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   LG Rostock, 26.09.2007 - 1 S 21/06   

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LG Rostock, 26.09.2007 - 1 S 21/06 (https://dejure.org/2007,35364)
LG Rostock, Entscheidung vom 26.09.2007 - 1 S 21/06 (https://dejure.org/2007,35364)
LG Rostock, Entscheidung vom 26. September 2007 - 1 S 21/06 (https://dejure.org/2007,35364)
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Wird zitiert von ... (2)

  • LG Rostock, 09.11.2007 - 1 S 31/07
    Ohnehin ist diese Regelung gemäß § 307 BGB unwirksam (vgl. Hinweisbeschluss der Kammer vom 18.04.2007 - 1 S 21/06; LG Rostock, Urteil vom 26.04.2007 - 4 O 316/06 ):.

    Kostenelementeklauseln dienen dazu, einerseits dem Verwender das Risiko langfristiger Kalkulation abzunehmen und ihm seine Gewinnspanne trotz nachträglicher, um belastender Kostensteigerung zu sichern, und andererseits den Vertragspartner davor zu bewahren, dass der Verwender mögliche künftige Kostenerhöhungen vorsorglich schon bei Vertragsschluss durch Risikozuschläge aufzufangen versucht (vgl. Hinweisbeschluss der Kammer vom 18.04.2007 - 1 S 21/06; LG Rostock, Urteil vom 26.04.2007 - 4 O 316/06; LG Bremen, Urteil vom 24.05.2006 - 8 O 1065/05; BGH, Urteil vom 21.09.2005 - VIII ZR 38/05 - Rn. 18 [Flüssiggas I]; Urteil vom 13.12.2006 - VIII ZR 25/06 - Rn. 20 [Flüssiggas II]).

    Die Unangemessenheit der Klauseln wird nicht durch andere Regelungen ausgeglichen (vgl. Hinweisbeschluss der Kammer vom 18.04.2007 - 1 S 21/06; LG Rostock, Urteil vom 26.04.2007 - 4 O 316/06 ).

    Dieser beinhaltet ein materielles Preisanpassungsrecht (vgl. Hinweisbeschluss vom 18.04.2007 und Urteil der Kammer vom 27.09.2007 - 1 S 21/06; BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 15, 17; LG Bonn, Urteil vom 07.09.2006 - 8 S 146/05; LG Hannover, Urteil vom 19.02.2007 - 21 O 88/06; LG Magdeburg, Urteil vom 19.12.2006 - 2 S 265/06; LG Leipzig, Urteil vom 13.10.2006 - 10 O 631/06; Held, NZM 2004, 169, 172 m.w.N; Hempel/Franke, Recht der Energie- und Wasserversorgung, III. Teil, AVBEltV § 4 Rn. 3 sowie dort unter AVBGasV Begr., S. 205 abgedruckte amtliche Begründung; zweifelnd LG Bremen, Urteil vom 24.05.2006 - 8 O 1065/05; ablehnend LG Dresden, Urteil vom 30.06.2006 -10 O 3613/05 ).

    Offen kann bleiben, ob angesichts der Ausgestaltung der - unwirksamen - Regelung in den AGB (Bezugnahme auf den HEL-Wert und damit allein auf die Bezugskosten, nicht aber auf sonstige Kostenfaktoren) eine Auslegung dahingehend zu erfolgen hat, dass rückläufige Kosten außerhalb der Bezugskosten unbeachtet bleiben sollen (hierzu Hinweisbeschluss der Kammer vom 18.04.2007 - 1 S 21/06; zur Unwirksamkeit derartiger Klauseln LG Berlin, GE 2006, 1551, 1553-1554; LG Bremen, Urteil vom 24.05.2006 - 8 O 1065/05; LG Dresden, Urteil vom 30.06.2006 - 10 O 3613/05; BGH, Urteil vom 21.09.2005 - VIII ZR 38/05 - Rn. 19, 23 [Flüssiggas I]; Urteil vom 13.12.2006 - VIII ZR 25/06 - Rn. 23 [Flüssiggas II]; zum Erfordernis der Berücksichtigung rückläufiger Kosten in anderen Bereichen im Rahmen der Billigkeitsprüfung BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 26).

    a) Auf die streitgegenständliche Preiserhöhung zum 01.10.2005 ist § 315 Abs. 3 BGB unmittelbar anwendbar (vgl. Hinweisbeschluss vom 18.04.2007 und Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06; BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 17; im Ergebnis ebenso LG Hannover, Urteil vom 19.02.2007 - 21 O 88/06; Held, NZM 2004, 169, 172; für Netznutzungsentgelte Strom: BGH, NJW 2006, 684-685; OLG Schleswig, Urteil vom 05.04.2006 - 6 Kart U 66/05 ).

    Die gesetzliche Bestimmung eines Leistungsbestimmungsrechtes genügt; eine Beschränkung auf eine vertragliche Einräumung lässt sich § 315 BGB nicht entnehmen (vgl. Hinweisbeschluss vom 18.04.2007 und Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06; BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 14).

    Auch bieten die kartellrechtlichen Grundlagen einen deliktischen Anspruch, welcher anders als § 315 BGB keine Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet (vgl. Hinweisbeschluss vom 18.04.2007 und Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06; BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 18; OLG Karlsruhe, GE 2006, 1547; LG Bonn, Urt. vom 07.09.2006 - 8 S 146/05; LG Hannover, Urteil vom 19.02.2007 - 21 O 88/06; LG Heilbronn, Urteil vom 19.01.2006 - 6 S 16/05; LG Magdeburg, Urteil vom 19.12.2006 - 2 S 265/06; LG Verden, Urteil vom 29.06.2006 - 5 O 118/06; AG Heilbronn, Urteil vom 15.04.2005 - 15 C 4394/04; Held, NZM 2004, 169, 171; für Strompreise BGH, NJW-RR 1992, 183, 185; NJW 2003, 1449, 1450; für Netznutzungsentgelte Strom unter Hinweis auf § 6 Abs. 1 Satz 6 EnWG a.F. BGH, NJW 2006, 684, 685, 686; a.A. LG Karlsruhe, Urteil vom 03.02.2006 - 9 S 300/05; Kunth/Tüngler, NJW 2005, 1313, 1315; LG Rostock, Urteil vom 12.03.2004 - 3 O 181/03 [Netznutzungsentgelt Strom], allerdings beschränkt auf die analoge Anwendung).

    Der ursprüngliche Preis sowie eventuelle vorangegangene Preiserhöhungen sind in die Prüfung auch nicht etwa deshalb einzubeziehen, weil bereits diese unbillig überhöht und dies bei der Bemessung der nunmehrigen Erhöhung zu berücksichtigen sein könnte (vgl. Hinweisbeschluss vom 18.04.2007 und Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06; BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 28 ff.; LG Bonn, Urteil vom 07.09.2006 - 8 S 146/05; LG Heilbronn, Urteil vom 19.01.2006 - 6 S 16/05; LG Verden, Urteil vom 29.06.2006 - 5 O 118/06; AG Euskirchen, Urteil vom 05.08.2005 - 17 C 260/05; AG Wittlich, Urteil vom 22.03.2006 - 4 C 741/05; Kunth/Tüngler, NJW 2005, 1313, 1315; a.A. LG Hannover, Urteil vom 19.02.2007 - 21 O 88/06; AG Heilbronn, Urteil vom 15.04.2005 - 15 C 4394/04 ).

    Dabei kann offen bleiben, ob hierin eine Vereinbarung des Preises liegt (so BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 28 ff.) oder sich der Kunde auf eine Unbilligkeit gemäß § 242 BGB nicht mehr berufen kann (so noch Hinweisbeschluss der Kammer vom 18.04.2007 - 1 S 21/06; LG Hannover, Urteil vom 19.02.2007 - 21 O 88/06; LG Düsseldorf, ZNER 2006, 271).

    Der Maßstab des billigen Ermessens nach § 315 Abs. 1 BGB ist allerdings durch den Vertragszweck sowie die Interessenlage der Parteien konkretisiert, wobei weitere Gesichtspunkte einfließen können (vgl. Hinweisbeschluss vom 18.04.2007 und Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06; BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 17; LG Bonn, Urteil vom 07.09.2006 - 8 S 146/05; AG Heilbronn, Urteil vom 15.04.2005 - 15 C 4394/04; für Strompreise: BGH, NJW-RR 1992, 183, 184; für Netznutzungsentgelte Strom BGH, NJW 2006, 684, 685, 686).

    Ebenso wird als weiterer Gesichtspunkt, der den Prüfungsmaßstab des § 315 Abs. 3 BGB konkretisiert, die in § 1 Abs. 1 EnWG-2005 postulierte möglichst sichere, preisgünstige und umweltverträgliche Versorgung im Interesse der Allgemeinheit berücksichtigt (vgl. Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06; für Netznutzungsentgelte Strom BGH, NJW 2006, 684, 686).

    bb) In der Preisbestimmung können neben der bereits bekannten Entwicklung der Kostensituation grundsätzlich auch Prognoseelemente Berücksichtigung finden (im Einzelnen Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06 ).

    cc) Offen kann bleiben, ob rückläufige Kosten in anderen Bereichen die Unbilligkeit einer Preisänderung begründen können (so BGH, Urteil vom 13.06.2007 - VIII ZR 36/06 - Rn. 26; a.A. für den dortigen Fall aufgrund der konkreten Vertragsgestaltung: Hinweisbeschluss der Kammer vom 18.04.2007 - 1 S 21/06 - unter B.IV.2.d), wobei die Lohn- und allgemeinen Verwaltungskosten der Beklagten, welche wesentliche Kostenfaktoren bilden könnten, ohnehin nicht mengenabhängig sind und sich insoweit eher im Leistungspreis als im Arbeitspreis widerspiegeln dürften, Jedenfalls sind keinerlei Anhaltspunkte vorgetragen oder offenkundig, dass rückläufige Kosten zu verzeichnen seien.

    e) Das Versorgungsunternehmen, welchem das einseitige Preisbestimmungsrecht zusteht, hat die Billigkeit der Preiserhöhung darzulegen und zu beweisen (vgl. Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06; LG Düsseldorf, Beschluss vom 04.01.2006 - 12 O 544/05; LG Oldenburg, WuM 2006, 162; BGH, NJW 2003, 1449, 1450 [Strom]; NJW 2006, 684, 686 [Netznutzungsentgelt Strom]; NVwZ 2006, 603 [Baukostenzuschuss Wasser]; anders nur bei einer bereicherungsrechtlichen Rückforderung durch den Kunden nach vorbehaltloser Zahlung, vgl. BGH, NJW 2006, 684, 686).

    Nur so kann das Gericht beurteilen, ob sich die Preiserhöhung auf gestiegene Bezugskosten beschränkt oder eine unzulässige Gewinnsteigerung vorgenommen wird (vgl. bereits Hinweisbeschluss vom 18.04.2007 und Urteil der Kammer vom 26.09.2007 - 1 S 21/06 ).

  • OLG Bremen, 16.11.2007 - 5 U 42/06

    Gaspreisverfahren - swb

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