel zur Befriedigung elementarer Bedürfnisse, auch unter Berücksichtigung von Rückkehrhilfen (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 31; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 51, 104; VGH BW, Urt. v. 11.04.2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 124).

    Insofern schließt er sich der Wertung verschiedener Obergerichte an, die auf Grundlage der im Wesentlichen auch durch den erkennenden Einzelrichter (zum Teil in aktualisierter Fassung) herangezogenen Erkenntnismittel zu der Einschätzung gelangen, dass ein alleinstehender junger gesunder Rückkehrer auch ohne ein soziales Netzwerk in Kabul wenigstens ein Leben am Rande des Existenzminimums bestreiten kann, wenn nicht besondere, individuell erschwerende Umstände festgestellt werden können (HessVGH, Urt. v. 23.08.2019 - 7 A 2750/15.A -, juris Rn. 144, 148 f.; VGH BW, Urt. v. 26.06.2019 - A 11 S 2108/18 -, juris Rn. 106, 108 und Urt. v. 12.10.2018 - A 11 S 316/17 -, juris LS 3; OVG NRW, Urt. v. 18.06.2019 - 13 A 3930/18.A -, juris Rn. 108; SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 68; BayVGH, Beschl. v. 29.04.2019 - 13a ZB 19.31492 -, juris Rn. 6 und Urt. v. 08.11.2018 - 13a B 17.31960 -, juris Rn. 34; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 97; OVG LSA, Beschl. v. 17.12.2018 - 3 L 382/18 -, juris Rn. 15).

    möglich sein (SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 71; NdsOVG, Urt. v. 29.01.2019 - 9 LB 93/18 -, juris Rn. 106; VGH BW, Urt. v. 11.04.2018 - A 11 S 1729/17 -, juris Rn. 347).

    leben können müsse (ebd., S. 122), ohne diese Voraussetzung näher zu definieren (vgl. SächsOVG, Urt. v. 18.03.2019 - 1 A 348/18.A -, juris Rn. 71 m. w. N.).

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