Rechtsprechung
   BGH, 18.11.1975 - VI ZR 172/74   

Volltextveröffentlichungen (5)

  • JLaw (App) | www.prinz.law PDF
  • Jurion

    Sachschaden an einem PKW durch einen Verkehrsunfall - Anspruch auf Schadensersatz - Mißachtung des verkehrsrechtlichen Vorfahrtsrechtes

  • RA Kotz

    Vorfahrtsregelung und Begriffsbestimmung "Feldweg oder Waldweg"

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    StVO (1970) § 8 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 § 42 Abs. 2
    Haftungsverteilung bei Kollision mit einem aus einem Feldweg einfahrenden Fahrzeug; Zur Vorfahrtregelung durch Verkehrszeichen nach der StVO 1970; Zur Bestimmung des Begriffs "Feld- oder Waldweg"

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • NJW 1976, 1317
  • MDR 1976, 305
  • VersR 1976, 365



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Wird zitiert von ... (31)  

  • OLG Rostock, 02.02.2007 - 8 U 40/06  

    Haftungsverteilung: Einbiegen von einem schwer erkennbaren vorfahrtsberechtigten

    Unter Feld- und Waldwegen sind nur solche Straßen zu verstehen, die zumindest überwiegend land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen und keine überörtliche Bedeutung haben (vgl. BGH, Urteil vom 18.11.1975, Az.: VI ZR 172/74, NJW 1976, 1317 - 1319).

    Die Frage, wann ein Weg als Feld- oder Waldweg im Sinne der vorgenannten Vorschrift einzuordnen ist, wurde in Rechtsprechung und Literatur bis zur klarstellenden Entscheidung des Bundesgerichtshofes im Urteil vom 18.11.1975 (Az.: VI ZR 172/74, NJW 1976, 1317 - 1319) kontrovers diskutiert.

    Nach der überwiegenden Auffassung in der Rechtsprechung kommt es aber allein auf die Verkehrsbedeutung der jeweiligen Straße an (vgl. BGH, Urteil vom 18.11.1975, a. a. O.; OLG München, Urteil vom 18.09.1975, Az.: 24 U 749/75, DAR 1976, 104 - 106; OLG Düsseldorf, Urteil vom 09.10.1980, Az.: 12 U 44/80, VersR 1981, 862; OLG Köln, Beschluss vom 10.01.1984, Az.: 3 Ss 879/83, VRS 66, 378 - 379; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 15.04.1987, Az.: 2 Ss 117/87 - 76/87 II, VRS 73, 299 - 301).

    Unter Feld- und Waldwegen sind nämlich nur solche Straßen zu verstehen, die zumindest überwiegend land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen und keine überörtliche Bedeutung haben (BGH, Urteil vom 18.11.1975, a. a. O., OLG Koblenz, Urteil vom 13.05.1985, a.a.O.; OLG Düsseldorf, Urteil vom 09.10.1980, a.a.O., OLG Köln, Beschluss vom 10.01.1984, a.a.O., Hentschel, Straßenverkehrsrecht, a.a.O.).

    Es wäre schließlich mit dem Sicherheitsbedürfnis nicht zu vereinbaren, wollte man demjenigen, der weiß, dass er aus einem Feld- oder Waldweg kommt, nur deshalb ein Vorfahrtsrecht einräumen, weil der Charakter des Weges für Ortsfremde nicht klar erkennbar ist (vgl. BGH, Urteil vom 18.11.1975, a. a. O.).

  • BGH, 15.06.1982 - VI ZR 119/81  

    Haftungsverteilung bei Kollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug nach

    a) Das Berufungsgericht hat nicht übersehen, dass die höchstrichterliche Rechtsprechung einen Anscheinsbeweis für eine Vorfahrtverletzung des Wartepflichtigen regelmäßig dann annimmt, wenn auf einer Kreuzung oder Straßeneinmündung zwei Kraftfahrzeuge zusammenstoßen (BGH, Urteile vom 19. März 1964 - III ZR 177/62, VersR 1964, 639, 640 und vom 18. November 1975 - VI ZR 172/74, VersR 1976, 365, 367, jeweils m.w.N.).
  • BGH, 23.06.1987 - VI ZR 296/86  

    Haftungsverteilung bei Vorfahrtverletzung; Abgrenzung von Einmündung einer Straße

    Dem steht das BGH Urteil vom 18. November 1975 (VI ZR 172/74 - VersR 1976, 365) nicht entgegen.

    Wie der Senat in dem genannten Urteil ebenfalls dargelegt hat, muß diese Verkehrsbedeutung zwar nach außen in Erscheinung treten, wenn daran verkehrsrechtliche Gebote oder Verbote geknüpft werden sollen; dies darf aber nicht dahin verstanden werden, daß damit verbundene Vorfahrtrechte und Wartepflichten nur entstehen, wenn jeder Adressat die dafür maßgebenden Merkmale des Verkehrsweges auch erkennen kann (so schon Senatsurteil vom 18. November 1975 aaO).

  • OLG Bremen, 14.02.2018 - 1 U 37/17  

    Rechtmäßigkeit der Einordnung eines 2 Ortsteile einer Stadt miteinander

    bb) Nach der in der Rechtsprechung überwiegend vertretenen Gegenmeinung kommt es hingegen für die Einordnung als Feld- oder Waldweg maßgeblich auf die Verkehrsbedeutung an (vgl. BGH, Urteil v. 18.11.1975 - VI ZR 172/74, juris Rn.16 f; OLG München, Urteil v. 18.09.1975 - 24 U 749/75, juris Ls., VersR 1976, 100; OLG Düsseldorf, Urteil v. 09.10.1980 - 12 U 44/80, juris Ls., VersR 1981, 862; OLG Rostock, Urteil v. 23.02.2007 - 8 U 40/06, juris Rn. 15 ff; OLG Düsseldorf, Urteil v. 10.02.2015 - I-1 41/14, juris Rn.15 ff m.w.N.).Unter Feld- und Waldwegen seien dann nur solche Straßen zu verstehen, die zumindest überwiegend land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken dienen und keine überörtliche Bedeutung haben.

    Wenn der Weg weder zu einer Ortschaft, noch zu einem Gebäude, noch zu einem Wirtschaftsbetrieb, sondern allein zu Feldern führte, handele es sich um einen Feldweg, der gegenüber der Landesstraße untergeordnet sei (BGH, Urteil v. 18.11.1975 - VI ZR 172/74, juris Rn. 16; OLG Düsseldorf, Urteil v. 09.10.1980, a.a.O., Hentschel, Straßenverkehrsrecht, a.a.O.).

    Daher fällt dieser Weg bereits begrifflich nicht unter die vom Bundesgerichtshof aufgestellte Definition des "Feld- und Waldwegs" (vgl. BGH, Urteil v. 18.11.1975 - VI ZR 172/74, juris Rn.20; OLG Rostock, Urteil v. 23.02.2007 - 8 U 40/06, juris Rn. 15).

  • BGH, 14.02.1984 - VI ZR 229/82  

    Haftungsverteilung bei Kollision eines Linksabbiegers mit einem Fahrzeug des

    Vielmehr müssen das Vorrecht des anderen Verkehrsteilnehmers für den Wartepflichtigen auch in zumutbaren Grenzen erkennbar und seine Verletzung vermeidbar gewesen sein (vgl. Senatsurteile vom 25. April 1972 - VI ZR 208/70 = VersR 1972, 832 und vom 18. November 1975 - VI ZR 172/74 = VersR 1976, 365, 367).
  • LG Saarbrücken, 28.03.2014 - 13 S 196/13  

    Haftung bei Kfz-Unfall: Vorfahrtverletzung im Kreisverkehr

    a) Kommt es im Bereich einer vorfahrtsgeregelten Einmündung zu einer Kollision zwischen dem wartepflichtigen und dem vorfahrtsberechtigten Verkehr, so spricht der Beweis des ersten Anscheins regelmäßig dafür, dass der Wartepflichtige den Unfall durch eine schuldhafte Vorfahrtsverletzung verursacht hat (vgl. BGH, Urteil vom 15. Juni 1982 - VI ZR 119/81, VersR 1982, 903 f.; BGH, Urteil vom 18. November 1975 - VI ZR 172/74, VersR 1976, 364; BGH, Urteil vom 19. März 1964 - III ZR 177/92, VersR 1964, 639 f.; OLG München, Urteil vom 29. Juli 2011 - 10 U 1131/11, juris; KG, SVR 2011, 222; OLG Frankfurt, Urteil vom 21. Januar 2008 - 25 U 220/04, juris; OLG Brandenburg, OLG-Report 2009, 689; OLG München, VersR 1998, 733; OLG Köln, VersR 1992, 68; Kammerurteile vom 21. Oktober 2011 - 13 S 124/11 - und vom 18. Januar 2010 - 13 S 44/10).
  • LG Saarbrücken, 11.05.2015 - 13 S 21/15  

    Zur Haftung wegen eines Verkehrsunfalls nach französischem Recht

    bb) Nach deutschem Recht spricht der Beweis des ersten Anscheins für eine Vorfahrtsverletzung des Wartepflichtigen, wenn es in dem Einmündungsbereich zu einer Kollision kommt (vgl. BGH, Urteil vom 15. Juni 1982 - VI ZR 119/81, VersR 1982, 903 f.; BGH, Urteil vom 18. November 1975 - VI ZR 172/74, VersR 1976, 364; BGH, Urteil vom 19. März 1964 - III ZR 177/92, VersR 1964, 639 f.; OLG München, Urteil vom 29. Juli 2011 - 10 U 1131/11, juris; KG, SVR 2011, 222; OLG Frankfurt, Urteil vom 21. Januar 2008 - 25 U 220/04, juris; OLG Brandenburg, OLG-Report 2009, 689; OLG München, VersR 1998, 733; OLG Köln, VersR 1992, 68; Kammerurteile vom 28. März 2014 - 13 S 196/13, NJW 2015, 177; vom 21. Oktober 2011 - 13 S 124/11 - und vom 18. Januar 2010 - 13 S 44/10).
  • BGH, 05.10.1976 - VI ZR 256/75  

    Haftungsverteilung bei Vorfahrtverletzung an einer Einmündung

    Nach der neuen Straßenverkehrsordnung gilt das einmal begründete Vorfahrtrecht so lange, bis es durch das Zeichen 205 "Vorfahrt gewähren !" oder 206 "Halt ! Vorfahrt gewähren !" genommen worden ist (§ 42 Abs. 2 Zeichen 506 S. 3 StVO; Senatsurt. v. 18. November 1975 - VI ZR 172/74 = VersR 1976, 365).

    Der Verkehrsteilnehmer ist auf klare einfache Anhaltspunkte angewiesen und muß in erster Linie auf sichtbare Merkmale zurückgreifen, um aus dem an Ort und Stelle erkennbaren Gesamtbild Schlüsse darauf ziehen zu können, welche Verkehrsregelung eingreift (Senatsurteile v. 2. April 1957 a.a.O. und v. 18. November 1975 a.a.O.).

    Denn spricht die Vorfahrtsregelung nicht eindeutig zu Gunsten eines Verkehrsteilnehmers, so muß er von der Rechtsbedeutung ausgehen, die ihm ungünstiger ist und eine höhere Sorgfalt abverlangt (Urt. v. 18. November 1975 a.a.O.; OLG Hamm VRS 35, 307; BayObLG VRS 49, 139 = DAR 1975, 190; Müller, Straßenverkehrsrecht 22. Aufl. Bd. III § 8 StVO Rdz. 20; Cramer, Straßenverkehrsrecht 1971 § 8 StVO Rdnr. 63; Möhl, Verkehrs- und Ordnungswidrigkeitenrecht 1973, 40).

  • OLG München, 03.03.2011 - 24 U 384/10  

    Haftung bei Vorfahrtverletzung: Begriff des Feld- oder Waldweges; Mitverschulden

    Der Senat verkennt nicht, dass der Bundesgerichtshof in einer Entscheidung vom 18.11.1975 (abgedruckt in NJW 76, 1317) die Auffassung vertritt, dass zur Bestimmung des Begriffes "Feld- oder Waldweg" ausschließlich auf die Verkehrsbedeutung abzustellen sei.
  • OLG Jena, 26.10.2011 - 7 U 1088/10  

    Berücksichtigung der Mitverursachungsquote hinsichtlich des

    Zwar hat der Wartepflichtige den Anschein schuldhafter Vorfahrtsverletzung gegen sich (BGH NJW 1976, 1317).
  • OLG Brandenburg, 02.04.2009 - 12 U 214/08  

    Haftung bei Verkehrsunfall: Haftungsverteilung bei Vorfahrtsrechtverletzung durch

  • LG Saarbrücken, 07.06.2013 - 13 S 34/13  

    Falsches Rechts-Blinken des Vorfahrtberechtigten

  • OLG Düsseldorf, 10.02.2015 - 1 U 41/14  
  • BGH, 21.12.1976 - VI ZR 257/75  

    Haftungsverteilung bei Vorfahrtverletzung

  • OLG Köln, 31.03.2000 - 19 U 159/99  

    Abwägung Vorfahrtverletzung gegen Rechtsfahrgebot; Haftungsverteilung

  • OLG Saarbrücken, 29.07.2008 - 4 U 166/08  

    Schadensersatz wegen Verkehrsunfall: Kollision beim Wechsel eines Fahrzeugführers

  • LG Arnsberg, 09.07.1996 - 5 S 57/96  

    Erhöhte Sorgfaltspflicht des Fahrzeugführers bei Einfahrt in einen dem Anschein

  • LG Saarbrücken, 12.07.2013 - 13 S 71/13  

    Verkehrsspiegel - Vorfahrtsberechtigter, Mithaftung

  • KG, 17.06.2010 - 12 U 7/09  

    Verkehrsunfallhaftung: Berücksichtigung einer erhöhten Betriebsgefahr eines mit

  • KG, 28.05.2009 - 12 U 43/09  

    Schadensersatz wegen Verkehrsunfall: Kollision zwischen einem wartepflichtigen

  • OLG Düsseldorf, 07.03.2005 - 1 U 177/04  

    Schadenersatzbegehen des Geschädigten nach einem erheblichen Verkehrsverstoß des

  • OLG Karlsruhe, 25.10.2002 - 1 U 3/02  

    Hauptwasserstraße; Nebenwasserstraße; Ausfahrt; Sorgfaltspflichten;

  • LG Münster, 21.12.2015 - 10 O 180/15  

    Schmerzensgeld- und Schadensersatzbegehren aus einem Verkehrsunfall; Vermutung

  • LG Dessau-Roßlau, 22.03.2012 - 5 S 98/11  

    Schadensersatz bei Kfz-Unfall: Qualifikation als Feld- oder Waldweg; Geltung der

  • OLG Koblenz, 13.05.1985 - 12 U 876/84  

    Haftungsverteilung bei Kollision beim Einbiegen aus einem Feldweg

  • OLG Rostock, 02.02.2007 - 3 W 144/05  
  • AG Kleve, 03.11.2011 - 28 C 113/11  

    Haftung eines Fahrradfahrers bei Zusammenstoß mit einem von rechts kommenden PKW

  • OLG Köln, 17.02.1995 - 19 U 140/94  

    Haftungsverteilung bei Vorfahrtverletzung und überhöhter Geschwindigkeit des

  • KG, 20.01.1994 - 12 U 3714/92  

    Anspruch auf Schadensersatz auf Grund der Beschädigung eines PKWs bei einem

  • LG Neubrandenburg, 08.05.2009 - 12 O 28/09  

    Haftung bei Verkehrsunfall: Kollision eines mit erheblich überhöhter

  • LG Wuppertal, 05.01.2018 - 9 S 207/17  

    Keine Unabwendbarkeit bei vorhersehbarer Vorfahrtverletzung

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