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   BGH, 17.09.1965 - Ib ZR 11/64   

Volltextveröffentlichungen (3)

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  • Jurion

    Beurteilung der freien Verkäuflichkeit eines Arzneimittels - Abgrenzung zwischen den apothekenpflichtigen und ausnahmsweise frei verkäuflichen Heilmitteln

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • BGHZ 44, 208
  • NJW 1966, 393
  • MDR 1966, 37
  • DB 1965, 1814



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Wird zitiert von ... (18)  

  • BGH, 19.01.1995 - I ZR 209/92  

    Knoblauchkapseln

    Dabei kann die Vorstellung der Verbraucher auch durch die Auffassungen der pharmazeutischen oder medizinischen Wissenschaft beeinflußt sein, ebenso auch durch die dem Mittel beigefügten oder in Werbeprospekten enthaltenen Indikationshinweise und Gebrauchsanweisungen sowie die Aufmachung, in der das Mittel dem Verbraucher allgemein entgegentritt (BGHZ 23, 184, 195 f. [BGH 29.01.1957 - I ZR 53/55] und BGHZ 44, 208, 213 - Novo-Petrin - betreffend § 1 AMVO; BGH, Urt. v. 11.12.1975 - 4 StR 462/75, NJW 1976, 380 - Vital-Aufbau-Tonikum; BGH, Urt. v. 6.2.1976 - I ZR 125/74, GRUR 1976, 430 - Fencheltee m. Anm. Pietzcker; Etmer/Lundt/Schiwy, Kommentar zum Arzneimittelgesetz, § 2 AMG, Anm. III 1; Kloesel/Cyran, Arzneimittelrecht, 3. Aufl. § 2 AMG, Anm. 31 e; Holthöfer/Nüse/Franck, Deutsches Lebensmittelrecht, 6. Aufl. § 1 LMBG Rdn. 47 und 48; Zipfel, Lebensmittelrecht, § 1 LMBG Rdn. 34; Doepner, Heilmittelwerbegesetz, 1980, § 1 Rdn. 58; Kleist/Albrecht/Hoffmann, Heilmittelwerbegesetz, 2. Aufl. § 1 Rdn. 43).

    a) Die Klägerin verstößt durch den Vertrieb des Präparats ohne die nach dem Arzneimittelgesetz vorgeschriebene Zulassung zugleich gegen die guten kaufmännischen Sitten im Wettbewerb, denn sie setzt sich über Vorschriften hinweg, die aus Gründen der Volksgesundheit erlassen worden sind (BGHZ 44, 208, 209 - Novo-Petrin).

  • BVerwG, 16.02.1971 - I C 25.66  

    Apothekenpflichtiges Arzneimittel - Freiverkäuflichkeit - Rechtslage -

    Die Freiverkäuflichkeit oder Apothekenpflichtigkeit eines Arzneimittels nach §§ 28 ff. des Arzneimittelgesetzes beurteilt sich weiterhin nach den Grundsätzen, die die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und des Bundesverwaltungsgerichts zur früheren Rechtslage nach der Arzneimittelverordnung hinsichtlich des Krankheitsbegriffs, der Freiverkäuflichkeit von Vorbeugungsmitteln sowie zur maßgeblichen Bedeutung der objektiven Zweckbestimmung des Arzneimittels entwickelt hat (Forts. und Bestätigung von BVerwGE 7, 172; Beschluß vom 7. Dezember 1962 - BVerwG I B 121.62 - [MDR 1963, 243 = BB 1963, 60]; BGHSt 11, 304; BGHZ 23, 184 [BGH 29.01.1957 - I ZR 53/55]; 44, 208) [BGH 27.10.1965 - V BLw 19/65].

    Die Einbeziehung der "Leiden, Körperschäden und krankhaften Beschwerden" in der Aufzählung der Krankheitserscheinungen (§§ 30, 31 AMG) zeigt im Gegenteil, daß der Krankheitsbegriff nach dem Arzneimittelgesetz keinesfalls in einem engeren Sinne als bisher zu verstehen und daß das Arzneimittelgesetz dem weiten Krankheitsbegriff des Bundesgerichtshofs gefolgt ist (so zutreffend BGHZ 44, 208 [216]; Kloesel-Cyran, Arzneimittelgesetz, S. 138).

    Soll das Mittel nur das Spürbarwerden voraussehbarer Beschwerden einer bereits vorhandenen oder mit Sicherheit bevorstehenden Erkrankung verhindern - auch in dieser Bedeutung verwendet der allgemeine Sprachgebrauch die Worte "vorbeugen" und "verhüten" (OLG Karlsruhe, Urteil vom 10. Dezember 1963 [Pharmaz. Ztg. 1964, 65]; BGHZ 44, 208) -, dann ist es als Heilmittel anzusehen; denn wenn die Folgeerscheinungen einer Krankheit beseitigt werden sollen, so wird damit in eine bereits bestehende Krankheit lindernd eingegriffen (Beschluß, des Senats vom 4. August 1965 - BVerwG I B. 29.65 - [Pharmaz. Ztg. 1965, 1177]).

    Wenn § 1 Abs. 1 AMG es als ein besonderes Merkmal des Arzneimittels ansieht, daß der Hersteller (oder derjenige, der es sonst in den Verkehr bringt) das Mittel dazu bestimmt, eine der in § 1 Abs. 1 Nrn. 1-3 AMG genannten Funktionen zu erfüllen, so ist damit, wie der Bundesgerichtshof (BGHZ 44, 208) mit Recht ausgeführt hat, nicht gesagt, daß es für die Abgrenzung der Apothekenpflichtigkeit und der Freiverkäuflichkeit von Arzneimitteln nach dem Arzneimittelgesetz allein noch auf die subjektive Zweckbestimmung, nämlich darauf ankomme, welche innere Einstellung der Hersteller oder Verkäufer bei dem Vertrieb des Mittels habe.

    Andernfalls wäre die Einordnung des Arzneimittels in die apothekenpflichtigen oder die freiverkäuflichen Mittel der Willkür des Herstellers oder des Vertriebsunternehmens überlassen, was mit dem gesundheitspolitischen Schutzzweck der Arzneimittelverordnung und des Arzneimittelgesetzes unvereinbar wäre (BGHZ 44, 208 [218]; BGHSt 11, 304 [313]).

  • BGH, 07.12.2000 - I ZR 158/98  

    Franzbranntwein-Gel

    Die Beklagte verstößt durch den Vertrieb des Mittels "R." ohne die nach dem Arzneimittelgesetz vorgeschriebene Zulassung gegen § 1 UWG, weil sie sich damit über Vorschriften hinwegsetzt, die zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung erlassen worden sind (BGHZ 44, 208, 209 - Novo-Petrin; BGH GRUR 1995, 419, 421 - Knoblauchkapseln).
  • BVerwG, 13.01.1969 - I C 86.64  

    Voraussetzungen eines öffentlichen Rechtsverhältnisses im Sinne des § 43

    1965, 471], vom 12. Februar 1965 - OVG Bf. I 31/64 -, vom 7. April 1965 - OVG Bf. I 5/64 - OVG Münster vom 7. Oktober 1965 - VIII A 1256/64 -, vom 22. Juni 1967 - VIII A 606/65 und VIII A 1580/65 - OVG Lüneburg vom 1. März 1967 - IV OVG A 41/65 - VGH Baden-Württemberg vom 14. Juli 1965 - III 340/65 - [DAZ 1965, 1538]; ebenso BGHZ 44, 208 [211]; KG, JR 1964, 152; KG, DAZ 1964, 1781 = Pharm.Ztg.
  • OLG Karlsruhe, 11.10.2017 - 6 U 59/16  

    Wettbewerbswidrigkeit der Bewerbung eines Lebensmittels als Mittel zur Behandlung

    Demnach ist Krankheit jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers, auch wenn sie nur vorübergehend ist (BGHSt 11, 304, 316; BGHZ 44, 208; BVerwGE 7, 172).
  • BGH, 03.11.1988 - I ZR 12/87  

    Nachtbackverbot; Verfassungsmäßigkeit des Nachbackverbots; Sittenwidrigkeit eines

    § 5 Abs. 1 und Abs. 5 BAZG sind weder unmittelbar wettbewerbsregelnde Normen, deren Verletzung bereits im Hinblick auf ihren Schutzzweck die Sittenwidrigkeit begründet, noch sind es Vorschriften, die wie beispielsweise solche zum Schutz der Volksgesundheit oder der Rechtspflege der Wahrung besonders gewichtiger Rechtsgüter und Gemeinschaftsinteressen dienen und deren Verletzung als Verstoß gegen das sittlich-rechtliche Empfinden der Allgemeinheit nach ständiger Rechtsprechung sittenwidrig ist (vgl. zur Gesundheitswerbung BGHZ 44, 208, 209 - Novopetrin; BGH, Urt. v. 26.6.1970 - I ZR 14/69, GRUR 1970, 558, 559 - Sanatorium I; ferner allgemein BGH, Urt. v. 4.6.1986 - I ZR 29/85, GRUR 1986, 823, 824 - Fernsehzuschauer-Forschung).
  • OVG Niedersachsen, 20.06.1996 - 10 L 780/94  

    Arzneimitteleigenschaft eines Präparates trotz Zweckbestimmung durch Hersteller

    Er kann die antimykotische Wirkung des Stoffes Clotrimazol in dieser Konzentration nicht verneinen, auch nicht dadurch, dass er nur auf eine vorbeugende Wirkung ("Schützt wirksam vor Pilzbefall") abstellt (vgl. BGH, Urt. v. 17.9.1965 - Ib ZR 11/64 -, BGHZ 44, 208, 218).
  • BVerwG, 27.03.1973 - I C 57.67  

    Abgrenzung zwischen der Apothekenpflichtigkeit und Freiverkäuflichkeit von

    Arzneimittels entwickelt hat (vgl. BVerwGE 7, 172; Beschluß vom 7. Dezember 1962 - BVerwG I B 121.62 - [MDR 1963, 243 = BB 1963, 60]; BGHSt 11, 304; BGHZ 23, 184 [BGH 29.01.1957 - I ZR 53/55]; 44, 208) [BGH 27.10.1965 - V BLw 19/65].

    Andernfalls wäre die Einordnung des Arzneimittels in die apothekenpflichtigen oder die freiverkäuflichen Mittel der Willkür des Herstellers oder des Vertriebsunternehmens überlassen, was mit dem gesundheitspolitischen Schutzzweck der Arzneimittelverordnung und des Arzneimittelgesetzes unvereinbar wäre (BGHZ 44, 208 [218]; BGHSt 11, 304 [313]).

  • BGH, 23.04.1968 - VI ZR 217/65  

    Wirksamkeit eines Verkaufs von Futtermittel - Rechtliche Beurteilung von

    Die den Verkehr mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln regelnde Verordnung vom 13. März 1941 (RGBl 136), die noch in Kraft ist (§ 65 Abs. 3 Nr. 3 AMG), ist eine auf Grund des § 6 Abs. 2 der Gewerbeordnung erlassene gewerbepolizeiliche Vorschrift; das gilt auch für die AMVO 1901, die zur Zeit noch maßgebend ist (BGHZ 44, 208, 211) [BGH 17.09.1965 - Ib ZR 11/64].
  • BGH, 06.02.1976 - I ZR 125/74  

    Geltendmachung eines Anspruchs auf Unterlassung einer Werbung für Fencheltee -

    Die Auffassung der Verbraucher kann aber auch durch die Auffassung der pharmazeutischen oder der medizinischen Wissenschaft beeinflußt sein, ebenso aber auch durch die dem Mittel beigefügten oder in Werbeprospekten enthaltenen Indikationshinweise und Gebrauchsanweisungen sowie die ganze Aufmachung, in der das Mittel dem Verbraucher im allgemeinen entgegentritt (BGHZ 44, 208, 213 - Novo-Petrin betr. § 1 AMVO; Holthöfer/Nüse/Franck aaO, Rdz. 47; Zipfel a.a.O. Bd. II C 100 Rdz. 35 zu § 1 LMBG; Etmer/Bolck, Arzneimittelrecht, Erl. 11 zu § 1 AMG; Kloesel/Cyran, Arzneimittelrecht, Kommentar, 3. Aufl., Erl. 18 d zu § 1 AMG).
  • BVerwG, 13.01.1969 - I C 20.67  

    Verkaufsverbot für Kräutertees in Drogerien - Ausschluss von Arzneimitteln vom

  • BVerwG, 13.01.1969 - I C 14.67  

    Versagung des Verkaufens von verschiedenen Arzneimitteln - Verbot des Verkaufs

  • BVerwG, 05.07.1973 - I C 54.69  

    Freiverkäuflichkeit eines Arzneimittels gegen Zahnungsbeschwerden -

  • BGH, 02.03.1973 - I ZR 16/72  

    Aktivlegitimation eines klagenden Verbandes - Zugabeverbot für handeslsübliche

  • BVerwG, 21.03.1972 - I C 45.65  

    Frage der Apothekenpflichtigkeit eines Einschlafmittels und Beruhigungsmittels -

  • BGH, 11.12.1981 - I ZR 184/79  

    Verstoß gegen § 1 Heilpraktikergesetz (HeilpraktikerG) bei selbstständigen

  • VG München, 08.09.2004 - M 16 SE 04.2831  
  • BVerwG, 04.03.1969 - I C 41.65  
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