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   BGH, 28.11.1990 - XII ZR 16/90   

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BGH, 28.11.1990 - XII ZR 16/90 (https://dejure.org/1990,488)
BGH, Entscheidung vom 28.11.1990 - XII ZR 16/90 (https://dejure.org/1990,488)
BGH, Entscheidung vom 28. November 1990 - XII ZR 16/90 (https://dejure.org/1990,488)
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Volltextveröffentlichungen (6)

Papierfundstellen

  • NJW 1991, 913
  • NJW-RR 1991, 579 (Ls.)
  • MDR 1991, 642
  • FamRZ 1991, 306
  • JR 1991, 332
  • JR 1991, 333
 
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Wird zitiert von ... (30)

  • BGH, 11.02.2004 - XII ZR 265/02

    Zur Inhaltskontrolle von Eheverträgen

    Eine besondere Inhaltskontrolle, ob die Regelung angemessen sei, fand - abgesehen von Vereinbarungen nach § 1587 o BGB - nicht statt (Senatsbeschluß vom 2. Oktober 1996 - XII ZB 1/94 - FamRZ 1997, 156, 157; vgl. auch Senatsurteil vom 28. November 1990 - XII ZR 16/90 - FamRZ 1991, 306).

    Ob eine Vereinbarung im Einzelfall gegen die guten Sitten verstoße, hänge von ihrem aus Inhalt, Beweggründen und Zweck zu entnehmenden Gesamtcharakter ab, wobei sich aus dem zeitlichen Abstand zu einer nicht beabsichtigten, sondern nur für denkbar gehaltenen Scheidung zusätzliche Gesichtspunkte ergeben könnten (Senatsurteile vom 24. April 1985 aaO und vom 28. November 1990 aaO 307).

    Es reiche für sich allein nicht aus, daß die Vereinbarung in dem Bestreben abgeschlossen worden sei, sich von sämtlichen nachteiligen Folgen einer Scheidung freizuzeichnen (Senatsurteil vom 28. November 1990 aaO).

    Die Dauer und Höhe der Unterhaltspflicht sei allerdings in einem solchen Fall insoweit beschränkt, als nicht das Kindeswohl ein Weiterbestehen des Unterhaltsanspruchs gebiete (Senatsurteil vom 28. November 1990 aaO 307, vom 30. November 1994 - XII ZR 226/93 - FamRZ 1995, 291, 292 und vom 16. April 1997 - XII ZR 293/95 - FamRZ 1997, 873, 874).

  • BVerfG, 06.02.2001 - 1 BvR 12/92

    Unterhaltsverzichtsvertrag

    a) Die zivilgerichtliche Rechtsprechung setzt der Freiheit von Ehegatten zur privatautonomen Gestaltung ihrer unterhaltsrechtlichen Beziehungen im Scheidungsfall durch Eheverträge unter Berufung auf § 138 Abs. 1 BGB dort Grenzen, wo die Vereinbarung objektiv zwangsläufig zur Sozialhilfebedürftigkeit eines Ehegatten führt (vgl. BGH, FamRZ 1983, S. 137; NJW 1991, S. 913 [914]; NJW 1992, S. 3164 [3165]; OLG Hamm, FamRZ 1989, S. 398; OLG Köln, FamRZ 1990, S. 634; OLG Celle, NdsRpfl 1990, S. 250; OLG Hamm, NJW-RR 1999, S. 950).

    Unter Berücksichtigung des Kindeswohls könne es allerdings im Einzelfall einem Ehegatten verwehrt sein, sich auf den vereinbarten Verzicht zu berufen, wenn dies etwa auf Grund der späteren Entwicklung mit dem auch im Unterhaltsrecht geltenden Grundsatz von Treu und Glauben gemäß § 242 BGB unvereinbar sei (vgl. BGH, FamRZ 1985, S. 788 [789]; FamRZ 1987, S. 46; FamRZ 1991, S. 306 f.).

    Auch in diesem Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof die Auffassung vertreten, dass es dabei nicht auf subjektive Momente, also ein pflichtwidriges oder zu missbilligendes Verhalten des Unterhaltspflichtigen, ankomme, sondern alleiniger Anknüpfungspunkt für einen Unterhaltsanspruch trotz wirksamer Verzichtsvereinbarung die Bedürfnisse und schutzwürdigen Interessen der gemeinschaftlichen Kinder seien (vgl. BGH, FamRZ 1987, S. 46; FamRZ 1991, S. 306 f.).

  • BGH, 09.07.1992 - XII ZR 57/91

    Wirksamkeit eines Verzichts auf nachehelichen Unterhalt

    Insoweit steht seine Beurteilung in Übereinstimmung mit der ständigen Rechtsprechung des Senats (Senatsurteil vom 28. November 1990 - XII ZR 16/90 FamRZ 1991, 306 m.N.) und wird auch von der Revision nicht angegriffen.

    auch wenn sie eine Schädigung des Trägers der Sozialhilfe nicht beabsichtigen (Senatsurteil BGHZ 86, 82.88; vgl. auch Senatsurteil vom 28. November 1990 aaO. S. 307).

    Schon aus diesen Gründen ist der Unterhaltsverzicht daher nicht deshalb nach § 138 Abs. 1 BGB nichtig, weil er zu Lasten der Sozialhilfe geschlossen worden ist, ohne daß es noch darauf ankommt, ob die subjektiven Voraussetzungen vorlagen (auf die der Senat im Urteil vom 28. November 1990 aaO. für den damals zu beurteilenden Verzicht abgestellt hat).

    Nach der Rechtsprechung des Senats ist dem auf Unterhalt in Anspruch genommenen geschiedenen Ehegatten die Berufung auf einen Unterhaltsverzicht des anderen unter Umständen nach § 242 BGB verwehrt, weil sie gegen Treu und Glauben verstößt (Senatsurteile vom 24. April 1985 - IVb ZR 17/84 - FamRZ 1985, 787; IVb ZR 22/84 - FamRZ 1985, 788.789; zuletzt Urteil vom 28. November 1990 aaO.).

    In seinem schon vom Berufungsgericht herangezogenen Urteil vom 28. November 1990 (aaO.) hat er die Berufung auf einen Unterhaltsverzicht versagt, den die damals schon schwangere Frau - wie im vorliegenden Fall - kurz vor der Heirat erklärt hatte, wobei den (künftigen) Eheleuten bekanntgewesen oder allenfalls infolge grober Fahrlässigkeit verborgen geblieben war, daß sie im Falle einer (baldigen) Scheidung ohne Unterhaltsleistungen des Mannes darauf angewiesen war, entweder Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen oder unter dem Kindeswohl zuwiderlaufender Einschränkung der Kindesbetreuung einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

    Soweit es damit auf die Belastung der Sozialhilfe abgestellt hat, hat es einen Gedanken aus dem von ihm herangezogenen Senatsurteil vom 28. November 1990 (aaO.) aufgegriffen.

    Mit seiner weiteren Erwägung, daß der Wegfall des Unterhaltsanspruchs zu Lasten des gemeinschaftlichen Kindes gehe, wenn die Ehefrau trotz ihrer Verpflichtung zur Pflege und Erziehung des Kindes einer Erwerbstätigkeit nachgehe, hat das Berufungsgericht aber mit Recht auf das Kindeswohl abgehoben, auf das auch der Senat sowohl in seinem Urteil vom 28. November 1990 (aaO.) wie in den dort angezogenen Urteilen vom 24. April 1985 - IVb ZR 22/84 - und vom 15. Oktober 1986, jeweils aaO., hingewiesen hat.

  • OLG Celle, 24.06.2004 - 19 UF 59/04

    Inhaltskontrolle eines Ehevertrages bei einseitiger Lastenverteilung zu Ungunsten

    Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bestand für derartige Vereinbarungen nahezu volle Vertragsfreiheit, die auch einen Verzicht auf den Unterhaltsanspruch gemäß § 1570 BGB einschloss (BGH FamRZ 1991, 306; FamRZ 1997, 156).

    Dabei genügte es nicht, dass die Vereinbarung in dem Bestreben abgeschlossen wurde, sich von sämtlichen nachteiligen Folgen einer Scheidung freizuzeichnen (BGH FamRZ 1991, 306).

  • BGH, 15.05.2014 - III ZR 375/12

    Notarhaftung: Belehrungspflichten bei einem Verzicht auf den Versorgungsausgleich

    (1) In dem vom Berufungsgericht angeführten Urteil des Bundesgerichtshofs vom 28. November 1990 (XII ZR 16/90, NJW 1991, 913, 914) war lediglich für einen ehevertraglich vereinbarten Unterhaltsverzicht festgestellt worden, dass die Berufung darauf gemäß § 242 BGB für die Zeit ausgeschlossen sein könne, in der wegen der Betreuung eines gemeinschaftlichen Kindes eine Erwerbstätigkeit eines Ehegatten nicht möglich sei und der Verzichtende mangels anderer Mittel auf Sozialhilfe angewiesen wäre.
  • BGH, 25.11.1992 - XII ZR 164/91

    Anrechnung von Pflegegeld auf Mehrbedarf - Unterhaltsbestimmung bei

    Im übrigen dürfte einem solchen Begehren der Grundsatz von Treu und Glauben, der auch im Unterhaltsrecht gilt (Senatsurteile vom 28. November 1990 - XII ZR 16/90 - FamRZ 1991, 306, 307 und vom 9. Juli 1992 - XII ZR 57/91 - zur Veröffentlichung vorgesehen - m.w.N.), entgegenstehen.
  • BGH, 18.09.1996 - XII ZB 206/94

    Wirksamkeit eines Verzichts auf den Versorgungsausgleich

    In der Rechtsprechung des Senats ist anerkannt, daß es Ehegatten im Einzelfall verwehrt sein kann, sich auf einen an sich wirksamen Unterhaltsverzicht des anderen Teils zu berufen, wenn dies aufgrund einer späteren Entwicklung mit dem Grundsatz von Treu und Glauben unvereinbar ist, insbesondere wenn und solange überwiegende schutzwürdige Interessen gemeinschaftlicher Kinder der Geltendmachung des Verzichts entgegenstehen (vgl. Senatsurteile vom 24. April 1985 - IVb ZR 22/84 - FamRZ 1985, 788, 789, vom 28. November 1990 - XII ZR 16/90 - FamRZ 1991, 306, 307 und vom 9. Juli 1992 aaO.).
  • BGH, 16.04.1997 - XII ZR 293/95

    Bemessung des nachehelichen Betreuungsunterhalts nach vorehelich erklärtem

    Insoweit hält der Senat an seiner bisherigen Rechtsprechung fest (vgl. Senatsurteile vom 15. Oktober 1986 - IVb ZR 79/85 = FamRZ 1987, 46, 47; vom 28. November 1990 - XII ZR 16/90 = FamRZ 1991, 306 f., jeweils m.N.).

    Darüber hinaus führt der Unterhaltsverzicht zum Erlöschen des nachehelichen Unterhaltsanspruchs (vgl. Senatsurteile aaO. sowie vom 28. November 1990 aaO.).

  • BGH, 30.11.1994 - XII ZR 226/93

    Betreuungsunterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten trotz umfassenden

    Die diesbezüglichen Ausführungen sind rechtsbedenkenfrei (vgl. dazu etwa Senatsurteile vom 24. April 1985 - IVb ZR 17/84 - FamRZ 1985, 787 f, vom 28. November 1990 - XII ZR 16/90 - FamRZ 1990, 306 f und vom 9. Juli 1992 - XII ZR 57/91 - FamRZ 1992, 1403 ff [BGH 09.07.1992 - XII ZR 57/91]) und werden von der Revision auch nicht angegriffen.
  • OLG Hamm, 06.02.1998 - 10 UF 553/96

    Wirksamkeit eines Unterhaltsverzichts in einem vorehelichen Ehevertrag auf

    Zutreffend hat das Amtsgericht unter Berufung auf die ständige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (FamRZ 1985, 788 ; 1991, 306 und 1992, 1403) ausgeführt, dass der hier vor der Eheschließung vereinbarte Verzicht auf nachehelichen Unterhalt nicht wegen Sittenwidrigkeit nichtig ist, auch nicht im Hinblick darauf, dass die damals schwangere Antragsgegnerin auf sämtliche für sie günstigen Scheidungsfolgen verzichtete.

    Die Entscheidungen aus FamRZ 1991, 306 und 1992, 1403 bezogen sich auf Fälle, in denen die Frauen ebenfalls schwanger waren, als sie die Verzichtsvereinbarungen unterzeichneten.

    Hier ist der Ausschluss des Unterhaltsanspruchs zudem noch weniger gravierend als in dem der BGH-Entscheidung aus FamRZ 1991, 306 zugrundeliegenden Fall, da dort die Frau keine abgeschlossene Berufsausbildung hatte, während hier die Antragsgegnerin eine abgeschlossene Ausbildung als Altenpflegerin hat und in diesem Beruf auch tätig gewesen ist, so dass sie auch nach zeitweiliger Einstellung der Erwerbstätigkeit wegen des Kindes gute Chancen haben dürfte, wieder eine Erwerbsstelle zu finden.

  • VGH Baden-Württemberg, 08.06.1993 - 6 S 1068/92

    Sozialhilferecht: privatrechtliches Rechtsgeschäft zur Regelung der

  • OLG Schleswig, 15.01.1999 - 10 UF 81/98

    Sittenwidriger Ausschluß

  • OLG Köln, 03.07.2001 - 25 UF 233/00

    Ehevertraglicher Ausschluss des Versorgungsausgleichs

  • BSG, 16.12.1993 - 13 RJ 1/93

    Unterhaltsverzicht - Scheidung - Bedürftigkeit

  • OLG Jena, 28.01.2010 - 1 UF 150/09

    Inhaltskontrolle von Eheverträgen, Betreuungsunterhalt, ...

  • OLG Celle, 11.10.1991 - 10 WF 140/91

    Berufung auf einen vor Eheschließung vereinbarten Ausschluß des

  • OLG Düsseldorf, 24.10.2012 - 18 U 4/11

    Pflichten des Urkundsnotars bei Beurkundung eines Ehevertrages

  • OLG Köln, 19.10.1994 - 27 UF 54/94

    Wirksamkeit eines Ehevertrages - Sittenwidrigkeit, Ehe, Ehevertrag,

  • OLG Düsseldorf, 17.03.2011 - 24 U 168/10

    Pflichten des Rechtsanwalts vor Abschluss eines Vergleichs

  • OLG Jena, 09.05.2007 - 1 WF 9/07

    Inhaltskontrolle (Wirksamkeits- und Ausübungskontrolle) von Vereinbarungen

  • OLG Saarbrücken, 14.02.2002 - 6 WF 114/01

    Rechtsfolgen eines Unterhaltsverzichts

  • OLG Bamberg, 07.02.1991 - 2 UF 30/90

    Grenzen der Berufung auf Unterhaltsverzichtsvertrag

  • LG Arnsberg, 01.03.2007 - 4 O 72/06
  • OLG Düsseldorf, 08.11.1995 - 5 UF 102/95

    Unterhaltspflicht unter Verlobten; Erwerbsobliegenheit des kinderbetreuenden

  • OLG Hamburg, 01.10.1991 - 2 UF 104/89
  • OLG Hamburg, 14.03.1991 - 15 UF 157/89

    Geltendmachung des ehevertraglichen Verzichts auf nachehelichen Unterhalt

  • VG Aachen, 07.07.2004 - 2 L 447/04

    Sozialhilferechtliche Anforderungen an die Durchsetzung eines Anspruchs eines

  • OLG Hamburg, 21.11.1995 - 2 UF 31/94

    Wiederaufleben des Unterhaltsanspruchs trotz Unterhaltsverzichts

  • VG Aachen, 26.09.2006 - 2 K 1868/04

    Rechtmäßigkeit der Einstellung einer Zahlung von Pflegewohngeld; Voraussetzungen

  • OLG Frankfurt, 10.05.2000 - 1 UF 66/00
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