Rechtsprechung
   BGH, 29.10.1974 - VI ZR 182/73   

Hausbesetzung

§ 823 Abs. 1 BGB, Körperverletzung, § 830 BGB, psychische Unterstützung

Volltextveröffentlichungen

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

  • Jurion (Leitsatz)

    Mittäterschaft - Psychische Unterstützung - Demonstration - Mithaftung des Gehilfen - Beihilfe zu Tätlichkeiten

Papierfundstellen

  • BGHZ 63, 124
  • NJW 1975, 49
  • VersR 1975, 49
  • DVBl 1974, 944
  • DB 1974, 2296



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Wird zitiert von ... (34)  

  • BGH, 22.07.2010 - I ZR 139/08  

    Kinderhochstühle im Internet

    (1) Die Frage, ob sich jemand als Täter, Mittäter, Anstifter oder Gehilfe in einer die zivilrechtliche Haftung begründenden Weise an einer deliktischen Handlung eines Dritten beteiligt hat, beurteilt sich nach den im Strafrecht entwickelten Rechtsgrundsätzen (vgl. BGHZ 63, 124, 126; 89, 383, 389).
  • OLG Hamburg, 01.07.2015 - 5 U 87/12  

    GEMA ./. YouTube I

    Die Frage, ob sich jemand als Täter, Mittäter, Anstifter oder Gehilfe in einer die zivilrechtliche Haftung begründenden Weise an einer deliktischen Handlung eines Dritten beteiligt hat, beurteilt sich nach den im Strafrecht entwickelten Rechtsgrundsätzen (BGH NJW 1975, 49; BGH NJW 1984, 1226).
  • BGH, 05.02.2015 - I ZR 240/12  

    Kinderhochstühle im Internet III - Unterlassungsprozess wegen Markenverletzung im

    aa) Die Frage, ob sich jemand als Täter, Mittäter, Anstifter oder Gehilfe in einer die zivilrechtliche Haftung begründenden Weise an einer deliktischen Handlung eines Dritten beteiligt hat, beurteilt sich nach den im Strafrecht entwickelten Rechtsgrundsätzen (vgl. BGH, Urteil vom 29. Oktober 1974 - VI ZR 182/73, BGHZ 63, 124, 126; Urteil vom 24. Januar 1984 - VI ZR 37/82, BGHZ 89, 383, 389).
  • BGH, 04.11.1997 - VI ZR 348/96  

    Zu den Voraussetzungen eines Schadensersatzanspruchs wegen Behinderung des

    Dieses Grundrecht ist - ebenso wie die in Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG geschützte Meinungsfreiheit - darauf angelegt, die (kollektive) Kundgabe von Standpunkten in dem der demokratischen Gesellschaft immanenten Kampf der Meinungen mit geistigen Mitteln zu gewährleisten (vgl. BGHZ 59, 30, 36; BGHZ 63, 124, 127; BGHZ 89, 383, 394).

    46 a) Zutreffend geht das Berufungsgericht im Ansatz davon aus, daß sich die Beurteilung, ob sich jemand als Mittäter oder Gehilfe im Sinne der genannten Bestimmungen an einer die zivilrechtliche Haftung begründenden deliktischen Verhaltensweise beteiligt hat, nach den für das Strafrecht entwickelten Rechtsgrundsätzen richtet (vgl. BGHZ 63, 124, 126; BGHZ 89, 383, 389).

    Beihilfe kann gegebenenfalls auch psychisch geleistet werden und setzt keine physische Mitwirkung bei der Tat voraus (vgl. BGHZ 63, 124, 130 m.w.N.).

    Insoweit kann es für die Beurteilung der inneren Tatseite von Bedeutung sein, welche Rolle und welche Funktionen der Betroffene innerhalb der Demonstration für sich in Anspruch genommen hat (vgl. BGHZ 63, 124, 128); an einer gerade den Ablauf der Versammlung betreffenden führenden Rolle der Beklagten zu 3) konnte das Berufungsgericht hier seine Beurteilung ausrichten.

    Das gilt nicht nur für die Teilnahme an einer Großdemonstration, sondern auch für die Beteiligung an einer kleineren und überschaubaren Versammlung, solange die Teilnahme nicht über die Ausübung der genannten Grundrechte hinausgeht und nicht festgestellt werden kann, daß der Betreffende an einer auf die Rechtsgutverletzung zielenden Abrede beteiligt war, das schadenstiftende Verhalten anderer Teilnehmer in seinen eigenen Willen mitaufgenommen oder sich an der Versammlung gerade in Kenntnis des Blockadeziels zu dessen Unterstützung beteiligt hat (vgl. hierzu BGHZ 63, 124, 128 f.).

  • BGH, 24.01.1984 - VI ZR 37/82  

    Zulässigkeit eines Grundurteils bei mehreren in der Klage zusammengefaßten

    Zutreffend geht das Berufungsgericht davon aus, daß sich die Prüfung, ob sich jemand als Mittäter oder Gehilfe an einer die zivilrechtliche Haftung begründenden Körperverletzung oder Sachbeschädigung beteiligt hat (§ 830 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 BGB ), nach den für das Strafrecht entwickelten Rechtsgrundsätzen richtet (BGHZ 63, 124, 126 m.w.Nachw.).

    Zur Begründung beruft es sich auf die Rechtsprechung den erkennenden Senats zur Blockade und zu Angriffen gegen Betriebe des Verlages Springer in Frankfurt a.M. und Berlin (BGHZ 59, 30 und Urteil vom 30. Mai 1972 - VI ZR 139/70 -, NJW 1972, 1571) sowie zu unerlaubten Handlungen im Zusammenhang mit einer Hausbesetzung (BGHZ 63, 124).

    In sogenannten Hausbesetzer-Fall (BGHZ 63, 124), auf den sich das Berufungsgericht insbesondere bezieht, hat der Senat aufgrund der tatsächlichen Feststellungen die Voraussetzungen einer psychischen Beihilfe der Beklagten an Gewalttätigkeiten der "Mitbesetzer" des Hauses gegen die zur Räumung eingesetzten Polizeibeamten angenommen.

    a) Die verfassungsrechtlich mit der Meinungs- und Versammlungsfreiheit durch Art. 5 Abs. 1 und Art. 8 Abs. 1 GG gewährleistete Demonstrationsfreiheit gibt allerdings kein Recht zur Ausübung von Gewaltakten, insbesondere auch nicht gegenüber den Ordnungskräften der Polizei, weil die Gewährleistungen nur auf die friedliche Auseinandersetzung mit geistigen Mitteln angelegt sind (vgl. u.a. BGHZ 59, 30 mit Anm. Pehle bei LM BGB § 823 Ai Nr. 42 und BGHZ 63, 124 mit Anm. Steffen bei LM BGB § 830 Nr. 19; ferner BGHZ 70, 277, 287).

    Mittäter oder Gehilfen haften nicht für den sogenannten Exzeß des unterstützten Täters, d.h. für diejenigen unerlaubten Handlungen, die dieser außerhalb der gemeinschaftlichen Tat ohne ihre Kenntnis und Billigung begeht (BGHZ 59, 30, 42; 63, 124, 128).

    Deshalb fehlt dem unter Hinweis auf das Senatsurteil in BGHZ 63, 124 vom Berufungsgericht gezogenen Schluß, der einmal geleistete Tatbeitrag des Beklagten zu 1) habe fortgewirkt, so daß ihm auch die späteren Gewalthandlungen von Demonstranten zuzurechnen seien, die tatsächliche und rechtliche Grundlage.

  • BGH, 25.07.2005 - II ZR 390/03  

    Umfang der Schadensersatzpflicht des GmbH-Geschäftsführers wegen

    Insoweit handelt es sich um einen Exzeß des Haupttäters, für den der Kläger weder strafrechtlich gemäß § 27 StGB (vgl. BGHSt 11, 66; Tröndle/Fischer aaO § 27 Rdn. 5) noch zivilrechtlich gemäß § 830 Abs. 2 BGB haftet (vgl. BGHZ 59, 30, 42; 63, 124, 128; 89, 383, 396).
  • BGH, 26.10.2004 - XI ZR 279/03  

    Voraussetzungen eines Schadensersatzanspruchs wegen Beihilfe zur Vermittlung von

    a) Beihilfe setzt weder eine kommunikative Verständigung von Haupttäter und Gehilfen auf einen gemeinsamen Tatplan noch eine Mitwirkung des Gehilfen bei der Tatausführung voraus (BGHZ 63, 124, 130; 70, 277, 285).

    Auch eine Mitverursachung des Taterfolges durch den Gehilfen ist nicht erforderlich (BGHZ 63, 124, 130; vgl. auch BGHZ 137, 89, 103).

  • LG München I, 10.08.2016 - 21 O 6197/14  

    Sharehoster als Gehilfe einer Urheberrechtsverletzung durch unbekannte Dritte

    a)Die Frage, ob sich jemand als Täter, Mittäter, Anstifter oder Gehilfe in einer die zivilrechtliche Haftung begründenden Weise an einer deliktischen Handlung eines Dritten beteiligt hat, beurteilt sich nach den im Strafrecht entwickelten Rechtsgrundsätzen (vgl. BGHZ 63, 124, 126; 89, 383, 389; BGH MMR 2011, 172, 173 Rn. 30 - Kinderhoch-stühle im Internet I).
  • BGH, 23.11.1983 - 3 StR 256/83  

    Nötigung der Regierung eines Landes

    Der Senat braucht nicht allgemein zu der Frage Stellung zu nehmen, ob Demonstrationen, die um der größeren Öffentlichkeitswirkung wegen darauf angelegt sind, die Bewegungs- und Handlungsfreiheit anderer durch Gewalt zu beeinträchtigen, stets oder nur unter zusätzlichen Voraussetzungen nach § 240 StGB strafbar sind (vgl. BGHSt 23, 46 [54 ff.]; BGH NJW 1982, 189 f.; Eser a.a.O. § 240 Rn. 24c ff.; Herzog a.a.O. Art. 8 Rn. 62; vgl. auch BGHZ 59, 30 [34 ff.]; 63, 124 [127 ff.]).
  • BGH, 15.05.2012 - VI ZR 166/11  

    Gehilfenhaftung bei unerlaubter Kapitalanlagevermittlung

    Für den einzelnen Teilnehmer muss ein Verhalten festgestellt werden, das den rechtswidrigen Eingriff in ein fremdes Rechtsgut unterstützt hat und das von der Kenntnis der Tatumstände und dem auf die Rechtsgutsverletzung gerichteten Willen getragen war (Senatsurteile vom 29. Oktober 1974 - VI ZR 182/73, BGHZ 63, 124, 126; vom 24. Januar 1984 - VI ZR 37/82, BGHZ 89, 383, 389; vom 4. November 1997 - VI ZR 348/96, BGHZ 137, 89, 102; vom 13. Juli 2004 - VI ZR 136/03, VersR 2004, 1273, 1275).
  • BGH, 27.01.2005 - I ZR 119/02  

    WirtschaftsWoche

  • BGH, 31.01.1978 - VI ZR 32/77  

    Fluglotsenstreik - Gewerkschaftshaftung - § 826 BGB, Art. 9 Abs. 3 GG

  • BGH, 01.02.2011 - I ZR 139/08  

    Berichtigung eines Urteils wegen offenbarer Unrichtigkeit gem. § 319 Abs. 1 ZPO

  • BGH, 29.05.1990 - VI ZR 205/89  

    Aufsichtspflicht bei psychischem Beistandleisten

  • LG Wuppertal, 20.05.2015 - 17 O 108/15  

    Wer ein Hausverbot nicht befolgt, begeht Hausfriedensbruch!

  • OLG München, 22.02.2006 - 7 U 4657/05  

    Sittenwidrigkeit der Vermitttlung von Schuldscheindarlehensgeschäften durch eine

  • OLG Düsseldorf, 17.03.2004 - 15 U 16/03  

    Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs im Urkundenprozess wegen

  • OLG Bremen, 08.11.2001 - 2 U 21/01  

    Haftung des Filialleiters einer Bank für Schaden aus Anlagebetrug im

  • OLG Hamburg, 30.11.2012 - 1 U 74/11  

    Sportwettenmonopol: Örtliche Zuständigkeit für Staatshaftungsansprüche eines

  • BGH, 28.01.1992 - VI ZR 129/91  

    Zur Zurechenbarkeit von Exzesshandlungen eines Nachtäters

  • OLG Koblenz, 27.06.2003 - 10 U 998/02  

    Feststellbarkeit der Gemeinschaftlichkeit einer unerlaubten Handlung mehrerer

  • LAG Schleswig-Holstein, 07.05.2008 - 6 Sa 374/07  

    Schadensersatz, Unterschlagung, Gesamtschuldner, Genossenschaft, Vorstand,

  • BVerwG, 03.12.1980 - 1 D 86.79  

    Streik - Herabsetzung der Arbeitsleistung - Krankmeldung - Treuepflicht -

  • ArbG Düsseldorf, 09.06.2008 - 3 (8) Ca 336/06  

    Keine Schadensersatzpflicht wegen Abwerbeaktionen gegen einen Konkurrenten bei

  • LG Aachen, 16.03.2006 - 1 O 126/05  
  • OLG Frankfurt, 27.10.1988 - 1 U 171/87  

    zusammengeschlagener vermeintlicher Ladendieb - § 127 StPO, grundsätzlich keine

  • LG München I, 11.07.2014 - 21 O 854/13  

    Anspruch auf Auskunft und Schadensersatz gegenüber dem Betreiber des

  • BVerwG, 22.11.1979 - 1 D 84.78  
  • OLG Bamberg, 20.10.2004 - 4 W 108/04  

    Anspruch auf Ersatz des aus einer prospektierten Kapitalanlage entstandenen

  • OLG Koblenz, 01.09.2010 - 2 U 1215/09  

    Zulässigkeit eines Teilurteils; Voraussetzungen der Haftung von Mittätern

  • OLG Hamm, 21.01.2003 - 34 U 50/99  

    Pflicht zum Schadensersatz wegen wahrheitswidriger Darstellung der Rentabilität

  • BVerwG, 09.11.1982 - 1 D 72.81  

    Verhängen von Disziplinarmaßnahmen - Verstoß gegen Dienstpflichten

  • LG Dortmund, 17.01.2001 - 14 (XVII) K 11/00  

    Die sog. Aids-Lüge

  • BGH, 14.05.1985 - VI ZR 231/83  

    Schadensersatz weben Unterschlagung bzw. Hehlerei - Richterliche

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