Rechtsprechung
   BGH, 29.11.1963 - 4 StR 390/63   

Volltextveröffentlichungen (2)

Papierfundstellen

  • BGHSt 19, 167
  • NJW 1964, 731
  • MDR 1964, 334



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Wird zitiert von ... (15)  

  • BGH, 20.12.1983 - 1 StR 746/83  

    Zumutbarkeit der unterlasseen Handlung bei unechten Unterlassungsdelikten -

    In Rechtsprechung und Schrifttum besteht weitgehend Einigkeit, daß die Strafbarkeit der Begehung sogenannter unechter Unterlassungsdelikte unter dem Vorbehalt der Zumutbarkeit der unterlassenen Handlung steht (BGHSt 3, 203, 206 [BGH 25.09.1952 - 4 StR 41/52]; 4, 20, 23 [BGH 22.01.1953 - 4 StR 417/52]; 6, 46, 57 [BGH 17.02.1954 - GSSt - 3/53]; 11, 135, 138 [BGH 14.11.1957 - 4 StR 532/57]; BGH GA 1963, 16; BGH NJW 1964, 732 [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63]; BGH bei Dallinger JR 1968, 6 ff.; BGH Urteil vom 13. April 1976 - 1 StR 45/76; OLG Bremen NJW 1957, 72 [OLG Bremen 18.04.1956 - Ss 24/55]; OLG Köln NJW 1973, 861; OLG Karlsruhe MDR 1975, 771 [OLG Karlsruhe 26.03.1975 - 1 Ss 56/75]; Stree in Schönke/Schröder, StGB 21. Aufl. vor § 13 Rdn. 155 f.; Dreher/Tröndle, StGB 41. Aufl. § 13 Rdn. 15 f.; Rudolphi in SK vor § 13 Rdn. 31 ff.; Lackner, StGB 15. Aufl. § 13 Anm. 4; a.A. Jeschek LK vor § 13 Rdn. 91).

    Die Anforderungen an den Verpflichteten richten sich also nach der Schwere des drohenden Übels, das den Rechtsgütern droht, für die er eine Garantenpflicht hat (BGHSt 4, 20, 23 [BGH 22.01.1953 - 4 StR 417/52]; BGH NJW 1964, 732 [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63]; Stree in Schönke/Schröder a.a.O.; Dreher/Tröndle a.a.O. Rdn. 16).

    Allerdings ist anerkannt, daß im allgemeinen eine mit der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung verbundene Anzeige nächster Angehöriger bei staatlichen Stellen nicht zumutbar ist (BGHSt 6, 46, 57 [BGH 17.02.1954 - GSSt - 3/53]; BGH NJW 1964, 732 [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63]; OLG Bremen NJW 1957, 72, 73 [OLG Bremen 18.04.1956 - Ss 24/55]; OLG Köln NJW 1973, 861, 862).

    Je schwerer die drohende Rechtsgutverletzung wiegt, um so eher ist die Zumutbarkeit einer Anzeige zu bejahen (vgl. BGH NJW 1964, 731, 732) [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63].

    Grundsätzlich muß dem Verpflichteten die Möglichkeit offenbleiben, zunächst mit milderen Mitteln den Versuch einer Abhilfe zu unternehmen, wenn sie Erfolg verspricht (vgl. BGHSt 6, 46, 57 [BGH 17.02.1954 - GSSt - 3/53]; BGH NJW 1964, 731, 732) [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63].

    In Rechtsprechung und Schrifttum besteht weitgehend Einigkeit, daß die Strafbarkeit der Begehung sogenannter unechter Unterlassungsdelikte unter dem Vorbehalt der Zumutbarkeit der unterlassenen Handlung steht (BGHSt 3, 203, 206 [BGH 25.09.1952 - 4 StR 41/52]; 4, 20, 23 [BGH 22.01.1953 - 4 StR 417/52]; 6, 46, 57 [BGH 17.02.1954 - GSSt - 3/53]; 11, 135, 138 [BGH 14.11.1957 - 4 StR 532/57]; BGH GA 1963, 16; BGH NJW 1964, 732 [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63]; BGH bei Dallinger JR 1968, 6 ff.; BGH Urteil vom 13. April 1976 - 1 StR 45/76; OLG Bremen NJW 1957, 72 [OLG Bremen 18.04.1956 - Ss 24/55]; OLG Köln NJW 1973, 861; OLG Karlsruhe MDR 1975, 771 [OLG Karlsruhe 26.03.1975 - 1 Ss 56/75]; Stree in Schönke/Schröder, StGB 21. Aufl. vor § 13 Rdn. 155 f.; Dreher/Tröndle, StGB 41. Aufl. § 13 Rdn. 15 f.; Rudolphi in SK vor § 13 Rdn. 31 ff.; Lackner, StGB 15. Aufl. § 13 Anm. 4; a.A. Jeschek LK vor § 13 Rdn. 91).

    Die Anforderungen an den Verpflichteten richten sich also nach der Schwere des drohenden Übels, das den Rechtsgütern droht, für die er eine Garantenpflicht hat (BGHSt 4, 20, 23 [BGH 22.01.1953 - 4 StR 417/52]; BGH NJW 1964, 732 [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63]; Stree in Schönke/Schröder a.a.O.; Dreher/Tröndle a.a.O. Rdn. 16).

    Allerdings ist anerkannt, daß im allgemeinen eine mit der Gefahr strafrechtlicher Verfolgung verbundene Anzeige nächster Angehöriger bei staatlichen Stellen nicht zumutbar ist (BGHSt 6, 46, 57 [BGH 17.02.1954 - GSSt - 3/53]; BGH NJW 1964, 732 [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63]; OLG Bremen NJW 1957, 72, 73 [OLG Bremen 18.04.1956 - Ss 24/55]; OLG Köln NJW 1973, 861, 862).

    Je schwerer die drohende Rechtsgutverletzung wiegt, um so eher ist die Zumutbarkeit einer Anzeige zu bejahen (vgl. BGH NJW 1964, 731, 732) [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63].

    Grundsätzlich muß dem Verpflichteten die Möglichkeit offenbleiben, zunächst mit milderen Mitteln den Versuch einer Abhilfe zu unternehmen, wenn sie Erfolg verspricht (vgl. BGHSt 6, 46, 57 [BGH 17.02.1954 - GSSt - 3/53]; BGH NJW 1964, 731, 732) [BGH 29.11.1963 - 4 StR 390/63].

  • BGH, 06.11.2002 - 5 StR 281/01  

    Freisprüche dreier Mitglieder des Politbüros aufgehoben

    Angesichts der Schwere der drohenden Übel (vgl. BGHSt 4, 20, 23, BGH NJW 1964, 731, 732, BGH NStZ 1984, 164), hier der jederzeit bevorstehenden rechtswidrigen Tötung von Menschen, hatte das Interesse der Angeklagten an der Erhaltung ihrer Reputation und ihrer Ämter zurückzustehen.
  • BGH, 19.05.2010 - 5 StR 464/09  

    Nichtanzeige geplanter Straftaten (Verdacht der Beteiligung an einer Katalogtat;

    a) Als tauglicher Täter des § 138 StGB scheide aus, wer an der geplanten Katalogtat als Täter, Anstifter oder Gehilfe - auch durch Unterlassen - beteiligt ist oder straflose Vorbereitungshandlungen zur Tatplanung beisteuert; die Tat müsse eine völlig fremde sein (vgl. BGHSt 36, 167, 169; 39, 164, 167; BGHR StGB § 138 Anzeigepflicht 2, 5; BGH NJW 1964, 731, 732, insoweit in BGHSt 19, 167 nicht abgedruckt; BGH NStZ 1982, 244; wistra 1992, 348, 349; vgl. ferner Hanack in LK 12. Aufl. § 138 Rdn. 42 m.w.N.).

    Von der Strafbarkeit wegen Verletzung der Anzeigepflicht ebenfalls befreit sei, wer nach Abschluss der Beweisaufnahme der Beteiligung an der nicht angezeigten Tat verdächtig bleibt (BGHSt 36, 167, 169; 39, 164, 167; BGHR StGB § 138 Anzeigepflicht 2, 5; BGH NJW 1964, 731, 732; StV 1988, 202; MDR/H 1979, 635; Hanack aaO Rdn. 48; Cramer/Sternberg-Lieben in Schönke/Schröder StGB 27. Aufl. § 138 Rdn. 20/21; aA Schmidhäuser in Festschrift für Bockelmann (1979) S. 683, 697; Westendorf, Die Pflicht zur Verhinderung geplanter Straftaten durch Anzeige 1999 S. 156 m.w.N.).

  • BGH, 13.10.2016 - 3 StR 248/16  

    Garantenpflicht von Kindern gegenüber Eltern bei bestehender häuslicher

    Vielmehr begründet die in § 1618a BGB normierte familiäre Solidarität schon von Gesetzes wegen im Eltern-Kind-Verhältnis bei faktischem Zusammenleben in aller Regel eine gegenseitige Schutzpflicht, die als Garantenpflicht im Sinne des § 13 Abs. 1 StGB das Handeln gebietet (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 1963 - 4 StR 390/63, BGHSt 19, 167 ff.; bei Ehegatten schon BGH, Urteil vom 12. Februar 1952 - 1 StR 59/50, BGHSt 2, 150, 153 f.; im Ergebnis ebenso LK/Weigend, StGB, 12. Aufl., § 13 Rn. 26; enger SK-StGB/Rudolphi/Stein, 119. Lfg., § 13 Rn. 49).
  • BGH, 02.08.2017 - 4 StR 169/17  

    Begehen durch Unterlassen (Garantenpflicht eines Kindes gegenüber einem

    Letztlich ebenfalls an der konkreten Ausgestaltung des Falles orientiert hat der Senat - allerdings noch vor Einführung des § 1618a BGB durch das Gesetz zur Neuregelung der elterlichen Sorge vom 18. Juli 1979 - jedenfalls bei Lebensgefahren eine strafrechtliche Einstandspflicht des Kindes gegenüber dem Elternteil bejaht, wobei er sich hierbei maßgeblich auf das enge Verwandtschaftsverhältnis als solches (die "durch Blutsbande verbundene Familie') gestützt hat; innerhalb dieses Personenkreises bestehe eine Rechtspflicht zur Abwendung schwerer Gefahren, und zwar unabhängig von dem Vorliegen einer häuslichen Gemeinschaft, welche im konkreten Fall jedoch zusätzlich vorlag (BGH, Urteil vom 29. November 1963 - 4 StR 390/63, BGHSt 19, 167 ff.; zustimmend Wessels/ Beulke/Satzger, Strafrecht Allgemeiner Teil, 46. Aufl., Rn. 1008; Brammsen, Die Entstehungsvoraussetzungen der Garantenpflichten, 1986, S. 156; ausdrücklich gegen das Kriterium der "Blutsbande' Bülte, aaO, 396; eine generelle Einstandspflicht des Kindes ebenfalls ablehnend: MüKo-StGB/Freund, 3. Aufl., § 13 Rn. 177; NK-StGB/Gaede, aaO, § 13 Rn. 61; Kleinherne, Garantenstellung und Notwehrrecht, 2014, S. 450 f.).
  • BGH, 12.04.1989 - 3 StR 453/88  

    Anzeigepflicht bei Selbstverdächtigung; Verwertung einer Tonbandaufnahme

    Zwar hat der Bundesgerichtshof verschiedentlich ausgeführt, daß nicht nur der Tatbeteiligte, sondern auch derjenige, der "der Beteiligung auch nur verdächtig ist", von § 138 StGB nicht erfaßt wird (so z.B. BGH NJW 1964, 731, 732, insoweit in BGHSt 19, 167 nicht mit abgedruckt; BGH NStZ 1982, 244; BGH, Beschluß vom 23. April 1976 - 2 StR 144/76).
  • BGH, 03.11.1999 - 2 StR 326/99  

    Beihilfe zum Betrug durch Unterlassen; Garantenpflicht von Kriminalbeamten

    Im Rahmen des Zumutbaren (vgl. BGH NJW 1964, 731, 732 insoweit nicht in BGHSt 19, 167 ff. abgedruckt; BGH JR 1994, 510 m. Anm. Loos S. 511, 512) muß der Polizeibeamte unter Umständen auch bei der Gefährdung von Individualrechtsgütern, wie hier des Vermögens der H -Bank, einschreiten (vgl. BGHSt 38, 392 m.w.N.).
  • BGH, 13.01.2010 - 5 StR 464/09  

    Anfragebeschluss; Nichtanzeige geplanter Straftaten (normatives Stufenverhältnis

    Als tauglicher Täter scheidet danach bereits tatbestandlich aus, wer an der geplanten Katalogtat als Täter, Anstifter oder Gehilfe - auch durch Unterlassen - beteiligt ist oder straflose Vorbereitungshandlungen zur Tatplanung beisteuert; die Tat muss eine völlig fremde sein (vgl. BGHSt 36, 167, 169; 39, 164, 167; BGHR StGB § 138 Anzeigepflicht 2, 5; BGH NJW 1964, 731, 732; BGH NStZ 1982, 244; wistra 1992, 348; vgl. ferner Hanack in LK StGB 12. Aufl. § 138 Rdn. 42 m.w.N.).
  • BGH, 10.08.2016 - 2 StR 493/15  

    Versuch (unmittelbares Ansetzen bei Eigentums- oder Körperverletzungsdelikten in

    Die Pflicht zur Anzeige geplanter Straftaten (§ 138 Abs. 1 StGB) entfällt nicht nur für den, der (als Täter oder Teilnehmer) der Haupttat oder der Mitwirkung am Versuch der Beteiligung (§ 30 StGB) überführt oder einer strafbaren Beteiligung verdächtig ist (BGH, Urteil vom 29. November 1963 - 4 StR 390/63, NJW 1964, 731, 732, insoweit in BGHSt 19, 167 nicht abgedruckt).
  • OLG Frankfurt, 29.10.2010 - 21 U 9/10  

    Erbunwürdigkeit: Voraussetzungen der gesetzlich geregelten Erbunwürdigkeitsgründe

    Denn unabhängig davon, ob man von einem Tötungsversuch durch aktives Tun - Verhinderung der ärztlichen Behandlung - oder durch Unterlassen ausgeht, wobei eine Qualifikation der aus § 1353 BGB resultierenden Verpflichtung der Ehegatten zum gegenseitigen Schutz vor Leibes- und Lebensgefahren als Garantenpflicht im Sinne des § 13 StGB hier dahinstehen kann (vgl. dazu BGHSt 19, 167), beschränkt sich das Vorbringen des Klägers darauf, der Erblasser habe schon seit längerem über Schmerzen im Bauchraum geklagt und sei dennoch nicht einer fachärztlichen Behandlung zugeführt worden, die zu einer frühzeitigeren Erkennung des erst im August 2006 festgestellten Darmkarzinoms geführt hätte.
  • BGH, 07.09.1983 - 2 StR 239/83  

    Garantenstellung durch Übernahme einer Schutzpflicht - Erkennbarkeit der

  • BGH, 27.01.1982 - 3 StR 437/81  

    geplanter Gefängnisausbruch - Keine Strafbarkeit nach § 30 Abs. 2 StGB bei Zusage

  • OLG Köln, 12.10.1982 - 1 Ss 553/82  
  • BGH, 25.11.1975 - 1 StR 637/75  

    Anzeigepflicht von Straftaten aus § 138 Strafgesetzbuch (StGB) - Tatbeteiligung

  • BGH, 21.12.1971 - 1 StR 505/71  

    Intravenöse Injektion von 2 Kubikzentimeter Penthrane innerhalb einer Minute bei

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