Rechtsprechung
   BGH, 06.07.1999 - VI ZR 170/98   

Volltextveröffentlichungen (8)

  • JLaw (App) | www.prinz.law PDF
  • Jurion

    Kausalität - Haftung - Tierhalter - Schadensersatz - Reitunfall - Pferd - Unfall - Reiter

  • rabüro.de

    Haftung des Tierhalters auch, wenn Unfall nicht unmittelbar durch Verhalten des Tieres herbeigeführt wird

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    BGB § 833 S. 1
    Haftung aufgrund spezifischer Tiergefahr

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (5)

Papierfundstellen

  • NJW 1999, 3119
  • MDR 1999, 1197
  • VersR 1999, 1291



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Wird zitiert von ... (23)  

  • OLG Hamm, 24.01.2000 - 13 U 166/99  

    Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld aufgrund eines Reitunfalls; Haftung

    Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kommt die Gefährdungshaftung des Tierhalters grundsätzlich auch dem Reiter zugute, der ein von einem anderen gehaltenes Pferd im eigenen Interesse nutzt (vgl. BGH, NJW 1982, 763; VersR 1982, 348; NJW 1999, 3119, 3120 m.w.N.).

    Die Gefährdungshaftung des § 833 S. 1 BGB setzt voraus, daß sich eine "spezifische" oder "typische" Tiergefahr verwirklicht hat, die sich in einem der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren und selbständigen Verhalten äußert (st. Rspr.; vgl. BGHZ 67, 129, 130 = VersR 1976, 1090; BGH VersR !982, 366, 367; NJW 1999, 3119 m.w.N.).

    Eine spezifische Tiergefahr kann für einen Reitunfall selbst dann ursächlich sein, wenn der Unfall nicht unmittelbar durch das tierische Verhalten, sondern dadurch herbeigeführt worden ist, daß der Reiter aufgrund einer durch das tierische Verhalten hervorgerufenen und anhaltenden Verunsicherung vom Pferd fällt (BGH, NJW 1999, 3119).

    Hat der Reiter durch vorwerfbare Fehler dazu beigetragen, daß ihn das Pferd abwirft oder er vom Pferd fällt, kann das allenfalls als Mitverschulden (§ 254 BGB) berücksichtigt werden (BGH, NJW 1999, 3119 m.w.N.).

    Deshalb muß ein Reiter, der Schadensersatzansprüche gegen den Tierhalter geltend macht, den Beweis für seine Behauptung erbringen, das Pferd habe nicht seinen Anweisungen gefolgt und sei "durchgegangen" (OLG Düsseldorf, VersR 1981, 82 [der BGH hat die Revision nicht angenommen]; ebenso: BGH, VersR 1990, 796; a.A.: BGH, NJW 1999, 3119).

  • AG Bad Segeberg, 29.11.2012 - 17a C 94/10  

    Vorliegen eines Haftungsausschlusses und einer Mitverschuldensquote bei einem

    Denn auch wenn der Dritte einen Außenreiz bewusst setzt, beruht doch das Zuschnappen oder Einkrallen des Tieres als Reaktion auf diesen Außenreiz maßgeblich auf einer von außen nicht fassbaren - intrinsischen - Motivation des Tieres (vgl. hierzu BGH, Urt. v. 09.06.1992 - VI ZR 49/91, NJW 1992, 2474, juris Rn. 7; BGH, Urt. v. 06.07.1999 - VI ZR 170/98, NJW 1999, 3119 f., juris Rn. 12; BGH, Urt. v. 20.12.2005 - VI ZR 225/04, NJW-RR 2006, 813, juris Rn. 7; Staudinger/Eberl-Borges, BGB, 2012, § 833 Rn. 53 zur Verwirklichung der Tiergefahr bei einem unter "physiologischem Zwang" handelnden Tier).
  • OLG Brandenburg, 17.01.2008 - 12 U 94/07  

    Tierhalterhaftung: Sturz eines Radfahrers aufgrund Annähern eines Hundes

    Erforderlich ist hierzu, dass ein der tierischen Natur entsprechendes unberechenbares und selbständiges Verhalten vorliegt (BGH NJW-RR 2006, S. 813; NJW 1999, S. 3119; NJW 1976, S. 2130; std. Rspr.).

    Der Zurechnungszusammenhang ist auch nicht unterbrochen, wenn zwar das tierische Verhalten, das Auslöser für die Schreckreaktion gewesen ist, nicht mehr anhält, die Schrecksituation selbst aber noch nachwirkt (BGH NJW 1999, S. 3119, zum Sturz eines durch das Verhalten des Pferdes verunsicherten Reitanfängers, nachdem das Pferd bereits zum Stehen gekommen war; Belling/Eberl-Borges, a. a. O., Rn. 24; Spindler, a. a. O., Rn. 11).

  • OLG Naumburg, 23.04.2014 - 1 U 115/13  

    Tierhalterhaftung: Anwendung des Rechtsgedankens des Mitverschuldens bei

    Das Landgericht hat insoweit zutreffend hervorgehoben, dass für die Tierhalterhaftung eine Mit- oder mittelbare Verursachung des Körper-, Gesundheits- oder Sachschadens ausreichen (BGH NJW 1999, 3119, 3120; NJW-RR 2006, 813, 814; Palandt/Grüneberg, vor § 249 Rdn. 52).

    Richtigerweise hätte das Landgericht also ausschließlich prüfen müssen, ob den Kläger selbst ein Mitverschulden trifft, weil er die konkrete Gefahr erkennen und vermeiden konnten und sonach die ihm im eigenen Interesse abzuverlangende Sorgfalt zur Schadensvermeidung außer Acht ließ (BGH NJW 1999, 3119; OLG Düsseldorf NJW-RR 2006, 93; OLG Jena r + s 2010, 126, 128).

  • LG Münster, 01.06.2007 - 16 O 558/06  

    Haftung eines Vereins als Tierhalter bei Schädigung eines Vorstandsmitglieds;

    einem der tierischen Natur entsprechenden unberechenbaren und selbständigen Verhalten (st. Rspr.; vgl. BGHZ 67, 129, 130, BGH, NJW 1999, 3119 m. w. N.).

    a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kommt die Gefährdungshaftung des Tierhalters grundsätzlich auch dem Reiter zugute, der ein von einem anderen geliehenes Pferd im eigenen Interesse nutzt (vgl. BGH, NJW 1992, 2474 m. w.N.; NJW 1999, 3119, 3120 m. w. N.).

    Selbst vorwerfbare Fehler können allenfalls als Mitverschulden (§ 254 BGB) berücksichtigt werden (BGH, NJW 1999, 3119 m. w. N.).

  • OLG Saarbrücken, 14.07.2005 - 8 U 283/04  

    Tierhalterhaftung: Typische Tiergefahr durch beteiligtes Hunderudel

    Soweit hierfür nämlich schon ein - durchaus natürliches - tierisches Verhalten genügt, in welchem die eine Gefährdung der Gesundheit Dritter hervorrufende Unberechenbarkeit von Tieren zum Ausdruck kommt (vgl. BGH VersR 1976, 1090/1091; NJW 1982, 763; NJW 1999, 3119), lag ein solches Verhalten der Hunde nach der Bekundung der Zeugin W. in zeitlichem Zusammenhang mit dem in Rede stehenden Unfall vor.
  • OLG Hamm, 26.06.2001 - 27 U 6/01  

    Zur Haftung eines Hundehalters für die Schäden, die ein Fahrradfahrer beim

    Die Haftung der Beklagten als Halterin des den Sturz der Klägerin auslösenden Hundes folgt aus § 833 S. 1 BGB, weil der Fahrradsturz der Klägerin auf eine "spezifische Tiergefahr" zurückzuführen ist, sich also die durch die Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens hervorgerufene Gefährdung verwirklicht hat (vgl. zu den Anforderungen: BGH in MDR 1999, 1197; OLG München in OLGR 2000, 3; Palandt, BGB-Kommentar, 60. Aufl., Rn. 6 zu § 833; Geigel, Der Haftpflichtprozess, 23. Aufl., Kap. 18, Rn. 7, jeweils m.w.N.).
  • OLG Brandenburg, 19.07.2007 - 12 U 234/06  

    Tierhalterhaftung: Umfang und Dauer der Aufsichtspflicht des Tierhalters bei

  • LG Rottweil, 16.01.2003 - 6 O 23/02  

    Tierhalterhaftung beim Stolpern eines Reitpferdes und Verletzung des Reiters

  • OLG Hamm, 08.05.2002 - 13 U 228/01  

    Verstoß eines Reitlehrers gegen die ihm obliegende Sicherungspflicht

  • OLG Karlsruhe, 12.06.2002 - 7 U 172/01  

    Tierhalterhaftung: Beweislast eines geschädigten Reiters bei einem Reitunfall

  • OLG Düsseldorf, 21.01.2000 - 22 U 149/99  

    Mitverschulden einer unerfahrenen Reiterin; Höhe des Schmerzensgeldes wegen

  • OLG Hamm, 11.11.1999 - 6 U 120/98  

    Anspruch auf Schadensersatz wegen eines Sturzes von einem Kutschbock; Umfang des

  • LG Lüneburg, 14.02.2008 - 5 O 74/07  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines Pkw mit ausgebrochenem Vieh

  • LG Hamburg, 22.06.2007 - 318 O 213/06  

    Tierhalterhaftung: Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen eines durch einen

  • OLG Hamm, 23.02.2002 - 13 U 59/02  

    Ausgestaltung der deliktischen Haftung eines Pferdehalters bzgl. durch das

  • OLG Düsseldorf, 12.11.1999 - 22 U 94/99  

    Tierhalterhaftung bei Fehler des Reiters

  • OLG Düsseldorf, 29.03.2016 - 1 U 107/15  
  • LG Dortmund, 05.03.2012 - 5 O 324/11  

    Herbeiführung von Verletzungen eines Pferdes durch den Hufausschlag eines

  • LG Osnabrück, 30.10.2003 - 1 O 1487/02  

    Tierhalter, Reitunfall

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