Rechtsprechung
   BGH, 25.11.1987 - IVa ZR 160/86   

Tötung des Vaters

§ 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB, Anwendbarkeit von § 827 BGB, rauschbedingte Zurechnungsunfähigkeit trotz planmäßigen Handelns, Beweislast, § 2336 Abs. 3 BGB, zivilrechtliche Unanwendbarkeit des Grundsatzes 'in dubio pro reo', Art. 6 Abs. 2 MRK

Volltextveröffentlichungen (4)

  • Jurion

    Erbunwürdigkeit - Erblasser - Vorsätzliche Tötung - Beweislast - Unzurechnungsfähigkeit

  • Juristenzeitung(kostenpflichtig)

    Zur Beweislast für die Zurechnungsfähigkeit dessen, der den Erblasser getötet hat

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    BGB § 2339 Nr. 1, § 827
    Erbunwürdigkeit wegen Tötung des Erblassers

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • BGHZ 102, 227
  • NJW 1988, 822
  • NJW-RR 1988, 642 (Ls.)
  • MDR 1988, 297
  • FamRZ 1988, 282
  • VersR 1988, 252



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Wird zitiert von ... (19)  

  • LG Köln, 08.04.2015 - 7 O 231/14  

    Fußballspiel, Zündung, Böller, Schadensersatz

    Dass dies aufgrund einer durch Alkohol- und Cannabiskonsum hervorgerufenen Unzurechnungsfähigkeit des Beklagten anders gewesen sein soll, hätte der Beklagte darlegen und beweisen müssen (vgl. BGH, Urteil vom 25.11.1987 - IVa ZR 160/86 Rn. 9; Palandt- Sprau , Bürgerliches Gesetzbuch, 74. Aufl., 2015, § 827 BGB, Rn. 3).

    Bei der hier zivilprozessual zu klärenden Frage einer schuldrechtlichen Haftung gilt dieser Grundsatz aber nicht (vgl. auch BGH, Urteil vom 25.11.1987 - IVa ZR 160/86).

  • BGH, 11.03.2015 - IV ZR 400/14  

    Erbunwürdigkeit des betreuenden Ehegatten und Testamentserben: Versuchte Tötung

    Nach Auffassung des Senats ist die Erbunwürdigkeit gemäß § 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB eine spezifisch erbrechtliche Sanktion auf schwerstes vorsätzlich begangenes Handlungsunrecht, das es als unerträglich erscheinen ließe, wenn der Nachlass des Opfers auf den Täter überginge (Urteil vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 231).

    Darlegungs- und beweispflichtig für die Schuldunfähigkeit im Rahmen von § 2339 Abs. 1 BGB ist in entsprechender Anwendung von § 827 BGB derjenige, der sich auf seine Unzurechnungsfähigkeit beruft (Senatsurteil vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 230 f.).

  • BGH, 29.10.2003 - IV ZR 16/03  

    Darlegungs- und Beweislast in der Fahrzeugvollversicherung

    a) Der Bundesgerichtshof hat schon mehrfach ausgesprochen, daß die Beweislastregelung aus § 827 Satz 1 BGB, wonach die Beweislast für behauptete Unzurechnungsfähigkeit den Täter trifft (BGHZ 98, 135, 136 ff.; 102, 227, 230), auch im Rahmen von § 61 VVG zu Lasten des Versicherungsnehmers Anwendung findet (BGHZ 111, 372, 374; BGH, Urteil vom 23. Januar 1985 - IVa ZR 128/83 - NJW 1985, 2648 = VersR 1985, 440 und Urteil vom 22. Februar 1989 - IVa ZR 274/87 - NJW 1989, 1612 = VersR 1989, 469 unter 4; vgl. auch Knappmann, NVersZ 1998, 13, 14).
  • OLG Saarbrücken, 17.06.2015 - 2 U 84/13  

    Berufung des nicht arglistig handelnden Mitverkäufers auf einen vereinbarten

    Der Beklagte zu 1, der nach allgemeinen Grundsätzen für eine krankheitsbedingt ausgeschlossene oder eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit beweisbelastet ist (vgl. BGH, Urteile vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 230, und vom 1. Juli 1986 - VI ZR 294/85, BGHZ 98, 135, 139; Palandt/Sprau, BGB, 73. Aufl., § 827 Rn. 3), hat den angeforderten Auslagenvorschuss für das Gutachten trotz Fristsetzung nicht eingezahlt (§ 356 i.V.m. §§ 379, 402 ZPO; vgl. Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., § 356 Rn. 2).
  • OLG Köln, 11.05.2009 - 2 U 77/05  

    Anspruch auf Zahlung eines erbrechtlichen Pflichtteils an den enterbten Sohn ist

    Zwar obliegt es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der der Senat folgt, dem Pflichtteilsberechtigten (vorliegend: dem Kläger) in entsprechender Anwendung des § 827 BGB, darzulegen und zu beweisen, dass er im Zeitpunkt einer von den §§ 2333 Nr. 1 ff. BGB erfassten Tathandlung zurechnungsunfähig und damit schuldunfähig war (vgl. insbesondere BGH ZEV 1998, 142: "nicht geringe Anforderungen an den vom Pflichtteilsberechtigten zu erbringenden Beweis seiner Schuldunfähigkeit"; diese Frage offen lassend noch BGHZ 102, 227; siehe aus der Literatur auch Bamberger/Roth, Beckscher Online-Kommentar, Stand 01.08.2007, § 2336 Rdn. 10; Staudinger/Olshausen, BGB, Neubearbeitung 2006, § 2336 Rdn. 18).
  • OLG Köln, 30.03.2000 - 1 U 108/98  

    Pflichtteilsanspruch nach dem Tod des Erblassers; Misshandlungen durch

    Angesichts des eindeutigen Gutachtens im vorliegenden Verfahren sowie der gutachterlichen Stellungnahmen im Strafverfahren und den weiteren Verfahren hat der Senat keinen Zweifel, dass der Kläger seine Schuldunfähigkeit in vollem Umfang bewiesen hat, wobei nicht verkannt wird, dass an diesen Beweis keine geringen Anforderungen zu stellen sind (BGH NJW 1988, 822, 823; BGH IV ZR 31/97, S. 36R).
  • BGH, 20.06.1990 - IV ZR 298/89  

    Beweislast für Zurechnungsunfähigkeit des Schädigers bei versätzlichem

    Insoweit ist für § 61 VVG anerkannt, daß die Beweislastregelung in § 827 Satz 1 BGB, wonach die Beweislast für die Zurechnungsunfähigkeit den Täter trifft (BGHZ 98, 135; 102, 227) entsprechend anwendbar ist (vgl. Senatsurteile vom 23.1.1985 - IVa ZR 128/83 - NJW 1985, 2648 [BGH 23.01.1985 - IVa ZR 128/83] = VersR 1985, 440 und 22.1.1989 - IVa ZR 274/87 - NJW 1989, 1612 = VersR 1989, 469).
  • BGH, 21.08.2014 - 3 StR 341/14  

    Unzureichende Darlegung der Gründe für ein Abweichen vom

    Diese Beweislastregel (vgl. BGH, Urteil vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 230) gilt auch im Adhäsionsverfahren.
  • OLG Düsseldorf, 10.12.1999 - 7 U 114/99  

    Beginn der Anfechtungsfrist

    Soweit der Beklagte behauptet, aufgrund Konsums von Alkohol und Drogen habe bei ihm zum Zeitpunkt der Tatbegehung absolute Schuldunfähigkeit vorgelegen, hat er den ihm insoweit obliegenden Beweis (BGH NJW 1988, 822, 823) in Anbetracht der im Strafverfahren eingeholten Sachverständigengutachten der Ärztin für Neurologie und Psychiatrie Dr. und der Dipl.-Psychologin nicht geführt.

    Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Beklagte im Zivilverfahren den Beweis zu führen hat, daß bei ihm infolge des Konsums von Alkohol und Drogen im Zeitpunkt der Tatbegehung absolute Schuldunfähigkeit vorgelegen hat (BGH NJW 1988, 822, 823).

  • AG Duisburg, 23.07.2008 - 62 IN 155/06  

    Aufrechterhaltung einer vermögensrechtlichen Haftung bei Versagung der

    Der allgemeine Rechtsgedanke des § 827 BGB trifft auf alle Fälle zu, in denen vermögensrechtliche Folgen aus der schuldhaften Verletzung rechtlich begründeter Pflichten oder Obliegenheiten abgeleitet werden (vgl. BGH NJW 1968, 1132 f.; BGHZ 102, 227, 230 = NJW 1988, 822 f.; Palandt/Sprau, BGB, 67. Aufl. 2008, § 827 RdNr. 1).

    Diese Beweislastregel ist nach allgemeiner Ansicht nicht auf den Bereich der unerlaubten Handlungen beschränkt, sondern hat auch alle Fälle einer zivilrechtlichen Verschuldenshaftung im Auge, in denen § 827 BGB entsprechend angewandt wird (vgl. BGHZ 102, 227 = NJW 1988, 822, 823; BGH NJW-RR 2004, 173, 174).

  • OLG Naumburg, 08.02.2016 - 1 U 117/15  

    Haftung wegen Kraftfahrzeugbeschädigung: Fehlerhafte Beweiswürdigung zu

  • OLG Naumburg, 05.08.2010 - 2 U 5/10  

    Haftung bei Kfz-Unfall: Kollision eines eine durchgehende doppelte

  • BGH, 05.11.1997 - IV ZR 31/97  

    Rechtsmittelbeschwer bei Verurteilung zur Erteilung einer Auskunft

  • LG Cottbus, 18.04.2016 - 3 O 61/12  

    Deliktshaftung: Regressansprüche des Dienstherren bei gefährlicher

  • OLG München, 16.05.2008 - 10 U 5191/07  

    Regress der gesetzlichen Unfallversicherung nach Verkehrsunfalltod eines

  • OLG Hamm, 14.03.1996 - 6 U 188/95  

    Versicherungsschutz für einen Verkehrsunfall aus einer

  • KG, 27.02.2012 - 19 WF 254/11  

    Verstoß gegen ein Unterlassungsgebot nach dem Gewaltschutzgesetz: Verschulden als

  • LG Düsseldorf, 11.07.2003 - 13 O 342/00  

    Erbunwürdigkeit - Doppelmord an den Eltern

  • VG Düsseldorf, 05.08.2016 - 21 K 5897/15  
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