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   VGH Hessen, 20.03.1989 - 12 UE 3003/86   

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https://dejure.org/1989,445
VGH Hessen, 20.03.1989 - 12 UE 3003/86 (https://dejure.org/1989,445)
VGH Hessen, Entscheidung vom 20.03.1989 - 12 UE 3003/86 (https://dejure.org/1989,445)
VGH Hessen, Entscheidung vom 20. März 1989 - 12 UE 3003/86 (https://dejure.org/1989,445)
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Volltextveröffentlichungen (2)

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Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (28)

  • VGH Hessen, 20.03.1989 - 12 UE 1705/85

    Zur Verfolgungssituation syrisch-orthodoxer Christen in der Türkei -

    Der am 1. Mai 1960 geborene Bruder des Klägers zu 1) war am 16. September 1979 mit seiner Familie eingereist; sein und seiner Ehefrau Asylverfahren schwebt ebenfalls noch beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof (12 UE 3003/86); der Asylantrag ihres Kindes ist sinngemäß zurückgenommen, der zunächst ergangene ablehnende Bescheid des Bundesamts insoweit rechtskräftig aufgehoben worden (VG Wiesbaden I/2 E 5140/83).

    163/77553/81 -- und die über die Kläger zu 1) und 2) geführten Ausländerakten des Oberbürgermeisters der Universitätsstadt G -- 3360 -- (drei Hefter) Bezug genommen, ferner auf die über die Eltern und sowie den Bruder des Klägers zu 1) (Bundesamt 163/75969/80 und VG Wiesbaden IX/1 E 5489/83) und auf die über seine Brüder (Bundesamt Tür-U-7423, VG Wiesbaden IX/V E 5438/83 und Hess. VGH 12 UE 2192/86) und (Bundesamt Tür-S-23356, VG Wiesbaden I/2 E 5140/83 und Hess. VGH 12 UE 3003/86) geführten Bundesamts- und Gerichtsakten.

    Der Senat geht ferner davon aus, daß das mehr als 1.000 Jahre alte Dorf A ursprünglich ein rein christlicher Ort war (Anschütz, a.a.O.; 1., S. 117; -- Mutter der Ehefrau des Bruders des Klägers zu 1) --, Bl. 4 der Bundesamtsakte 163/09625/85), in dem maximal 250 Familien lebten (vgl. 1., S. 117, und die Angaben des Klägers zu 1), Bl. 56 d.A.) und in dem es insgesamt drei oder vier Kirchen gab, wobei der Vater der Ehefrau des Bruders des Klägers zu 1) Priester von "M" bzw. "Si" war (Anschütz, a.a.O.; 1., S. 117); bereits in den 60er Jahren begannen die Christen abzuwandern, und die verlassenen Häuser, Felder und Weinberge wurden von Muslimen in Besitz genommen (vgl. auch hierzu die Angaben des Klägers zu 1), Bl. 49 der Bundesamtsakte 163/77553/81 u. Bl. 228 d.A.; ferner -- Bruder des Klägers zu 1) --, Bl. 207 der Gerichtsakte 12 UE 2192/86; ..., a.a.O.; -- Schwester der Ehefrau des Bruders des Klägers zu 1) --, Bl. 48 der Gerichtsakte VG Wiesbaden VIII/1 E 5765/83), so daß gegen Mitte bis Ende der 70er Jahre noch zwischen 20 und 150 christliche und etwa 20 bis 100 muslimische Familien in A lebten (vgl. dazu die Angaben des Klägers zu 1), Bl. 56 und 228 d.A.; außerdem -- Vater des Klägers zu 1) --, Bl. 25 der Bundesamtsakte 163/75969/80 und Bl. 44 der Gerichtsakte VG Wiesbaden IX/1 E 5489/83; und dessen Ehefrau, Bl. 54, 57 und 167 der Gerichtsakte 12 UE 3003/86; Bl. 80 der Bundesamtsakte 163/09625/85; -- Bruder der Ehefrau des Bruders des Klägers zu 1) --, Bl. 31 der Bundesamtsakte Tür-W-533); diese Entwicklung hat sich in den 80er Jahren stetig fortgesetzt mit der Folge, daß heute nur noch wenige christliche Familien -- es mögen zwischen sieben und 20 sein -- dort wohnen und die syrisch-orthodoxen Kirchen allesamt geschlossen sind oder -- in einem Fall -- als Moschee genutzt werden (vgl. wiederum den Kläger zu 1), Bl. 228 d.A.; Bl. 207 u. 228 der Gerichtsakte 12 UE 2192/86; Bl. 170 der Gerichtsakte 12 UE 3003/86); außerdem ist jetzt Militär in A stationiert (so der Kläger zu 1), Bl. 228 d.A.).

    Soweit der Kläger zu 1) bei seiner Vernehmung erstmals -- und auch nur, nachdem er mit Blick auf entsprechende Angaben seines Bruders in dessen Asylverfahren (vgl. Bl. 55 und 168 der Gerichtsakte 12 UE 3003/86) gebeten worden war, sein Gebiß zu zeigen -- erstmals angegeben hat, ihm seien während des Militärdienstes bei Auseinandersetzungen mehrere Zähne ausgeschlagen worden, ist dies schon deshalb asylrechtlich unerheblich, weil Einzelumstände hierzu und insbesondere die mindestens versuchte Inanspruchnahme des Schutzes höherer Vorgesetzter nicht dargetan worden sind.

    Hinzu kommt, daß die betreffende Schwester und ihre Familie sich -- wie der Bruder des Klägers zu 1) von dem bereits ausgereisten Sohn der Schwester erfahren hat und wie durch Vorlage einer entsprechenden Erklärung des Bruders der Klägerin zu 2) vom 2. März 1989 belegt worden ist -- seit langem ebenfalls intensiv um ihre Ausreise bemühen (vgl. Bl. 232 f. u. 248 d.A. u. Bl. 167 der Gerichtsakte 12 UE 3003/86); die übrigen Beteiligten haben dies nicht bestritten, und unter diesen Umständen kann jedenfalls nicht angenommen werden, daß die Klägerin zu 2) auf absehbare Zeit -- und hierauf ist die asylerhebliche Prognose auszurichten -- bei ihrer Schwester Aufnahme finden würde.

  • VGH Hessen, 04.12.1989 - 12 UE 63/86

    Asylrecht Türkei: chaldäische / syrisch-orthodoxe Christen; wirtschaftliche

    b) Vor dem Hintergrund dieser geschichtlichen Entwicklung kann nicht festgestellt werden, daß die christliche Bevölkerung in der Türkei und insbesondere im Gebiet des Tur'Abdin in dem hier maßgeblichen Zeitraum bis zur Ausreise der Kläger aus der Türkei zwischen Oktober 1979 und August 1980 unter einer religiös motivierten Gruppenverfolgung zu leiden hatte; dies gilt sowohl hinsichtlich einer unmittelbaren staatlichen Verfolgung als auch hinsichtlich einer vom türkischen Staat gebilligten oder geduldeten Verfolgung durch andere Bevölkerungsgruppen (so für chaldäische Christen OVG Rheinland-Pfalz, 06.09.1989 -- 13 A 119/88 -- und für syrisch-orthodoxe Christen schon der früher für Asylverfahren allein zuständige 10. Senat des Hess. VGH in st. Rspr., zuletzt 30.05.1985 -- 10 OE 35/83 --, und jetzt der 12. Senat, 22.02.1988 -- 12 UE 1071/84 --, NVwZ-RR 1988, 48, -- 1587/84 und 2585/85 --, 16.05.1988 -- 12 UE 2571/85 --, 30.05.1988 -- 12 UE 2500/85 u. 2514/85 --, 13.06.1988 -- 12 OE 94/83 --, 27.06.1988 -- 12 UE 2438/85 --, 04.07.1988 -- 12 UE 2573/85 u. 12 UE 25/86 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84, 12 UE 767/85, 12 UE 2497/85 u. 12 UE 2813/86 --, 05.12.1988 -- 12 UE 2487/85 u. 12 UE 2569/85 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 u. 12 UE 2584/85 --, 27.02.1989 -- 12 UE 838/85 u. 12 UE 839/85 --, 20.03.1989 -- 12 UE 1705/85, 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --, InfAuslR 1989, 253, 29.05.1989 -- 12 UE 2586/85 u. 12 UE 2643/85 -- sowie 20.11.1989 -- 12 UE 2336/85 --; ähnlich VGH Baden-Württemberg, 25.07.1985 -- A 12 S 573/81 --, und OVG Lüneburg, 25.08.1986 -- 11 OVG A 263/85 --; a.A. Bay. VGH, 19.03.1981 -- 12.B/5047/79 --, InfAuslR 1981, 219, VGH Baden-Württemberg, 09.02.1987 -- A 13 S 709/86 --, und OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.1985 -- 18 A 10237/84 --, sowie OVG Rheinland-Pfalz, 10.12.1986 -- 11 A 131/86 --).

    Soweit eine Verbesserung der Sicherheitslage mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Situation der Christen in Istanbul bezweifelt wird, fehlt es an konkreten Hinweisen darauf, daß sich tatsächlich entgegen der allgemeinen Lebenserfahrung die in der Türkei in den letzten Jahren zu beobachtende Verbesserung der Sicherheitslage nicht auch zugunsten der christlichen -- einschließlich der chaldäischen und der syrisch-orthodoxen -- Bevölkerung ausgewirkt haben könnte (so für die Chaldäer auch OVG Rheinland-Pfalz, 06.09.1989 -- 13 A 118/89 --, und für die Syrisch-Orthodoxen Bay. VGH, 29.11.1985 -- 11 B 85 C 35 --; VGH Baden-Württemberg, 20.06.1985 -- A 13 S 221/84 --, bestätigt durch BVerwG, 16.10.1986 -- 9 C 320.85 --; VGH Baden-Württemberg, 09.02.1987 -- A 13 S 709/86 --; OVG Bremen, 14.04.1987 -- 2 BA 28/85 u. 32/85 --; OVG Hamburg, 10.06.1987 -- Bf V 21/86 --; OVG Nordrhein-Westfalen, 19.02.1987 -- 18 A 10.315/86 --; Hess. VGH, 30.08.1984 -- X OE 306/82 --, 22.02.1988 -- 12 UE 1071/84, 12 UE 1587/84 u. 12 UE 2585/85 --, 16.05.1988 -- 12 UE 2571/88 --, 30.05.1988 -- 12 UE 2500/85 u. 12 UE 2514/85 --, 13.06.1988 -- 12 OE 94/83 --, 27.06.1988 -- 12 UE 2438/85 --, 04.07.1988 -- 12 UE 2573/85 u. 12 UE 25/86 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84 u. 12 UE 767/85, 12 UE 2497/85 u. 12 UE 2813/86 --, 05.12.1988 -- 12 UE 2487/85 u. 12 UE 2569/85 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 u. 12 UE 2584/85 --, 27.02.1989 -- 12 UE 838/85 u. 12 UE 839/85 --, 20.03.1989 -- 12 UE 1705/85, 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --, 29.05.1989 -- 12 UE 2586/85 u. 12 UE 2643/85 -- sowie 20.11.1989 -- 12 UE 2336/85 --; a.A. OVG Rheinland-Pfalz, 10.12.1986 -- 11 A 131/86 --, aufgehoben durch BVerwG, 06.10.1987 -- 9 C 13.87 --, EZAR 203 Nr. 4 = InfAuslR 1988, 57).

    Es liegen jedoch bisher keine ausreichenden Erkenntnisse für die Schlußfolgerung vor, daß eventuelle Übergriffe von vorgesetzten Stellen und vom türkischen Staat geduldet würden, und außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, hiervon betroffen zu werden, für die Kläger zu 2), 5) und 6) nicht als so groß anzusehen, daß Asylrelevanz angenommen werden kann (vgl. Hess. VGH, 30.08.1984 -- X OE 306/82 --, 22.02.1988 -- 12 UE 1071/84 --, 13.06.1988 -- 12 OE 94/83 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84, 12 UE 767/85, 12 UE 2497/85 u. 12 UE 2813/86 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 --, 27.02.1989 -- 12 UE 839/85 --, 20.03.1989 -- 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --, 29.05.1989 -- 12 UE 2643/85 -- sowie 20.11.1989 -- 12 UE 2336/85 --).

    Alleinstehenden christlichen Frauen, die danach zu einer Sicherung ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage nicht imstande sind, droht mit einer Wahrscheinlichkeit, die nach Überzeugung des Senats der Gewißheit gleichkommt, Entführung durch muslimische Männer und damit notwendigerweise der zwangsweise Übertritt zum Islam (vgl. Hess. VGH, 23.08.1984 -- X OE 609/82 --, 30.05.1988 -- 12 UE 2500/85 --, 27.06.1988 -- 12 UE 2438/85 --, 04.07.1988 -- 12 UE 2573/85 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84 u. 12 UE 767/85 --, 05.12.1988 -- 12 UE 2487/85 u. 12 UE 2569/85 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 --, 27.02.1989 -- 12 UE 838/85 --, 20.03.1989 -- 12 UE 1705/85, 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 -- sowie 29.05.1989 -- 12 UE 2586/85 u. 12 UE 2643/85 --; a.A. OVG Rheinland-Pfalz, 06.09.1989 -- 13 A 118/89 -- und -- jedoch ohne Auseinandersetzung mit den einschlägigen Erkenntnisquellen -- Bay. VGH, 21.08.1989 -- 11 B 89.31003 --).

  • VGH Hessen, 29.05.1989 - 12 UE 2643/85

    Asylrecht Türkei: Syrisch-orthodoxe Christen - Minderjähriger - alleinstehende

    Da sie 1944 und später geboren sind und erst 1979 die Türkei verlassen haben, kann dieses Abkommen auf sie ohnehin nicht angewandt werden (ständige und vom BVerwG durch Urteil vom 17.05.1983 -- 9 C 874.82 --, BVerwGE 67, 195 = EZAR 201 Nr. 5, bestätigte Rechtsprechung des Hess. VGH, vgl. z.B. 11.08.1981 -- X OE 649/81 --, ESVGH 31, 268, 07.08.1986 -- X OE 189/82 --, 01.02.1988 -- 12 OE 419/82 -- sowie 20.03.1989 -- 12 UE 1705/85, 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --).

    b) Vor dem Hintergrund dieser geschichtlichen Entwicklung kann -- entgegen der Auffassung der Kläger -- nicht festgestellt werden, daß die christliche Bevölkerung in der Türkei und insbesondere im Gebiet des Tur'Abdin in dem hier maßgeblichen Zeitraum bis zur Ausreise der Kläger aus der Türkei am 11. September 1979 unter einer religiös motivierten Gruppenverfolgung zu leiden hatte; dies gilt sowohl hinsichtlich einer unmittelbaren staatlichen Verfolgung als auch hinsichtlich einer vom türkischen Staat gebilligten oder geduldeten Verfolgung durch andere Bevölkerungsgruppen (ebenso schon der früher für Asylverfahren allein zuständige 10. Senat des Hess. VGH in st. Rspr., zuletzt 30.05.1985 -- 10 OE 35/83 --, und jetzt der 12. Senat, 22.02.1988 -- 12 UE 1071/84 --, NVwZ-RR 1988, 48, -- 1587/84 und 2585/85 --, 16.05.1988 -- 12 UE 2571/85 --, 30.05.1988 -- 12 UE 2500/85 u. 2514/85 --, 13.06.1988 -- 12 OE 94/83 --, 27.06.1988 -- 12 UE 2438/85 --, 04.07.1988 -- 12 UE 2573/85 u. 12 UE 25/86 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84, 12 UE 767/85, 12 UE 2497/85 u. 12 UE 2813/86 --, 05.12.1988 -- 12 UE 2487/85 u. 12 UE 2569/85 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 u. 12 UE 2584/85, 27.02.1989 -- 12 UE 838/85 u. 12 UE 839/85 -- sowie 20.03.1989 -- 12 UE 1705/85, 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --; ähnlich VGH Baden-Württemberg, 25.07.1985 -- A 12 S 573/81 --, und OVG Lüneburg, 25.08.1986 -- 11 OVG A 263/85 --; a.A. Bay. VGH, 19.03.1981 -- 12.B/5047/79 --, InfAuslR 1981, 219, VGH Baden-Württemberg, 09.02.1987 -- A 13 S 709/86 --, und OVG Nordrhein-Westfalen, 23.04.1985 -- 18 A 10237/84 --, sowie OVG Rheinland-- Pfalz, 10.12.1986 -- 11 A 131/86 --).

    Soweit eine Verbesserung der Sicherheitslage mit den entsprechenden Auswirkungen auf die Situation der Syrisch-Orthodoxen in Istanbul bezweifelt wird (37., S. 17 ff.), fehlt es an konkreten Hinweisen darauf, daß sich tatsächlich entgegen der allgemeinen Lebenserfahrung die in der Türkei in den letzten Jahren zu beobachtende Verbesserung der Sicherheitslage nicht auch zugunsten der christlichen Bevölkerung ausgewirkt haben könnte (so auch: Bay. VGH, 29.11.1985 -- 11 B 85 C 35 --; VGH Baden-Württemberg, 20.06.1985 -- A 13 S 221/84 --, bestätigt durch BVerwG, 16.10.1986 -- 9 C 320.85 --; VGH Baden-Württemberg, 09.02.1987 -- A 13 S 709/86 --; OVG Bremen, 14.04.1987 -- 2 BA 28/85 u. 32/85 --; OVG Hamburg, 10.06.1987 -- Bf V 21/86 --; OVG Nordrhein-Westfalen, 19.02.1987 -- 18 A 10315/86 --; Hess. VGH, 30.08.1984 -- X OE 306/82 --, 22.02.1988 -- 12 UE 1071/84, 1587/84 u. 2585/85 --, 16.05.1988 -- 12 UE 2571/88 --, 30.05.1988 -- 12 UE 2500/85 u. 2514/85 --, 13.06.1988 -- 12 OE 94/83 --, 27.06.1988 -- 12 UE 2438/85 --, 04.07.1988 -- 12 UE 2573/85 u. 12 UE 25/86 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84, 12 UE 767/85, 12 UE 2497/85 u. 12 UE 2813/86 --, 05.12.1988 -- 12 UE 2487/85 u. 12 UE 2569/85 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 u. 12 UE 2584/85 --, 27.02.1989 -- 12 UE 838/85 u. 12 UE 839/85 -- sowie 20.03.1989 -- 12 UE 1705/85, 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --; a.A. OVG Rheinland-Pfalz, 10.12.1986 -- 11 A 131/86 --, aufgehoben durch BVerwG, 06.10.1987 -- 9 C 13.87 --, EZAR 203 Nr. 4 = InfAuslR 1988, 57).

    Es liegen jedoch keine ausreichenden Erkenntnisse für die Schlußfolgerung vor, daß eventuelle Übergriffe von vorgesetzten Stellen und vom türkischen Staat geduldet würden, und außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, hiervon betroffen zu werden, für den Kläger zu 3) nicht als so groß anzusehen, daß Asylrelevanz angenommen werden kann (vgl. Hess. VGH, 30.08.1984 -- 10 OE 306/82 --, 22.02.1988 -- 12 UE 1071/84 --, 13.06.1988 -- 12 OE 94/83 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84, 12 UE 767/85, 12 UE 2497/85 und 12 UE 2813/86 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 --, 27.02.1989 -- 12 UE 839/85 -- sowie 20.03.1989 -- 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --).

    Alleinstehenden christlichen Frauen, die danach zu einer Sicherung ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage nicht imstande sind, droht mit einer Wahrscheinlichkeit, die nach Überzeugung des Senats der Gewißheit gleichkommt, Entführung durch muslimische Männer und damit notwendigerweise der zwangsweise Übertritt zum Islam (vgl. Hess. VGH, 23.08.1984 -- X OE 609/82 --, 30.05.1988 -- 12 UE 2500/85 --, 27.06.1988 -- 12 UE 2438/85 --, 04.07.1988 -- 12 UE 2573/85 --, 17.10.1988 -- 12 UE 2601/84 u. 12 UE 767/85 --, 05.12.1988 -- 12 UE 2487/85 u. 12 UE 2569/85 --, 06.02.1989 -- 12 UE 2580/85 --, 27.02.1989 -- 12 UE 838/85 -- sowie 20.03.1989 -- 12 UE 1705/85, 12 UE 2192/86 u. 12 UE 3003/86 --).

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