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   VG Berlin, 03.12.2018 - 23 K 323.18 A   

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VG Berlin, 03.12.2018 - 23 K 323.18 A (https://dejure.org/2018,44760)
VG Berlin, Entscheidung vom 03.12.2018 - 23 K 323.18 A (https://dejure.org/2018,44760)
VG Berlin, Entscheidung vom 03. Dezember 2018 - 23 K 323.18 A (https://dejure.org/2018,44760)
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Wird zitiert von ... (9)

  • OVG Sachsen-Anhalt, 19.02.2019 - 4 L 201/17

    Zum Verhältnis von § 26 AsylG zu § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG

    17 1. § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG als Grundlage für die Ablehnung des Antrages des Klägers auf Gewährung von Asyl ist wegen des bestehenden Anspruchs des Klägers aus § 26 Abs. 3 i.V.m. Abs. 5 AsylG nicht anwendbar (vgl. auch VG Düsseldorf, Beschl. v. 12. April 2017 - 22 L 1361/17.A - VG Lüneburg, Urt. v. 15. März 2017 - 8 A 201/16 -, jeweils zit. nach JURIS; offen gelassen von VG Potsdam, Beschl. v. 13. Juli 2017 - VG 1 L 127/17.A -, zit. nach JURIS; a.M. : VG Berlin, Urt. v. 3. Dezember 2018 - 23 K 323.18 A - VG Hannover, Urt. v. 22. März 2018 - 13 A 12144/17 - VG Ansbach, Urt. v. 29. Juni 2017 - AN 6 K 16.01738 -, jeweils zit. nach JURIS).

    b) Da der nur § 26a AsylG betreffende § 31 Abs. 4 AsylG für das Verhältnis des § 26 AsylG zu § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG nicht, auch nicht im Wege der Analogie, herangezogen werden kann (vgl. dazu VG Berlin, Urt. v. 3. Dezember 2018, a.a.O.) besteht keine Kollisionsnorm.

    Der Verweis auf die Regelung des § 31 Abs. 4 AsylG, der eine Anwendung des § 29 AsylG allein in den Fällen des § 26a AsylG ausschließt (vgl. dazu VG Ansbach, Urt. v. 29. Juni 2017, a.a.O.; VG Berlin, Urt. v. 3. Dezember 2018, a.a.O.).

    Der Verweis auf die Möglichkeit von Betroffenen, nach Art. 9 und 10 Dublin-III-VO schon im Verfahren zuständigkeitsregelnde Anträge zu stellen (vgl. VG Berlin, Urt. v. 3. Dezember 2018, a.a.O.), könnte von vornherein nur in den Fällen Bedeutung entfalten, in denen der Betroffene davon Kenntnis hat, dass Familienangehörige schon in einem anderen Mitgliedstaat Schutz erlangt haben.

    Soweit vertreten wird (vgl. VG Berlin, Urt. v. 3. Dezember 2018, a.a.O.; VG Hannover, Urt. v. 22. März 2018, a.a.O.), mehr als internationalen Schutz im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 2 AsylG könne der Betroffene - egal in welchem Mitgliedsstaat - nicht erreichen, wird nicht hinreichend berücksichtigt, dass § 26 AsylG gerade auf eine Gewährung internationalen Schutzes in demselben Mitgliedstaat abzielt, der den Angehörigen des Betroffenen Schutz gewährt hat.

    Dass durch den Schutz der Familieneinheit ein (mögliches) inlandsbezogenes Vollstreckungshindernis bestehe, was im Rahmen des Abschiebungsverfahrens von der hierfür zuständigen Ausländerbehörde geprüft werde (so VG Berlin, Urt. v. 3. Dezember 2018, a.a.O.), ist angesichts der umfassenderen Rechtsstellung, die durch § 26 AsylG gewährt wird (vgl. Hailbronner, Ausländerrecht, § 31 Rdnr. 59) ebenfalls keine durchgreifende Erwägung.

  • OVG Niedersachsen, 26.05.2020 - 10 LA 104/20

    Verhältnis von § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG und § 26 AsylG.

    Die Beklagte hat die grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache im Hinblick auf die knappen Ausführungen des Verwaltungsgerichts zu der von der Beklagten als klärungsbedürftig erachteten Rechtsfrage hinreichend dargelegt und insbesondere - auch unter Verweis auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin vom 3. Dezember 2018 (23 K 323.18 A) - ausgeführt, weshalb die Frage in einem Berufungsverfahren nach ihrer Ansicht anders als vom Verwaltungsgericht zu beantworten ist.

    Denn die von der Beklagten aufgeworfene Rechtsfrage lässt sich ohne Weiteres bereits anhand der üblichen Regeln sachgerechter Auslegung sowie auf der Grundlage der einschlägigen Rechtsprechung ohne Durchführung eines Berufungsverfahrens beantworten: Wie vom Verwaltungsgericht zutreffend angenommen ist ein Antrag auf Gewährung von Familienasyl gemäß § 26 Abs. 5 Sätze 1 und 2 i.V.m. Abs. 1 AsylG von der Ausschlusswirkung des § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG nicht erfasst (so auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 09.10.2019 - 11 A 2229/19.A -, juris; OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 19.02.2019 - 4 L 201/17 -, juris; Günther in BeckOK Ausländerrecht, Stand: 01.03.2020, AsylG § 29 Rn. 76; kritisch Hailbronner, Ausländerrecht, Stand: März 2020, AsylG § 26 Rn. 24; a.A. VG Berlin, Urteil vom03.12.2018 - 23 K 323.18 A -, juris Rn. 20 m.w.N.).

    Außerdem stünde bei der von der Beklagten für richtig gehaltenen Auslegung ein Ausländer, der aufgrund eigener Verfolgung in seinem Herkunftsstaat in einem anderen Mitgliedsstaat internationalen Schutz erhalten hat, hinsichtlich der durch § 26 AsylG beabsichtigten Integration möglicherweise schlechter als ein selbst nicht verfolgter Ausländer, dessen Antrag in einem anderen Mitgliedsstaat abgelehnt worden ist (OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 19.02.2019 - 4 L 201/17 -, juris Rn. 29; VG Lüneburg, Urteil vom 15.03.2017 - 8 A 201/16 -, juris Rn. 23; a.A. VG Berlin, Urteil vom 03.12.2018 - 23 K 323.18 A -, juris Rn. 23) was dem Sinn und Zweck des § 26 AsylG ersichtlich zuwiderliefe.

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 09.10.2019 - 11 A 2229/19

    Verdrängung des § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG durch § 26 Abs. 5 S. 1 und 2 i. V. m.

    Der Verweis auf die Möglichkeit von Betroffenen, nach Art. 9 und 10 Dublin III-VO schon im Verfahren zuständigkeitsregelnde Anträge zu stellen (vgl. VG Berlin, Urt. v. 3. Dezember 2018, a. a. O.), könne von vornherein nur in den Fällen Bedeutung entfalten, in denen der Betroffene davon Kenntnis habe, dass Familienangehörige schon in einem anderen Mitgliedstaat Schutz erlangt haben.

    Soweit in der auch von der Beklagten zitierten erstinstanzlichen Rechtsprechung, vgl. VG Berlin, Urteil vom 3. Dezember 2018 - 23 K 323.18.A - VG Hannover, Urteil vom 22. März 2018 - 13 A 12144/17 -, jeweils juris, vertreten werde, mehr als internationalen Schutz i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 2 AsylG könne der Betroffene - egal in welchem Mitgliedstaat - nicht erreichen, werde nicht hinreichend berücksichtigt, dass § 26 AsylG gerade auf eine Gewährung internationalen Schutzes in demselben Mitgliedstaat abziele, der den Angehörigen des Betroffenen Schutz gewährt habe.

  • VG Düsseldorf, 21.05.2019 - 22 K 16904/17

    Familienasyl akzessorische Zuerkennung Schutzgewährung Mitgliedstaat

    Dies führt dazu, dass der Asylantrag eines Ausländers, der Anspruch auf Zuerkennung akzessorischen Schutzes nach § 26 hat, nicht - wie hier geschehen - gemäß § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG als unzulässig abgewiesen werden darf, st. Rspr. der erkennenden Kammer, vgl. Beschlüsse vom 5. September 2016 - 22 L 2884/16.A -, Rn. 19 ff, juris; vom 31. März 2017 - 22 L 671/17.A -, Rn. 22 ff, juris sowie vom 12. April 2017 - 22 L 1361/17.A -, Rn. 25 ff, juris; ebenso: OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 19. Februar 2019 - 4 L 201/17 -, Rn. 17 ff m.w.N., juris; a.A. VG Berlin, Urteil vom 3. Dezember 2018 - 23 K 323.18 A -, Rn. 20 m.w.N., juris.
  • VG Berlin, 27.02.2019 - 23 K 367.18
    Dies kann aber offenbleiben, da es im Rahmen des § 60 Abs. 5 AufenthG nach dem Wortlaut der Norm ohnehin nur auf eine Verletzung der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten ankommt (vgl. Urteil der Kammer vom 3. Dezember 2018 - VG 23 K 323.18 A -, juris Rn. 38 m.w.N.).
  • VG Freiburg, 18.03.2020 - A 13 K 2682/18

    Drittstaatenbescheid steht Familienflüchtlingsschutz nicht entgegen

    Im Übrigen wäre selbst bei einer analogen Anwendung des § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG eine vorrangige Anwendung des § 26 Abs. 5 AsylG keinesfalls ausgeschlossen (dafür OVG NRW, Urteil vom 09.10.2019 - 11 A 2229/19.A -, im Anschluss an OVG LSA, Urteil vom 19.02.2019 - 4 L 201/17 - beide in juris; dagegen VG Berlin, Urteil vom 03.12.2018 - 23 K 323.18 A -, VG Hannover, Urteil vom 22.03.2018 - 13 A 12144/17 -, beide in juris).
  • VG Berlin, 28.03.2019 - 23 L 103.19

    Eilantrag gegen Abschiebung nach Bulgarien

    Zur näheren Begründung wird auf die ständige Rechtsprechung der Kammer Bezug genommen (vgl. Urteil der Kammer vom 3. Dezember 2018 - VG 23 K 323.18 A -, juris Rn. 30 ff. m.w.N.), an der -zumal in Ansehung der jüngsten positiven Veränderungen in dem Land - festgehalten wird (zu diesen ausführlich Beschluss der Kammer vom 11. Januar 2019 - VG 23 L 787.18 A -, BA S. 3 ff.).
  • VG Magdeburg, 06.02.2019 - 8 A 42/19

    Abschiebungsverbot für in Bulgarien anerkannte Schutzberechtigte.

    Aus diesen Gründen vermag das erkennende Gericht der gegenteiligen Wertung des VG Berlin (U. v. 03.12.2018 - 23 K 323.18 A -, juris, Rdnr. 31), wonach mit der Verordnung eine zielgerichtete und nachhaltige Integration von Schutzberechtigten möglich sei, nicht zu folgen.
  • VG Düsseldorf, 27.05.2020 - 22 K 16758/17

    Unzulässigkeitsentscheidung, Schutzberechtigte, Familienasyl

    Dies führt dazu, dass der Asylantrag eines Ausländers, der Anspruch auf Zuerkennung akzessorischen Schutzes nach § 26 hat, nicht - wie hier geschehen - gemäß § 29 Abs. 1 Nr. 2 AsylG als unzulässig abgewiesen werden darf, OVG NRW, Urteil vom 9. Oktober 2019 - 11 A 2229/19.A -, Rn. 20, ff, juris (Revision zugelassen und beim BVerwG anhängig - 1 C 33.19 -); st. Rspr. der erkennenden Kammer, vgl. Gerichtsbescheid vom 21. Mai 2019 - 22 K 16904/17.A -, Rn. 34 ff, juris; Beschlüsse vom 5. September 2016 - 22 L 2884/16.A -, Rn. 19 ff, juris; vom 31. März 2017 - 22 L 671/17.A -, Rn. 22 ff, juris sowie vom 12. April 2017 - 22 L 1361/17.A -, Rn. 25 ff, juris; ebenso: OVG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 19. Februar 2019 - 4 L 201/17 -, Rn. 17 ff m.w.N., juris; VG Freiburg, Urteil vom18. März 2020 - A 13 K 2682/18 -, juris; a.A. VG Berlin, Urteil vom 3. Dezember 2018 - 23 K 323.18 A -, Rn. 20 m.w.N., juris.
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