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   VG Düsseldorf, 20.03.2014 - 15 K 2271/13   

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VG Düsseldorf, 20.03.2014 - 15 K 2271/13 (https://dejure.org/2014,4516)
VG Düsseldorf, Entscheidung vom 20.03.2014 - 15 K 2271/13 (https://dejure.org/2014,4516)
VG Düsseldorf, Entscheidung vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 (https://dejure.org/2014,4516)
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Volltextveröffentlichungen (4)

Kurzfassungen/Presse (16)

  • nrw.de (Pressemitteilung)

    Klageabweisung in der Prozesssache Schavan

  • faz.net (Pressemeldung, 20.03.2014)

    Plagiats-Affäre: Schavan bleibt ohne Doktor-Titel

  • lto.de (Kurzinformation)

    Titel-Entzug bestätigt - Schavan verliert Prozess um ihren Doktortitel

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)

    Ungültigerklärung einer Dissertationsschrift als Promotionsleistung; Herleitung der Anforderungen an den Nachweis der Eigenständigkeit wissenschaftlichen Arbeitens aus dem Gebot der wissenschaftlichen Redlichkeit

  • wolterskluwer-online.de (Kurzinformation)

    Klageabweisung in der Prozesssache Schavan

  • wolterskluwer-online.de (Kurzinformation)

    Doktorgrad kann auch bei langfristig zurückliegender Täuschungshandlung zurückgenommen werden

  • taz.de (Pressebericht, 20.03.2014)

    Titellos: Schavan verliert Prozess um Doktortitel

  • juraforum.de (Kurzinformation)

    Entziehung des Doktortitels von Annette Schavan wegen Täuschung rechtens

  • kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)

    Plagiat: VG Düsseldorf weist Klage von Annette Schavan gegen Aberkennung des Doktorgrads zurück - Richter bestätigen Plagiatsvorwurf der Universität / Schavan hat Textpassagen übernommen ohne die Autorenschaft hinreichend kenntlich zu machen


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • nrw.de (Pressemitteilung - vor Ergehen der Entscheidung)

    Klage der Frau Prof. Dr. Schavan heute eingegangen

  • nrw.de (Pressemitteilung - vor Ergehen der Entscheidung)

    Verhandlungstermin in der Klagesache Schavan

  • nrw.de (Pressemitteilung - vor Ergehen der Entscheidung)

    Mündliche Verhandlung in der Klagesache Schavan

  • lto.de (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 20.02.2013)

    Annette Schavan - Klage gegen Entzug des Doktortitels eingereicht

  • welt.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 26.12.2013)

    Annette Schavan: "Das war ein Angriff auf meine Integrität"

  • sueddeutsche.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 20.03.2014)

    Prozess um Entzug der Doktorwürde: Ex-Ministerin Schavan kämpft um ihren Doktortitel

  • spiegel.de (Pressemeldung zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    PLAGIATE Aufwendige Nachsorge

Besprechungen u.ä. (3)

  • anwaltauskunft.de (Interview mit Bezug zur Entscheidung)

    Doktorarbeiten: Welche Strafen drohen bei Plagiaten?


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • bayern.de PDF (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Berufsverbot für [Dr.] Annette Schavan? (Prof. Dr. Volker Rieble)

  • sueddeutsche.de (Pressekommentar zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 07.02.2013)

    Plagiats-Vorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan: Doktortitel behalten, Amt aufgeben

In Nachschlagewerken

  • Wikipedia (Wikipedia-Eintrag mit Bezug zur Entscheidung)

    Annette Schavan

Sonstiges

  • taz.de (Pressebericht mit Bezug zur Entscheidung, 25.07.2014)

    Plagiatsaffäre Annette Schavan: Eine bitterböse Abrechnung

Papierfundstellen

  • ZUM 2014, 602
 
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Wird zitiert von ... (20)

  • VG Düsseldorf, 09.10.2017 - 15 K 2493/16

    Ungültigerklärung der Promotionsleistung und Rücknahme des Doktorgrades

    vgl. hierzu auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris; VG Karlsruhe, Urteil vom 4. März 2013, 7 K 3335/11, juris, Rdnr. 28.

    vgl. Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris VG Berlin, Urteil vom 15. April 2009, 12 A 319.08, juris, Rdnr. 21 und BayVGH, Beschluss vom 19. August 2004, 7 CE 04.2058, juris, Rdnr. 18.

    vgl. OVG NRW, Beschluss vom 12. August 2010, 14 A 847/09, m. w. N., juris, Rdnr. 18; vgl. ferner Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris; VG Karlsruhe, Urteil vom 4. März 2013, 7 K 3335/11, m. w. N., juris, Rdnr. 78, VG Frankfurt, Urteil vom 23. Mai 2007, 12 E 2262/05, juris, Rdnr. 14.

    vgl. zu diesen Anforderungen: OVG NRW, Urteil vom 20. Dezember 1991, 15 A 77/89, juris, Rdnr. 11; Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris.

    vgl. Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris ; VG Köln, Urteil vom 6. Dezember 2012, 6 K 2684/12, juris, Rdnr. 20, VG Münster, Urteil vom 20. Februar 2009, 10 K 1212/07, juris, Rdnr. 24, nachgehend OVG NRW, Beschluss vom 12. August 2010, 14 A 847/09, juris.

    vgl. dazu Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris.

    vgl. zum Beurteilungsspielraum im vorbeschriebenen Zusammenhang etwa VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 19. April 2000, 9 S 2435/99, juris, Rdnr. 34, siehe auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris; vgl. ferner im Rahmen eines Überblicks über die Rechtsprechung: Schroeder, Die Entziehung des Doktorgrades wegen Täuschung in der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung, NWVBl 2010 S. 176, 179; vgl. zu den Grenzen des Beurteilungsspielraums im Prüfungsrecht allgemein: Niehues/Fischer, Prüfungsrecht, 5. Aufl. 2010, Rdnr. 639 ff,; siehe dazu auch OVG NRW, Urteil vom 10. Dezember 2015 - 19 A 254/13 -, juris, Rdnr. 226 ff, und Beschluss vom 4. Mai 2016 - 14 A 1560/15 -.

    vgl. dazu Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris; VG Köln, Urteil vom 6. Dezember 2012, 6 K 2684/12, juris, Rdnr. 20, vgl. ferner VG Münster, Urteil vom 20. Februar 2009, 10 K 1212/07, juris, Rdnr. 24, nachgehend OVG NRW, Beschluss vom 12. August 2010, 14 A 847/09, juris.

    vgl. hierzu OVG NRW, Urteil vom 20. Dezember 1991, 15 A 77/89, juris, Rdnr. 25; siehe auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris.

    So auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris; vgl. zum sog. intendierten Ermessen: BVerwG, Urteil vom 9. Mai 2012, 6 C 3.11, BVerwGE 143, 87, juris, Rdnr. 51, sowie Beschluss vom 7. Juli 2004, 6 C 24.03, BVerwGE 121, 226, juris, Rdnr. 15.

    So auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris; VG Berlin, Urteil vom 15. April 2009, 12 A 319.08, juris, Rdnr 25.

    vgl. BVerwG, Urteil vom 21. Oktober 1980, 1 C 19/78, m. w. N. auf die höchstrichterliche Rechtsprechung, juris, Rdnr. 23; siehe auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris.

    vgl. auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris.

    vgl. auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris.

    Siehe auch Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris.

    vgl. Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris, siehe auch VG Karlsruhe, Urteil vom 4. März 2013, 7 K 3335/11, juris, Rdnr. 93 m. w. N. auf BayVGH, Urteil vom 4. April 2006, 7 BV 05.388, juris, Rdnr. 13.

    vgl. dazu: Urteil der Kammer vom 20. März 2014, 15 K 2271/13, juris; VG Karlsruhe, Urteil vom 4. März 2013, 7 K 3335/11, juris, Rdnr. 90; und VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 19. April 2000, 9 S 2435/99, juris, Rdnr. 27.

  • VG Hamburg, 24.06.2016 - 2 K 2209/13

    Entziehung der Promotion - Rückforderung der Promotionsurkunde

    Die Satzungsrechtslage ist insoweit nicht vergleichbar mit der in dem vom Verwaltungsgericht Düsseldorf (Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 42) entschiedenen Fall, in dem § 20 der dort einschlägigen Promotionsordnung für eine "Ungültigerklärung" der Promotionsleistung eine eigenständige Befugnisnorm darstellte, während § 21 der dort einschlägigen Promotionsordnung für die "Rücknahme" oder "Entziehung" des Doktorgrads auf das Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes verwies.

    Wenn kein Widerspruchsverfahren durchzuführen ist, ist der maßgebliche Zeitpunkt im Hinblick auf die Rücknahme der Verleihung eines Doktorgrads derjenige des Erlasses des Bescheides (OVG Berlin-Brandenburg, Urt. v. 12.5.2016, OVG 5 B 11.15, juris Rn. 38; VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 39; VG Karlsruhe, Urt. v. 4.3.2013, 7 K 3335/11, juris Rn. 28), sonst der Zeitpunkt des Erlasses des Widerspruchsbescheids (VGH Mannheim, Urt. v. 19.4.2000, 9 S 2435/99, juris Rn. 22).

    Alle Maßnahmen, die der Befassung des Promotionsausschusses vorausliegen, können nicht zur Rechtswidrigkeit des Rücknahmeverfahrens führen, da sie nicht Bestandteil des mit dem angefochtenen Bescheid abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens sind (vgl. VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 45 f.).

    In Übereinstimmung damit hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf, selbst nachdem ein Bericht, der im Entziehungsverfahren dem Promotionsausschuss vorgelegt worden war, auf ungeklärtem Wege an die Presse gelangt ist, keinen objektiven Anhaltspunkt für eine Besorgnis der Befangenheit der Mitglieder des für die Rücknahme zuständigen Fakultätsorgans gesehen (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 60).

    Die Vorlage einer Dissertation, welche gegen die zum Zeitpunkt der Vorlage geltenden Grundanforderungen wissenschaftlicher Redlichkeit verstößt, begründet eine Täuschung im Promotionsverfahren (vgl. VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 69 ff.).

    In der obergerichtlichen Rechtsprechung war bereits bei Abgabe der Dissertation des Klägers als ein grundlegendes, jedermann einsichtiges und allseits anerkanntes Gebot der Redlichkeit anerkannt, in einer wissenschaftlichen Arbeit Gedanken anderer Autoren, selbst wenn sie nur Ausgangspunkt eigener Überlegungen sein sollen, als solche kenntlich zu machen, sei es im Text oder in den beigefügten Zitaten; unterbleibt in diesem Fall die Kenntlichmachung der fremden Leistung, so muss der unbefangene Leser in dem selbstverständlichen Vertrauen, dass jene grundlegende Regel wissenschaftlichen Arbeitens eingehalten ist, einen falschen Eindruck von Umfang und Wert der eigenen Leistung des Verfassers gewinnen; zumindest aber gerät er in die Gefahr, einem solchen Irrtum zu erliegen (OVG Münster, Urt. v. 20.12.1991, 15 A 77/89, NWVBl 1992, 212, juris Rn. 11, daran anschließend VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 70 ff.; vgl. VGH Mannheim, Urt. v. 18.11.1980, ESVGH 31, 54, daran anschließend Beschl. v. 13.10.2008, 9 S 494/08, NVwZ-RR 2009, 285, juris Rn. 8).

    Das Gebot der wissenschaftlichen Redlichkeit erfordert es, die Übernahme einer Fremdleistung nachprüfbar zu machen, indem sämtliche wörtlich oder sinngemäß übernommenen Gedanken aus Quellen und Literatur als solche kenntlich gemacht werden (so der Sache nach auch VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, a.a.O., Rn. 69, jedoch unter der urheberrechtlich falschen Einordnung der Fremdleistung als "geistiges Eigentum", dazu Apel, ZUM 2014, 621 m.w.N.).

    Geboten ist, dass "der Leser an jeder Stelle weiß, wer zu ihm spricht" (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, a.a.O., Rn. 108, zust. Apel, a.a.O.).

    Dagegen wird auch dann verstoßen, wenn der Doktorand Entlehnungen aus der Sekundärliteratur zwecks Darstellung der Erkenntnisse zu der Primärliteratur in der Dissertation nicht hinreichend kenntlich macht (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, a.a.O., Rn. 122).

    Fehlt es an einer solchen Kenntlichmachung der Übernahme der Rezeptionsleistung und bezieht sich der Doktorand auf eine Primärquelle, deren Inhalt und/oder Deutung er letztlich aus einer nicht nachgewiesenen Sekundärquelle abschreibt, so täuscht er (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, a.a.O., Rn. 124).

    In quantitativer Hinsicht kann ein bedingter Täuschungsvorsatz bereits aus der schieren Menge der Verstöße gegen die wissenschaftliche Redlichkeit hergeleitet werden (vgl. VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 159).

    Unerheblich ist, dass die Gutachter eine Täuschung nicht bemerkt haben, auch wenn sie möglicherweise nachlässig gehandelt haben (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 196, vgl. VGH München, Urt. v. 4.4.2006, 7 BV 05.388, BayVBl. 2007, 281, juris Rn. 13; VG Karlsruhe, Urt. v. 4.3.2013, 7 K 3335/11, juris Rn. 28).

    Ein bloßer längerer Zeitablauf seit Verleihung des akademischen Grads, etwa auch von 30 Jahren (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 177), schließt deren Rücknahme nicht aus.

    Über die Jahresfrist hinaus - die hier einer Rücknahme nicht entgegensteht (s.o. (2)) - gilt nach der Entscheidung des Normgebers für die Rücknahme der Verleihung des Doktorgrads keine absolute Grenze (vgl. VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, a.a.O., Rn. 213 f. m.w.N.).

    Die wissenschaftliche Redlichkeit ist ein zum Schutz der Funktionsfähigkeit des Wissenschaftsprozesses überragend wichtiges und verfassungsrechtlich in Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG verankertes Gemeinschaftsgut (VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014, 15 K 2271/13, juris Rn. 167 f. im Anlehnung an BVerwG, Urt. v. 31.7.2013, 6 C 9/12, BVerwGE 147, 292, Rn. 31).

  • VG Würzburg, 25.03.2015 - W 2 K 13.954

    Entzug des Grades "Dr. med. dent."; Entziehungsverfahren; offenbare

    Die Rechtmäßigkeit der Entziehung des Doktorgrades bestimmt sich mangels einer abweichenden Regelung nach der Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Erlasses des Widerspruchsbescheids (BVerwG, U. v. 29.9.1982 - 8 C 138/81 - BVerwGE 66, 178/182; U. v. 28.7.1989 - 7 C 39/87 - BVerwGE 82, 260/261; VGH BW, U. v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U. v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U. v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Hiermit wurde lediglich ein Vorprüfungsverfahren zum Zwecke der Begutachtung einzelner Arbeiten initiiert, um Verdachtsmomenten nachzugehen (vgl. VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Der in § 11 Abs. 2 PromO verwendete Begriff der "Täuschung" ist als eine Bezugnahme auf den Betrugstatbestand des § 263 Strafgesetzbuch (StGB) zu erachten (vgl. VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U. v. 31.7.2014 RO 9 K 13.1442 - juris).

    Eine Täuschungshandlung liegt vor, wenn Textstellen der Promotionsschrift nicht vom Doktoranden selbst, sondern von einem anderen Autor herrühren und dies nicht ausreichend kenntlich gemacht wird (vgl. VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Berlin, U. v. 15.4.2009 - 12 A 319.08 - juris; BayVGH, B. v. 19.8.2004 - 7 CE 04.2058 - juris).

    Schließlich ist im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit eine Kennzeichnung der wörtlichen Übernahmen unmittelbar an den betreffenden Passagen vorauszusetzen (VGH BW, U. v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U. v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Freiburg, U. v. 23.5.2012 - 1 K 58/12 - juris; VG Frankfurt, U. v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Dem Promotionsausschuss steht ein Beurteilungsspielraum im Hinblick auf die Erheblichkeit der Täuschungshandlung zu (VGH BW, U. v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U. v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Diesbezüglich ist die gerichtliche Kontrolle darauf beschränkt, ob ein Verstoß gegen das Willkürverbot oder sachfremde Erwägungen vorliegen (VGH BW, U. v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2015 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Es ist nicht zu beanstanden, dass er dem Schutz der wissenschaftlichen Lauterkeit und der Wahrung des Renommees der Medizinischen Fakultät ein größeres Gewicht beimaß als den von Art. 12 Abs. 1 GG erfassten beruflichen Interessen des Klägers (vgl. BVerwG, B. v. 20.10.2006 - 6 B 67/06 - juris; BayVGH, U. v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl 2007, 281; VG Frankfurt a.M., U. v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Allerdings findet diese Jahresfrist gemäß Art. 48 Abs. 4 Satz 2 BayVwVfG i. V. m. Art. 48 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 BayVwVfG keine Anwendung, wenn der Verwaltungsakt durch arglistige Täuschung erwirkt wurde (vgl. VGH BW, B. v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 - VBlBW 2009, 191; VGH BW, U. v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U. v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Frankfurt a. M., U. v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U. v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Vorliegend fehlt es aufgrund der Täuschung über die Selbstständigkeit der Anfertigung der Arbeit bereits an einem schutzwürdigen Vertrauen des Klägers in ein Unterlassen der Entziehung des Doktorgrades (vgl. VG Köln, U. v. 6.12.2012 - 6 K 2684/12; VG Düsseldorf, U. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13).

  • VG Würzburg, 25.03.2015 - W 2 K 14.228

    Entzug des Grades "Dr. med. dent."; Entziehungsverfahren; offenbare

    Die Rechtmäßigkeit der Entziehung des Doktorgrades bestimmt sich mangels einer abweichenden Regelung nach der Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Erlasses des Widerspruchsbescheids (BVerwG, U.v. 29.9.1982 - 8 C 138/81 - BVerwGE 66, 178/182; U.v. 28.7.1989 - 7 C 39/87 - BVerwGE 82, 260/261; VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Hiermit wurde lediglich ein Vorprüfungsverfahren zum Zwecke der Begutachtung einzelner Arbeiten initiiert, um Verdachtsmomenten nachzugehen (vgl. VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Der in § 11 Abs. 2 PromO verwendete Begriff der "Täuschung" ist als eine Bezugnahme auf den Betrugstatbestand des § 263 Strafgesetzbuch (StGB) zu erachten (vgl. VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 RO 9 K 13.1442 - juris).

    Eine Täuschungshandlung liegt vor, wenn Textstellen der Promotionsschrift nicht vom Doktoranden selbst, sondern von einem anderen Autor herrühren und dies nicht ausreichend kenntlich gemacht wird (vgl. VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Berlin, U.v. 15.4.2009 - 12 A 319.08 - juris; BayVGH, B.v. 19.8.2004 - 7 CE 04.2058 - juris).

    Schließlich ist im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit eine Kennzeichnung der wörtlichen Übernahmen unmittelbar an den betreffenden Passagen vorauszusetzen (VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Freiburg, U.v. 23.5.2012 - 1 K 58/12 - juris; VG Frankfurt, U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Dem Promotionsausschuss steht ein Beurteilungsspielraum im Hinblick auf die Erheblichkeit der Täuschungshandlung zu (VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Diesbezüglich ist die gerichtliche Kontrolle darauf beschränkt, ob ein Verstoß gegen das Willkürverbot oder sachfremde Erwägungen vorliegen (VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2015 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Es ist nicht zu beanstanden, dass er dem Schutz der wissenschaftlichen Lauterkeit und der Wahrung des Renommees der Medizinischen Fakultät ein größeres Gewicht beimaß als das von Art. 12 Abs. 1 GG erfasste berufliche Interesse des Klägerin (vgl. BVerwG, B.v. 20.10.2006 - 6 B 67/06 - juris; BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl 2007, 281; VG Frankfurt a.M., U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Allerdings findet diese Jahresfrist gemäß Art. 48 Abs. 4 Satz 2 BayVwVfG i. V. m. Art. 48 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 BayVwVfG keine Anwendung, wenn der Verwaltungsakt durch arglistige Täuschung erwirkt wurde (vgl. VGH BW, B.v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 - VBlBW 2009, 191; VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Frankfurt a.M., U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Vorliegend fehlt es aufgrund der Täuschung über die Selbstständigkeit der Anfertigung der Arbeit bereits an einem schutzwürdigen Vertrauen der Klägerin in ein Unterlassen der Entziehung des Doktorgrades (vgl. VG Köln, U.v. 6.12.2012 - 6 K 2684/12; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13).

  • VG Hannover, 03.11.2016 - 6 A 6114/13

    Entziehung des Doktorgrades und Rückforderung der Doktorurkunde

    Vor diesem Hintergrund ist der Abschluss größerer Textmengen mit einem Zitat, das selbst keinen Aufschluss darüber gibt, auf welchen Textabschnitte der vorgelegten Arbeit es sich beziehen soll (sog. Bauernopferreferenz, vgl. VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rdnr. 112 f.), kein für wissenschaftliche Arbeiten geeignetes Instrument, weil diese Handhabung dem Leser nicht ermöglicht, die eigene geistige Leistung des Autors von derjenigen des Zitierten ohne eigene Zusatzaufwände zuverlässig abzugrenzen.".

    Die von dem Kläger in seiner Dissertation an zahlreichen Stellen verwendete "Zitierpraxis" ist überdies unter Berücksichtigung der sich allein aus dem Gebot der wissenschaftlichen Redlichkeit ergebenden Anforderungen an den Nachweis der Eigenständigkeit wissenschaftlichen Arbeitens rechtswidrig, so dass es nicht darauf ankommt, ob sie in gewissen Kreisen üblich war (vgl. VG Düsseldorf, Urteil vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 111).

    Die bloße Nennung von Werken ohne die ganz konkrete Bezeichnung des zitierten Nachweises an der Stelle, an der sich die übernommene Textpassage befindet, lässt eine Täuschung nicht entfallen (OVG NRW, Beschluss vom 12. August 2010 - 14 A 847/09 -, juris Rn. 18; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 19. April 2000 - 9 S 2435/99 -, juris Rn. 24; Hessischer VGH, Beschluss vom 20. Juni 1989 - 6 UE 2779/88 -, juris; VG Münster, Urteil vom 20. Februar 2009 - 10 K 1212/07 -, juris Rn. 25; VG Düsseldorf, Urteil vom 31. Mai 2016 - 2 K 2280/15 -, juris Rn. 22; VG Düsseldorf, Urteil vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 106).

    Für die Frage, ob eine vorsätzliche Täuschung vorliegt, ist nicht relevant, dass einzelne Autoren sich durch das Nichtzitieren ihrer Werke in der Dissertation des Klägers nicht nachteilig betroffen fühlen (vgl. VG Düsseldorf, Urteil vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 127).

    Nach den obigen Ausführungen hat der Kläger die Verleihung des Doktorgrades durch Täuschung erwirkt und damit zugleich arglistig gehandelt (vgl. OVG NRW, Urteil vom 10. Dezember 2015 - 19 A 254/13 -, juris Rn. 99-105; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 13. Oktober 2008 - 9 S 494/08 -, juris Rn. 11; VG Düsseldorf, Urteil vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 228-232; VG Karlsruhe, Urteil vom 4. März 2013 - 7 K 3335/11 -, juris Rn. 90; VG Frankfurt, Urteil vom 23. Mai 2007 - 12 E 2262/05 -, juris Rn. 20).

    Vielmehr darf eine Universität den Schutz der wissenschaftlichen Lauterkeit und die Wahrung des wissenschaftlichen Renommees der Fakultät bei ihrer Ermessensentscheidung berücksichtigen (BVerwG, Beschluss vom 20. Oktober 2006 - 6 B 67/06 -, juris Rn. 6; Bayerischer VGH, Urteil vom 4. April 2006 - 7 BV 05.388 -, juris Rn. 13; VG Würzburg, Urteil vom 25. März 2015 - W 2 K 13.954 -, juris Rn. 51; VG Düsseldorf, Urteil vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 167-169; VG Frankfurt, Urteil vom 23. Mai 2007 - 12 E 2262/05 -, juris Rn. 21).

    Handelte es sich mithin um eine bloße "Vorprüfung" der Ethik-Kommission und des Dekans des Fachbereichs Rechtswissenschaften, die der Befassung des für die Titelentziehung zuständigen Fachbereichsrats vorausging (vgl. VG Düsseldorf, Urteil vom 20. März 2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 46), ist auch der Vertrauensschutz, der sich aus einer solchen Vorprüfung ergeben konnte, begrenzt.

  • VG Würzburg, 09.03.2016 - W 2 K 15.763

    Streit über die Rechtmäßigkeit der Entziehung des akademischen Grades "Dr. med.

    Die Rechtmäßigkeit der Entziehung des Doktorgrades bestimmt sich mangels einer abweichenden Regelung nach der Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Erlasses des Widerspruchsbescheids (BVerwG, U.v. 29.9.1982 - 8 C 138/81 - BVerwGE 66, 178/182; U.v. 28.7.1989 - 7 C 39/87 - BVerwGE 82, 260/261; VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Der in § 11 Abs. 2 PromO verwendete Begriff der "Täuschung" ist als eine Bezugnahme auf den Betrugstatbestand des § 263 Strafgesetzbuch (StGB) zu erachten (vgl. VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 RO 9 K 13.1442 - juris).

    Eine Täuschungshandlung liegt vor, wenn Textstellen der Promotionsschrift nicht vom Doktoranden selbst, sondern von einem anderen Autor herrühren und dies nicht ausreichend kenntlich gemacht wird (vgl. VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Berlin, U.v. 15.4.2009 - 12 A 319.08 - juris; BayVGH, B.v. 19.8.2004 - 7 CE 04.2058 - juris).

    1.3.2 Dem Promotionsausschuss steht ein Beurteilungsspielraum im Hinblick auf die Erheblichkeit der Täuschungshandlung zu (VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Diesbezüglich ist die gerichtliche Kontrolle darauf beschränkt, ob ein Verstoß gegen das Willkürverbot oder sachfremde Erwägungen vorliegen (VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2015 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Es ist nicht zu beanstanden, dass er dem Schutz der wissenschaftlichen Lauterkeit und der Wahrung des Renommees der Medizinischen Fakultät ein größeres Gewicht beimaß als den von Art. 12 Abs. 1 GG erfassten beruflichen Interessen des Klägers (vgl. BVerwG, B.v. 20.10.2006 - 6 B 67/06 - juris; BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl 2007, 281; VG Frankfurt a.M., U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Allerdings findet diese Jahresfrist gemäß Art. 48 Abs. 4 Satz 2 BayVwVfG i.V.m. Art. 48 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 BayVwVfG keine Anwendung, wenn der Verwaltungsakt durch arglistige Täuschung erwirkt wurde (vgl. VGH BW, B.v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 - VBlBW 2009, 191; U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Frankfurt a.M., U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Vorliegend fehlt es aufgrund der Täuschung über die Selbständigkeit der Anfertigung der Arbeit bereits an einem schutzwürdigen Vertrauen des Klägers in ein Unterlassen der Entziehung des Doktorgrades (vgl. VG Köln, U.v. 6.12.2012 - 6 K 2684/12; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13).

  • VG Würzburg, 29.06.2016 - W 2 K 15.692

    Entziehung des akademischen Grades "Dr. med."

    Die Rechtmäßigkeit der Entziehung des Doktorgrades bestimmt sich mangels einer abweichenden Regelung nach der Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt des Erlasses des Widerspruchsbescheids (BVerwG, U.v. 29.9.1982 - 8 C 138/81 - BVerwGE 66, 178/182; U.v. 28.7.1989 - 7 C 39/87 - BVerwGE 82, 260/261; VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Der in § 11 Abs. 2 PromO verwendete Begriff der "Täuschung" ist als eine Bezugnahme auf den Betrugstatbestand des § 263 Strafgesetzbuch (StGB) zu erachten (vgl. VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 RO 9 K 13.1442 - juris).

    Eine Täuschungshandlung liegt vor, wenn Textstellen der Promotionsschrift nicht vom Doktoranden selbst, sondern von einem anderen Autor herrühren und dies nicht ausreichend kenntlich gemacht wird (vgl. VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Berlin, U.v. 15.4.2009 - 12 A 319.08 - juris; BayVGH, B.v. 19.8.2004 - 7 CE 04.2058 - juris).

    1.3.2 Dem Promotionsausschuss steht ein Beurteilungsspielraum im Hinblick auf die Erheblichkeit der Täuschungshandlung zu (VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Diesbezüglich ist die gerichtliche Kontrolle darauf beschränkt, ob ein Verstoß gegen das Willkürverbot oder sachfremde Erwägungen vorliegen (VGH BW, U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 - KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2015 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Es ist nicht zu beanstanden, dass er dem Schutz der wissenschaftlichen Lauterkeit und der Wahrung des Renommees der Medizinischen Fakultät ein größeres Gewicht beimaß als den von Art. 12 Abs. 1 GG erfassten beruflichen Interessen des Klägers (vgl. BVerwG, B.v. 20.10.2006 - 6 B 67/06 - juris; BayVGH, U.v. 4.4.2006 - 7 BV 05.388 - BayVBl 2007, 281; VG Frankfurt a.M., U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602).

    Allerdings findet diese Jahresfrist gemäß Art. 48 Abs. 4 Satz 2 BayVwVfG i. V. m. Art. 48 Abs. 2 Satz 3 Nr. 1 BayVwVfG keine Anwendung, wenn der Verwaltungsakt durch arglistige Täuschung erwirkt wurde (vgl. VGH BW, B.v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 - VBlBW 2009, 191; U.v. 19.4.2000 - 9 S 2435/99 KMK-HSchR/NF 21A Nr. 19; VG Karlsruhe, U.v. 4.3.2013 - 7 K 3335/11 - VBlBW 2013, 429; VG Frankfurt a.M., U.v. 23.5.2007 - 12 E 2262/05 - juris; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 - ZUM 2014, 602; VG Regensburg, U.v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - juris).

    Gleichwohl fehlt es hier aufgrund der Täuschung über die Selbstständigkeit der Anfertigung der Arbeit bereits an einem schutzwürdigen Vertrauen des Klägers in ein Unterlassen der Entziehung des Doktorgrades (vgl. VG Köln, U.v. 6.12.2012 - 6 K 2684/12; VG Düsseldorf, U.v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13).

  • VG Braunschweig, 12.06.2018 - 6 A 102/16

    Entziehung des Doktorgrades wegen nicht gekennzeichneter teilweiser Übernahme

    Der Befähigungsnachweis, der vom NHG und von der Promotionsordnung für die Promotion verlangt wird, ist daher nicht erbracht, wenn der Verfasser in der Dissertation die verwendeten Quellen in erheblichem Umfang nicht angegeben hat (vgl. nur VGH Baden-Württemberg, U. v. 19.04.2000 - 9 S 2435/99 -, juris Rn. 24 - BayVGH, U. v. 04.04.2006 - 7 BV 05.388 -, juris Rn. 13; VG Karlsruhe, U. v. 04.03.2013 - 7 K 3335/11 -, juris Rn. 77; VG Düsseldorf, U. v. 20.03.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 74).

    Sämtliche aus fremden Werken wörtlich übernommene oder ähnliche Textpassagen sind als solche kenntlich zu machen; auch indirekte, umschreibende Fremdtextwiedergaben (Paraphrasierungen) sind so deutlich zu kennzeichnen, dass der Leser an jeder Stelle weiß, wer zu ihm spricht (VG Düsseldorf, U. v. 20.03.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 108).

    Über die Abgrenzung zwischen einem entscheidungserheblichen Verstoß und einem Bagatellfall entscheidet die für die Promotion zuständige Behörde nach prüfungsrechtlichen Grundsätzen im Rahmen ihres gerichtlich demgemäß nur beschränkt überprüfbaren Beurteilungsspielraums (vgl. VGH Baden-Württemberg, U. v. 19.04.2000 - 9 S 2435/99 -, juris Rn. 34; VG Regensburg, U. v. 31.07.2014 - RO 9 K 13.1442 -, juris Rn. 45; VG Düsseldorf, U. v. 20.03.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 128 ff.; Gärditz, a.a.O., S. 12; s. auch Möhlmann, Der Entzug des Doktorgrades, Frankfurt a.M. 2017, S. 110).

    Ob diese Rechtsprechung in allen denkbaren Fällen überzeugt, ob insbesondere das öffentliche Interesse an einer redlichen Wissenschaft es tatsächlich zulässt, einer Dissertation trotz gravierenden wissenschaftlichen Fehlverhaltens noch einen "wissenschaftlichen Restwert" zu bescheinigen und mit dieser Begründung von der Entziehung des Doktorgrades abzusehen, kann die Kammer offenlassen (gegen eine "geltungserhaltende Reduktion" im Ergebnis: VGH Baden-Württemberg, U. v. 19.04.2000 - 9 S 2435/99 -, juris Rn. 24 f.; B. v. 13.10.2008 - 9 S 494/08 -, juris Rn. 8; VG Düsseldorf, U. v. 20.03.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 149 ff.; Gärditz, a.a.O., S. 13).

    Dies gilt auch für den Fall, dass die Betreuerfehler auf Nachlässigkeit beruhen (vgl. VG Regensburg, U. v. 31.07.2014 - RO 9 K 13.1442 -, juris Rn. 50; VG Düsseldorf, U. v. 20.03.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 196).

  • OVG Niedersachsen, 15.07.2015 - 2 LB 363/13

    Ungültigkeitserklärung einer Dissertation

    Unter diesen Umständen muss der Sinnhaftigkeit solcher Regelungen auch nicht mit Blick darauf nachgegangen werden, dass andere Promotionsordnungen eine entsprechende Regelung gerade umgekehrt für den Zeitraum nach Aushändigung der Promotionsurkunde treffen, wie sie etwa das Verwaltungsgericht Düsseldorf seinem Urteil vom 20. März 2014 (- 15 K 2271/13 -, ZUM 2014, 602; juris Rdnr. 42) zugrunde zu legen hatte.

    Der Senat hat insoweit nicht von allgemeinen Grundsätzen, sondern von der konkreten Regelung der hier zugrunde liegenden Promotionsordnung auszugehen, sieht sich aber unabhängig hiervon auch weiterhin in Einklang mit den Grundzügen der seit dem Zulassungsbeschluss in nicht geringem Umfang angefallenen Rechtsprechung und Literatur (vgl. z.B. OVG Münster, Urt. v. 24.7.2013 - 14 A 880/11 -, NWVBl. 2014, 69; VG Hamburg, Beschl. v. 29.8.2013 - 2 E 3236/13 - OVG Hamburg, Beschl. v. 19.11.2013 - 3 Bs 274/13, 3 So 102/13 -, DÖV 2014, 399; VGH Mannheim, Beschl. v. 3.2.2014 - 9 S 885/13 -, DVBl. 2014, 1189; VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 -, ZUM 2014, 602; OVG Münster, Beschl. v. 8.4.2014 - 19 A 991/12 - VG Regensburg, Urt. v. 31.7.2014 - RO 9 K 13.1442 - VG Berlin, Urt. v. 26.9.2014 - 12 K 978.13 - OVG Saarlouis, Beschl. v. 2.2.2015 - 2 D 371/14 - VGH Mannheim, Beschl. v. 9.2.2015 - 9 S 327/14 - OVG Münster, Beschl. v. 24.3.2015 - 19 A 1111/12 -).

    Vor diesem Hintergrund ist der Abschluss größerer Textmengen mit einem Zitat, das selbst keinen Aufschluss darüber gibt, auf welchen Textabschnitte der vorgelegten Arbeit es sich beziehen soll (sog. Bauernopferreferenz, vgl. VG Düsseldorf, Urt. v. 20.3.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rdnr. 112 f.), kein für wissenschaftliche Arbeiten geeignetes Instrument, weil diese Handhabung dem Leser nicht ermöglicht, die eigene geistige Leistung des Autors von derjenigen des Zitierten ohne eigene Zusatzaufwände zuverlässig abzugrenzen.

  • VGH Baden-Württemberg, 15.11.2019 - 9 S 307/19

    Rücknahme des Doktorgrades

    Denn es entspricht wissenschaftlicher Redlichkeit und der berechtigten Erwartung des Lesers eines wissenschaftlichen Werkes, dass Quellenangaben grundsätzlich bei den jeweiligen Textstellen als Zitate kenntlich gemacht werden (vgl. Senatsurteil vom 19.04.2000, a.a.O. juris Rn. 24; NdsOVG, Urteil vom 15.07.2015, a.a.O.; OVG NRW, Beschluss vom 12.08.2010 - 14 A 847/09 -, juris Rn. 18; VG Düsseldorf, Urteil vom 20.03.2014 - 15 K 2271/13 -, juris Rn. 106; VG Karlsruhe, Urteil vom 04.03.2013 - 7 K 3335/11 -, juris Rn. 78).

    Das Verwaltungsgericht hat in diesem Zusammenhang zutreffend darauf hingewiesen, dass sich die Anforderungen an die Eigenständigkeit wissenschaftlichen Arbeitens aus dem Gebot wissenschaftlicher Redlichkeit ergeben (vgl. VG Düsseldorf, Urteil vom 20.03.2014, a.a.O.).

  • VG Düsseldorf, 28.01.2021 - 28 K 823/18

    Denkmal Villa Landhaus Garten Innenausstattung

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 24.03.2015 - 19 A 1111/12

    Rechtsmittel erfolglos: FDP-Politiker Chatzimarkakis bleibt ohne Doktorgrad

  • VG Berlin, 09.04.2020 - 12 K 237.18

    Schärfere Rechtsprechung: Student wegen Plagiaten exmatrikuliert

  • VG Freiburg, 18.07.2018 - 1 K 2682/16

    Plagiatfall: Mehr Strenge bei Medizin-Dissertationen

  • VG Hamburg, 06.07.2018 - 2 K 2158/14

    Nichtigerklärung des Promotionsverfahrens und Entziehung des Doktortitels wegen

  • VG Berlin, 21.02.2020 - 12 K 412.17

    Plagiate: Berliner Gericht verschärft Zitierregeln

  • VGH Baden-Württemberg, 07.07.2020 - 9 S 2809/19

    Entziehung eines Doktorgrades; Wortplagiate

  • VG Regensburg, 31.07.2014 - RO 9 K 13.1442

    Nachträgliche Ungültigerklärung der Promotionsprüfung und Entziehung des

  • VG Karlsruhe, 21.01.2015 - 7 K 761/11

    Zuständigkeit für die Entziehung des Doktorgrades in einer Hochschule

  • VG Schleswig, 10.11.2020 - 7 A 65/19

    Hochschulrecht

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