Rechtsprechung
   BVerfG, 04.05.2011 - 2 BvR 2365/09, 2 BvR 740/10, 2 BvR 2333/08, 2 BvR 1152/10, 2 BvR 571/10   

Volltextveröffentlichungen (9)

  • HRR Strafrecht

    Art. 2 Abs. 2 S. 2 GG; Art. 104 ... Abs. 1 GG; Art. 20 Abs. 3 GG; Art. 74 Abs. 1 Nr. 1 GG; Art. 5 Abs. 1 EMRK; Art. 7 Abs. 1 EMRK; Art. 53 EMRK; Art. 316e Abs. 3 EGStGB; § 2 Abs. 6 StGB; § 66 StGB; § 66 StGB a.F. (2003); § 66a StGB; § 66a Abs. 1 StGB a.F
    Freiheit der Person (Vertrauensschutz nach den Wertungen der EMRK); Sicherungsverwahrung (Fortdauer der Sicherungsverwahrung über zehn Jahre hinaus; nachträgliche Unterbringung; Erwachsenenstrafrecht, Jugendstrafrecht; Erstreckung des zeitlichen Anwendungsbereichs auf Fälle von Anlasstaten die vor Inkrafttreten begangen wurden); Abstandsgebot (Behandlungsuntersuchung; Vollzugsplan; Behandlungs- und Betreuungsangebot; realistische Entlassungsperspektive; Vollzugslockerungen; Entlassungsvorbereitung; effektiv durchsetzbarer Rechtsanspruch auf Durchführung von Maßnahmen; gerichtliche Überprüfung); Europäische Menschenrechtskonvention (Gesetzesrang; völkerrechtsfreundliche Auslegung; Auslegungshilfe im Verfassungsrecht; keine schematische Parallelisierung von Grundgesetz und EMRK; Grenzen der völkerrechtsfreundlichen Auslegung; mehrpolige Grundrechtsverhältnisse); Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Entscheidungen; Berücksichtigung bei der Auslegung von Grundrechten als rechtserhebliche Änderungen; Überwindung der Rechtskraft einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts); Gesetzgebungskompetenz des Bundesgesetzgebers

  • lexetius.com
  • DFR

    EGMR Sicherungsverwahrung

  • openjur.de

    §§ 67d Abs. 3 Satz 1, 2 Abs. 6, 66b Abs. 2 StGB; Artt. 104 Abs. 1, 2 Abs. 2 Satz 2 GG; § 7 Abs. 2 JGG
    Regelungen zur Sicherungsverwahrung verfassungswidrig

  • Bundesverfassungsgericht

    Regelungen zur Sicherungsverwahrung verfassungswidrig

  • rechtsprechung-im-internet.de

    Art 103 Abs 2 GG, Art 104 Abs 1 GG, Art 1 Abs 2 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 2 Abs 2 S 2 GG
    Verfassungswidrigkeit der Regelungen zur Sicherungsverwahrung - Auswirkungen von Entscheidungen des EGMR bzgl der Rechtskraft von Entscheidungen des BVerfG - Zum Grundsatz der völkerrechtsfreundlichen Auslegung des GG insb hinsichtlich der EMRK (juris: MRK) sowie der Rspr des EGMR, sowie zu den Grenzen einer solchen Auslegung - Freiheitsbeschränkung durch Sicherungsverwahrung nur aufgrund einer strikten Verhältnismäßigkeitsprüfung (insoweit Festhaltung an BVerfGE 109, 133) - Freiheitsorientierte Wahrung des Abstandsgebots (BVerfGE 109, 133) bzgl der Ausgestaltung der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung - Erforderlichkeit eines freiheitsorientierten und therapiegerichteten gesetzgeberischen Gesamtkonzeptes - Beschränkte Fortgeltung der für unvereinbar erklärten Vorschriften bis längstens 31.05.2013

  • Jurion

    Verfassungswidrigkeit der Vorschriften über die nachträgliche Sicherungsverwahrung; Rechtfertigung des in der Sicherungsverwahrung liegenden schwerwiegenden Eingriffs in das Freiheitsgrundrecht nur nach Maßgabe strikter Verhältnismäßigkeitsprüfung; Eingriff in das Freiheitsgrundrecht durch die nachträgliche Verlängerung der Sicherungsverwahrung über die frühere Zehnjahreshöchstfrist hinaus; Keine Möglichkeit einer völkerrechtsfreundlichen Auslegung der Vorschriften über die nachträgliche Sicherungsverwahrung trotz anerkannter Methoden der Gesetzesauslegung und Verfassungsinterpretation

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Verfassungswidrigkeit der Vorschriften über die nachträgliche Sicherungsverwahrung; Rechtfertigung des in der Sicherungsverwahrung liegenden schwerwiegenden Eingriffs in das Freiheitsgrundrecht nur nach Maßgabe strikter Verhältnismäßigkeitsprüfung; Eingriff in das Freiheitsgrundrecht durch die nachträgliche Verlängerung der Sicherungsverwahrung über die frühere Zehnjahreshöchstfrist hinaus; Keine Möglichkeit einer völkerrechtsfreundlichen Auslegung der Vorschriften über die nachträgliche Sicherungsverwahrung trotz anerkannter Methoden der Gesetzesauslegung und Verfassungsinterpretation

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (24)

  • beck-blog (Kurzinformation)

    Bisherige Regelungen zur Sicherungsverwahrung verfassungswidrig!

  • ferner-alsdorf.de (Kurzinformation)

    Sicherungsverwahrung

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Die nachträgliche Sicherungsverwahrung vor dem Bundesverfassungsgericht

  • lto.de (Kurzinformation)

    Keine Entlassungspflicht bei psychischer Störung

  • otto-schmidt.de (Kurzinformation)

    Regelungen zur Sicherungsverwahrung verfassungswidrig

  • sueddeutsche.de (Pressebericht, 05.05.2011)

    Sicherungsverwahrung: Wer nicht gefährlich ist, darf vielleicht gehen

  • sueddeutsche.de (Pressebericht, 04.05.2011)

    Bundesverfassungsgericht kippt Sicherungsverwahrung

  • spiegel.de (Pressebericht, 04.05.2011)

    Urteil zur Sicherungsverwahrung: Mammutaufgabe für den Gesetzgeber

  • spiegel.de (Pressebericht, 04.05.2011)

    Verfassungsgericht kippt Regelungen zur Sicherungsverwahrung

  • strafrecht-bundesweit.de (Kurzinformation)

    Regelungen zur Sicherungsverwahrung verfassungswidrig

  • welt.de (Pressebericht, 04.05.2011)

    Sicherungsverwahrung - Deutschland muss jetzt therapieren statt wegsperren

  • juraexamen.info (Kurzinformation)

    Neuregelung der Sicherungsverwahrung - Gesetzesänderung tritt zum Juni 2013 in Kraft

  • bayrvr.de (Kurzinformation)

    Staatsregierung: Gesetzentwurf über den Vollzug der Sicherungsverwahrung eingebracht

  • spiegel.de (Pressebericht)

    Mammutaufgabe für den Gesetzgeber

  • haufe.de (Kurzinformation)

    Sicherungsverwahrung: Neuregelung gekippt

  • taz.de (Pressebericht, 04.05.2011)

    Sicherungsverwahrung: Wegschließen so kurz wie möglich

  • juraforum.de (Kurzinformation)

    Regelungen zur Sicherungsverwahrung verfassungswidrig

  • kostenlose-urteile.de (Kurzmitteilung)

    Bundesverfassungsgericht erklärt nachträgliche Sicherungsverwahrung für verfassungswidrig

  • 123recht.net (Kurzinformation)

    Regelungen zur nachträglichen Sicherungsverwahrung für Straftäter verfassungswidrig


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • lto.de (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Mündliche Verhandlung in Sachen "Sicherungsverwahrung"

  • tagesschau.de-Archiv (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 08.02.2011)

    Verfassungsrichter prüfen - mit Sicherheit

  • abendblatt.de (Pressemeldung zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 08.02.2011)

    Bund und Länder verteidigen Sicherungsverwahrung

  • 123recht.net (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 08.02.2011)

    Sicherungsverwahrung auf Prüfstand der Verfassungshüter

  • spiegel.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 07.02.2011)

    Sicherungsverwahrung - Halbe Wahrheit

Besprechungen u.ä. (23)

  • De-legibus-Blog (Kurzaufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Phantomschmerzen im Verhältnis zwischen EGMR und BVerfG

  • HRR Strafrecht (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Das aktuelle Recht der Sicherungsverwahrung im Überblick (VRiLG Dr. Andreas Mosbacher; HRRS 6/2011, S. 229)

  • HRR Strafrecht (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Das neue Recht der Sicherungsverwahrung (ohne JGG) (Dr. Till Zimmermann; HRRS 5/2013, S. 164 ff.)

  • lawblog.de (Entscheidungsanmerkung)

    "Wegsperren und Vergessen” hat keine Zukunft

  • verfassungsblog.de (Entscheidungsanmerkung)

    Sicherungsverwahrung: Abschied von der Normenpyramide

  • zeit.de (Interview mit Bezug zur Entscheidung, 22.09.2011)

    Sicherheitsverwahrung: Weggesperrt

  • Alpmann Schmidt | RÜ(Abo oder Einzelheftbestellung) (Fallbesprechung - aus Ausbildungssicht)

    Art. 2 Abs. 2 S. 2, 20 Abs. 3, 104 Abs. 1 GG
    Verfassungswidrigkeit der Sicherungsverwahrung

  • Ruhr-Universität Bochum (Entscheidungsbesprechung)

    Sicherungsverwahrung

  • taz.de (Interview mit Bezug zur Entscheidung, 06.05.2011)

    "Es könnte zu Aufständen kommen"

  • fr-online.de (Pressekommentar, 05.05.2011)

    Wegsperren verboten

  • Telepolis (Pressekommentar, 04.05.2011)

    Bundesverfassungsgericht kippt Sicherungsverwahrung

  • lto.de (Entscheidungsbesprechung)

    Grundsatzurteil zur Sicherungsverwahrung // Karlsruhe sucht Konsens mit Straßburg

  • lto.de (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Reform der Sicherungsverwahrung: Schläge für den Überbringer der liberalen Nachrichten

  • theeuropean.de (Entscheidungsanmerkung)

    Täterschutz vor Opferschutz: Es geschah am helllichten Tag in Karlsruhe

  • uni-kassel.de (Entscheidungsbesprechung)

    Entscheidung zur Sicherungsverwahrung von Straftätern (S. Gruener)

  • zis-online.com PDF (Entscheidungsbesprechung)

    Die Sicherungsverwahrung in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (Prof. Dr. Axel Dessecker; ZIS 2011, 706)

  • strafverteidiger-stv.de PDF (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Der Begriff »psychische Störung« des ThUG im Lichte der Rechtsprechung des BVerfG und des EGMR (StV 2012, 239-246)

  • arthur-kreuzer.de PDF (Entscheidungsbesprechung)

    (Prof. em. Dr. Arthur Kreuzer und RRef. Dr. Tillmann Bartsch; StV 2011, 471-478)

  • lto.de (Kurzaufsatz mit Bezug zur Entscheidung, 09.11.2012)

    Bundestag beschließt Sicherungsverwahrung: Das Abstandsgebot bleibt eine Illusion

  • strafrechtsblogger.de (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Hoffnung hinter Gittern?

  • juraexamen.info (Fallbesprechung - aus Ausbildungssicht)

    Sicherungsverwahrung bis Inkrafttreten einer verfassungskonformen Regelung nur eingeschränkt möglich


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • De-legibus-Blog (Kurzaufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Nachträgliche Sicherungsverwahrung - Der rehabilitierte Justizminister?

  • verfassungsblog.de (Kurzaufsatz mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Es gibt kein Grundrecht auf Schutz vor Straftätern

Sonstiges (19)

  • faz.net (Pressebericht mit Bezug zur Entscheidung, 30.04.2013)

    Sicherungsverwahrung: Fließt ein Bächlein durch den Knast

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Das BVerfG und die Sicherungsverwahrung - Konsequenzen für Praxis und Gesetzgebung" von RiOLG Dr. Jens Peglau, original erschienen in: NJW 2011, 1924 - 1927.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sicherheitsverwahrung" von RA Dr. Klaus Leipold, original erschienen in: NJW Spezial 2011, 312 - 313.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Zur (Nicht-)Geeignetheit psychiatrischer Gutachten vor Anordnung nachträglicher Sicherungsverwahrung" von Univ.-Prof. Dr. Ulrich Eisenberg, original erschienen in: DRiZ 2009, 219 - 222.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Das Urteil des BVerfG vom 04.05.2011 zur Sicherungsverwahrung - Konsequenzen für den Strafvollzug" von Vors. RiLG Dr. Thomas Wolf, original erschienen in: Rpfleger 2011, 413 - 417.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerfG vom 04.05.2011, Az.: 2 BvR 2365/09 (Verfassungswidrigkeit des Rechts der Sicherungsverwahrung)" von RA Dr. Peter Kotz, original erschienen in: ZAP 2011, 799 - 804.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Der Streit um die Sicherungsverwahrung - Anmerkung zum Urteil des 2. Senats des BVerfG vom 04.05.2011 - NStZ 2011, 450" von Prof. Dr. Tatjana Hörnle, original erschienen in: NStZ 2011, 488 - 493.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Kritik der nachträglichen Therapieunterbringung" von OStA/Priv.-Doz. Dr. Ralf Peter Anders, original erschienen in: JZ 2012, 498 - 505.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Kein "Wegsperren für immer"" von Prof. Dr. Joachim Renzikowski, original erschienen in: Ad Legendum 2011, 401 - 411.

  • spiegel.de (Pressebericht mit Bezug zur Entscheidung, 16.05.2013)

    Zweifelhafte Sicherungsverwahrung: Der Altfall

  • hessen.de (Pressemitteilung mit Bezug zur Entscheidung, 18.07.2013)

    Sicherungsverwahrung für hochgefährliche Straftäter in Weiterstadt vorgestellt

  • neues-deutschland.de (Pressebericht mit Bezug zur Entscheidung, 19.07.2013)

    Strafe verbüßt, weiterhin im Knast

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Vollzug der Sicherungsverwahrung" von Michael Schäfersküpper und Jens Grote, original erschienen in: NStZ 2013, 447 - 454.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Abstand halten! - Die Neuregelung der Sicherungsverwahrung" von Prof. Dr. Joachim Renzikowski, original erschienen in: NJW 2013, 1638 - 1644.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Neue gerichtliche Aufgaben auf dem Gebiet der Sicherungsverwahrung" von Prof. Dr. Helmut Baier, original erschienen in: DRiZ 2014, 138 - 143.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Bundestag beschließt Neuregelung der Sicherungsverwahrung" von RA Dr. Klaus Leipold, original erschienen in: NJW 2012, 760 - 761.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Vollstreckung und Vollzug der Sicherungsverwahrung nach Inkrafttreten des Gesetzes zur bundesrechtlichen Umsetzung des Abstandsgebots im Recht der Sicherungsverwahrung" von RA Dr. Helmut Pollähne, original erschienen in: StV 2013, 249 - 258.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Dabei soll es auf den Namen nicht ankommen - Der Streit um die Sicherheitsverwahrung" von Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn und Wiss. Mit. Dr. Christine Morgenstern, original erschienen in: ZStW 2012, 132 - 203.

  • Jurion (Literaturhinweis: Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)

    Kurznachricht zu "Sicherungsverwahrung - neue Regelungen für Rechtspfleger" von VorsRiLG Dr. Thomas Wolf, original erschienen in: Rpfleger 2013, 365 - 370.

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BVerfGE 128, 326
  • NJW 2011, 1931
  • NStZ 2011, 450
  • StV 2011, 470
  • DÖV 2011, 572



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Wird zitiert von ... (703)  

  • BVerfG, 27.01.2015 - 1 BvR 471/10  

    Ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrkräfte in öffentlichen Schulen ist mit der

    (1) Innerhalb der deutschen Rechtsordnung stehen die Europäische Menschenrechtskonvention und ihre Zusatzprotokolle - soweit sie für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft getreten sind - im Range eines Bundesgesetzes (vgl. BVerfGE 74, 358 ; 120, 180 ; 128, 326 ).

    Die Europäische Menschenrechtskonvention ist zudem - im Rahmen des methodisch Vertretbaren - als Auslegungshilfe bei der Auslegung der Grundrechte und rechtsstaatlichen Grundsätze des Grundgesetzes heranzuziehen (vgl. BVerfGE 111, 307 ; 128, 326 ; 131, 268 ; BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 22. Oktober 2014 - 2 BvR 661/12 - juris, Rn. 128 f.).

    Auf der Grundlage dieser Rechtsprechung des Gerichtshofs, von der die Bewertung auszugehen hat (vgl. BVerfGE 111, 307 ; 128, 326 ), ergibt sich, dass die den angegriffenen Entscheidungen zugrunde liegenden landesschulgesetzlichen Bestimmungen in der oben von Verfassungs wegen vorgegebenen einschränkenden Interpretation keinen weitergehenden, aus der Europäischen Menschenrechtskonvention folgenden Bedenken begegnet.

  • BVerfG, 25.07.2012 - 2 BvF 3/11  

    Landeslisten

    Die Rechtskraft der Vereinbarkeitserklärung im Tenor der früheren Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts stellt deshalb für eine erneute Normenkontrolle kein Prozesshindernis dar (vgl. BVerfGE 128, 326 ; stRspr).
  • BVerfG, 11.07.2013 - 2 BvR 2302/11  

    Therapieunterbringungsgesetz entspricht bei verfassungskonformer Auslegung dem

    Die Therapieunterbringung beeinträchtigt als nachträgliche freiheitsentziehende Maßnahme ein schutzwürdiges Vertrauen des Betroffenen und ist daher an den zum Recht der Sicherungsverwahrung entwickelten verfassungsrechtlichen Maßstäben zu messen (Bezugnahme auf BVerfGE 128, 326 [= HRRS 2011 Nr. 488]; BVerfGE 129, 37 [= HRRS 2011 Nr. 740]; BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 6. Februar 2013 - 2 BvR 2122/11 u.a. [=HRRS 2013 Nr. 228]).

    Dass ein freiheitsorientiertes Therapiekonzept, dessen Behandlungsanforderungen über die für den Strafvollzug geltenden hinausgehen, einer Zuordnung der betreffenden Regelungen zum Strafrecht im Sinne des Art. 74 Abs. 1 Nr. 1 GG nicht entgegensteht, folgt bereits daraus, dass vergleichbare Anforderungen auch für die gleichfalls dem Strafrecht im kompetenziellen Sinn zuzuordnende Sicherungsverwahrung bestehen (BVerfGE 128, 326 ).

    a) Maßstab für die verfassungsrechtliche Beurteilung von § 1 Abs. 1 ThUG ist Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG in Verbindung mit dem Grundsatz des Vertrauensschutzes (vgl. BVerfGE 72, 200 ; 128, 326 ).

    Sie ziehen der gesetzgeberischen Regelungsbefugnis Grenzen bei der Verwirklichung des gesetzgeberischen Anliegens für das Gemeinwohl (vgl. BVerfGE 14, 288 ; 25, 142 ; 43, 242 ; 43, 291 ; 75, 246 ; 109, 133 ; 128, 326 ).

    Dabei erhöht sich die Bedeutung der berührten Vertrauensschutzbelange in Abhängigkeit von der Schwere des Eingriffs in das sachlich berührte Grundrecht (vgl. bereits BVerfGE 109, 133 ; 128, 326 ).

    Da das Therapieunterbringungsgesetz zur Anordnung einer potenziell unbefristeten Freiheitsentziehung ermächtigt, begründet die Unterbringung nach § 1 Abs. 1 ThUG auch bei Wahrung des hinsichtlich der Vollzugsbedingungen gebotenen Abstandes zur Strafhaft einen der schwersten Eingriffe in das sachlich berührte Grundrecht auf Freiheit der Person (Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG) und damit in ein Recht, dem unter den grundrechtlich verbürgten Rechten bereits für sich genommen besonderes Gewicht zukommt (vgl. BVerfGE 128, 326 ).

    b) Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der Wertungen der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (vgl. BVerfGE 111, 307 ; 128, 326 ; 131, 268 ), die mit Art. 5 und Art. 7 Abs. 1 EMRK der nachträglichen Anordnung oder Verlängerung einer präventiven freiheitsentziehenden Maßnahme Grenzen setzt (vgl. dazu BVerfGE 128, 326 , m.w.N.), ist der mit der Therapieunterbringung verbundene und durch Vertrauensschutzbelange verstärkte Eingriff in das Freiheitsgrundrecht nur verhältnismäßig, wenn der gebotene Abstand zur Strafe gewahrt wird, eine hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- oder Sexualstraftaten aus konkreten Umständen in der Person oder dem Verhalten des Untergebrachten abzuleiten ist und die Voraussetzungen des Art. 5 Abs. 1 Satz 2 Buchstabe e EMRK erfüllt sind (vgl. zur Sicherungsverwahrung BVerfGE 128, 326 ; 129, 37 ; BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 6. Februar 2013 - 2 BvR 2122/11 u.a. -, juris, Rn. 27).

    Denn auch in der Sicherungsverwahrung sind - unabhängig von den in der Vergangenheit festgestellten Defiziten in der gesetzlichen Konzeption (vgl. BVerfGE 128, 326 ) und im tatsächlichen Vollzug (vgl. BVerfGE 128, 326 ; auch EGMR, Urteil vom 17. Dezember 2009 - Beschwerde-Nr. 19359/04- Mücke ./. Deutschland, Rn. 127 ff.) - angesichts der unterschiedlichen Zielsetzung und sachlichen Rechtfertigung der dem Schuldausgleich dienenden Strafhaft einerseits und des schuldunabhängigen präventiven Freiheitsentzugs der Sicherungsverwahrung andererseits (vgl. BVerfGE 128, 326 ) Anforderungen an die Ausgestaltung ihres Vollzugs zu beachten ("Abstandsgebot", vgl. BVerfGE 128, 326 ).

    Danach ist die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung - in deutlichem Abstand zum Strafvollzug - freiheitsorientiert mit klarer therapeutischer Ausrichtung auszugestalten, um die von dem Untergebrachten ausgehende Gefahr zu minimieren und auf diese Weise die Dauer der Freiheitsentziehung auf das unbedingt erforderliche Maß zu reduzieren (BVerfGE 128, 326 ).

    Ausgehend von den danach weiter konkretisierten Anforderungen an ein freiheitsorientiertes Gesamtkonzept im Vollzug der Sicherungsverwahrung (vgl. BVerfGE 128, 326 ) gibt es keine durchgreifenden Gründe, die im Vergleich dazu die Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung im Sinne des § 2 ThUG als weniger intensiven Eingriff in das Freiheitsgrundrecht erscheinen lassen.

    bb) Mit diesen Vorgaben sichert das Gesetz die Wahrung des nicht nur für die Sicherungsverwahrung, sondern auch für die Therapieunterbringung als hinsichtlich der Fortdauer der Freiheitsentziehung gleichermaßen schuldunabhängige Präventivmaßnahme geltende Abstandsgebot (vgl. BVerfGE 128, 326 ) und schafft damit zugleich eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Therapieunterbringung nicht als Strafe im Sinne des Art. 7 Abs. 1 EMRK einzuordnen ist.

    (2) Vor diesem Hintergrund hat der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Ausgestaltung eines schuldunabhängigen präventiven Freiheitsentzugs, der sich von einer Strafe "qualitativ" unterscheidet, präzisiert (BVerfGE 128, 326 ).

    Die Interpretation des Art. 7 Abs. 1 EMRK durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verlangt indes keine Anpassung des grundgesetzlichen Begriffs der Strafe in Art. 103 Abs. 2 GG an den Strafbegriff des Art. 7 Abs. 1 EMRK, sondern spricht dafür, das Abstandsgebot deutlicher zu konturieren (BVerfGE 128, 326 ).

    Als maßgeblicher Zeitpunkt für eine Freiheitsentziehung nach Art. 5 Abs. 1 Satz 2 Buchstabe e EMRK, bei der es im Kern nicht - wie etwa bei Art. 7 und Art. 5 Abs. 1 Satz 2 Buchstabe a EMRK - um die Freiheitsentziehung wegen einer in der Vergangenheit liegenden Handlung sowie einer daran anknüpfenden Verurteilung sondern um die Freiheitsentziehung wegen eines gegenwärtigen Zustandes (hier: einer psychischen Störung und der darauf beruhenden Gefährlichkeit für die Allgemeinheit) geht (vgl. BVerfGE 128, 326 ), ist auf den Zeitpunkt der Anordnung abzustellen.

    Art. 103 Abs. 2 GG findet auf die Therapieunterbringung keine Anwendung, weil diese ebenso wie die Sicherungsverwahrung nicht als Strafe im Sinne des Art. 103 Abs. 2 GG zu qualifizieren ist (vgl. BVerfGE 109, 133 ; 128, 326 ; jeweils zur Sicherungsverwahrung).

    Strafbarkeit gemäß Art. 103 Abs. 2 GG setzt voraus, dass das auferlegte materielle Übel mit der Missbilligung vorwerfbaren Verhaltens verknüpft ist und von seiner Zielrichtung her (zumindest auch) dem Schuldausgleich dient (BVerfGE 109, 133 ; 128, 326 ).

    Für die Feststellung der Grundrechtsverletzung kommt es allein auf die objektive Verfassungswidrigkeit der angefochtenen fachgerichtlichen Entscheidungen im Zeitpunkt der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts an; unerheblich ist hingegen, ob die Grundrechtsverletzung den Fachgerichten vorwerfbar ist (vgl. BVerfGE 128, 326 ).

    Allerdings wird dieser erhöhte Gefährlichkeitsmaßstab dieser Entscheidung insoweit nicht angewandt, als es danach auf die hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- oder Sexualstraftaten ankommt (vgl. BVerfGE 128, 326 ).

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