Rechtsprechung
   SG Mainz, 11.01.2016 - S 3 KR 349/15   

Volltextveröffentlichungen (3)

  • Justiz Rheinland-Pfalz

    § 45 Abs 1 SGB 1, § 25 Abs 1 S 1 SGB 4, § 69 Abs 1 S 2 SGB 5 vom 15.12.2008, § 69 Abs 1 S 3 SGB 5 vom 15.12.2008, § 69 S 3 SGB 5 vom 22.12.1999
    Krankenversicherung - Krankenhaus - Verjährungsfrist für Abrechnungsstreitigkeiten - analoge Anwendung von Rechtsnormen auf nach dem Wortlaut nicht erfasste Sachverhalte - unterbliebene Reaktion der Gesetzgebungsorgane auf eine ständige höchstrichterliche Rechtsprechung

  • Jurion(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)

    Anwendbarkeit der regelmäßigen Verjährungsfrist des § 195 BGB für Vergütungsforderungen von Krankenhäusern gegen Krankenkassen nach Maßgabe des § 69 Abs. 1 S. 3 SGB V

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)



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Wird zitiert von ... (3)  

  • SG Mainz, 18.04.2016 - S 3 AS 149/16  

    Vorlagebeschluss an das BVerfG - Grundsicherung für Arbeitsuchende -

    Von einem "gesetzgeberischen Willen" lässt sich nur metaphorisch sprechen und auch das nur bezogen auf das Ergebnis eines konkreten Gesetzgebungsvorgangs (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 - Rn. 65).

    Zur Durchsetzung darüberhinausgehender Geltungsansprüche ist sie weder befugt noch tatsächlich in der Lage (vgl. im Hinblick auf die Gewährung von Vertrauensschutz in höchstrichterliche Rechtsprechung: SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 - Rn. 74 ff.).

    Wenn ein Fall auf Grundlage und in Übereinstimmung mit den einschlägigen Normtexten zu lösen ist, verstößt die Annahme einer ausfüllungsbedürftigen Regelungslücke und in Folge dessen die analoge Heranziehung einer anderen Rechtsfolge gegen das Gesetzesbindungsgebot (SG Mainz, Gerichtsbescheid vom 21.09.2015 - S 3 KR 558/14 - Rn. 29; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 - Rn. 37; s.o. unter 2.5 b).

  • SG Speyer, 16.02.2018 - S 13 KR 286/16  

    Verjährungsfrist im Krankenhausabrechnungsstreit

    Gleiches gilt für Erstattungsansprüche von Krankenkassen gegen Krankenhausträger (Anschluss an SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 -, Rn. 41 ff.; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 - Rn. 26 ff.; SG Speyer, Urteil vom 23.01.2017 - S 19 KR 521/16 -, Rn. 24 ff.).

    entgegen u.a. BSG, Urteil vom 12.05.2005 - B 3 KR 32/04 R; BSG, Urteil vom 21.04.2015 - B 1 KR 11/15 R -, Rn. 13; BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R -, Rn. 44) Gerichte können auf Grund ihrer Funktion im verfassungsmäßig vorgegebenen System der Gewaltenteilung entgegen der bestehenden Rechtslage keinen Vertrauensschutz auf eigene oder fremde (obergerichtliche) Rechtsprechung einräumen (Anschluss an SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 - Rn. 73 ff.; SG Speyer, Urteil vom 23.01.2017 - S 19 KR 521/16 -, Rn. 43).

    Die Kenntnis bzw. grob fahrlässige Unkenntnis der Rechtsgrundlosigkeit der Leistung ist nicht erforderlich (Anschluss an SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 87 ff.).

    Auch in § 9 Abs. 6 Satz 4 KBV-RP ist ausdrücklich geregelt, dass Beanstandungen rechnerischer oder sachlicher Art auch nach Bezahlung der Rechnung geltend gemacht und Differenzbeträge verrechnet werden können (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 23).

    Diesbezüglich bedarf es keines Rückgriffes auf ein Rechtsinstitut des öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruchs (SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 -, Rn. 38 f.; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 23; SG Mainz, Urteil vom 01.03.2016 - S 14 KR 536/12 -, Rn. 26).

    Gleiches gilt für Erstattungsansprüche von Krankenkassen gegen Krankenhausträger (SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 -, Rn. 41 ff. mit Anmerkung von Schütz , jurisPR-SozR 21/2014 Anm. 2; SG Mainz, Urteil vom 24.06.2014 - S 3 KR 518/11 -, Rn. 31 ff. mit Anmerkung von Rehm , jurisPR-SozR 1/2015 Anm. 4; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 26 ff.; SG Speyer, Urteil vom 23.01.2017 - S 19 KR 521/16 -, Rn. 24 ff.).

    Dieser Auffassung vermag sich die Kammer nicht anzuschließen (ebenso bereits SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 -, Rn. 48 ff.; SG Mainz, Urteil vom 24.06.2014 - S 3 KR 518/11 -, Rn. 38 ff.; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 33 ff.; SG Speyer, Urteil vom 23.01.2017 - S 19 KR 521/16 -, Rn. 30 ff.).

    5.1 In der Rechtsprechung des BSG wurde das "allgemeine Rechtsprinzip der vierjährigen Verjährungsfrist" ursprünglich im Wege der Analogie aus § 45 Abs. 1 SGB I, später ergänzt durch Verweise auf § 25 Abs. 1 Satz 1 Viertes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IV) und § 113 Abs. 1 SGB X entwickelt (vgl. zum Ganzen bereits SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 -, Rn. 50 ff.; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 35 ff.).

    5.2 Von diesen grundsätzlichen Einwänden abgesehen kann seit Einführung des SGB X zum 01.01.1981 (BGBl. I 1980, 1469) für Verjährungsfragen in den Fällen, in denen auf dem Sozialgesetzbuch beruhende Rechtsbeziehungen durch öffentlich-rechtliche Verträge ausgestaltet werden, von einer ausfüllungsbedürftigen Regelungslücke nicht mehr die Rede sein (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 44 ff.).

    Genau für solche Fälle bedient sich der Gesetzgeber - wie im Falle des § 61 Satz 2 SGB X - der Regelungstechnik der Verweisung auf die Kodifikation des BGB, die auf Grund ihrer systematischen Geschlossenheit für die meisten Probleme bei der Durchführung von Vertragsverhältnissen Lösungen bietet (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 47).

    5.3 Mit Einführung des § 69 Satz 3 SGB V in der Fassung des GKV-Gesundheitsreformgesetzes vom 22.12.1999 (BGBl. I 59, 2626), der seit dem 18.12.2008 wortgleich in den § 69 Abs. 1 Satz 3 SGB V übergegangen ist (GKV-OrgWG vom 15.12.2008 - BGBl. I 58, S. 2426), erfolgte eine Konkretisierung dieser Verweisungstechnik speziell für die Rechtsbeziehungen zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen, wodurch einer analogen Anwendung des § 45 SGB I bzw. der Heranziehung "allgemeiner Rechtsprinzipien" vollends der Boden entzogen wurde (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 48 ff.).

    5.4 Hieran vermag auch die Kategorisierung der vierjährigen Verjährungsfrist des § 45 SGB I (und anderer Regelungen) als "allgemeines Rechtsprinzip" nichts zu ändern (vgl. hierzu ausführlich SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 51 ff.).

    Sie sind jedoch keine Supranormen, die positivgesetzliche Regelungen verdrängen könnten (so zutreffend BSG, Urteil vom 17.06.2008 - B 8 AY 5/07 R -, Rn. 14; vgl. bereits SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 55).

    5.5 Die weiteren Ausführungen des BSG im Urteil vom 12.05.2005 (B 3 KR 32/04 R -, Rn. 18 ff.) zu Entstehungsgeschichte, Sinn und Zweck des § 69 Abs. 1 Satz 3 SGB V vermögen an diesem Befund bereits deshalb nichts zu ändern, weil sie nur in der Auseinandersetzung zwischen Auslegungsalternativen innerhalb der Grenzen des möglichen Wortsinns und im Einklang mit der Gesetzessystematik verfassungsrechtlich zulässige Argumente liefern können (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 56 ff.).

    Abgesehen davon rechtfertigen selbstverständlich auch keine "praktischen und haushaltsrechtlichen" Gründe die Außerachtlassung von Gesetzestext und -systematik (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 56 ff.).

    Soweit das BSG eine am Normtext legitimierbare Rechtsfolge durch eine nicht am Normtext, sondern lediglich auf Grund eines ungeschriebenen Prinzips legitimierte Rechtsfolge ersetzt, überschreitet es die Grenzen zulässiger Konkretisierung und handelt wegen des Verstoßes gegen Art. 20 Abs. 3 GG und Art. 97 Abs. 1 GG verfassungswidrig (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 62; vgl. auch SG Speyer, Urteil vom 23.01.2017 - S 19 KR 521/16 -, Rn. 33).

    Angesichts dessen, dass die Frage der Verjährungsfrist in dem entschiedenen Verfahren auch aus Sicht des BSG entscheidungserheblich war, lässt sich aus dem vollständigen Fehlen einer argumentativen Auseinandersetzung nur der Schluss ziehen, dass der 1. Senat des BSG der vom SG Mainz im Urteil vom 04.06.2014 (S 3 KR 645/13) ausgearbeiteten Rechtsauffassung sachlich nichts entgegenzusetzen hat (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 63).

    Die Interpretation der Untätigkeit der Gesetzgebungsorgane als legitimierende Billigung der Rechtsprechung ist aus verfassungsrechtlichen und tatsächlichen Gründen nicht begründbar (vgl. ausführlich SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 64 ff.).

    5.9 Eine Verjährungsfrist von vier Jahren ist auch nicht aus Gründen eines schutzwürdigen Vertrauens in eine ständige Rechtsprechung des BSG einzuräumen (so ausführlich SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 73 ff.; SG Speyer, Urteil vom 23.01.2017 - S 19 KR 521/16 -, Rn. 43 f.).

    Für die nur auf Grund von "Vertrauensschutzgesichtspunkten" unterlegene Partei stellte dies eine Rechtsverweigerung dar, die ihrerseits vor dem Hintergrund des Rechtsstaatsprinzips, der Bindung an Recht und Gesetz und des Anspruchs auf effektiven Rechtsschutz nicht gerechtfertigt werden könnte (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 78).

    Die Vorstellung, dass Instanzgerichte Vertrauensschutz in ihre eigene Rechtsprechung gewähren müssten oder dürften, ist angesichts der Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen, ohnehin fernliegend (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 79).

    Nur die Leistung als solche ist daher ein den Anspruch begründender Umstand im eigentlichen Sinne (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 88).

    Denn die Krankenkasse begibt sich wie hier die Beklagte bewusst in die Rolle eines potenziellen Bereicherungsgläubigers (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 90).

  • SG Speyer, 23.01.2017 - S 19 KR 521/16  

    Krankenversicherung - Abgabe verordneter Arzneimittel durch eine

    Gleiches gilt auch für Erstattungsansprüche von Krankenkassen gegenüber Krankenhausträgern (vgl SG Mainz vom 4.6.2014 - S 3 KR 645/13 - Rn 41ff; SG Mainz vom 11.1.2016 - S 3 KR 349/15 - Rn 26ff; entgegen BSG vom 12.5.2005 - B 3 KR 32/04 R = SozR 4-2500 § 69 Nr. 1, vom 28.9.2006 - B 3 KR 20/05 R = BSGE 97, 125 = SozR 4-1500 § 92 Nr. 3, vom 28.2.2007 - B 3 KR 12/06 R = BSGE 98, 142 = SozR 4-2500 § 276 Nr. 1, vom 28.11.2013 - B 3 KR 27/12 R = BSGE 115, 40 = SozR 4-2500 § 302 Nr. 1, vom 17.12.2013 - B 1 KR 60/12 R, vom 21.4.2015 - B 1 KR 11/15 R = SozR 4-2500 § 69 Nr. 10 Rn 13 und vom 23.6.2015 - B 1 KR 26/14 R = BSGE 119, 150 = SozR 4-5560 § 17c Nr. 3 Rn 44).

    Gerichte können auf Grund ihrer Funktion im verfassungsmäßig vorgegebenen System der Gewaltenteilung entgegen der bestehenden Rechtslage keinen Vertrauensschutz auf eigene oder fremde (obergerichtliche) Rechtsprechung einräumen (vgl schon SG Mainz vom 11.1.2016 - S 3 KR 349/15 aaO).

    Für den Beginn der Verjährungsfrist nach § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB in Bezug auf einen Anspruch aus § 812 Abs. 1 Satz 1 Var. 1 BGB reicht demnach die Kenntnis bzw. grob fahrlässige Unkenntnis bezüglich des Umstands, dass eine Leistung im Sinne einer auf bewusste und zweckgerichtete Vermögensmehrung gerichteten Zuwendung erfolgt ist (vgl. schon SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 87 ff.).

    Gleiches gilt auch für Erstattungsansprüche von Krankenkassen gegenüber Krankenhausträgern (SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 - Rn. 41 ff; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 26 ff.; entgegen u.a. BSG, Urteil vom 12.05.2005 - B 3 KR 32/04 R; BSG, Urteil vom 21.04.2015 - B 1 KR 11/15 R - Rn. 13; BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - Rn. 44).

    Da aber Regelungen über die Verjährung weder in den §§ 63, 64 SGB V, noch im Vierten Kapitel des SGB V (§§ 69 bis 140h SGB V), noch im KHG, im KHEntG oder in den hierzu erlassenen Rechtsverordnungen enthalten sind, greift der Verweis des § 69 Abs. 1 Satz 3 SGB V auf die für anwendbar erklärten Vorschriften des BGB, hier also für die Verjährung die §§ 194 ff. BGB (so schon SG Berlin, Urteil vom 27.08.2002 - S 81 KR 3690/01; SG Marburg, Urteil vom 27.05.2004 - S 6 KR 902/02; SG Marburg, Urteil vom 27.07.2004 - S 6 KR 3/03 jeweils zum wortgleichen § 69 Satz 3 SGB V i.d.F. vom 22.12.1999; SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13; zustimmend Schütz , jurisPR-SozR 21/2014 Anm. 2; SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 29 ff.).

    Das BSG stützt seine Auffassung lediglich auf ein "allgemeines Rechtsprinzip im Sozialrecht" (BSG, Urteil vom 12.05.2005 - B 3 KR 32/04 R - Rn. 17) bzw. ein "allgemeines Rechtsprinzip der Verjährung im Leistungserbringungsrecht" (BSG, Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R -, Rn. 44), was angesichts der direkten Verweisung des § 69 Abs. 1 Satz 3 SGB V auf die für anwendbar erklärten Vorschriften des BGB eine unzulässige Rechtsfortbildung contra legem bzw. eine - mangels Regelungslücke - unzulässige Analogiebildung ist (vgl. schon SG Mainz, Urteil vom 04.06.2014 - S 3 KR 645/13 unter Hinweis auf die anzuwendenden gesetzlichen Regelungen; zustimmend Schütz , jurisPR-SozR 21/2014 Anm. 2; in der Revisionsentscheidung des BSG im Urteil vom 23.06.2015 - B 1 KR 26/14 R - unter Rn. 44 lediglich beantwortet mit dem argumentfreien Satz: "Die Überlegungen des SG geben zu einer abweichenden Sicht keinen Anlass."; zuletzt wiederum zutreffend SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 29 ff. unter Hinweis auf das Gebot der Bindung an das Gesetz).

    Ein derartiges Vorgehen würde gegen das Gebot der Gesetzesbindung verstoßen, da eine anhand des positiven Normtextes legitimierbare Rechtsfolge verdrängt würde (vgl. schon SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 62).

    Zu der Frage, ob zumindest vor der Einführung des § 69 Satz 3 SGB V a.F. (§ 69 Abs. 1 Satz 3 SGB V n.F.) eine Regelungslücke hinsichtlich der Verjährung von Ansprüchen zwischen Krankenhäusern und gesetzlichen Krankenkassen bestand, die eine Ausfüllung mittels Analogieschlusses diese gerechtfertigt hätte, kann auf die ausführliche Ausarbeitung im Urteil der 3. Kammer des Sozialgerichts Mainz Bezug genommen werden (SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 34 ff.).

    Dass Gerichte entgegen der bestehenden Rechtslage keinen Vertrauensschutz auf eigene oder fremde (obergerichtliche) Rechtsprechung einräumen können, ergibt sich zwingend aus deren Funktion im verfassungsmäßig vorgegebenen System der Gewaltenteilung (vgl. schon SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 73 ff.).

    Die Vorstellung, dass Instanzgerichte Vertrauensschutz in ihre eigene Rechtsprechung gewähren müssten oder dürften, ist angesichts der Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen, ohnehin fernliegend (vgl. schon SG Mainz, Urteil vom 11.01.2016 - S 3 KR 349/15 -, Rn. 79).

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