Rechtsprechung
   BGH, 08.10.1969 - 3 StR 90/69   

Volltextveröffentlichungen (3)

  • Jurion

    Heimtückisch handelt, wer jemanden im Schlaf tötet - Unmittelbares Erwachen kurz vor dem tödlichen Angriff schließt die Arglosigkeit und Wehrlosigkeit des Opfers nicht aus - Beurteilung des Bestehens eines Mordmerkmals nach den Gesamtumständen - Maßgeblich sind die vorherrschenden Motive des Täters - Rücksichtloser Egoismus begründet eine besondere Verwerflichkeit

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    StGB § 211

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • BGHSt 23, 119
  • NJW 1969, 2292
  • MDR 1970, 247



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Wird zitiert von ... (26)  

  • BGH, 25.03.2003 - 1 StR 483/02  

    Urteil im "Haustyrannen"-Mordfall aufgehoben

    M. F. hatte seine Arglosigkeit gleichsam "mit in den Schlaf genommen" (vgl. BGHSt 23, 119, 121).
  • BGH, 19.05.1981 - GSSt 1/81  

    Rache am Onkel - § 211 StGB, Heimtücke, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, im Wege

    Im Gegensatz zu früheren Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHSt 7, 218, 221; BGHSt 20, 301, 302; BGHSt 23, 119, 120; BGH GA 1967, 244, 245) beantwortet er die Frage, "mit welcher Entwicklungsmöglichkeit das Opfer rechnen muß, damit seine Arglosigkeit entfällt" (Geilen, Gedächtnisschrift für Horst Schröder S. 235, 239), dahin, da es weder mit einem Angriff auf sein Leben oder auf seine körperliche Unversehrtheit noch überhaupt mit Tätlichkeiten zu rechnen brauche.

    Fälle wie BGHSt 3, 183 (oder BGHSt 9, 385; BGH NJW 1966, 1823; 1978, 709; BGH, Urt. vom 21. Juni 1978 - 3 StR 56/78 - bei Holtz MDR 1978, 805; der Vorlegungsfall) einerseits und BGHSt 2, 60 (oder BGHSt 2, 251; 23, 119; 28, 210; BVerfGE 50, 5 ) andererseits lassen auf der Ebene des Tatbestands keine Differenzierung zu, weil das Unrecht des Tötens unter bewußter Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ihnen allen anhaftet.

  • BGH, 04.07.1984 - 3 StR 199/84  

    Zeitpunkt der Arglosigkeit

    Nach ständiger Rechtsprechung handelt heimtückisch, wer in feindlicher Willensrichtung (BGHSt 30, 105, 119) die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers bewußt zur Tötung ausnutzt (BGHSt 2, 60, 61; 3, 183, 185, 186; 3, 330, 332; 6, 120, 121; 7, 218, 221; 9, 385, 389 f.; 11, 139, 143, 144; 19, 321, 322; 20, 301 f.; 23, 119, 120; 30, 105, 117 f.).

    Er überrascht es infolge von dessen Arglosigkeit in hilfloser Lage und will es so daran hindern, sich zu verteidigen, zu fliehen, Hilfe herbeizurufen, ihn umzustimmen oder dem Anschlag in sonstiger Weise zu begegnen (BGHSt 11, 139, 143; 20, 301, 302; 23, 119, 121).

    In der Rechtsprechung ist streitig (vgl. BGHSt 30, 105, 113f.), ob Arglosigkeit lediglich ausgeschlossen wird, wenn das Opfer mit einem tätlichen Angriff auf das Leben (BGHSt 7, 218, 221; 23, 119, 120) oder wenigstens die körperliche Unversehrtheit rechnet (BGHSt 20, 301, 302; BGH GA 1967, 244, 245; NJW 1980, 792), oder ob es zu ihrem Ausschluß auch ausreicht, daß ihm der Täter bei einer nur verbalen Auseinandersetzung in offener Feindschaft gegenübertritt (BGHSt 27, 322, 324; BGH NStZ 1983, 34, 35).

    aa) Sie beziehen sich zunächst auf die Fallgestaltung, daß das Opfer bei Arglosigkeit vor dem Einschlafen im schlafenden Zustand getötet wird (vgl. BGHSt 8, 216, 218; 23, 119, 121; BGH LM § 211 StGB Nr. 5; BGH, Urteil vom 21. Juni 1967 - 4 StR 199/67).

    Er nimmt die Arglosigkeit mit in den Schlaf, auch wenn er sich ihrer dann nicht mehr bewußt ist (BGHSt 23, 119, 120, 121).

    Dagegen wird es als zweifelhaft angesehen, ob Heimtücke vorliegen kann, wenn das Opfer Argwohn hegt und vor der Tat gegen seinen Willen vom Schlaf übermannt oder besinnungslos wird (vgl. BGHSt 23, 119, 121; BGH, Urteil vom 21. Juni 1967 - 4 StR 199/67; BGH NJW 1966, 1823, 1824).

  • BGH, 18.10.2007 - 3 StR 226/07  

    Totschlag (bedingter Vorsatz; bewusste Fahrlässigkeit; vage Hoffnung); Mord

    Denn dieser war - anders als eine schlafende Person (vgl. BGHSt 23, 119, 120 f.) - wegen des Komas, in dem er sich befand, zu keinerlei Argwohn und Gegenwehr fähig.
  • BGH, 10.03.2006 - 2 StR 561/05  

    Verurteilung wegen Tötung zweier Kinder teilweise aufgehoben

    Das besonders Gefährliche und Tückische, das den Täter lebenslanger Freiheitsstrafe aussetzt, liegt darin, dass er sein Opfer in einer hilflosen Lage überrascht und es dadurch hindert, dem Anschlag auf sein Leben zu begegnen oder ihn wenigstens zu erschweren (BGHSt 23, 119, 120 f.).
  • BGH, 10.05.2007 - 4 StR 11/07  

    Heimtückemord (Arglosigkeit: Schlaf, normative Einschränkungen

    Er überlässt sich dem Schlaf im Vertrauen darauf, dass ihm nichts geschehen werde, und in diesem Vertrauen überliefert er sich der Wehrlosigkeit (BGHSt 23, 119, 120; 32, 382, 386; BGH NStZ 2006, 338, 339).

    Allerdings macht die Rechtsprechung seit jeher von diesem Grundsatz Ausnahmen: So wird es etwa als zweifelhaft angesehen, ob Heimtücke vorliegt, wenn das Opfer gegen seinen Willen vom Schlaf übermannt wurde (vgl. BGHSt 23, 119, 121; BGH, Urteil vom 21. Juni 1967 - 4 StR 199/67) oder wenn es auf Grund sonstiger Umstände - und nicht wegen seiner Arglosigkeit - nicht in der Lage war, die (Angriffs-) Absicht des Täters zu erkennen und dessen Angriff wirksam entgegenzutreten (vgl. BGH NStZ 1997, 490, 491: auf Grund seiner "gesundheitlichen Konstitution"; MünchKomm-Schneider § 211 Rdn. 133 m.w.N.).

  • BGH, 06.05.2008 - 5 StR 92/08  

    Heimtückemord nach vorherigem Angriff auf das Opfer (Arglosigkeit und

    Zwar befand sich sein Opfer zu diesem Zeitpunkt im Zustand der Bewusstlosigkeit, der nach der - freilich vom Schrifttum angegriffenen (vgl. Fischer, StGB 55. Aufl. § 211 Rdn. 42 m.w.N.) - Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes einer Annahme von Arglosigkeit in der Regel entgegensteht (BGHSt 23, 119, 120; BGH StV 2000, 309 m.w.N.).
  • BGH, 25.09.2001 - 1 StR 264/01  

    Aufklärungspflicht; Beweisantrag (Unzulässigkeit); Verlesung des Protokolls über

    Der in diesem Mordmerkmal zum Ausdruck gekommene höhere Unrechtsgehalt des Täterverhaltens liegt darin, daß der Mörder sein Opfer in einer hilflosen Lage überrascht und dadurch daran hindert, dem Anschlag auf sein Leben zu begegnen oder ihn wenigstens zu erschweren (BGHSt 11, 139, 143; 20, 301, 302; 23, 119, 121; 32, 382, 384).

    Das Opfer muß in der unmittelbaren Tatsituation, d.h. bei Beginn des ersten mit Tötungsvorsatz geführten Angriffs arglos gewesen sein (BGHSt 23, 119, 121; 32, 382, 384; BGH NJW 1980, 792, 793; NStZ 1983, 34, 35; vgl. auch BGH NJW 1986, 1502), und der Täter muß die sich ihm darbietende arg- und wehrlose Lage des Opfers ausgenutzt haben.

  • BGH, 09.12.1986 - 1 StR 596/86  

    Aufhebung eines Urteils wegen fehlender Erörterung des Mordmerkmals - Mord in der

    Denn die Gefährlichkeit heimtückischen Handelns liegt darin, daß der Täter sein Opfer in hilfloser Lage überrascht und dadurch hindert, dem Anschlag auf sein Leben zu entgehen oder diesen doch wenigstens zu erschweren (BGHSt 20, 301, 302; 23, 119, 121; BGH GA 1971, 113, 114; BGH, Urteile vom 29. März 1960 - 1 StR 69/60 - und vom 17. Januar 1967 - 1 StR 645/66, beide bei Pfeiffer/Maul/Schulte, StGB § 211 Rdn. 7; BGH, Beschl. vom 10. Januar 1977 - 3 StR 472/76).
  • BGH, 17.12.1998 - 4 StR 563/98  

    Bestehen einer natürlichen Handlungseinheit; Besonders schwerer Fall des

    Das Schwurgericht hat das Vorliegen von dem Angeklagten anzulastenden Mordmerkmalen rechtsfehlerfrei verneint; insbesondere hat der Angeklagte nicht heimtückisch gehandelt, weil das Tatopfer bei dem mit Tötungsvorsatz geführten tätlichen Angriff bereits bewußtlos und damit nicht arglos war (vgl. BGHSt 23, 119, 120; 32, 382, 386, 388; BGH bei Holtz MDR 1977, 282; StV 1998, 543; 545; Lackner/Kühl StGB 22. Aufl. § 211 Rdn. 7 m.w.N.; aA Tröndle aaO § 211 Rdn. 6c; vgl. auch Kutzer NStZ 1994, 110, 111).
  • BGH, 26.11.1986 - 3 StR 372/86  

    Tatbestandsmerkmal der Heimtücke - Arglosigkeit des Tatopfers - Vorsatz

  • BGH, 20.08.2014 - 2 StR 605/13  

    Mord (Heimtücke: subjektive Voraussetzungen; niedere Beweggründe: subjektive

  • BGH, 19.12.1979 - 3 StR 427/79  

    Voraussetzungen für eine Strafbarkeit wegen Mordes - Abgrenzung des versuchten

  • BGH, 29.04.1997 - 4 StR 158/97  

    Epilan - § 211 StGB, Tötung eines Schwerkranken im Krankenhaus, keine

  • KG, 10.04.1997 - 2 StE 2/93  

    Mykonos-Attentat

  • BGH, 25.09.2001 - 1 StR 264/01  
  • BGH, 25.10.1984 - 4 StR 615/84  

    Heimtücke, wenn der Täter unter allen Umständen zur Tat entschlossen ist,

  • BGH, 19.03.1997 - 3 StR 68/97  

    Heimtückemord am durch vorherige Körperverletzung benommenen Opfer (Arglosigkeit)

  • BGH, 29.01.1980 - 1 StR 747/79  

    Pflicht zur Anführung der die Strafzumessung bestimmenden Umstände - Unbedingter

  • BGH, 04.11.1981 - 2 StR 318/81  

    Voraussetzungen des rechtzeitigen Bringens eines Urteils zu den Akten -

  • BGH, 10.01.1977 - 3 StR 472/76  

    Mordmerkmal der heimtückischen Begehungsweise - Mordmerkmal der niederen

  • BGH, 14.12.1983 - 3 StR 367/83  

    Annahme des Merkmals der Heimtücke bei einem versuchten Mord - Entfallen der

  • BGH, 23.02.1990 - 2 StR 29/90  

    Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil mit den Feststellungen

  • BGH, 13.11.1973 - 1 StR 346/73  

    Abgrenzung von versuchtem und vollendetem Mord zu Totschlag - Annahme eines

  • BGH, 01.10.1985 - 5 StR 450/85  

    Voraussetzungen der Heimtücke bei einem Angriff von hinten auf das Opfer -

  • BGH, 05.03.1974 - 1 StR 20/74  

    Anforderungen an die Annahme von niederen Beweggründen

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