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   EGMR, 05.02.2008 - 74420/01   

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EGMR, 05.02.2008 - 74420/01 (https://dejure.org/2008,21762)
EGMR, Entscheidung vom 05.02.2008 - 74420/01 (https://dejure.org/2008,21762)
EGMR, Entscheidung vom 05. Februar 2008 - 74420/01 (https://dejure.org/2008,21762)
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Volltextveröffentlichungen (5)

  • HRR Strafrecht

    Art. 6 Abs. 1, Abs. 3 lit. d EMRK; § 331 StGB; § 332 StGB; § 333 StGB; § 334 StGB; § 26 StGB; § 110a StPO; § 147 StPO; § 244 Abs. 2 StPO; Antikorruptionsabkommen des Europarats
    Recht auf ein faires Strafverfahren (Tatprovokation; agent provocateur; V-Mann; V-Leute; Umgehungsverbot; Offenlegungsanspruch; Akteneinsicht; Gesamtrecht und Gesamtbetrachtung: Konfrontationsrecht, Beweisrecht); Einsatz verdeckter Ermittler zur "Korruptionsbekämpfung" ...

  • Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

    RAMANAUSKAS v. LITHUANIA

    Art. 6, Art. 6 Abs. 1, Art. 41 MRK
    Violation of Art. 6-1 Pecuniary and non-pecuniary damage - award (englisch)

  • Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte

    RAMANAUSKAS c. LITUANIE

    Art. 6, Art. 6 Abs. 1, Art. 41 MRK
    Violation de l'art. 6-1 Dommage matériel et préjudice moral - réparation (französisch)

  • Österreichisches Institut für Menschenrechte PDF

    (englisch)

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (2)

  • HRR Strafrecht (Rechtsprechungsübersicht)

    Beweisverwertungsverbote und "Beweislastumkehr" bei unzulässigen Tatprovokationen nach der jüngsten Rechtsprechung des EGMR (Dr. Karsten Gaede/Ulf Buermeyer; HRRS 6/2008, S. 279 ff.)

  • RIS Bundeskanzleramt Österreich (Ausführliche Zusammenfassung)

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NJW 2009, 3565
 
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Wird zitiert von ... (24)

  • BGH, 10.06.2015 - 2 StR 97/14

    Rechtsstaatswidrige Tatprovokation durch Verdeckte Ermittler der Polizei führt

    In Betäubungsmittelfällen können nach Ansicht des Gerichtshofs folgende Verhaltensweisen dafür sprechen, dass die Ermittlungsbehörden den Bereich des passiven Vorgehens verlassen haben: das Ergreifen der Initiative beim Kontaktieren des Betroffenen, das Erneuern des Angebots trotz anfänglicher Ablehnung, hartnäckiges Auffordern zur Tat, Steigern des Preises über den Durchschnitt oder Vorspiegelung von Entzugserscheinungen, um das Mitleid des Betroffenen zu erregen (vgl. EGMR aaO mwN; siehe auch EGMR, Entscheidung vom 4. November 2010 - 18757/06 [Bannikova gegen Russland], Rn. 37 ff.; Urteil vom 18. Oktober 2011 - 21218/09 [Prado Bugallo gegen Spanien], NJW 2012, 3502, 3503; Urteil vom 5. Februar 2008 - 74420/19 [Ramanauskas gegen Litauen], NJW 2009, 3565, 3566 f.; Urteil vom 9. Juni 1998 - 44/1997/828/1034 [Teixeira de Castro gegen Portugal], NStZ 1999, 47, 48).

    Der Gerichtshof betont dementsprechend im Allgemeinen, dass die Frage der Zulässigkeit und Würdigung einzelner Beweise vornehmlich der Regelung des nationalen Rechts vorbehalten bleibe, wohingegen seine Aufgabe darin bestehe festzustellen, ob das Verfahren als Ganzes, einschließlich der Art und Weise der Beweisaufnahme, fair war (vgl. EGMR, Urteil vom 23. Oktober 2014 - 54648/09 [Furcht gegen Deutschland], JR 2015, 84; Urteil vom 9. Juni 1998 - 44/1997/828/1034 [Teixeira de Castro gegen Portugal], NStZ 1999, 47, 48; Urteil vom 5. Februar 2008 - 74420/19 [Ramanauskas gegen Litauen], NJW 2009, 3565, 3566, jew. mwN).

  • EGMR, 23.10.2014 - 54648/09

    Unzulässige Tatprovokation (Anstiftung; verbleibende Opferstellung im Sinne der

    Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist das Recht auf ein faires Verfahren aus Artikel 6 Abs. 1 der Konvention verletzt, wenn der Angeklagte zu der abgeurteilten Straftat durch eine unzulässige, dem Staat zuzurechnende Tatprovokation verleitet worden ist (siehe Bundesgerichtshof, 1 StR 221/99, Urteil vom 18. November 1999, BGHSt 45, S. 321 f., Rdnr. 8 (der Internetversion); bestätigt vom Bundesgerichtshof, 5 StR 240/13, Urteil vom 11. Dezember 2013, Rdnrn. 33 f., unter Verweis auf das Urteil des Gerichtshofs im Fall Ramanauskas./. Litauen [GK], Individualbeschwerde Nr. 74420/01, ECHR 2008).

    Die Aufgabe des Gerichtshofs besteht darin, festzustellen, ob das Verfahren insgesamt, einschließlich der Art und Weise, in der Beweise erhoben wurden, fair war (siehe u. a. Teixeira de Castro./. Portugal, 9. Juni 1998, Rdnr. 34, Reports of Judgments and Decisions 1998-IV; und Ramanauskas./.Litauen [GK], Individualbeschwerde Nr. 74420/01, Rdnr. 52, ECHR 2008).

  • EGMR, 15.10.2020 - 40495/15

    Polizeiliche Tatprovokation (Begriff: mittelbare Tatprovokation - Bestimmtsein

    Das Bundesverfassungsgericht führte aus, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verfolge bei Fällen von Tatprovokation einen anderen dogmatischen Ansatz, bei dem die Zulässigkeit der Verfahrensdurchführung an sich und die der Beweisverwertung im Mittelpunkt stehe (vgl. unter anderem Ramanauskas./. Litauen [GK], Individualbeschwerde Nr. 74420/01, EGMR 2008; Prado Bugallo./. Spanien, Individualbeschwerde Nr. 58496/00, 18. Februar 2003; F../. Deutschland, Individualbeschwerde Nr. 54648/09, 23. Oktober 2014), während der Bundesgerichtshof in solchen Fällen die sogenannte "Strafzumessungslösung" anwende.

    RECHTSPRECHUNG DES BUNDESGERICHTSHOFS Vor dem Urteil in der Rechtssache F../. Deutschland entwickelte Rechtsprechung 46. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs war das Recht auf ein faires Verfahren nach Artikel 6 Abs. 1 der Konvention verletzt, wenn der Beschuldigte zu der abgeurteilten Straftat durch eine unzulässige, dem Staat zuzurechnende Tatprovokation verleitet worden war (siehe BGH, 1 StR 221/99, Urteil vom 18. November 1999, BGHSt 45, S. 321 ff., Rdnr. 8 (der Internetversion); bestätigt vom Bundesgerichtshof, 5 StR 240/13, Urteil vom 11. Dezember 2013, Rdnrn. 33 ff., unter Verweis auf das Urteil des Gerichtshofs im Fall Ramanauskas./. Litauen [GK], Individualbeschwerde Nr. 74420/01, ECHR 2008).

    Der Gerichtshof muss seinerseits beurteilen, ob das Verfahren im Ganzen, einschließlich der Art der Beweisgewinnung, fair war (siehe u. a. Teixeira de Castro./. Portugal, 9. Juni 1998, Rdnr. 34, Reports of Judgments and Decisions 1998-IV; und Ramanauskas./. Litauen [GK], Individualbeschwerde Nr. 74420/01, Rdnr. 52, ECHR 2008).

  • BVerfG, 18.12.2014 - 2 BvR 209/14

    Die rechtsstaatswidrige Tatprovokation steht einer Verurteilung nicht zwingend

    b) Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte verfolgt hinsichtlich der rechtlichen Würdigung tatprovozierenden Verhaltens von Ermittlungsbehörden verglichen mit der den angegriffenen Entscheidungen zugrunde liegenden sogenannten "Strafzumessungslösung" des Bundesgerichtshofs (vgl. BGHSt 32, 345 ff.; 45, 321 ff.; 47, 44 ff.) einen anderen dogmatischen Ansatz, weil der Gerichtshof bei Annahme einer Tatprovokation die Frage der Zulässigkeit der Verfahrensdurchführung an sich und der Beweisverwertung in den Mittelpunkt stellt (vgl. nur EGMR, Teixeira de Castro v. Portugal, Urteil vom 9. Juni 1998 - 44/1997/828/1034 -, NStZ 1999, S. 47 ff.; EGMR (GK), Ramanauskas v. Lithuania, Urteil vom 5. Februar 2008 - 74420/01 -, NJW 2009, S. 3565 ff.; EGMR, Prado Bugallo v. Spain, Urteil vom 18. Oktober 2011 - 21218/09 -, NJW 2012, S. 3502 ff. sowie zuletzt EMGR, Furcht v. Germany, Urteil vom 23. Oktober 2014 - 54648/09 -).

    Der Gerichtshof betont dementsprechend, dass die Frage der Zulässigkeit und Würdigung einzelner Beweise vornehmlich der Regelung des nationalen Rechts vorbehalten bleibe, wohingegen seine Aufgabe darin bestehe festzustellen, ob das Verfahren als Ganzes, einschließlich der Art und Weise der Beweisaufnahme, fair war (vgl. EGMR, Teixeira de Castro v. Portugal, Urteil vom 9. Juni 1998 - 44/1997/828/1034 -, NStZ 1999, S. 47 , § 34; EGMR (GK), Ramanauskas v. Lithuania, Urteil vom 5. Februar 2008 - 74420/01 -, NJW 2009, S. 3565 , § 52 m.w.N. sowie zuletzt EGMR, Furcht v. Germany, Urteil vom 23. Oktober 2014 - 54648/09 -, § 46).

    Dabei habe sich der Gerichtshof nicht dazu zu äußern, ob einzelne Beweise rechtswidrig gesammelt wurden, sondern zu prüfen, ob eine solche "Rechtswidrigkeit" zur Verletzung eines von der Konvention geschützten Rechts führe (vgl. EGMR, Urteil vom 5. Februar 2008 - 74420/01 -, Ramanauskas v. Lithuania, NJW 2009, S. 3565 , § 52>).

    Zum anderen waren diese Beweiserhebungen allein schon zur Aufklärung der genauen Umstände des Ermittlungsverfahrens, dessen Unzulänglichkeiten und der Tatsachen, die die Rechtsstaatswidrigkeit der Tatprovokation begründen, zwingend erforderlich (vgl. zur Notwendigkeit der Aufklärung des Vorwurfs der rechtsstaatswidrigen Tatprovokation EGMR (GK), Ramanauskas v. Lithuania, Urteil vom 05. Februar 2008 - 74420/01 -, NJW 2009, S. 3565 , § 72).

  • BGH, 19.05.2015 - 1 StR 128/15

    Rechtstaatswidrige Tatprovokation (Verletzung des Rechts auf ein faires

    a) Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) legt Art. 6 Abs. 1 EMRK in ständiger Rechtsprechung dahingehend aus, dass bei einer - nach den vom Gerichtshof formulierten Voraussetzungen ("substantive test of incitement"; siehe EGMR, Urteil vom 4. November 2010 - 18757/06 "Bannikova vs. Russia" Rn. 37; Urteil vom 23. Oktober 2014 - 54648/09 "Furcht gegen Deutschland" Rn. 48 f. mwN) - gegen die genannte Vorschrift verstoßenden Tatprovokation durch die Polizei das öffentliche Interesse an der Bekämpfung schwerer Straftaten im Strafprozess nicht den Gebrauch von Beweismitteln rechtfertigen könne, die als Ergebnis polizeilicher Provokation gewonnen wurden (etwa EGMR, Urteil vom 9. Juni 1998 - 44/1997/828/1034 "Teixeira de Castro vs. Portugal" Rn. 36 sowie EGMR, Urteile vom 5. Februar 2008 - 74420/01 "Ramanauskas vs. Lithuania" Rn. 54 mwN; vom 4. November 2010 - 18757/06 "Bannikova vs. Russia" Rn. 34; vom 23. Oktober 2014 - 54648/09 "Furcht gegen Deutschland" Rn. 47).
  • BGH, 11.12.2013 - 5 StR 240/13

    Verurteilung wegen Einfuhr von 97 kg Kokain rechtskräftig

    Das Verfahren war mithin nicht fair im Sinne des Art. 6 Abs. 1 Satz 1 MRK (vgl. EGMR (Große Kammer), NJW 2009, 3565, 3568).
  • EGMR, 10.03.2009 - 4378/02

    Recht auf ein faires Verfahren (heimliche Ermittlungsmethoden; Umgehungsverbot;

    V. was in practice an 'agent" of the security forces, and I can see similarities between the Bykov case and that of Ramanauskas v. Lithuania ((GC), no. 74420/01, ECHR 2008"...), in which the Grand Chamber unanimously found a violation of Article 6 § 1. The facts were different, but both cases involved simulation and provocation instigated by the security forces.
  • OLG München, 17.06.2008 - 5St RR 28/08

    Veranstalten von Sportwetten: Straflosigkeit für Inhaber einer

    Im Zusammenhang mit tatprovozierendem Verhalten von polizeilichen V-Leuten wurde in der Vergangenheit ein solches Verfahrenshindernis diskutiert, bisher aber in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH JZ 2008, 258/261 m. Anm. Duttge; BGHSt 47, 44, 47 ff.; 45, 321/324 ff. = JZ 2000, 363 ff. mit Anm. Roxin = StV 2000, 114 m. Anm. Stinner/Kreuzer; vgl. auch BGHSt 33, 356 ff.; KK-Nack, StPO, 5. Aufl., § 110c Rn. 11 ff.; Meyer-Goßner, StPO, 50. Aufl., § 110c Rn. 4; Lemke, HK-StPO, 3. Aufl., § 110c Rn. 6; vgl. auch Herzog, StV 2003, 410; Bruns, NStZ 1983, 49 ff.; Arloth, NJW 1985, 417; Rieß, 50 Jahre Bundesgerichtshof, 2000, Bd. IV. 809, 823/824), der stattdessen ein Beweiserhebungs- und -verwertungsverbot befürwortet, abgelehnt (auch EGMR, Urteil vom 05. Februar 2008, Nr. 74420/01, Rn. 54; EGMR, StV 1999, 127/128 m. Anm. Kempf = NStZ 1999, 47 m. Anm. Sommer; Kinzig, StV 1999, 288).
  • EGMR, 30.05.2013 - 8810/05

    DAVITIDZE v. RUSSIA

    In particular, they should be in possession of concrete and objective evidence showing that the applicant had taken initial steps to commit the acts constituting the offence for which he was subsequently prosecuted (see Sequeira v. Portugal (dec.), no. 73557/01, ECHR 2003-VI; Eurofinacom v. France (dec.), no. 58753/00, ECHR 2004-VII; Shannon v. the United Kingdom (dec.), no. 67537/01, ECHR 2004-IV; Ramanauskas v. Lithuania [GC], no. 74420/01, §§ 63 and 64, ECHR 2008; and Malininas v. Lithuania, no. 10071/04, § 36, 1 July 2008).
  • EGMR, 18.10.2011 - 21218/09

    PRADO BUGALLO c. ESPAGNE

    Such intervention and its use in criminal proceedings may result in the fairness of the trial being irremediably undermined (see, in particular, Teixeira de Castro v. Portugal, 9 June 1998, §§ 35-36 and 38-39, Reports of Judgments and Decisions 1998-IV, and Ramanauskas v. Lithuania [GC], no. 74420/01, §§ 53-55, ECHR 2008).
  • EGMR, 30.03.2010 - 39820/08

    SHUVALOV v. ESTONIA

  • EGMR, 27.11.2014 - 20696/06

    YEREMTSOV AND OTHERS v. RUSSIA

  • EGMR, 02.12.2014 - 3082/06

    TARANEKS v. LATVIA

  • EGMR, 06.05.2014 - 25730/06

    VALKADOV v. RUSSIA

  • EGMR, 09.10.2012 - 12025/02

    TRIFONTSOV v. RUSSIA

  • EGMR, 22.02.2011 - 26036/08

    LALMAHOMED v. THE NETHERLANDS

  • EGMR, 20.10.2015 - 29056/15

    BALIUCIAI v. LITHUANIA

  • EGMR, 25.08.2015 - 17601/12

    SHOVGUROV v. RUSSIA

  • EGMR, 25.08.2015 - 70841/10

    LELYUYKIN v. RUSSIA

  • EGMR, 30.10.2014 - 5753/09

    NOSKO v. RUSSIA

  • EGMR, 05.01.2010 - 7157/05

    VAYSER v. ESTONIA

  • EGMR, 18.09.2008 - 20643/06

    VLACHOS c. GRECE

  • EGMR, 09.09.2014 - 16857/11

    ANDRÁSIK AND OTHERS v. SLOVAKIA

  • EGMR, 12.11.2013 - 3343/06

    BAGARYAN AND OTHERS v. RUSSIA

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