Rechtsprechung
   VerfGH Sachsen, 03.12.2010 - 12-I-10   

Volltextveröffentlichungen (3)

  • VerfGH Sachsen

    Ordnungsruf verletzt Antragsteller in seinen Rechten aus Art. 39 Abs.3 SächsVerf

  • Jurion(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)

    Organstreitverfahren zwischen einem Abgeordneten und dem Präsident des Landtags aufgrund einer Erteilung eines Ordnungsrufs in einer Sitzung des 5. Sächsischen Landtags; Verletzung von verfassungsmäßigen Rechten aus Art. 39 Abs. 3 Sächsische Verfassung (SächsVerf) aufgrund einer Erteilung eines Ordnungsrufs in einer Sitzung des 5. Sächsischen Landtags; Verletzung der parlamentarischen Ordnung aufgrund eines Redebeitrags mit der Wendung "anglo-amerikanischer Vernichtungsexzess"; Geltendmachung von jedermann Grundrechten aus einer Rechtsstellung des Abgeordneten im Organstreit; Abstimmung des Rederechts eines Abgeordneten mit den Rechten anderer Abgeordneter und der Funktionsfähigkeit des Parlaments

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (2)

  • sachsen.de (Pressemitteilung)

    Zur Rechtmäßigkeit von Ordnungsrufen gegen Abgeordnete der NPD-Fraktion


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • sachsen.de (Pressemitteilung - vor Ergehen der Entscheidung, 02.11.2010)

    Mündliche Verhandlung in den Organstreitverfahren wegen Ordnungsrufen

In Nachschlagewerken

  • Wikipedia (Wikipedia-Eintrag mit Bezug zur Entscheidung)

    Holger Apfel

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NVwZ-RR 2011, 132



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Wird zitiert von ... (13)  

  • VerfG Hamburg, 02.03.2018 - HVerfG 3/17  
    Bei der Ausgestaltung ihrer Geschäftsordnung steht der Bürgerschaft ein hohes Maß an Autonomie zu (vgl. BVerfG, Urt. v. 13.06.1989, 2 BvE 1/88, BVerfGE 80, 188, juris Rn. 120; VerfG Schleswig-Holstein, Urt. v. 17.05.2017, 1/17, juris Rn. 41; VerfGH Sachsen, Urt. v. 03.12.2010, Vf. 12-I-10, juris Rn. 50).

    Die parlamentarische Ordnungsgewalt weist insoweit zwei Komponenten auf: Zum einen die sogenannte Leitungskompetenz im Sinne der Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Geschäftsgangs und Verhandlungsablaufs in verfahrenstechnischer Hinsicht, zum anderen die Ordnungsgewalt im Sinne der Wahrung der "Disziplin" (vgl. BVerfG, Urt. v. 13.06.1989, 2 BvE 1/88, BVerfGE 80, 188, juris Rn. 104; VerfG Mecklenburg- Vorpommern, Urt. v. 29.01.2009, 5/08, LVerfGE 20, 255, juris Rn. 36; Urt. v. 23.01.2014, 4/13, juris Rn. 38; VerfGH Sachsen, Urt. v. 03.12.2010, Vf. 12-I-10, juris Rn. 53; Jacobs, DÖV 2016, 563, 566).

    Auch überspitzte und polemische Formulierungen und die bewusste Polarisierung stellen keinen Verstoß gegen die parlamentarische Ordnung dar (vgl. VerfGH Sachsen, Urt. v. 03.12.2010, Vf. 12-I-10, juris Rn. 55; Urt. v. 03.12.2010, Vf. 77-I-10, juris Rn. 35; Urt. v. 03.12.2010, 17-I-10, juris Rn. 52; Urt. v. 03.12.2010, Vf. 16-I-10, juris Rn. 45).

    Hierbei besteht ein vom Gericht zu beachtender Beurteilungsspielraum (VerfGH Sachsen, B. v. 19.07.2012, Vf. 160-I-11, juris Rn. 41; Urt. v. 03.12.2010, Vf. 77-I-10, juris Rn. 39; Urt. v. 03.12.2010, Vf. 12-I-10, juris Rn. 59; VerfG Mecklenburg-Vorpommern, Urt. v. 23.01.2014, 4/13, juris Rn. 44; VerfG Brandenburg, B. v. 20.10.2017, 46/16, juris Rn. 69; Köhler, a.a.O., S. 194; Ritzel/Bücker/Schreiner (Hrsg.), a.a.O., § 36 GOBT, Anm. 2 b; Erbguth/Schubert, NordÖR 2009, 209; Jacobs, DÖV 2016, 563, 567).

    Einer intensiveren gerichtlichen Kontrolle müssen darüber hinaus auch solche Ordnungsmaßnahmen unterliegen, die an den Inhalt einer Rede eines Abgeordneten anknüpfen (vgl. VerfGH Sachsen, Urt. v. 03.12.2010, Vf. 77-I-10, juris Rn. 61; Urt. v. 03.12.2010, Vf. 12-I-10, juris Rn. 41; VerfG Schleswig-Holstein, Urt. v. 17.05.2017, LVerfG 1/17, juris Rn. 43).

    (c) In den unter (b) skizzierten Fällen prüft das Gericht grundsätzlich selbst, ob tatsächlich eine Verletzung oder doch Gefährdung konkurrierender Rechtsgüter vorliegt, namentlich der Rechte anderer Abgeordneter, außerhalb des Parlaments stehender Dritter oder des Staates und seiner Institutionen (vgl. VerfG Mecklenburg-Vorpommern, Urt. v. 25.06.2015, 8/14, juris Rn. 110; VerfGH Sachsen, Urt. v. 03.12.2010, Vf. 77-I-10, juris Rn. 61; Urt. v. 03.12.2010, Vf. 12-I-10, juris Rn. 41, VerfG Schleswig-Holstein, a.a.O., juris Rn. 48).

  • VG Düsseldorf, 06.11.2015 - 1 K 7540/14  

    Ordnungsruf; Rat; Gemeinderat

    vgl. Bundesverfassungsgericht (BVerfG), Urteil vom 8. Juni 1982 - 2 BvE 2/82 -, juris, Rn. 20 f. (zum Rederecht im Bundestag); Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Beschluss vom 12. Februar 1988 - 7 B 123/87 -, juris, Rn. 6; Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen (VerfGH Sachsen), Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris, Rn. 46 (zum Rederecht in einem Landtag).

    vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16. Mai 2013 - 15 A 785/12 -, juris, Rn. 44; ferner VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris, Rn. 49.

    vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16. Mai 2013 - 15 A 785/12 -, juris, Rn. 47; VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris, Rn. 55 m.w.N.

    vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16. Mai 2013 - 15 A 785/12 -, juris, Rn. 49; VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris, Rn. 56.

    vgl. VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris, Rn. 54 m.w.N.

    vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16. Mai 2013 - 15 A 785/12 -, juris, Rn. 51; VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris, Rn. 58 ff. m.w.N.

    vgl. insoweit zum gerichtlichen Prüfungsmaßstab VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010- Vf. 12-I-10 -, juris, Rn. 62.

  • VerfGH Sachsen, 03.11.2011 - 35-I-11  
    Sein Handeln wird folglich dem Antragsgegner zugerechnet (vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10 und Vf. 17-I-10; BbgVerfG, Urteil vom 17. September 2009 - 45/08; BVerfG, Beschluss vom 8. Juni 1982, BVerfGE 60, 374 [378]).

    Zu den unentbehrlichen Rechten gehört insoweit das Rederecht (ausführlich zu den Einzelheiten dazu vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; vgl. auch BVerfG, Urteil vom 14. Juli 1959, BVerfGE 10, 4 [12]; Beschluss vom 8. Juni 1982, BVerfGE 60, 374 [379 f.]; Urteil vom 13. Juni 1989, BVerfGE 80, 188 [218]; BayVerfGH, Entscheidung vom 17. Februar 1998, NVwZ-RR 1998, 409).

    Der vom Antragsgegner angewandte § 96 GO begegnet insoweit keinen verfassungsrechtlichen Bedenken (vgl. ausführlich SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; dort auch zum Begriff der Ordnung).

    Diese sind vielmehr so lange hinzunehmen, wie ihre Darstellung nicht in einer Weise geschieht, die die Arbeit des Landtags und damit seine Ordnung in Frage stellt (vgl. LVerfG M-V, a.a.O., S. 207; zu Einzelheiten vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10).

    Insoweit ist dem Präsidenten des Landtags bei der Entscheidung über Ordnungsmaßnahmen ein Beurteilungsspielraum einzuräumen (vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; Ritzel/Bücker/Schreiner, a.a.O., § 36 Rn. 2b; Bücker, a.a.O., § 34 Rn. 21; LVerfG M-V, Urteil vom 29. Januar 2009, NordÖR 2009, 205 [207]).

    Im Übrigen prüft das Verfassungsgericht die insoweit notwendige Ermessensausübung allein darauf, ob sie mit Blick auf die vorgeworfene Verletzung der Ordnung vertretbar erscheint (vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10).

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 16.05.2013 - 15 A 785/12  

    Zulässigkeit einer Klage bzgl. Feststellung der Rechtswidrigkeit eines einem

    Über die einzelnen Regelungen etwa zur Redezeit und zu den formellen Anforderungen an Wortmeldungen hinaus bedarf es zur Sicherstellung der Rechte der Ratsmitglieder, der Ordnung der Debatte und der Effektivität sowie der Funktionsfähigkeit des Rates und - traditionell - auch zur Wahrung des Ansehens des Rates der sog. Disziplinargewalt, die dem Vorsitzenden des Rates über § 51 GO NRW an die Hand gegeben ist, so im Zusammenhang mit dem Rederecht von Landtagsabgeordneten bereits zuvor VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132, und die hier im Hinblick auf den streitigen Ordnungsruf durch § 29 Abs. 2 RGO a. F. in zulässiger Art und Weise konkretisiert worden ist.

    VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132 (m. w. N.).

    VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132.

    VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132.

  • VerfGH Sachsen, 03.11.2011 - 30-I-11  
    Zu den unentbehrlichen Rechten gehört insoweit das Rederecht (ausführlich zu den Einzelheiten dazu vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; vgl. auch BVerfG, Urteil vom 14. Juli 1959, BVerfGE 10, 4 [12]; Beschluss vom 8. Juni 1982, BVerfGE 60, 374 [379 f.]; Urteil vom 13. Juni 1989, BVerfGE 80, 188 [218]; BayVerfGH, Entscheidung vom 17. Februar 1998, NVwZ-RR 1998, 409).

    Die Geschäftsordnung des Landtags des Freistaates Sachsen enthält in den §§ 96 ff. GO ein differenziertes und verfassungsgemäßes Instrumentarium von Interventionsmöglichkeiten des Präsidenten des Landtags zum Schutz der Ordnung (vgl. ausführlich SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; dort auch zum Begriff der Ordnung).

    Diese sind vielmehr so lange hinzunehmen, wie ihre Darstellung nicht in einer Weise geschieht, die die Arbeit des Landtags und damit seine Ordnung in Frage stellt (vgl. LVerfG M-V, a.a.O., S. 207; zu Einzelheiten vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10).

  • VerfG Brandenburg, 20.10.2017 - VfGBbg 46/16  

    Organstreitverfahren; parlamentarische Ordnungsmittel; Ordnungsruf; "Lügner";

    Die Anwendung von Ordnungsmaßnahmen darf daher nicht von vornherein Deutungen zugrunde legen, die die Ordnungsmaßnahmen rechtfertigen, wenn auch andere Deutungen möglich sind, wobei freilich dem situativen Charakter der mündlichen Rede und der Notwendigkeit der zeitnahen Reaktion des Präsidenten hinreichend Rechnung zu tragen ist (vgl. VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris Rn. 58; Urteil vom 3. November 2011 - Vf. 30-I-11 -, NVwZ-RR 2012, 89, 90; Schürmann, in: Morlok/Schliesky/Wiefelspütz, Parlamentsrecht, § 20 Rn. 61).

    Der Widerstreit der politischen Positionen auf diesem Forum der Repräsentation lebt nicht zuletzt von Debatten, die auch mit Stilmitteln wie Überspitzung, Polarisierung, Vereinfachung oder Polemik arbeiten (vgl. VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris Rn. 55).

    Die Grenzen des Rederechts sind aber jedenfalls dort erreicht, wo es sich nicht mehr um eine inhaltliche Auseinandersetzung handelt, sondern eine bloße Provokation im Vordergrund steht oder wo es um die schiere Herabwürdigung Anderer oder die Verletzung von Rechtsgütern Dritter geht (vgl. VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10 -, juris Rn. 56; VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. November 2011 - Vf. 30-I-11 -, NVwZ-RR 2012, 89, 90; LVerfG MV, Urteil vom 29. Januar 2009 - LVerfG 5/08 -, LVerfGE 20, 255, 266).

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 16.05.2013 - 15 A 784/12  
    Über die einzelnen Regelungen etwa zur Redezeit und zu den formellen Anforderungen an Wortmeldungen hinaus bedarf es zur Sicherstellung der Rechte der Ratsmitglieder, der Ordnung der Debatte und der Effektivität sowie der Funktionsfähigkeit des Rates und - traditionell - auch zur Wahrung des Ansehens des Rates der sog. Disziplinargewalt, die dem Vorsitzenden des Rates über § 51 GO NRW an die Hand gegeben ist, so im Zusammenhang mit dem Rederecht von Landtagsabgeordneten bereits zuvor VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132, und die hier im Hinblick auf den streitigen Ordnungsruf durch § 29 Abs. 2 RGO a. F. in zulässiger Art und Weise konkretisiert worden ist.

    VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132 (m. w. N.).

    VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132.

    VerfGH Sachsen, Urteil vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-1-10 -, NVwZ-RR 2011, 132.

  • VerfGH Sachsen, 14.01.2011 - 87-I-10  

    Verletzung von der Verfassung des Freistaates Sachsen übertragener Rechte und

    Für den Antragsteller bedeutet dies, dass er sich nicht auf die für jedermann geltenden Grundrechte berufen kann, sondern nur auf seine organschaftlichen Rechte aus Art. 39 Abs. 3 SächsVerf (vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; st. Rspr.).

    Sie richtet sich vielmehr allein an die Angehörigen des öffentlichen Dienstes, zu denen die Abgeordneten des Landtags nicht gehören (SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10).

    Die verfassungsgerichtliche Kontrolldichte ist hieran auszurichten, so dass der Verfassungsgerichtshof lediglich zu überprüfen hat, ob dem Präsidenten alle relevanten Tatsachen bei seiner Entscheidung bekannt waren, seine Bewertung des in Rede stehenden Verhaltens - gemessen an der Parlamentspraxis - dem Grundsatz der Gleichmäßigkeit entspricht und auch sonst nicht offensichtlich fehlerhaft oder willkürlich ist (vgl. für parlamentarische Ordnungsmaßnahmen nach der GO: SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10 und Vf. 17-I-10).

  • VerfGH Sachsen, 03.11.2011 - 31-I-11  
    Zu den unentbehrlichen Rechten gehört insoweit das Rederecht (ausführlich zu den Einzelheiten dazu vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; vgl. auch BVerfG, Urteil vom 14. Juli 1959, BVerfGE 10, 4 [12]; Beschluss vom 8. Juni 1982, BVerfGE 60, 374 [379 f.]; Urteil vom 13. Juni 1989, BVerfGE 80, 188 [218]; BayVerfGH, Entscheidung vom 17. Februar 1998, NVwZ-RR 1998, 409).

    Die Geschäftsordnung des Landtags des Freistaates Sachsen enthält ein differenziertes und verfassungsgemäßes Instrumentarium von Interventionsmöglichkeiten des Präsidenten des Landtags zum Schutz der Ordnung (vgl. ausführlich SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10; dort auch zum Begriff der Ordnung).

    Diese sind vielmehr so lange hinzunehmen, wie ihre Darstellung nicht in einer Weise geschieht, die die Arbeit des Landtags und damit seine Ordnung in Frage stellt (vgl. LVerfG M-V, a.a.O., S. 207; zu Einzelheiten vgl. SächsVerfGH, Urteile vom 3. Dezember 2010 - Vf. 12-I-10, Vf. 16-I-10, Vf. 17-I-10 und Vf. 77-I-10).

  • VG Stade, 30.06.2016 - 1 A 475/15  

    Ordnungsmaßnahmen des Kreistagsvorsitzenden; hier: Wortentzug für Abgeordneten

    Dabei gilt, dass die verwaltungsgerichtliche Kontrolle umso intensiver ist, je deutlicher der Sachruf gegen den Inhalt der Äußerung gerichtet ist (vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16.05.2013 - 15 A 785/12 -, juris; VerfGH Sachsen, Urteil vom 03.12.2010 - Vf 12-I-10 -, juris m.w.N.).

    Diese sind so lange hinzunehmen, wie die Darstellung nicht in einer Weise geschieht, welche die Funktionsweise des Kommunalorgans als solches in Frage stellt oder beeinträchtigt oder es sich offensichtlich nicht mehr um die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema handelt, sondern die bloße Provokation im Vordergrund steht (vgl. OVG NRW, Beschluss vom 16.05.2013 - 15 A 785/12 -, juris; VerfGH Sachsen, Urteil vom 03.12.2010 - Vf. 12-I-10-, juris m.w.N.).

  • VerfGH Sachsen, 30.09.2014 - 48-I-13  
  • VerfGH Sachsen, 10.12.2012 - 85-I-12  
  • VerfGH Sachsen, 20.07.2012 - 26-I-12  
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