Rechtsprechung
   BGH, 10.01.2017 - 5 StR 532/16   

Volltextveröffentlichungen (13)

  • HRR Strafrecht

    § 38 Abs. 3 Nr. 1 WpHG; § 39 Abs. 3d Nr. 2 WpHG; § 2 Abs. 3 StGB; § 4 Abs. 3 OWiG; § 354a StPO; Art. 14, 15 Marktmissbrauchsverordnung
    Keine Lücke in der Ahndbarkeit von Insiderhandel und Marktmanipulation (Anforderungen des Bestimmtheitsgebots bei Blankettverweisung auf Gemeinschaftsrecht; Einbeziehung des erweiterten Regelungszusammenhangs in die Verweisung; Wille des Gesetzgebers; Hinausschieben des Geltungszeitpunktes; statische und dynamische Verweisung; Transparenz des Regelungswerks; Normadressaten mit in der Regel fachspezifischer Ausbildung)

  • lexetius.com

    WpHG § 38 Abs. 3 Nr. 1, § 39 Abs. 3d Nr. 2; StGB § 2 Abs. 3; OWiG § 4 Abs. 3; StPO § 354a

  • IWW

    § 349 Abs. 2 StPO, § ... 39 Abs. 2 Nr. 11, Abs. 4, § 20a Abs. 1 Nr. 1 WpHG, § 331 Nr. 2 HGB, § 38 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Nr. 1, § 14 Abs. 1 Nr. 1, § 2 Abs. 2, 5 StGB, § 4 Abs. 1 OWiG, § 2 Abs. 3 StGB, § 4 Abs. 3 OWiG, § 354a StPO, § 38 Abs. 3 Nr. 1 WpHG, Art. 14 Buchst. a der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, § 39 Abs. 3d Nr. 2 WpHG, § 38 Abs. 1 Nr. 2 WpHG, § 39 Abs. 4a WpHG, § 20a WpHG, § 14 WpHG, §§ 38, 39 WpHG, § 38 Abs. 3 Nr. 1, Richtlinie 2003/6/EG, § 38 Abs. 3, § 39 Abs. 3d WpHG, Verordnung (EU) Nr. 596/2014, Art. 103 Abs. 2 GG, Art. 104 Abs. 1 Satz 1 GG, § 38 Abs. 3 WpHG, § 1 Abs. 1 Nr. 6 Buchst. e WpHG, Richtlinie 2014/57/EU

  • openjur.de
  • bundesgerichtshof.de PDF
  • rechtsprechung-im-internet.de

    § 38 Abs 3 Nr 1 WpHG vom 30.06.2016, § 39 Abs 3d Nr 2 WpHG vom 30.06.2016, § 2 Abs 3 StGB, § 4 Abs 3 OWiG, § 354a StPO
    Ahndbarkeit von Insiderhandel und Marktmanipulation nach der Neufassung des WpHG

  • Jurion

    Nichtbestehen einer gesetzlichen Lücke in der Ahndbarkeit von Insiderhandel und Marktmanipulation

  • Betriebs-Berater

    Keine Strafbarkeitslücke bei Insiderhandel und Marktmanipulation

  • WM Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht(Abodienst; oder: Einzelerwerb Volltext 11,50 €)

    Keine Lücke in der Ahndbarkeit von Insiderhandel und Marktmanipulation durch die Neufassung von § 38 Abs. 3 Nr. 1, § 39 Abs. 3d Nr. 2 WpHG zum 2.7.2016

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    WpHG § 38 Abs. 3 Nr. 1; WpHG § 39 Abs. 3d Nr. 2
    Nichtbestehen einer gesetzlichen Lücke in der Ahndbarkeit von Insiderhandel und Marktmanipulation

  • datenbank.nwb.de

    Ahndbarkeit von Insiderhandel und Marktmanipulation nach der Neufassung des WpHG

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Keine Strafbarkeitslücke bei Insiderhandel und Marktmanipulation

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (7)

  • bundesgerichtshof.de (Pressemitteilung)

    Keine "Strafbarkeitslücke" bei Insiderhandel und Marktmanipulation

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Insiderhandel, Marktmanipulation - und die Neuregelung des Wertpapierrechts

  • otto-schmidt.de (Kurzinformation)

    Keine Strafbarkeitslücke bei Insiderhandel und Marktmanipulation

  • zbb-online.com (Leitsatz)

    Keine Strafbarkeitslücke bei Insiderhandel und Marktmanipulation

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Keine Strafbarkeitslücke bei Insiderhandel und Marktmanipulation

  • Jurion (Kurzinformation)

    Keine "Strafbarkeitslücke" bei Insiderhandel und Marktmanipulation

  • heuking.de (Kurzinformation)

    Keine Generalamnestie bei Insiderhandel und Marktmanipulation wegen Gesetzeslücke

Besprechungen u.ä. (4)

  • HRR Strafrecht (Entscheidungsbesprechung)

    Bestimmtheit und Fehleranfälligkeit von Blankettverweisungen auf europäisches Recht im Marktmissbrauchsrecht (Katharina Lienert; HRRS 2017, 265-271)

  • zis-online.com PDF (Entscheidungsbesprechung)

    Die Referenzierung nicht geltenden Unionsrechts in Blanketttatbeständen exemplifiziert anhand der jüngsten Änderung der §§ 38, 39 WpHG (Georg Köpferl; ZIS 2017, 201)


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • HRR Strafrecht (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Kleine Ursache, große Wirkung - 1. FiMaNoG eliminiert Strafbarkeit nach WpHG (RA Dr. Manuel Lorenz und RA Johannes Zierden; HRRS 2016, 443-448)

  • dirk.org PDF (Aufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Generalamnestie im Kapitalmarktrecht? (RA Christoph Rothenfußer; Börsen-Zeitung vom 07.07.2016)

Sonstiges (6)

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Ahndungslücke durch das 1. FiMaNoG - BGH scheitert beim Rettungsversuch am Europarecht" von RA Dr Christoph Rothenfußer, original erschienen in: AG 2017, 149 - 153.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 10.01.2017" von Prof. Dr. Matthias Rossi, original erschienen in: NJW 2017, 966 - 969.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Keine Ahndungslücke bei Insiderhandel und Marktmanipulation - Kommentar zum Beschluss des BGH vom 10.01.2017" von RA Dr. Panos Pananis, original erschienen in: NStZ 2017, 234 - 238.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Ahndungslücken im WpHG durch das Erste Finanzmarktnovellierungsgesetz und ihre Folgen" von Prof. Dr. Jens Bülte und RAin Dr. Nadja Müller, original erschienen in: NZG 2017, 205 - 214.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 10.1.2017- 5 StR 532/16 - Keine Ahndungslücke bei lnsiderhandel und Marktmanipulation" von AR a.Z. Dr. Christian Brand und Dominik Hotz, original erschienen in: NZA 2017, 236 - 239.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Doch keine Strafbarkeitslücke im Marktmissbrauchsrecht? - Anmerkung zum BGH-Beschluss vom 10.1.2017 - 5 StR 532/16" von RA Dr. André-M. Szesny, LL.M., original erschienen in: BB 2017, 515 - 518.

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BGHSt 62, 13
  • NJW 2017, 966
  • ZIP 2017, 173
  • NStZ 2017, 234
  • NStZ 2017, 692
  • WM 2017, 172
  • BB 2017, 524
  • DB 2017, 360
  • NZG 2017, 236



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Wird zitiert von ... (3)  

  • BGH, 08.08.2018 - 2 StR 210/16

    Marktmanipulation (keine Ahndungslücke bzw. "Generalamnestie" durch vorzeitige

    Der Senat teilt die vom Bundesverfassungsgericht (vgl. Beschlüsse der 2. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 3. Mai 2018 - 2 BvR 463/17, ZIP 2018, 1126 ff. und vom 13. Juni 2018 - 2 BvR 375/17, 2 BvR 1785/17, WM 2018, 1251) als verfassungsrechtlich unbedenklich angesehene Auslegung der §§ 38 Abs. 3 Nr. 1, 39 Abs. 3d Nr. 2 WpHG in der Fassung des 1. FiMaNoG durch den 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs (Beschluss vom 10. Januar 2017 - 5 StR 532/16, BGHSt 62, 13 ff.).

    aa) Die Straf- und Bußgeldvorschriften der §§ 38, 39 WpHG waren und sind als Blankettnormen ausgestaltet; sie nehmen zur Umschreibung des straf- bzw. bußgeldbewehrten Verhaltens unmittelbar Bezug auf die MAR (BGH, Beschluss vom 10. Januar 2017 - 5 StR 532/16, BGHSt 62, 13, 14 f.).

    In allen Fällen handelt es sich - anders als etwa in § 1 Abs. 1 Nr. 6e WpHG mit seiner ausdrücklichen Bezugnahme auf die MAR "in ihrer jeweils geltenden Fassung' - um statische Verweisungen (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Januar 2017 - 5 StR 532/16, BGHSt 62, 13, 18 f.; Rothenfußer/Jäger, NJW 2016, 2689, 2691; Hippeli, jurisPRHaGesR 2/2017, Anm. 5; Kudlich, ZBB/JBB 2017, 72, 75; Klöhn/Büttner, ZIP 2016, 1801, 1805; aA Köpferl, ZIS 2017, 201, 209; siehe auch Poelzig, NZG 2016, 528, 537).

    Die Frage, ob es sich dabei - worauf die Gesetzesmaterialien (vgl. BTDrucks. 18/7482, S. 1 einerseits und S. 80 andererseits) sowie der geringe zeitliche Abstand des Inkrafttretens beider Regelungswerke hindeuten könnte - um ein gesetzgeberisches Versehen (Möllers/Herz, JZ 2017, 445; Szesny, BB 2017, 515, 517) oder um eine bewusste gesetzgeberische Entscheidung handelte (vgl. BaFin, Pressemitteilung vom 8. Juli 2016; Pananis, NStZ 2017, 234, 237; Klöhn/Büttner, ZIP 2016, 1801, 1806), ist nunmehr in letzterem Sinne entschieden.

    Die Umschreibung des strafbewehrten Verhaltens als "Verstoß' gegen die MAR setzt nicht voraus, dass diese Verordnung in allen Mitgliedstaaten für die Normadressaten bereits unmittelbare Geltung erlangt hat (Kudlich, ZBB/JBB 2017, 72, 74; Bergmann/Vogt, NZWiSt 2017, 146, 151; aA Rothenfußer/Jäger, NJW 2016, 2689, 2690; Gaede, wistra 2017, 41, 44; Szesny, BB 2017, 515, 517; Bülte/Müller, NZG 2017, 205, 209 f.).

    Der Gesetzeswortlaut steht mithin einer Auslegung der §§ 38, 39 WpHG nicht entgegen, dass sie auch vor dem 3. Juli 2016 begangene Verstöße gegen die in der MAR enthaltenen Gebote und Verbote erfasst (vgl. BVerfG, Beschluss vom 3. Mai 2018 - 2 BvR 463/17, juris Rn. 25; aA Möllers/Herz, WuB 2017, 309, 312; Gaede, wistra 2017, 41, 43 ff.; Rothenfußer/Jäger, NJW 2016, 2689, 2691; Wessing/Janssen, EWiR 2017, 165, 166; Bülte/Wick, ZWH 2017, 318, 320).

    Der Gesetzeswortlaut belegt vielmehr durch den mit einer Konjunktion ("indem') eingeleiteten erläuternden Nebensatz, dass der "Verstoß gegen die MAR' nicht als ein zusätzliches und eigenständiges Tatbestandsmerkmal zu verstehen ist (zutreffend Bergmann/Vogt, NZWiSt 2017, 146, 150).

    Eine eigenständige strafbarkeitsbegrenzende Funktion kommt der gewählten Formulierung demgegenüber nicht zu (vgl. Kudlich, ZBB/JBB 2017, 72, 74; Bergmann/Vogt, NZWiSt 2017, 146, 150; aA Bülte/Müller NZG 2017, 205, 208).

    bb) Eine Auslegung der §§ 38, 39 WpHG unter Berücksichtigung des gesetzgeberischen Willens ergibt, dass der Gesetzgeber des 1. FiMaNoG in den §§ 38, 39 WpHG auf die MAR unabhängig davon Bezug nehmen wollte, dass diese erst ab dem 3. Juli 2016 in den Mitgliedstaaten unmittelbare Geltung erlangte und zunächst (noch) keine unmittelbaren Verhaltenspflichten für die Normadressaten begründete (vgl. BGH, Beschluss vom 10. Januar 2017 - 5 StR 532/16, juris Rn. 10, BGHSt 62, 13, 17).

    cc) Die Auslegung der §§ 38, 39 WpHG dahin, dass der Gesetzgeber die MAR mit dem 1. FiMaNoG im Inland bereits zum 2. Juli 2016 und damit vorzeitig in Kraft gesetzt hat, gerät nicht in Konflikt mit dem Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG (vgl. BVerfG, Beschluss vom 3. Mai 2018 - 2 BvR 463/17, ZIP 2018, 1126, 1128; aA Gaede, wistra 2017, 41, 44 f.; Rossi NJW 2017, 966, 969; Bergmann/Vogt, NZWiSt 2017, 146, 150 f.).

    Die Normen sind - ungeachtet des Umstands, dass der in Bezug genommene Art. 15 MAR das Verbot der Marktmanipulation selbst nicht im Einzelnen umschreibt, sondern es insoweit eines Rückgriffs auf die in den Art. 7, 8 und 12 MAR enthaltenen Begriffsbestimmungen bedarf - hinreichend bestimmt (BGH, Beschluss vom 10. Januar 2017 - 5 StR 532/16, BGHSt 62, 13, 19; aA Pananis, NStZ 2017, 234, 237; Bergmann/Vogt, wistra 2016, 347, 351).

    dd) Soweit schließlich bezweifelt worden ist, ob der nationale Gesetzgeber unter Berücksichtigung der durch Art. 288 Abs. 2 AEUV angeordneten unmittelbare Wirkung einer EU-Verordnung die Kompetenz habe, die Vorschriften der MAR durch eine nationale Regelung vorzeitig für anwendbar zu erklären (vgl. Rothenfußer, AG 2017, 149, 151; Rossi, NJW 2017, 966, 969), teilt der Senat diese Bedenken nicht.

    Der nationale Gesetzgeber hat nicht über den zeitlichen Anwendungsbereich der Marktmissbrauchsverordnung disponiert, sondern - ohne dass dies mit Unionsrecht in Konflikt geriete - durch eine nationale Strafnorm auf das Unionsrecht Bezug genommen und dieses vorzeitig umgesetzt (vgl. Möllers/Herz, WuB 2017, 309, 311).

    Es steht dem nationalen Gesetzgeber frei, eine Bindung der Normadressaten an eine in Kraft getretene EU-Verordnung in seinem Hoheitsgebiet vorzeitig herbeizuführen (zutreffend Möllers/Herz, WuB 2017, 309, 311; vgl. auch Lienert, HRRS 2017, 265, 266; Hippeli, jurisPRHaGesR 2/2017, Anm. 5).

    Anhaltspunkte dafür, dass eine solche Möglichkeit den Intentionen des europäischen Verordnungsgebers im Kapitalmarktrecht zuwiderlaufen könnte, sind weder der MAR noch sonstigen europäischen Rechtsakten, die sich auf die Frage der Ahndung von Insiderhandel und Marktmanipulation beziehen, zu entnehmen (Möllers/Herz, WuB 2017, 309, 311; ebenso Gaede, wistra 2017, 41, 43; aA Rothenfußer, AG 2017, 149, 151).

  • BGH, 25.10.2017 - 1 StR 339/16

    BGH hebt Urteil bezüglich des Projekts "Hohe Düne" weitgehend auf

    Das Urteil muss erkennen lassen, dass auch diese Voraussetzung erfüllt ist (vgl. BGH, Urteil vom 21. März 1985 - 4 StR 53/85, wistra 1985, 147, 148; Beschluss vom 7. Dezember 2016 - 1 StR 358/16, StraFo 2017, 72, 73).
  • BGH, 23.01.2018 - 5 StR 554/17

    "Ins Leere gehende" Verweisung im Markenrecht (keine Blankettnorm; Aufnahme des

    Denn bei der Strafvorschrift des § 143a MarkenG handelt es sich nicht etwa um eine Blankettnorm, die Sanktionen an Verstöße gegen anderweitig geregelte, lediglich in Bezug genommene Verhaltenspflichten anknüpft (vgl. hierzu BGH, Beschluss vom 10. Januar 2017 - 5 StR 532/16, BGHSt 62, 13).
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