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Rechtsprechung
   BGH, 23.07.1992 - 4 StR 194/92   

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BGH, 23.07.1992 - 4 StR 194/92 (https://dejure.org/1992,1381)
BGH, Entscheidung vom 23.07.1992 - 4 StR 194/92 (https://dejure.org/1992,1381)
BGH, Entscheidung vom 23. Juli 1992 - 4 StR 194/92 (https://dejure.org/1992,1381)
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Kälbermast

Blankettgesetz, § 1 StGB, § 2 Abs. 3 StGB

Volltextveröffentlichungen (3)

  • Wolters Kluwer

    Blankettgesetze - Blankettstrafgesetz - Verhaltensnorm - Sanktionsnorm - Mildestes Gesetz - Wegfall der Strafdrohung

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Strafbarkeit bei Blankettstrafgesetzen - Illegaler Einsatz von Hormonen bei der Kälbermast

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • NStZ 1992, 535
 
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Wird zitiert von ... (15)

  • BGH, 07.06.2005 - 2 StR 122/05

    Verjährung (milderes Recht); Qualifikation; Regelbeispiel; Geltungszeitpunkt bei

    In der Rechtsprechung ist anerkannt, daß als mildestes Gesetz dasjenige anzusehen ist, das den Wegfall der Strafdrohung zur Folge hat (BGH NStZ 1992, 535, 536).
  • BayObLG, 11.11.2020 - 201 ObOWi 1043/20

    Fortgeltung der Bußgeldkatalog-Verordnung auch nach Erlass der StVO-Novelle vom

    Anders als in der Fallgestaltung, die dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 23.07.1992 zugrunde lag (vgl. BGH, Urt. v. 23.07.1992 - 4 StR 194/92 = NStZ 1992, 535 = wistra 1992, 344 = BGHR StGB § 2 Abs. 3 Gesetzesänderung 8), bestand hier zu keinem Zeitpunkt eine nicht gewollte Ahndungslücke, zumal die gesetzliche Grundlage für die Ahndung von Verkehrsverstößen keine Änderung erfahren hat.
  • LG Frankfurt/Main, 31.10.2016 - 12 KLs 9/16

    Keine "Generalamnestie" bei Marktmanipulation (Scalping) durch das Erste

    Dem ist insoweit zuzustimmen, als hier im Unterschied zu den in umgekehrter Konstellation als "Leerverweis" entschiedenen Fällen (vgl. etwa BGH NStZ 1992, S. 535 (536) [BGH 23.07.1992 - 4 StR 194/92] ; OLG Koblenz NJW 2007, S. 2344 [OLG Koblenz 11.05.2007 - 1 Ss 113/07] ) die Bezugsvorschrift nicht weggefallen, aufgehoben oder ersetzt ist, vielmehr in Kraft war, allein am 02.07.2016 (noch) keine Geltung auf Gemeinschaftsebene erlangt hatte (zu Inkrafttreten und Geltung vgl. Bergmann/Vogt, wistra 2016, S. 347 ff. (348 f.)).

    (Dies scheint auch mit Blick auf die o.g. Entscheidung BGH NStZ 1992, S. 535, in der der Bundesgerichtshof von der notwendigen Verknüpfung "wirksamer" Verhaltensnorm und "rechtswirksamer" Sanktionsnorm spricht, nicht selbstverständlich.).

    Hierbei ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber grundsätzlich geltendes Recht in Bezug nehmen will (so Cornelius in NZWiSt 2014, S. 173 ff. (176) mit Verweis auf BGH NStZ 1992, S. 535 [BGH 23.07.1992 - 4 StR 194/92] ).

  • BGH, 27.09.2018 - 4 StR 135/18

    Revisionsbegründung (Anforderungen an den Revisionsvortrag: Darlegung

    Eine bis ins Einzelne gehende Richtigkeitskontrolle ist dem Revisionsgericht dagegen verwehrt (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Großer Senat für Strafsachen, Beschluss vom 10. April 1987 - GSSt 1/86, BGHSt 34, 345, 349; Urteil vom 26. Mai 1992 - 1 StR 796/91; Urteil vom 23. Juli 1992 - 4 StR 194/92, juris Rn. 27 f.).
  • BGH, 08.08.2018 - 2 StR 210/16

    Marktmanipulation (keine Ahndungslücke bzw. "Generalamnestie" durch vorzeitige

    d) Es liegt mithin - anders als in der Fallkonstellation, die dem Urteil des 4. Strafsenats vom 23. Juli 1992 (4 StR 194/92, NStZ 1992, 535, 536 (Kälbermast)) zugrunde lag - keine ungewollte Ahndungslücke vor, auf die das einfachrechtlich in § 2 Abs. 3 StGB verankerte Meistbegünstigungsprinzip Anwendung finden könnte.
  • BGH, 11.04.1995 - 1 StR 836/94

    Verfall - Verfallerklärung - Verfallschuld - Übermaßverbot - Billigkeit -

    Die Entscheidung des Tatrichters ist bis zur Grenze des Vertretbaren hinzunehmen (vgl. BGH, Urteil vom 23. Juli 1992 - 4 StR 194/92); sie ist hier nicht überschritten.
  • OLG Zweibrücken, 05.11.2020 - 1 OWi 2 SsRs 124/20

    Geblitzt werden bleibt teuer

    Ebenfalls zutreffend nimmt die Rechtsbeschwerde dabei an, dass als "milderes Gesetz" auch ein zwischenzeitlich eingetretener Rechtszustand anzusehen ist, in dem eine Strafbarkeit (im Falle des gleichlautenden § 2 Abs. 3 StGB) oder eine Ahndungsfähigkeit als Ordnungswidrigkeit (im Falle des § 4 Abs. 3 OWiG) ganz weggefallen ist (vgl. v.a. aus dem Gebiet des Wirtschaftsstraf- und -bußgeldrechts BGH, NStZ-RR 2019, 49, 50; NJW 2017, 966 Rn. 4; NStZ 1992, 535, 536; Reckmann, NZWiSt 2020, 293; Esser in: Esser/Rübenstahl/Saliger/Tsambikakis, Wirtschaftsstrafrecht, § 2 StGB Rn. 4 ff.; Krenberger, in: Haus/Krumm/Quarch, Gesamtes Verkehrsrecht, 2. Aufl. 2017, § 4 OWiG Rn. 4).
  • OLG Frankfurt, 23.08.2007 - 2 Ss OWi 292/07

    Einhalten von Lenk- und Ruhezeiten: Änderung der Rechtsgrundlage zwischen

    Wird - wie hier - das Gesetz, das bei Beendigung der Handlung (hier der 04. August 2005) gilt, vor der Entscheidung geändert, so ist gemäß § 4 Abs. 3 OWiG das mildeste Gesetz anzuwenden, als das dasjenige anzusehen ist, das zum Wegfall der Ahndung führt (vgl. HansOLG StraFo 2007, 254; OLG Frankfurt, Beschlüsse vom 27. Juni 2007 - 2 Ss-OWi 43/07 und 2 Ss-Owi 177/07 - sowie zur vergleichbaren Rechtslage bei Inkrafttreten der Verordnung (EWG) Nr. 3820/85 OLG Köln, NJW 1988, 657; BayObLG VRS 74, 227; OLG Düsseldorf VRS 74, 45; siehe auch BGHR StGB § 2 Abs. 3 Gesetzesänderung 8).
  • AG Itzehoe, 11.04.2007 - 66 OWi 363/06

    Ordnungswidrigkeitsverfahren: Wegfall der Ahndungsmöglichkeit eines Normverstoßes

    § 4 Abs. 3 OWiG ist dabei - ebenso wie die entsprechende Vorschrift des § 2 Abs. 3 StGB - dahingehend zu verstehen, daß als mildestes Gesetz stets dasjenige anzusehen ist, das den Wegfall der Ahndungsmöglichkeit zur Folge hat (vgl. BGH NStZ 1992, 535 f.) Bei Blanketttatbeständen müssen dabei stets auch die blankettausfüllenden Normen berücksichtigt werden; soweit EG-Normen aufgehoben werden und es der deutsche Gesetzgeber unterläßt, bei der Änderung im Blankettgesetz auf das geänderte EG-Recht zu verweisen, entfällt deshalb die Ahndungsmöglichkeit (vgl. OLG Köln, NJW 1988, 657 ff.; OLG Hamburg, DAR 1988, 29; OLG Schleswig, SchlHA 1988, 95 f.; OLG Düsseldorf, MDR 1987, 1050; BayObLG, VRS 74 (1988), 227 ff.; jeweils zur Ersetzung der Verordnung (EWG) 543/69 durch die - nach den obigen Ausführungen nunmehr selbst ersetzte - Verordnung (EWG) 3820/85; vgl. auch BVerfG NJW 1990, 1103 f., wo diese Auslegung des § 4 Abs. 3 OWiG zumindest als einhellige Ansicht in der veröffentlichten Rechtsprechung und in der Literatur dargestellt wird).
  • OLG Koblenz, 12.02.2003 - 1 Ws 986/02

    Weinrecht, Blankettstrafnorm, Blankettvorschrift, Blankettnorm, Straflosigkeit,

    Dieser zwischen Tatbegehung (lt. Anklage bis Januar 1999) und Entscheidung im Eröffnungsverfahren eingetretene Zustand der wenn auch nur vorübergehenden Straflosigkeit ist das "mildeste Gesetz" im Sinne des § 2 Abs. 3 StGB (BGHSt 20, 116, 119; BGHR StGB § 2 Abs. 3 Gesetzesänderung 8 m. w. N.; Senatsbeschluss v. 5.6.97 ­ 1 Ss 98/97), das hier auf die Angeklagten anzuwenden ist.
  • BGH, 14.03.1995 - 1 StR 796/94

    Urteilsbegründung - Urteilsgründe - Mildes Urteil - Revision - Urteilsaufhebung

  • OLG Bremen, 01.07.2009 - Ss 14/09

    Ermittlung des mildesten Gesetzes bei sog. "Zwischengesetzen"

  • LG Karlsruhe, 27.07.2009 - StL 3/09

    Berufsgerichtliche Ahndung von Pflichtverletzungen eines Steuerberaters; Beginn

  • BayObLG, 28.05.1996 - 3 ObOWi 54/96

    Vereinbarkeit der Bußgeldvorschrift mit höherrangigem Recht; Frage der

  • OLG Hamm, 21.04.1994 - 4 Ss 1430/93
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Rechtsprechung
   BVerfG, 09.06.1992 - 1 BvR 824/90   

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https://dejure.org/1992,2801
BVerfG, 09.06.1992 - 1 BvR 824/90 (https://dejure.org/1992,2801)
BVerfG, Entscheidung vom 09.06.1992 - 1 BvR 824/90 (https://dejure.org/1992,2801)
BVerfG, Entscheidung vom 09. Juni 1992 - 1 BvR 824/90 (https://dejure.org/1992,2801)
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Volltextveröffentlichung

  • juris (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer (Leitsatz)

    Juden - Mord - Tötung - Ausschwitz - Beleidigung - Ausschwitz-Lüge

Papierfundstellen

  • NJW 1993, 916
  • NVwZ 1993, 464 (Ls.)
  • NStZ 1992, 535
 
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Wird zitiert von ... (19)

  • BVerwG, 25.06.2008 - 6 C 21.07

    Glorifizierung von Rudolf Heß

    Darin liegt auch keine Verletzung des besonderen Gleichheitssatzes von Art. 3 Abs. 3 GG (sinngemäß ebenso zu § 130 Abs. 3 StGB BGH, Urteil vom 10. April 2002 - 5 StR 485/01 - BGHSt 47, 278 ; vgl. ferner BVerfG, Kammerbeschluss vom 9. Juni 1992 - 1 BvR 824/90 - NJW 1993, 916 ).
  • BGH, 15.03.1994 - 1 StR 179/93

    Strafbarkeit der Leugnung des Massenmords an Juden (Holocaust); Straftatbestand

    Das Landgericht befindet sich damit in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (NJW 1993, 916, 917), des Bundesgerichtshofes (BGHZ 75, 160, 162 = NJW 1980, 45; NStZ 1981, 258; BGHSt 31, 226, 231 f.; Urt. vom 11. November 1976 - 2 StR 508/76) und der Oberlandesgerichte (vgl. OLG Schleswig MDR 1978, 333; OLG Köln NJW 1981, 1280, 1281; OLG Celle NJW 1982, 1545).
  • BVerwG, 05.08.2009 - 6 A 3.08

    Vereinsverbot, Vereinszeitschrift, Anhörung, Zuständigkeit als Verbotsbehörde,

    Dieser Völker- und Massenmord, begangen vor allem in den Gaskammern von Konzentrationslagern und durch Massenerschießungen während des Zweiten Weltkrieges, ist als geschichtliche Tatsache durch ungezählte Augenzeugenberichte und Dokumente, die Feststellungen der Gerichte in zahlreichen Strafverfahren und die Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft eindeutig erwiesen und damit offenkundig (EGMR, Entscheidung vom 24. Juni 2003 - Nr. 65831/01 - NJW 2004, 3691 ; BVerfG, Beschlüsse vom 13. April 1994 - 1 BvR 23/94 - BVerfGE 90, 241 und vom 9. Juni 1992 - 1 BvR 824/90 - NJW 1993, 916 ; BGH, Urteile vom 15. März 1994 - 1 StR 179/93 - BGHSt 40, 97 , vom 15. Dezember 1994 - 1 StR 656/94 - NJW 1995, 340 und vom 10. April 2002 - 5 StR 485/01 - BGHSt 47, 278 ).

    Soweit die Bestimmung Äußerungen unter Strafe stellt, die die Faktizität des systematischen Massenmordes an der jüdischen Bevölkerung im sog. Dritten Reich verneinen, ist bereits der Schutzbereich des Grundrechts nicht betroffen, denn erwiesen oder bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen werden vom Schutz der Meinungsfreiheit nicht umfasst (stRspr des BVerfG: Urteil vom 22. Juni 1982 - 1 BvR 1376/79 - BVerfGE 61, 1 , Beschlüsse vom 9. Oktober 1991 - 1 BvR 1555/88 - BVerfGE 85, 1 und vom 10. November 1998 - 1 BvR 1531/96 - BVerfGE 99, 185 , speziell für die Leugnung des Holocaust: Beschlüsse vom 9. Juni 1992 a.a.O. S. 917 und vom 13. April 1994 a.a.O. S. 247, 249).

  • OVG Berlin-Brandenburg, 04.03.2020 - 82 D 1.19

    Disziplinarverfahren; Bundespolizei; Entfernung; Berufung; Aussetzung;

    Mit seiner festgestellten Äußerung hat der Beklagte die Verbrechen der Massenvernichtungspolitik der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zunächst mit der rhetorischen Frage, wenn dies so geschehen sei, in Zweifel gezogen und sodann auf die zweifache Nachfrage der Zeugen W... und P... offen negiert und damit den Völkermord an Juden und anderen Opfergruppen trotz seiner Offenkundigkeit (vgl. BVerfG, Beschluss vom 9. Juni 1992 - 1 BvR 824/90 - juris Rn. 17; Beschluss vom 13. April 1994 - 1 BvR 23/94 - juris Rn. 34) in Abrede gestellt.
  • BGH, 02.07.2019 - VI ZR 494/17

    Öffentlich-rechtlicher Unterlassungsanspruch gegenüber Äußerungen in einer

    Dies folgt unmittelbar aus der prinzipiellen Unabgeschlossenheit jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis (vgl. BVerfGE 35, 79, 113, juris Rn. 92; BVerfGE 47, 327, 367, juris Rn. 151; BVerfG NJW 1993, 916; BVerfGE 35, 79, 113, juris Rn. 92; BVerfGE 47, 327, 367 f., juris Rn 151; Fehling in: Bonner Kommentar (März 2004), Art. 5 Abs. 3 GG, Wissenschaftsfreiheit, Rn. 63; von der Decken in: Schmidt-Bleibtreu/Hofmann/Henneke, GG, 14. Aufl., Art. 5 Rn. 45; Frohberg, RIA 1957, 117, 119).
  • BGH, 06.08.2019 - 3 StR 190/19

    Urteil des Landgerichts München II wegen Volksverhetzung rechtskräftig

    Der unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Völkermord an den europäischen Juden ist eine historische Tatsache, die offenkundig ist und deshalb auch keiner Beweiserhebung bedarf (vgl. etwa BVerfG, Beschlüsse vom 9. Juni 1992 - 1 BvR 824/90, NJW 1993, 916, 917; vom 13. April 10 11 12 1994 - 1 BvR 23/94, NJW 1994, 1779, 1780; BGH, Urteile vom 15. März 1994 - 1 StR 179/93, BGHSt 40, 97, 99; vom 10. April 2002 - 5 StR 485/01, BGHSt 47, 278, 283 f.).
  • VGH Bayern, 26.03.2007 - 24 B 06.1894

    Verbot einer rechtsextremen Versammlung zum "Gedenken an Rudolf Heß"

    Als sachlicher Differenzierungsgrund kann angeführt werden, dass nicht bei jeder als Völkermord erachteten Verfolgungsmaßnahme ein so enger Zusammenhang mit der kollektiven Identitätsbildung und der persönlichen Ehre der Betroffenen angenommen werden kann wie der, der als Rechtfertigung der Kriminalisierung des Leugnens oder Verharmlosens der nationalsozialistischen Völkermorde in der Rechtsprechung anerkannt ist (Poscher NJW 2005, 1316/1317 unter Hinweis auf BVerfG NJW 1993, 916/917, BVerfGE 90, 241/251 und BGHZ 75, 160/163; derselbe in der öffentlichen Anhörung des Innenausschusses, Protokoll Nr. 15/56 S. 37).
  • BGH, 27.01.1998 - VI ZR 72/97

    Voraussetzungen und Inhalt eines Unterlassungsanspruchs gegen ein Zitat in der

    Dieser Tatbestand kann insbesondere durch eine Leugnung der Judenverfolgung und des an der jüdischen Bevölkerung begangenen systematischen Massenmords im Dritten Reich verwirklicht werden (vgl. BGH, Beschluß vom 16. November 1993 - 1 StR 193/93 - NStZ 1994, 140 und Urteil vom 15. Dezember 1994 - 1 StR 656/94 - NJW 1995, 340 f.; vgl. auch BVerfG NJW 1993, 916 und NJW 1994, 1779, 1780 f.; BVerwG NJW 1988, 2911 ff.).
  • BayObLG, 15.07.1993 - 3St RR 154/92

    Peter Gauweiler

    Unzulässige Schmähkritik ist auch dann gegeben, wenn sich verunglimpfende Äußerungen auf unwahre Tatsachenbehauptungen stützen (im Anschluß an BVerfG NStZ 1992, 535 ).«.

    Bei diesen Äußerungen (»Ihr schürt's den Haß von Millionen ...«) handelt es sich jedoch ersichtlich um (unwahre) Tatsachenbehauptungen (s.o. 3a), die dem Grundrechtsschutz nicht oder nur in stark eingeschränktem Ausmaße unterliegen, weil sie der verfassungsrechtlich vorausgesetzten Aufgabe zutreffender Meinungsbildung nicht dienen können (BVerfGE 54, 208/219; BVerfG NJW 1992, 1439/1440 f. und 1442/1444; BVerfG NStZ 1992, 535 und NJW 1993, 1845 ).

    Nach herrschender Auffassung wird die persönliche Würde der heute noch lebenden Juden in einem durch die Meinungsäußerungsfreiheit nicht mehr gedeckten Ausmaß verletzt, wenn der Rassenmord der Juden im »Dritten Reich« geleugnet wird (BVerfG NStZ 1992, 535 ; BGHZ 75, 160/165 f.; BGHSt 16, 49/56 f.).

  • LG München II, 25.02.2009 - 2 KLs 11 Js 42142/07

    Sechs Jahre Haft für Ex-NPD-Anwalt Mahler wegen Volksverhetzung

    Der Holocaust als millionenfacher Judenmord in den Gaskammern der nationalsozialistischen Konzentrationslager ist als historisches Ereignis eine offenkundige Tatsache (vgl. ständige vom Bundesverfassungsgericht und vom Bundesgerichtshof bestätigte Rechtsprechung, vgl. nur BVerfGE 90, 241, 249 f [BVerfG 13.04.1994 - 1 BvR 23/94] , BVerfG NJW 1993, 916, 917 [BVerfG 09.06.1992 - 1 BvR 824/90] und sehr aktuell Beschluss vom 25.3.2008, 1 BvR 1753/03 ; BGHSt 40, 97 = NStZ 1994, 390, BGH NJW 1995, 340, [BGH 15.12.1994 - 1 StR 656/94] BGHSt 47, 278 = NStZ 2002, 538).

    Der Holocaust als historisches Ereignis ist nach Überzeugung der Kammer eine offenkundige Tatsache (vgl. ständige vom Bundesverfassungsgericht und vom Bundesgerichtshof bestätigte Rechtsprechung, vgl. nur BVerfGE 90, 241, 249 f [BVerfG 13.04.1994 - 1 BvR 23/94] , BVerfG NJW 1993, 916, 917 [BVerfG 09.06.1992 - 1 BvR 824/90] und sehr aktuell Beschluss vom 25.3.2008, 1 BvR 1754/03; BGHSt 40, 97 = NStZ 1994, 390, BGH NJW 1995, 340, BGHSt 47, 278 = NStZ 2002, 538).

  • BVerfG, 16.09.1992 - 1 BvR 1749/91

    Meinungsäußerungsfreiheit und Ausschwitz-Lüge

  • OLG Zweibrücken, 24.06.1994 - 1 Ss 80/94
  • OVG Brandenburg, 09.04.1999 - 2 A 95/98

    Bestehen einer politische Verfolgung von Anhängern der Khalistan-Bewegung in

  • OVG Schleswig-Holstein, 05.10.1993 - 4 L 151/92
  • OLG Köln, 27.04.1993 - 15 U 193/92

    Bezeichnung einer Person als Neofaschist als eine durch Art. 5 Grundgesetz (GG)

  • VG Köln, 11.05.2012 - 19 K 140/10

    Rechtmäßigkeit der Indizierung des Buches "Faktenspiegel V - Das belogene Volk

  • OLG Nürnberg, 10.05.2006 - 2 St Olg Ss 13/06

    Verteidigerhandeln als Volksverhetzung

  • OLG Köln, 06.07.1993 - 15 U 22/93
  • KG, 01.02.2001 - 1 Ss 197/00
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