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   BAG, 21.03.2018 - 10 ABR 62/16   

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BAG, 21.03.2018 - 10 ABR 62/16 (https://dejure.org/2018,6132)
BAG, Entscheidung vom 21.03.2018 - 10 ABR 62/16 (https://dejure.org/2018,6132)
BAG, Entscheidung vom 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 (https://dejure.org/2018,6132)
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Volltextveröffentlichungen (9)

  • IWW

    §§ 6, 10, 12 bis 15 BBTV, § 5 Abs. 1a TVG, § ... 5 Abs. 1 TVG, § 17 VTV, § 5 TVG, § 5 Abs. 1, Abs. 1a, Abs. 4 Satz 2 TVG, § 11 TVG, Art. 80 Abs. 1 GG, Art. 9 Abs. 3, Art. 12 Abs. 1 GG, Art. 9 Abs. 3 GG, § 5 Abs. 4 Satz 2 TVG, § 98 ArbGG, § 31 BBTV, § 4 Abs. 4, § 3 Abs. 2 TVG, Art. 3 Abs. 1 GG, § 20 VTV, § 21 VTV, § 4 Abs. 2 TVG, § 139 BGB, § 97 Abs. 5 ArbGG, § 98 Abs. 3 Satz 1, § 92 Abs. 2, § 72 Abs. 5 ArbGG, § 552 Abs. 1 ZPO, § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 83 Abs. 3 ArbGG, § 98 Abs. 3, § 98 Abs. 4 Satz 1 ArbGG, Art. 103 Abs. 1 GG, § 98 Abs. 1, Abs. 6 ArbGG, § 92 Abs. 2 ArbGG, § 552 Abs. 2 ZPO, § 98 Abs. 1 ArbGG, § 98 Abs. 6 Satz 7 ArbGG, § 98 Abs. 6 Satz 1 ArbGG, § 98 Abs. 6 Satz 2 ArbGG, § 98 Abs. 1 Nr. 1 ArbGG, § 47 Abs. 2 VwGO, Anlage 27 SokaSiG, Anlage 9 SokaSiG, Anlage 1 SokaSiG, Anlage 13 SokaSiG, § 13 SokaSiG, § 11 SokaSiG, § 47 VwGO, § 5 Nr. 3 AEntG, § 98 Abs. 3 Satz 3 ArbGG, § 2a Abs. 2 ArbGG, § 83 Abs. 1 Satz 1 ArbGG, § 83 Abs. 1 Satz 2 ArbGG, § 98 Abs. 3 Satz 1 ArbGG, § 87 Satz 2 GWB, Abs. 1a TVG, Art. 5 des Tarifautonomiestärkungsgesetzes, Art. 267 Unterabs. 3 AEUV, Art. 11 EMRK, § 9 Nr. 1 AÜG, § 7 Abs. 2 AEntG, §§ 17, 4 Abs. 4 VTV, § 2a Abs. 1 Nr. 4, § 97 ArbGG, § 97 Abs. 3 Satz 1 ArbGG, § 97 Abs. 5 Satz 1 ArbGG, § 2a Abs. 1 Nr. 4 ArbGG, § 2 Abs. 3 TVG, § 2 Abs. 2 TVG, § 2 Abs. 1 TVG, § 1 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG, § 5 Abs. 1 Satz 1, Abs. 1a Satz 1 TVG, § 5 Abs. 1 Satz 1 TVG, § 5 Abs. 1a Satz 1 TVG, § 24 VwVfG, § 5 Abs. 7 Satz 1 TVG, § 5 Abs. 7 Satz 2 TVG, Art. 80 Abs. 1 Satz 3 GG, § 8 Abs. 2 AEntG, Art. 20 Abs. 3 GG, § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TVG, § 96 Abs. 1 ArbGG, § 563 Abs. 3 ZPO, § 5 Abs. 1 Satz 2 TVG, § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 TVG, § 17 Abs. 2 Satz 2 InsO, Art. 12 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG, § 1 Abs. 3a AEntG, § 5 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 TVG, § 5 Abs. 2, Abs. 3 TVG, § 4 Abs. 1 Satz 1 TVG, § 3 Abs. 1, Abs. 2 TVG, § 3 Abs. 3 TVG, § 4 Abs. 5 TVG, § 613a Abs. 1 Satz 2 BGB, § 615 BGB, § 11 BRTV, § 5 Abs. 1a Satz 1 Nr. 1 bis Nr. 5 TVG, § 5 Abs. 1a Satz 2 TVG, § 5 Abs. 5 Satz 1 TVG, § 5 Abs. 1a Satz 3 TVG, Art. 19 Abs. 1 Satz 1 GG, Art. 19 GG, § 21 BetrAVG, § 3 TVG, § 5 Abs. 1a Satz 1 Nr. 1 TVG, § 5 Abs. 1a Satz 1 Nr. 2 TVG, § 5 Abs. 1a Satz 1 Nr. 3 TVG, § 3 VTV, § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 TVG, § 4 Abs. 1 BBiG, 12 bis 15 des BBTV, § 98 Abs. 4 Satz 3 ArbGG, § 2 Abs. 2 GKG

  • openjur.de
  • Wolters Kluwer

    Wirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen im Baugewerbe; Öffentliches Interesse als einzige Voraussetzung einer Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen; Allgemeinverbindlicherklärung eines Tarifvertrages über eine gemeinsame Einrichtung; ...

Kurzfassungen/Presse (19)

  • Bundesarbeitsgericht (Pressemitteilung)

    Wirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen im Baugewerbe

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Die notwendige Beschwer des Rechtsmittelführers im Beschlussverfahren

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Allgemeinverbindlicherklärung eines Sozialkassen-Tarifvertrags

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Der Streit um eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung - und die erstmalige Beteiligung im Rechtsbeschwerdeverfahren

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Rückwirkende Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Unwirksamkeit einzelner Bestimmungen eines (allgemeinverbindlichen) Tarifvertrags

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Die Tariffähigkeit als Spitzenorganisation

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Allgemeinverbindlichkeitserklärung - und die Zustimmung des Tarifausschusses

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Die Tariffähigkeit einer Gewerkschaft

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Der Streit um eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung - und der europarechtliche Rahmen

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Allgemeinverbindlichkeitserklärung - und der gemeinsame Antrag der Tarifvertragsparteien

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Der Streit um eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung - und die Beteiligten

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Der Streit um eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung - und die Antragsbefugnis

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Der Streit um eine Allgemeinverbindlichkeitserklärung - und das Beschlussverfahren

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Tarifverträge im Baugewerbe - und ihre Allgemeinverbindlicherklärung

  • anwaltonline.com (Kurzinformation)

    Wirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen im Baugewerbe

  • wolterskluwer-online.de (Kurzinformation)

    Wirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen im Baugewerbe

  • Wolters Kluwer (Kurzinformation)

    Allgemeinverbindlicherklärungen der Tarifverträge im Baugewerbe sind wirksam

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Pressemitteilung)

    Wirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärungen von Tarifverträgen im Baugewerbe

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BAGE 162, 166
  • BB 2018, 1779
  • BB 2018, 2231
 
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Wird zitiert von ... (46)

  • BAG, 20.11.2018 - 10 ABR 12/18

    Allgemeinverbindlicherklärung vom 4. Mai 2016 des Tarifvertrags über das

    Aus der Antragsbefugnis folgt grundsätzlich ein rechtliches Interesse an der begehrten Feststellung (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 35 ) .

    Die Antragsbefugnis besteht unabhängig davon, ob der jeweilige Antragsteller im Ausgangsverfahren leugnet, unter den Geltungsbereich der Tarifverträge des Baugewerbes zu fallen (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 37; 21. September 2016 - 10 ABR 33/15 - Rn. 55, BAGE 156, 213) .

    bb) Der Senat hat bereits entschieden, dass durch das Inkrafttreten des SokaSiG das Rechtsschutzbedürfnis für einen Antrag nach § 98 Abs. 1 ArbGG nicht entfallen ist (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 39 ff.) .

    Es ist nicht zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Aussetzung erfüllt waren, solange die Entscheidungserheblichkeit der AVE nicht offensichtlich fehlt (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 42) .

    Dagegen ist im Rechtsbeschwerdeverfahren grundsätzlich nicht von Amts wegen zu prüfen, ob alle in den Vorinstanzen beteiligten Personen, Vereinigungen und Stellen zu Recht angehört wurden (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 48) .

    Beteiligt sind ferner diejenigen, die einen eigenen Antrag gestellt haben, sowie die Tarifvertragsparteien, die den für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrag abgeschlossen haben (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 49) .

    Diese Grundsätze gelten nach § 98 Abs. 3 Satz 1 ArbGG entsprechend im Verfahren zur Überprüfung der Wirksamkeit einer AVE oder Rechtsverordnung (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 50) .

    Auch eine Vorlage an den Gerichtshof der Europäischen Union nach Art. 267 Unterabs. 3 AEUV ist nicht geboten (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 51 ff.) .

    Die Neufassung des § 5 TVG ändert daran nichts (näher BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 53) .

    Neben ihrer formellen Wirksamkeit verlangt dies, dass die jeweiligen Tarifvertragsparteien tariffähig und tarifzuständig sind (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 55 mwN) .

    Die von der Beteiligten zu 1. angenommene Unwirksamkeit einzelner Tarifnormen, insbesondere des § 17 VTV, führt - auch wenn die Annahme zutreffen sollte - nicht zur Unwirksamkeit des betroffenen Tarifvertrags und lässt deshalb die Wirksamkeit der angegriffenen AVE unberührt (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 56 ff.) .

    Dies ist bei einem Tarifvertrag, der weiterhin eine in sich geschlossene Regelung bildet, regelmäßig auch ohne eine als rechtswidrig angesehene Norm der Fall (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 57) .

    Eine weitere Überprüfung von einzelnen Normen eines für allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrags ist nicht Gegenstand des Verfahrens nach § 2a Abs. 1 Nr. 5, § 98 ArbGG (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 58) .

    Die Aussetzungspflicht besteht im Fall der Entscheidungserheblichkeit auch in einem Verfahren nach § 98 ArbGG (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 60; grundlegend BAG 21. September 2016 - 10 ABR 33/15 - Rn. 119 ff., BAGE 156, 213 ) .

    Er ist zu dem Ergebnis gekommen, dass vernünftige Zweifel, die zu einer Aussetzung des Verfahrens nach § 97 Abs. 5 ArbGG führen müssten, nicht bestehen (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 59 ff.) .

    Daran hat sich durch die Neufassung des § 5 TVG nichts geändert (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 85) .

    Hierdurch ist sichergestellt, dass der Antrag von allen tarifvertragsschließenden Parteien inhaltlich getragen wird (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 89) .

    Derartige Einschränkungsklauseln sind grundsätzlich zulässig (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 90 mwN) .

    Nur so ist sichergestellt, dass der Erlass der AVE vollständig vom Einvernehmen des Tarifausschusses gedeckt ist (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 92) .

    Für eine Verfassungswidrigkeit von § 11 TVG und der darauf beruhenden TVG-DVO gibt es keine Anhaltspunkte (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 94 mwN ) .

    Nur so können die Normunterworfenen erkennen, dass eine eigene anderweitige Tarifbindung durch die AVE ohne weitere Voraussetzungen verdrängt wird (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 96 mwN) .

    Durch § 5 TVG nF hat sich hieran nichts geändert (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 99) .

    Der Tarifvertrag kann dabei nach Abs. 1a Satz 2 alle mit dem Beitragseinzug und der Leistungsgewährung in Zusammenhang stehenden Rechte und Pflichten einschließlich der dem Verfahren zugrunde liegenden Ansprüche der Arbeitnehmer und Pflichten der Arbeitgeber regeln; er ist nicht auf die Errichtung der gemeinsamen Einrichtung und auf Verfahrensfragen beschränkt (grundlegend BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 133 ff.) .

    a) Erste Tatbestandsvoraussetzung für die Eröffnung des Anwendungsbereichs von § 5 Abs. 1a TVG ist bereits nach dem Wortlaut der Norm, dass es sich um einen Tarifvertrag über eine gemeinsame Einrichtung handelt, der die Einziehung von Beiträgen und die Gewährung von Leistungen hinsichtlich bestimmter Gegenstände zum Inhalt hat (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 134 mwN) .

    Der Tarifvertrag über die gemeinsame Einrichtung muss nicht alle vom Gesetz zugelassenen Gegenstände eines solchen Tarifvertrags erfassen (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 134 mwN) .

    Die Allgemeinverbindlicherklärung des Tarifvertrags muss deshalb das Ziel haben können, die (Fort-)Existenz der gemeinsamen Einrichtung der Tarifvertragsparteien sicherzustellen (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 136 mwN) .

    Das kann nur verneint werden, wenn besonders gewichtige Umstände oder überragende entgegenstehende Interessen bestehen ( BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 137 ff . ; zustimmend Ulber NZA-Beilage 1/2018, 3, 7) .

    Umgekehrt bedarf es im Fall des Erlasses einer AVE nach Abs. 1a einer abschließenden Gesamtbeurteilung, ob ein öffentliches Interesse besteht (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 138; im Ergebnis ebenso BeckOK ArbR/Giesen TVG § 5 Rn. 17; Däubler/Lakies TVG 4. Aufl. § 5 Rn. 124; Löwisch/Rieble TVG 4. Aufl. § 5 Rn. 214; Preis/Povedano Peramato Das neue Recht der Allgemeinverbindlicherklärung im Tarifautonomiestärkungsgesetz S. 75; Prokop Die Allgemeinverbindlicherklärung nach § 5 TVG Diss. 2017 S. 226 f., 249; Schaub ArbR-HdB/Treber 17. Aufl. § 205 Rn. 20; Sittard in Henssler/Moll/Bepler Der Tarifvertrag 2. Aufl. Teil 7 Rn. 78; Strippelmann Rechtsfragen der gemeinsamen Einrichtungen Diss. 2015 S. 181) .

    Die Ablehnung eines öffentlichen Interesses an der AVE eines Tarifvertrags über eine gemeinsame Einrichtung, der der Sicherung ihrer Funktionsfähigkeit dient, kommt daher nur in Betracht, wenn ganz besonders gewichtige Umstände oder überragende Interessen entgegenstehen (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 139) .

    d) Bestehen in ihrem fachlichen Geltungsbereich mindestens teilweise überschneidende Tarifverträge über gemeinsame Einrichtungen, hat das BMAS bei seiner Entscheidung über die AVE zusätzlich die Repräsentativität der jeweiligen Tarifverträge zu berücksichtigen (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 141 f.) .

    Als Ziel der Regelung wird allgemein gesehen, die Verdrängung konkurrierender gemeinsamer Einrichtungen zu vermeiden oder jedenfalls nur dann geschehen zu lassen, wenn eine hinreichende Bedeutung des für allgemeinverbindlich zu erklärenden Tarifvertrags besteht ( BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 141 ; Henssler RdA 2015, 43, 53; NK-GA/Forst § 5 TVG Rn. 121; Löwisch/Rieble TVG 4. Aufl. § 5 Rn. 217; Preis/Povedano Peramato S. 69 f.) .

    Da in einem solchen Fall keine konkurrierende Regelung verdrängt wird, kommt es auf die Repräsentativität des Tarifvertrags der beantragten AVE nicht an (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 142) .

    Daran ist auch für § 5 Abs. 1a TVG festzuhalten (eingehend hierzu BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 143 ff.) .

    Um eine ausreichende demokratische Legitimation herbeizuführen, bedarf es der zustimmenden Befassung durch den zuständigen Minister oder Staatssekretär ( BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 110, 146 ; 21. September 2016 - 10 ABR 33/15 - Rn. 138 ff., BAGE 156, 213) .

    Die Sonderregelung für Tarifverträge über gemeinsame Einrichtungen verstößt auch nicht gegen das Verbot des Einzelfallgesetzes aus Art. 19 Abs. 1 Satz 1 GG (im Einzelnen BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 147) .

    Dies gilt insbesondere im Hinblick auf das Urlaubskassenverfahren und das Ausbildungsumlageverfahren einschließlich des Systems der überbetrieblichen Ausbildung und ihrer Finanzierung (für die AVE VTV 2015 BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 151) .

    Diese Erwägungen hat der Senat auch hinsichtlich der AVE VTV 2015 als tragfähig angesehen (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 153) .

    Eine effektive zusätzliche Zahlungsbelastung der nicht tarifgebundenen Arbeitgeber ergibt sich nur aus den eigenen Verwaltungskosten der ULAK sowie der gesetzlich nicht verpflichtend vorgeschriebenen zusätzlichen Altersversorgung für Arbeitnehmer (BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 154) .

  • BAG, 20.06.2018 - 5 AZR 377/17

    Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall - gesetzlicher Mindestlohn -

    Die gesetzliche Anordnung der Geltung der Tarifnormen sollte "als weiterer Rechtsgrund neben die bestehenden allgemeinverbindlichen Tarifverträge" treten (vgl. BAG 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 41) .
  • BAG, 16.10.2019 - 4 AZR 66/18

    Abweichung vom "Equal-Pay-Grundsatz' durch Bezugnahme auf Tarifvertrag

    Nur die Anwendung des gesamten Tarifwerks, das bei unterstellter Tarifgebundenheit beider Parteien auf das Arbeitsverhältnis unmittelbar Anwendung fände, kann für den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung aber die Vermutung begründen, dass die divergierenden Interessen angemessen ausgeglichen werden (vgl. Schüren in Schüren/Hamann AÜG 4. Aufl. 2010 § 9 Rn. 168; ähnlich zur Tariföffnungsklausel in § 17 Abs. 3 Satz 1 BetrAVG in der bis 31. Dezember 2017 geltenden Fassung BAG 19. April 2011 - 3 AZR 154/09 - Rn. 19, BAGE 137, 357; vgl. auch 21. März 2018 - 10 ABR 62/16 - Rn. 123, BAGE 162, 166: Die Annahme einer Gestaltung von Arbeitsbedingungen durch einen Tarifvertrag iSv. § 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 TVG scheidet bei einer nur teilweisen Anwendung im Arbeitsverhältnis wegen der im Vergleich zu den unmittelbar Tarifgebundenen anderen Lage aus.) .
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