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   VGH Baden-Württemberg, 17.01.2018 - A 11 S 241/17   

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https://dejure.org/2018,2295
VGH Baden-Württemberg, 17.01.2018 - A 11 S 241/17 (https://dejure.org/2018,2295)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 17.01.2018 - A 11 S 241/17 (https://dejure.org/2018,2295)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 17. Januar 2018 - A 11 S 241/17 (https://dejure.org/2018,2295)
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Volltextveröffentlichungen (6)

  • openjur.de
  • Justiz Baden-Württemberg

    Gruppenverfolgung der Volkszugehörigen der Hasara in Afghanistan; Sicherheitslage in der Provinz Ghazni; keine Gefahrenlage für afghanischen Mann ohne Unterhaltsverpflichtung und ohne soziale Unterstützung Netzwerk

  • Landesrecht Baden-Württemberg

    § 60 Abs 1 AufenthG 2004, § 4 Abs 1 S 2 Nr 3 AsylVfG 1992, § 60 Abs 5 AufenthG 2004, Art 3 MRK, § 60 Abs 7 S 1 AufenthG 2004, § 60 Abs 7 S 5 AufenthG 2004
    Gruppenverfolgung der Volkszugehörigen der Hasara in Afghanistan; Sicherheitslage in der Provinz Ghazni; keine Gefahrenlage für afghanischen Mann ohne Unterhaltsverpflichtung und ohne soziale Unterstützung Netzwerk

  • Informationsverbund Asyl und Migration

    AufenthG § 60 Abs. 1, AsylG § 4, AsylG § 4 Abs. 1 S. 2 Nr. 3, AufenthG § 60 Abs. 5, EMRK Art. 3, AufenthG § 60 Abs. 7, AufenthG § 60 Abs. 7 S. 1, AufenthG § 60 Abs. 7 S. 5
    Afghanistan, Abschiebungsverbot, Hazara, gefahrerhöhende Umstände, Ghazni, Kabul, Gruppenverfolgung, Gefahrendichte, nationales Abschiebungsverbot, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung, humanitäre Verhältnisse, Extremgefahr, extreme Gefahrenlage, alleinstehender ...

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Anspruch eines afghanischen Staatsangehörigen islamisch-schiitischen Glaubens vom Volk der Hazara auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft; Bestimmung der Gefahrenlage in der Provinz Ghazni (Afghanistan)

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)

    Anspruch eines afghanischen Staatsangehörigen islamisch-schiitischen Glaubens vom Volk der Hazara auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft; Bestimmung der Gefahrenlage in der Provinz Ghazni (Afghanistan)

Sonstiges

  • justiz-bw.de (Terminmitteilung)

    Asyl: Mündliche Verhandlung am 13. Oktober zur Lage in Afghanistan

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Verfahrensgang

 
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Wird zitiert von ... (193)

  • VGH Baden-Württemberg, 12.10.2018 - A 11 S 316/17

    Kein Abschiebungsverbot nach Kabul für alleinstehende gesunde Männer im

    VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.01.2018 - A 11 S 241/17 -, juris Rn. 50 ff.; International Association of Refugee Law Judges, Assessment of Credibility in Refugee and Subsidiary Protection claims under the EU Qualification Directive, Judicial criteria and standards, https://www.iarlj.org/images /stories/Credo/Credo_Paper_March 2013-rev1.pdf, Seite 33 f.).

    VGH Bad.-Württ., Urteile vom 03.11.2017 - A 11 S 1704/17 -, juris, vom 05.12.2017 - A 11 S 1144/17 -, juris, vom 17.01.2018 - A 11 S 241/17 -, juris, und vom 11.04.2018 - A 11 S 1729/17 -, juris,.

  • VG Freiburg, 24.11.2020 - A 3 K 1267/17
    Die bloße theoretische Möglichkeit einer Verfolgung reicht nicht aus (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 2.5.2017 - A 11 S 562/17 - Urteil vom 17.1.2018 - A 11 S 241/17 -, jeweils juris m.w.N.).

    Je schwerwiegender der befürchtete Verfolgungseingriff ist, desto weniger kann dem Schutzsuchenden zugemutet werden, abzuwarten bis dieser Eingriff unmittelbar bevorsteht (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018 - A 11 S 241/17-, juris, Rn. 42).

    Hierfür ist erforderlich, dass stichhaltige Gründe die Wiederholungsträchtigkeit solcher Verfolgung entkräften (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018, a.a.O.).

    Das Gericht muss sich in tatsächlich zweifelhaften Fällen mit einem für das praktische Leben brauchbaren Grad von Gewissheit begnügen, der den Zweifeln Schweigen gebietet, auch wenn sie nicht völlig ausgeräumt sind (zum Ganzen: VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018, a.a.O., juris, Rn. 51 ff.).

    Der Begriff der Gruppenverfolgung ist damit nur ein Hilfsmittel, um aus Maßnahmen, die gegen die Gruppe gerichtet sind, auf eine individuelle Verfolgungsbetroffenheit zu schließen (VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018, a.a.O., Rn. 72).

    Auch für die Gruppenverfolgung gilt, dass sie mit Rücksicht auf den allgemeinen Grundsatz der Subsidiarität des Flüchtlingsrechts den Betroffenen einen Schutzanspruch im Ausland nur vermittelt, wenn sie im Herkunftsland landesweit droht, d.h. wenn auch keine erreich- und zumutbare Möglichkeit internen Schutzes offensteht (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018, a.a.O. Rn. 72 ff.; vgl. insgesamt auch: BVerwG, Urteile vom 20.2.2013 - 10 C 23.12 -, NVwZ 2013, 936, Rn. 41, vom 21.4.2009, a.a.O., vom 1.2.2007, a.a.O., Rn. 7 f. und vom 18.7.2006, a.a.O., Rn. 20 ff., jeweils m.w.N.; grundlegend zur Gruppenverfolgung auch: BVerfG, Beschluss vom 23.1.1991 - 2 BvR 902/85 -, BVerfGE 83, 216 ff. und BVerwG, Urteil vom 5.7.1994 - 9 C 158.94 -, BVerwGE 96, 200 ff.).

    Hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts gilt insoweit das oben Ausgeführte.Soweit sich der Kläger auf die Gefährdungen beruft, die sich aus den allgemeinen sozio-ökonomischen und humanitären Lebensbedingungen im Irak ergeben, fehlt es bereits an einem Akteur im Sinne des § 4 Abs. 3 Satz 1 AsylG i. V. m. § 3c AsylG (vgl. zur Notwendigkeit eines Akteurs VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 3.11.2017 - A 11 S 1704/17 - vom 5.12.2017 - A 11 S 1144/17 - und vom 17.1.2018 - A 11 S 241/17 -, jeweils bei juris m.w.N.), da die humanitäre Lage und die allgemeinen Lebensumstände im Irak und auch speziell in Ninawa keinem der genannten Akteure nach § 3c AsylG zuzurechnen sind.

    Erforderlich ist, dass durch die Auseinandersetzungen, an denen bewaffnete Gruppen beteiligt sind, ein Grad an willkürlicher Gewalt entsteht, dass stichhaltige Gründe für die Annahme bestehen, dass eine Zivilperson bei einer Rückkehr in das betreffende Land bzw. in die betreffende Region allein durch ihre Anwesenheit tatsächlich Gefahr liefe, einer ernsthaften individuellen Bedrohung ihres Lebens oder ihrer Unversehrtheit ausgesetzt zu sein (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 17.1.2018, a.a.O, Rn. 191 ff. und vom 12.12.2018, a.a.O., Rn. 52; EuGH, Urteil vom 30.1.2014, a.a.O.).

    Auf der Grundlage der quantitativen Ermittlung bedarf es einer wertenden Gesamtbetrachtung (vgl. BVerwG, Urteil vom 17.11.2011, a.a.O., m.w.N.; VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 17.1.2018, a.a.O. und vom 12.12.2018, a.a.O., Rn. 60; Bayerischer VGH, Beschluss vom 17.1.2017 - 13a ZB 16.30182 -, juris).

    Dies macht deutlich, dass es sich bei dem Schutz nach § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AsylG um einen Ausnahmetatbestand für außergewöhnliche Situationen handelt, die durch einen sehr hohen Gefahrengrad gekennzeichnet sind (VGH Baden-Württemberg, Urteile vom 17.1.2018, a.a.O., Rn. 191 und vom 12.12.2018, a.a.O., Rn. 55).

    Aber auch dann, wenn diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, weil es an einem verantwortlichen Akteur fehlt, können schlechte humanitäre Bedingungen im Zielgebiet als Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK zu qualifizieren sein, wenn ganz außerordentliche individuelle Umstände hinzutreten (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.6.2013 - 10 C 13.12 -, NVwZ 2013, 1167, 1170; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018, a.a.O., Rn. 257 jeweils m.w.N.).

    Außergewöhnliche individuelle Umstände bzw. Merkmale können auch solche sein, die eine Person mit anderen Personen teilt, die Träger des gleichen Merkmals sind bzw. sich in einer im Wesentlichen vergleichbaren Lage befinden (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018, a.a.O., Rn. 261; EGMR, Urteil vom 13.12.2016 - 41738/10 -, NVwZ 2017, 1187, 1190).

    Ein Abschiebungsschutz nach § 60 Abs. 5 AufenthG i.V.m. Art. 3 EMRK kann nur beanspruchen, wem prinzipiell im gesamten Zielstaat der Abschiebung die Gefahr einer unmenschlichen Behandlung droht (vgl. VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.1.2018, a.a.O., Rn. 281 ff. m.w.N.).

  • VGH Baden-Württemberg, 11.04.2018 - A 11 S 924/17

    Afghanistan: kein Abschiebungsverbot für leistungsfähige, erwachsene Männer -

    Dieses gilt auch für Angehörige der Volksgruppe der Hazara (Fortführung der Senatsrechtsprechung Urteil vom 17.01.2018 - A 11 S 241/17 und vom 24.01.2018 - A 11 S 1265/17).

    VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.01.2018 - A 11 S 241/17 -, juris Rn. 50 ff.; International Association of Refugee Law Judges, Assessment of Credibility in Refugee and Subsidiary Protection claims under the EU Qualification Directive, Judicial criteria and standards, https://www.iarlj.org/images /stories/Credo/Credo_Paper_March 2013-rev1.pdf, Seite 33 f.).

    Der Senat hat im Urteil vom 17. Januar 2018 (A 11 S 241/17 -, juris, Rn. 28 - 83), das zum Gegenstand des Verfahrens gemacht wurde, entschieden, dass die Volksgruppe der Hazara keiner flüchtlingsrelevanten Gruppenverfolgung ausgesetzt ist, und dabei maßgeblich darauf abgestellt, dass die erforderliche Verfolgungsdichte nicht festgestellt werden kann.

    Stahlmann, Gutachten 2018, S. 334 und in diesem Zusammenhang Senatsurteil vom 17. Januar 2018 - A 11 S 241/17 -, Rn. 83,.

    VGH Bad.-Württ., Urteil vom 03.11.2017 - A 11 S 1704/17 -, juris, vom 05.12.2017 - A 11 S 1144/17 -, juris und vom 17.01.2018 - A 11 S 241/17 -, juris.

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