Rechtsprechung
   BGH, 21.04.1955 - 4 StR 552/54   

Blutrausch

§ 15 StGB, Vorsatz: (hier unwesentliche) Abweichung vom Kausalverlauf

Volltextveröffentlichungen (3)

Kurzfassungen/Presse

  • Jurion (Leitsatz)

    Vorsatz des Täters - Geschensablauf - Kausalverlauf - Tatbegehung - Schuldfähigkeit - Bewußtseinsstörung - Blutrausch - Haftung

Papierfundstellen

  • BGHSt 7, 325
  • NJW 1955, 1077
  • MDR 1955, 688



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Wird zitiert von ... (42)  

  • BGH, 09.10.2002 - 5 StR 42/02  

    Urteil im "Guben-Prozeß" im wesentlichen rechtskräftig

    Angesichts der gesamten Tatumstände liegt insoweit eine wesentliche Abweichung zwischen vorgestelltem und tatsächlich eingetretenem Kausalverlauf vor (vgl. BGHSt 38, 32, 34; 37, 106, 131; 7, 325, 329).
  • BGH, 26.04.1960 - 5 StR 77/60  

    Jauchegrube - § 15 StGB, dolus generalis, Abweichung vom Kausalverlauf, dolus

    Das ist für Fälle des direkten Tötungsvorsatzes schon wiederholt entschieden worden (RGSt 67, 258; BGH vom 23. Oktober 1951 bei Dallinger MDR 1952, 16; BGHSt 7, 325, 329/330).
  • BGH, 03.12.2015 - 4 StR 223/15  

    BGH hebt auf die Revision der Eltern des Opfers das Urteil im "Scheunenmord"-Fall

    Der Vorsatz des Täters muss sich auf den zum Eintritt des tatbestandlichen Erfolgs führenden Geschehensablauf erstrecken (vgl. BGH, Urteile vom 9. Oktober 1969 - 2 StR 376/69, BGHSt 23, 133, 135; vom 21. April 1955 - 4 StR 552/54, BGHSt 7, 325, 329).
  • BGH, 25.10.1990 - 4 StR 371/90  

    Irrtum des Täters über Person des Tatopfers bei Anstiftung

    Der Irrtum des Mitangeklagten stellte sich für den Angeklagten zwar als eine Abweichung von dem geplanten Tatgeschehen dar (vgl. Wolter in Schünemann, Grundfragen des modernen Strafrechtssystems [1984] S. 103, 123 f), sie ist aber rechtlich unbeachtlich, weil sie sich in den Grenzen des nach allgemeiner Lebenserfahrung Vorhersehbaren hielt, so daß eine andere Bewertung der Tat nicht gerechtfertigt ist (BGHSt 7, 325, 329; vgl. auch Wolter a.a.O.).
  • BGH, 20.01.2016 - 1 StR 398/15  

    Raub (Finalzusammenhang zwischen Einsatz des qualifizierten Nötigungsmittels und

    In der Rechtsprechung ist als Rechtsfigur der unerheblichen Abweichung des tatsächlichen vom vorgestellten Kausalverlauf anerkannt, dass eine Divergenz zwischen dem eingetretenen und dem vom Täter gedachten Geschehensablauf im Rahmen der Prüfung des Vorsatzes regelmäßig dann unbeachtlich ist, wenn sie unwesentlich ist, namentlich weil beide Kausalverläufe gleichwertig sind (BGH, Urteile vom 21. April 1955 - 4 StB 552/54, BGHSt 7, 325, 329, vom 9. Oktober 1969 - 2 StR 376/69, BGHSt 23, 133, 135 und vom 10. April 2002 - 5 StR 613/01, NStZ 2002, 475, 476; Beschluss vom 11. Juli 1991 - 1 StR 357/91, BGHSt 38, 32, 34, Fischer, StGB, 63. Aufl., § 16 Rn. 7).
  • BGH, 10.04.2002 - 5 StR 613/01  

    Versuch; Totschlag; unmittelbares Ansetzen; Koinzidenz des Vorsatzes;

    In der Rechtsprechung ist als Rechtsfigur der unerheblichen Abweichung des tatsächlichen Kausalverlaufs vom vorgestellten Kausalverlauf anerkannt, daß eine Divergenz zwischen dem eingetretenen und dem vom Täter gedachten Geschehensablauf unter Gesichtspunkten des Vorsatzes regelmäßig dann unbeachtlich ist, wenn sie unwesentlich ist, namentlich weil beide Kausalverläufe gleichwertig sind (BGHSt 7, 325, 329; 23, 133, 135; BGH GA 1955, 123, 125; BGH NJW 1960, 1261; BGH NJW 2002, 1057; ebenso schon RGSt 67, 258; RG DStR 1939, 177, 178).
  • BGH, 02.12.1987 - 2 StR 559/87  

    Verdeckungsabsicht bei Vortat gegen Leib und Leben des Opfers

    Indessen hat der Bundesgerichtshof - worauf die zitierte Entscheidung nicht eingeht schon wiederholt den Standpunkt vertreten, daß tateinheitliches Zusammentreffen von Vortat und Tötung die Annahme von Verdeckungsmord nicht ausschließe (BGHSt 7, 325, 327 unter Berufung auf zwei ältere Entscheidungen, die freilich Fälle der Ermöglichung einer anderen Straftat betrafen; BGH bei Dallinger MDR 1974, 366; BGH, Urteil vom 30. April 1975 - 1 StR 78/75; vgl. auch OGHSt 2, 19, 22), und dies ist auch die Ansicht des Schrifttums (Dreher/Tröndle, StGB 43. Aufl. § 211 Rdn. 9b; Jähnke in LK 10. Aufl. § 211 Rdn. 14; Lange in LK 9. Aufl. § 211 Rdn. 14; Maurach/Schroeder, Strafrecht Bes. Teil Teilband 1, 6. Aufl. S. 34; Blei, Strafrecht 11, 12. Aufl. S. 26).
  • BGH, 30.03.1993 - 5 StR 720/92  

    Alternative Kausalität (Bedingungstheorie der Rechtsprechung); Konkurrenz

    Insbesondere aber ist in den Fällen, in denen der Täter nach einer tötungstauglichen Handlung eine weitere, hinzutretende Bedingung für den Tod gesetzt hat, auch die erste Handlung für den Tod ursächlich (BGHSt 7, 325, 328 ; 10, 291, 293 f; 14, 193, 194; BGH NJW 1989, 2480; vgl. auch BGH StV 1993, 75).
  • BGH, 09.10.1969 - 2 StR 376/69  

    Vorsätzliche Tötung bei Entwicklung der bei Beginn des tödlichen Zustechens

    Hat der Täter sein Opfer durch mehrere Messerstiche getötet und wurde er schon mit dem Beginn des Zustechens zurechnungsunfähig, so ist er wegen vollendeter und nicht wegen versuchter Tötung zu bestrafen, wenn sich der Zustand der Zurechnungsunfähigkeit aus dem vorausgehenden Handeln entwickelt hat und nicht durch äußere (von der Persönlichkeit unabhängige) Einflüsse ausgelöst worden ist (im Anschluß an BGHSt 7, 325).

    Nach ihrer Ansicht, für die sie sich auf die Entscheidung BGHSt 7, 325 stützen zu können glaubt, kommt allenfalls ein Tötungs versuch in Frage; denn der Angeklagte habe Frau H. die tödlichen Stiche im Zustand der Zurechnungsunfähigkeit beigebracht, so daß ihm diese Stiche als strafrechtlich relevante Handlungen nicht zugerechnet werden dürften.

    Der Senat kann diese Auffassung nicht teilen; die Entscheidungen BGHSt 7, 325 (21.4.1955) und BGH GA 1956, 26 (19.4.1955) können dafür nicht in Anspruch genommen werden.

    Wie Oehler in GA 1956, 1 ff und H. Mayer in JZ 1956 109 ff im Anschluß an BGHSt 7, 325 zutreffend dargelegt haben, geht es in Fällen der vorliegenden Art, ob nämlich der Täter wegen vollendeten oder nur wegen versuchten Delikts zu bestrafen sei, nicht um ein Problem des § 51 Abs. 1 StGB, sondern um eine Frage des Vorsatzes und des Kausalverlaufs.

    Nun geht allerdings die Entscheidung BGHSt 7, 325 für die Annahme eines vollendeten Delikts ausdrücklich von der Feststellung aus, durch die ersten im Zustand der Zurechnungsfälligkeit ausgeführten Hammerschläge sei die Täterin in den die Zurechnungsfähigkeit ausschließenden Blutrausch geraten.

  • BGH, 11.07.1991 - 1 StR 357/91  

    Unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge; Irrtum über

    Es kann hier dahinstehen, ob das vorliegende Problem der Abweichung des tatsächlichen vom vorgestellten Kausalverlauf allein unter dem Gesichtspunkt des Vorsatzes von Bedeutung (so die Rechtsprechung und die bislang wohl herrschende Meinung in der Literatur, vgl. BGHSt 7, 325; 14, 193; 23, 133; BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 1 Einfuhr 13; RGSt 67, 258; OGHSt 2, 285; Dreher/Tröndle, StGB 45. Aufl. § 16 Rdn. 7, vor § 13 Rdn. 16 b; Cramer in Schönke/Schröder, StGB 23. Aufl. § 15 Rdn. 56; Baumann/Weber, Strafrecht AT 9. Aufl. S. 393, jeweils m.w.Nachw.) oder ob bereits die objektive Zurechnung in Zweifel zu ziehen ist (vgl. Schroeder in LK, 10. Aufl. § 16 Rdn. 25; Puppe GA 1981, 15; Prittwitz GA 1983, 111; Driendl GA 1986, 253; Wolter ZStW 89, 649).

    Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sind Abweichungen des tatsächlichen vom vorgestellten Kausalverlauf nur dann für die rechtliche Bewertung bedeutungslos, wenn sie sich innerhalb der Grenzen des nach allgemeiner Lebenserfahrung Voraussehbaren halten und keine andere Bewertung der Tat rechtfertigen (BGH GA 1955, 123; NJW 1960, 1822; BGHSt 7, 325, 329; BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 1 Einfuhr 13; vgl. zum Ganzen auch Struensee ZStW 102 (1990), 21ff).

  • BGH, 30.06.1988 - 1 StR 165/88  

    Banküberfall: Sicherheitsverglasung - § 255 StGB, Kausalität, unwesentliche

  • BGH, 30.04.2003 - 2 StR 503/02  

    Heimtücke (verminderte Schuldfähigkeit während eines Teils der Tathandlung; Arg-

  • BGH, 15.12.1987 - 1 StR 498/87  

    Annahme eines selbstverschuldeten Affekts

  • OLG Koblenz, 12.10.2006 - 12 W 471/06  

    Hauptsacheerledigung: Kostenentscheidung bei beidseitiger Erledigungserklärung

  • BGH, 14.01.1981 - 3 StR 459/80  

    Voraussetzungen für strafbefreienden Rücktritt vom Versuch - Anforderungen an

  • BGH, 21.10.1970 - 2 StR 313/70  

    Vor Beginn der Tat vorliegende Zurechnungsunfähigkeit - Vorliegen einer

  • BGH, 15.10.1974 - 1 StR 303/74  

    Voraussetzungen der Bedrohung - Bestehen eines Ermessensspielraums des

  • BGH, 10.10.1957 - 4 StR 21/57  
  • BGH, 21.08.1964 - 4 StR 243/64  

    Rechtsmittel

  • BGH, 26.10.1993 - 1 StR 401/93  

    Einführung von Lichtbildern über die Tatwerkzeuge statt in Augenscheinnahme -

  • BGH, 20.03.1979 - 5 StR 34/79  

    Strafbarkeit wegen vorsätzlichen Vollrausches - Voraussetzungen für eine

  • BGH, 06.03.1992 - 2 StR 619/91  

    Annahme des Verdeckungsmordes, wenn sich bereits die zu verdeckende Tat gegen das

  • BGH, 30.04.1975 - 1 StR 78/75  

    Voraussetzungen der Tötung zur Verdeckung eines Betrugs - Vorliegen einer Tötung

  • BGH, 09.07.1969 - 4 StR 232/69  

    Anforderungen an die Durchführung des Revisionsverfahrens - Grundlagen der

  • BGH, 07.11.1973 - 3 StR 200/73  

    Statthaftigkeit des Schlusses auf die innere Willensrichtung des Täters aus den

  • BGH, 03.08.1977 - 2 StR 327/77  

    Voraussetzungen eines Gutachtens im Sinne des § 256 Strafprozessordnung (StPO) -

  • BGH, 22.10.1969 - 3 StR 121/69  

    Voraussetzungen für eine Strafbarkeit wegen Mordes in Tateinheit mit besonders

  • BGH, 12.10.1962 - 4 StR 302/62  

    Rechtsmittel

  • BGH, 31.03.1976 - 2 StR 681/75  

    Notwendigkeit der Einholung eines zusätzlichen Sachverständigengutachtens -

  • BGH, 20.09.1967 - 2 StR 429/67  

    Fehlende Ausführungen der Strafkammer zur plötzlichen Änderung im Geisteszustand

  • BGH, 14.02.1967 - 1 StR 12/67  

    Stützen einer Revision auf die Verletzung von Belehrungspflichten nach § 55

  • BGH, 29.07.1959 - 4 StR 214/59  

    Rechtsmittel

  • BGH, 14.12.1976 - 5 StR 655/76  

    Mord aus niedrigen Beweggründen und Verdeckung einer anderen Straftat - Wegfall

  • BGH, 19.02.1965 - 4 StR 4/65  

    Aufhebung eines Urteils des Schwurgerichts - Annahme von bedingtem Tötungsvorsatz

  • BGH, 11.12.1964 - 4 StR 176/64  

    Rechtsmittel

  • BGH, 25.10.1960 - 5 StR 393/60  

    Beweis des Tötungsvorsatzes - Tötung der Ehefrau mit der stumpfen Seite eines

  • BGH, 19.02.1960 - 4 StR 587/59  

    Rechtsmittel

  • BGH, 27.10.1959 - 5 StR 433/59  

    Rechtsmittel

  • BGH, 29.09.1959 - 5 StR 355/59  

    Rechtsmittel

  • BGH, 16.06.1959 - 1 StR 187/59  

    Rechtsmittel

  • BGH, 03.10.1957 - 4 StR 248/57  

    Rechtsmittel

  • BGH, 15.06.1956 - 2 StR 237/56  

    Rechtsmittel

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