Rechtsprechung
   BGH, 12.12.1989 - 1 StR 613/89   

Geldbombe

§ 249 StGB, "Gewalt" liegt nicht vor, wenn nicht die eingesetzte Kraft, sondern List und Schnelligkeit das Bild der Tat prägen

Volltextveröffentlichungen (3)

  • Jurion

    Anforderungen an die Erörterung der Gewalt im Rahmen eines versuchten Raubes - Qualifizierung einer Tat, bei der der Täter dem Opfer eine Geldbombe, die es unter der Achsel trug, mit einem Ruck entreißen wollte als versuchter Diebstahl oder versuchter Raub - Strafbarkeit, wenn der Angeklagte einen erwarteten Widerstand gerade nicht brechen, sondern ihn vermeiden und ihm zuvorkommen wollte

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    StGB § 249

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • StV 1990, 262



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Wird zitiert von ... (8)  

  • BGH, 13.03.2002 - 1 StR 47/02  

    Schwerer Raub; Gewalt (Ausnutzung einer physischen Reaktion des Opfers; zur Tat

    a) Allerdings erfüllt eine allein durch Schnelligkeit und List gekennzeichnete Wegnahme wie z. B. das überraschende, aber nicht mit besonderer Kraftanwendung verbundene Wegreißen einer Handtasche nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht den Raubtatbestand (BGHSt 18, 329 ff., BGHR StGB § 249 Abs. 1 Gewalt 1, 2 und 4).
  • BGH, 01.08.2018 - 3 StR 651/17  

    Unbeachtlichkeit des error in persona für den Mittäter (Identifizierung des

    Auch kann angesichts der - wenngleich ebenfalls inhaltlich nur knapp wiedergegebenen - Geständnisse noch ausgeschlossen werden, dass die Angeklagten im Flur so überraschend schnell und listig zugriffen, dass sie nur dem Tragen der Tabletten dienende Kraft überwinden mussten (dazu BGH, Urteil vom 12. Dezember 1989 - 1 StR 613/89, BGHR StGB § 249 Abs. 1 Gewalt 4; Beschlüsse vom 24. Januar 1989 - 3 StR 568/88, juris Rn. 3 f.; vom 4. Juni 1991 - 5 StR 192/91, juris Rn. 3; vom 12. November 1985 - 1 StR 516/85, NStZ 1986, 218).
  • BGH, 03.11.1992 - 1 StR 543/92  

    Schwerer Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung - Anforderungen an

    Die allein durch das Überraschungsmoment, also Schnelligkeit und List gekennzeichnete Wegnahme, insbesondere das überraschende Wegreißen eines Gegenstandes ohne besondere Kraftanwendung, stellt deshalb keinen Raub dar (BGHSt 18, 329, 330, 331; BGHR StGB § 249 Abs. 1 Gewalt 1, 2 und 4).
  • BGH, 27.07.1999 - 4 StR 328/99  

    Diebstahl; Wegnahme; Raub; Unterbringung in einer Entziehungsanstalt;

    Er ist hiernach durch List und Schnelligkeit zum Ziel gekommen; er brauchte gegen das Opfer nicht in einem solchen Maße Kraft einzusetzen, daß das Erscheinungsbild der Tat durch die Gewalt gegen eine Person geprägt wurde (vgl. BGHR StGB § 249 Abs. 1 Gewalt 1, 2 und 4; Tröndle/Fischer StGB 49. Aufl. § 249 Rdn. 4 jeweils m. w. N.).
  • BGH, 04.06.1991 - 5 StR 192/91  

    Voraussetzungen für die Begründung eines Verfahrenshindernisses bei übermäßiger

    Die Beschreibung des Tathergangs (UA S. 6), die sich darin erschöpft, daß der Angeklagte dem Zeugen H. die Lederjacke aus der Hand riß, als dieser sie gerade anziehen wollte, läßt nicht erkennen, ob der Angeklagte dabei mit Gewalt einen Widerstand des Zeugen gebrochen hat oder ob er diesem die Lederjacke lediglich überraschend aus der Hand genommen hat, ohne daß der Zeuge sich der Wegnahme durch nachdrückliches Festhalten oder sonstigen Widerstand hat widersetzen können (vgl. BGHR StGB § 249 Abs. 1 Gewalt 1, 2 und 4).
  • LG Essen, 18.08.2005 - 10 S 156/05  

    Erbringung von Versicherungsleistungen aus § 5 Nr. 2 VHB wegen Raubes bei Prägung

    Keine Wegnahme "mit Gewalt" im Sinne des § 249 StGB liegt jedoch dann vor, wenn nicht die eingesetzte Kraft, sondern List und Schnelligkeit das Bild der Tat prägen ( BGH Urteil vom 12.12.1989 - AZ: 1 StR 613/89 - mwN ).
  • BGH, 27.08.1991 - 5 StR 297/91  

    Anwendung von Gewalt in Form des Entreissens einer am Körper getragenen

    Trotz der Knappheit der Feststellungen kann angesichts dessen, daß die Frau die Herausgabe ihrer am Körper getragenen Handtasche trotz wiederholter Forderungen verweigerte, ausgeschlossen werden, daß der Mittäter dem Opfer die Tasche etwa unter bloßer Ausnutzung des Überraschungseffektes entriß, was eine Anwendung von Gewalt im Sinne des § 249 Abs. 1 StGB nicht begründen würde (BGH NStZ 1986, 218; BGHR StGB § 249 Abs. 1 Gewalt 1, 2, 4).
  • AG Düsseldorf, 26.04.2004 - 43 C 5879/03  

    Raubüberfall i.R. eines von einer Hausratversicherung gedeckten

    Keine Wegnahme mit Gewalt liegt vor, wenn nicht die eingesetzte Kraft, sondern List und Schnelligkeit das Tatbild prägen (BGH 1 StR 613/89 - Urteil vom 12.12.1989; Tröndle/Fischer § 249 Rn. 4).
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