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   OLG Köln, 10.03.2020 - 4 U 204/19   

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OLG Köln, 10.03.2020 - 4 U 204/19 (https://dejure.org/2020,17918)
OLG Köln, Entscheidung vom 10.03.2020 - 4 U 204/19 (https://dejure.org/2020,17918)
OLG Köln, Entscheidung vom 10. März 2020 - 4 U 204/19 (https://dejure.org/2020,17918)
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Wird zitiert von ... (4)

  • OLG Köln, 17.03.2020 - 14 U 71/19
    Der Senat beurteilt die insoweit zur Entscheidung stehenden Rechtsfragen in Übereinstimmung mit der Auffassung anderer Senate des Hauses (vgl. nur OLG Köln, Beschluss vom 03.01.2019 - 18 U 70/18; Beschluss vom 27.06.2019 - 27 U 14/19; Urteil vom 17.07.2019 - 16 U 199/18; jeweils zitiert nach juris; vgl. Urteil vom 13.02.2020 - 18 U 147/19 -, BeckRS 2020, 2332; Urteil vom 19.02.2020 - 5 U 47/19 - Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19 -) sowie anderer Oberlandesgerichte (vgl. etwa OLG Koblenz, Urteil vom 12.06.2019 - 5 U 1318/18 -, NJW 2019, 2237 Rn. 79; KG, Urteil vom 26.09.2019 - 4 U 51/19 - OLG Oldenburg, Urteil vom 21.10.2019 - 13 U 73/19 - OLG Karlsruhe, Urteil vom 06.11.2019 - 13 U 37/19 - OLG Düsseldorf, Urteil vom 18.12.2019 - 18 U 16/19 - a.A. OLG Braunschweig, Urteil vom 19.02.2019 - 7 U 134/17 -, OLG München, Urteil vom 04.12.2019 - 3 U 2420/19 -, jeweils zitiert nach juris).

    Entsprechend dieser selbstverständlichen Käufererwartung ist dem Inverkehrbringen des Fahrzeugs der Erklärungswert beizumessen, dass auch die materiellen Voraussetzungen für die Erteilung der EG-Typgenehmigung vorlagen (vgl. statt vieler OLG Koblenz, Urteil vom 12.06.2019 - 5 U 1318/18 -, NJW 2019, 2237 ff. = juris, Rn. 24 ff; zuletzt OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19, m.w.N. - noch nicht veröffentlicht).

    Nach diesen Grundsätzen liegt der Schaden der Klägerin als Käuferin eines Kraftfahrzeugs in der Belastung mit einer ungewollten Verbindlichkeit, weil der abgeschlossene Vertrag als für einen vernünftigen Käufer nachteilig anzusehen ist, da dem Fahrzeug aufgrund der eingebauten Umschaltlogik die Entziehung der EG-Typgenehmigung bzw. die Anordnung von Nebenbestimmungen sowie bei deren Nichterfüllung, also bei Verbleib des Fahrzeugs im Auslieferungszustand, die Stilllegung drohte (ebenso z.B. OLG Karlsruhe, Beschluss vom 05.03.2019 - 13 U 142/18 -, ZIP 2019, 863 ff; OLG Düsseldorf, Urteil vom 18.12.2019 - 18 U 16/19 -, BeckRS 2019, 32106; OLG Köln, Urteil vom 13.02.2020 - 18 U 147/19 -, BeckRS 2020, 2332; OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19-, jeweils m.w.N.).

    Liegt der Schaden aufgrund dessen bereits in dem Vertragsschluss und nicht erst in der Gefahr des Erlöschens der Betriebserlaubnis, stellt das Aufspielen des Software-Updates keine Schadenskompensation dar (ebenso etwa OLG Koblenz, Urteil vom 12.06.2019 - 5 U 1318/18 -, NJW 2019, 2237 ff = juris Rn. 98; OLG Hamm, Urteil vom 10.09.2019 - 13 U 149/18 - NJW-RR 2019, 1428 Rn. 52; auch OLG Oldenburg, Urteil vom 02.10.2019 - 5 U 47/19 -, BeckRS 2019, 23205; OLG Köln, Urteil vom 13.02.2020, 18 U 147/19, BeckRS 2020, 2332; OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19, jeweils m.w.N.).

    Sowohl die bestehenden Zweifel, ob das Software-Update nicht zu einem höheren Verschleiß und/oder Verbrauch führt, wie auch die Gefahr, dass auch nach einem Software-Update im Falle des Wiederverkaufs ein Wertverlust verbleibt, stellen hinreichende Gründe dar, eine solche Leistung an Erfüllungs statt als nicht gleichwertig abzulehnen (vgl. zu allem überzeugend OLG Köln, Urteil vom 13.02.2020 - 18 U 147/19, BeckRS 2020, 2332; OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19, jeweils m.w.N.).

    Ein irgendwie gearteter Wille, die Beklagte aus der Haftung zu entlassen, war damit - auch aus Sicht der Beklagten - nicht verbunden (vgl. auch insoweit OLG Köln, Urteil vom 13.02.2020 - 18 U 147/19, BeckRS 2020, 2332; OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19, jeweils m.w.N.).

    Nach diesem Maßstab ist von einem sittenwidrigen Verhalten der Beklagten auszugehen (vgl. auch OLG Koblenz, Urteil vom 12.06.2019 - 5 U 1318/18 -, NJW 2019, 2237 ff; OLG Oldenburg, Urteil vom 02.10.2019 - 5 U 47/19 -, BeckRS 2019, 23205; OLG Düsseldorf, Urteil vom 18.12.2019 - 18 U 16/19 -, BeckRS 2019, 32106; OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19 -, jeweils m.w.N.).

    Die Beklagte trifft jedoch vorliegend eine sekundäre Darlegungslast, weil die Klägerin außerhalb des für ihren Anspruch erheblichen Geschehensablaufs steht, während die Beklagte alle wesentlichen Tatsachen kennt und ihr nähere Angaben zumutbar sind (OLG Düsseldorf, Urteil vom 18.12.2019 - 18 U 16/19 -, BeckRS 2019, 32106; OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19 -, jeweils m.w.N.).

    Der Beklagten wäre es auch ohne Weiteres möglich und zumutbar, dazu vorzutragen, warum die von der Klägerin vorgetragenen Indizien den Schluss auf eine Beteiligung ihres Vorstandes nicht zulassen sollten (vgl. so auch OLG Oldenburg, Urteil vom 02.10.2019 - 5 U 47/19 -, BeckRS 2019, 23205; OLG Köln, Urteil vom 11.03.2019 - 4 U 204/19 -, jeweils m.w.N.).

    Der Senat schätzt - in Abweichung zum Landgericht - in Anwendung des § 287 ZPO die Gesamtfahrleistung des Fahrzeugs auf 300.000 km und bewegt sich damit innerhalb des üblichen Schätzungsrahmens, der inzwischen bei Personenkraftwagen zwischen 150.000 bis 350.000 km liegt (OLG Koblenz, Urteil vom 12.06.2019 - 5 U 1318/18 -, juris Rn. 88 ff; OLG Köln Urteile vom 21.11.2019 - 28 U 21/19 - und vom 11.03.2020 - 4 U 204/19 -).

    b) Die Gegenauffassung bejaht die Anwendbarkeit des § 849 BGB auch in Fallkonstellationen wie der vorliegenden (vgl. zuletzt OLG Köln, Urteil vom 11.03.2020 - 4 U 204/19 - OLG Karlsruhe, Urteil vom 19. November 2019 - 17 U 146/19 -, juris Rn. 110 ff.; jeweils mit zahlreichen Nachweisen; Staudinger, NJW 2020, 641, 645f.).

  • OLG Köln, 27.08.2020 - 12 U 174/19
    b) Für einen Antrag auf Feststellung einer Schadensersatzpflicht der Beklagten zu 2) fehlt das nach § 256 Abs. 1 ZPO erforderliche Feststellungsinteresse (wie hier für Feststellungsklagen gegen Hersteller im sog. Dieselabgasskandal BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19 -, Rn. 28 f., juris; OLG München, Urteil vom 10.08.2020 - 21 U 2719/19 -, Rn. 41 ff., juris; OLG Köln, Urteil vom 10. März 2020 - 4 U 204/19 -, Rn. 144, juris ; OLG Hamm, Urteil vom 06.02.2020 - 13 U 281/18 -, Rn. 108 ff., juris; OLG Köln, Urteil vom 06. Juni 2019 - 24 U 5/19 -, Rn. 23 ff., juris; a.A. OLG Stuttgart, Urteil vom 20.02.2020 - 7 U 393/19 -, Rn. 94 ff., juris; OLG Koblenz, Urteil vom 16. September 2019 - 12 U 61/19 -, Rn. 93 ff., juris; Oberlandesgericht Karlsruhe, Urteil vom 18. Juli 2019 - 17 U 160/18 -, Rn. 72 ff., juris).

    (2) Der Hinweis des Klägers auf zu erwartende künftige Auf- und Verwendungen für das streitgegenständliche Fahrzeug (wie z.B. Inspektionskosten, erforderliche Reparaturen) vermag ein Feststellungsinteresse nicht zu begründen (BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19 -, Rn. 29, juris; OLG Köln, Urteil vom 10. März 2020 - 4 U 204/19 -, Rn. 144, juris; a.A. OLG Stuttgart, Urteil vom 20.02.2020 - 7 U 393/19 -, Rn 96, juris; OLG Karlsruhe, Urteil vom 18. Juli 2019 - 17 U 160/18 -, Rn. 72 - 81, juris).

    Für einen (künftigen) Erhaltungsaufwand allein durch die bloße Aufbewahrung des Wagens ist gleichfalls nichts dargetan (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 354/19 -, Rn. 24, juris; OLG Köln, Urteil vom 10. März 2020 - 4 U 204/19 -, Rn. 144, juris).

  • OLG Frankfurt, 10.03.2021 - 17 U 19/19
    Für einen (künftigen) Erhaltungsaufwand allein durch die bloße Aufbewahrung des Wagens ist gleichfalls nichts dargetan (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 354/19 -, Rn. 24, juris; OLG Köln, Urteil vom 10. März 2020 - 4 U 204/19 -, Rn. 144, juris).
  • LG Hanau, 04.03.2021 - 4 O 993/20

    Unzulässigkeit der Feststellungsklage

    Ungeachtet dessen fehlt für einen Antrag auf Feststellung einer Schadensersatzpflicht der Beklagten das nach § 256 Abs. 1 ZPO erforderliche Feststellungsinteresse (vgl. bereits BGH, Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19 - juris Rn. 28 f.; OLG München, Urteil vom 10.08.2020 - 21 U 2719/19 - juris Rn. 41 ff.; OLG Köln, Urteil vom 10. März 2020 - 4 U 204/19 - juris Rn. 144 und OLG Köln, Urteil vom 27.8.2020 - 12 U 174/19 - juris Rn. 55 ff. m. w. N.).
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