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   BGH, 05.03.1974 - VI ZR 222/72   

Volltextveröffentlichungen (3)

  • JLaw (App) | www.prinz.law PDF
  • Jurion

    Anspruch auf Schadensersatz wegen einer Amtspflichtverletzung auf Basis der Bundesnotarsordnung (BNotO) - Inhalt und Umfang der Aufklärungspflichten eines Notars - Notwendigkeit der Kausalität zwischen Schaden und Amtspflichtverletzung - Beweislastverteilung bei einer Amtspflichtverletzung - "Dritte" im Sinne des § 19 BNotO

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Papierfundstellen

  • MDR 1974, 747
  • DNotZ 1975, 367
  • VersR 1974, 782
  • DVBl 1974, 591
  • DB 1974, 915



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Wird zitiert von ... (18)  

  • BGH, 09.07.1992 - IX ZR 209/91

    Beurkundungszwang für Treuhandverträge bei Bauherrenmodell

    Im Rahmen des § 19 BNotO hat der Geschädigte unter anderem zu beweisen, daß der ihm entstandene Schaden in ursächlichem Zusammenhang mit der Amtspflichtverletzung steht (BGH, Urt. v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72, DNotZ 1975, 367 f m.w.N.; v. 29. September 1981 - VI ZR 2/80, VersR 1982, 158, 159; Haug a.a.O. Rdn. 845 m.w.N.).

    Dementsprechend ist jede Beweiserleichterung versagt worden, wenn der Rat nur der Information zur freien Entscheidung dienen sollte (Baumgärtel VersR 1983, 450, 451 im Anschluß an BGH, Urt. v. 17. Februar 1974 - VII ZR 93/73, VersR 1974, 598, 599) oder soweit es um anderweitige Vermögensdispositionen des Geschädigten aufgrund eines geschuldeten warnenden Hinweises ging (BGH, Urt. v. 13. April 1961 - III ZR 28/60, VersR 1961, 610, 611; v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72, VersR 1974, 782 f; v. 28. September 1988 - IVa ZR 45/87, NJW-RR 1989, 152, 153; Haug a.a.O. Rdn. 861, vgl. auch Vollkommer, Anwaltshaftungsrecht Rdn. 510 f).

    Soweit keine feste Lebenserfahrung für eine bestimmte Entwicklung spricht, muß auch bei Amtspflichtverletzungen der Geschädigte beweisen, daß sein Schaden durch die Amtspflichtverletzung des Notars verursacht worden ist (BGH, Urt. v. 23. Mai 1960 - III ZR 110/59, WM 1960, 1150, 1151 f; v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72, LM § 282 ZPO (Beweislast) Nr. 27).

    Denn im Rahmen des § 19 BNotO - wie des § 839 BGB (vgl. dazu BGH, Urt. v. 22. Mai 1986 - III ZR 237/84, NJW 1986, 2829, 2831) - gehört der Eintritt eines Vermögensschadens in den Bereich der haftungsausfüllenden Kausalität (BGHZ 58, 343, 349 [BGH 02.05.1972 - VI ZR 193/70] m.w.N.; BGH, Urt. v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72, aaO; v. 20. Februar 1975 - VI ZR 129/73, VersR 1975, 540, 541; v. 29. September 1981 - VI ZR 2/80, VersR 1982, 158, 160; Senatsurt. v. 14. März 1985 - IX ZR 26/84, ZIP 1985, 1143, 1146; Haug a.a.O. Rdn. 845; Riederer von Paar DNotZ 1985, 25, 29).

  • BGH, 28.06.1990 - IX ZR 209/89

    Zurückhalten von Sachvortrag durch den Prozeßbevollmächtigten; Haftung des

    Die Frage, was geschehen wäre, wenn der Rechtsanwalt pflichtgemäß gehandelt hätte, ist nach § 287 ZPO unter Würdigung aller Umstände nach freier Überzeugung zu entscheiden (BGH, Urt. v. 15. März 1974 - VI ZR 222/72, VersR 1974, 782, 783; Senatsurt. v. 20. November 1984 - IX ZR 9/84, aaO).
  • BGH, 27.05.1993 - IX ZR 66/92

    Prüfungs- und Hinweispflichten bei Grundstückskauf - Stellvertretung und

    Spricht weder die Regel des Lebens noch eine tatsächliche Vermutung oder Wahrscheinlichkeit für einen erfahrungsgemäßen Ablauf, so bleibt es dabei, daß der Geschädigte den Ursachenzusammenhang zwischen der Amtspflichtverletzung und seinem geltend gemachten Schaden beweisen muß und die Nichtfeststellbarkeit zu seinen Lasten geht (BGH, Urt. v. 23. Mai 1960 - III ZR 110/59, WM 1960, 1150, 1151; v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72, LM ZPO § 282 - Beweislast - Nr. 27 = DNotZ 1975, 367 f; Baumgärtel/Laumen, Handbuch der Beweislast im Privatrecht 2. Aufl. § 675 Rdnr. 59 f; Seybold/Hornig, BNotO 5. Aufl. § 19 Rdnr. 106 ff).
  • OLG Hamm, 27.07.2012 - 11 U 74/11

    Pflicht des Notars zur Aufklärung und Belehrung über das Entstehen von

    Dabei ist es grundsätzlich Aufgabe des Geschädigten, den Ursachen- und Zurechnungszusammenhang zwischen der Amtspflichtverletzung und dem eingetretenen Schaden darzulegen und gegebenenfalls zu beweisen (so bereits: BGH, Urteil vom 05.03.1974 zu VI ZR 222/72, zitiert nach juris Rn. 15; BGH, DNotZ 1985, 234, 236; BGH, NJW 1993, 3259; im Anschluss: Senat, Urteile vom 01.12.2010 zu I-11 U 341/09 und vom 27.01.2012 zu I-11 U 7/11; Senat, Beschluss vom 14.08.2006 zu 11 W 5/06; Sandkühler, a.a.O., § 19 Rn. 156).
  • BGH, 20.02.1975 - VI ZR 129/73

    Schuldhafte Verletzung eines Anwaltsvertrages - Anspruch auf Schadensersatz -

    Zutreffend ist zunächst der Hinweis des Berufungsgerichts, daß der Anscheinsbeweis (im allgemeinen) versagt, wenn festgestellt werden muß, wie ein Mensch gehandelt haben würde (vgl. BGHZ 31, 351, 357 [BGH 16.12.1959 - IV ZR 206/59]; BGH Urt.v. 25. März 1953 - II ZR 146/52 = LM ZPO § 286 [C] Nr. 11; anders nur, wenn der individuelle Willensentschluß die Reaktion auf die Warnung vor der Übernahme besonderer Risiken betrifft: Senatsurteil vom 5. März 1974 - VI ZR 222/72 = VersR 1974, 782, 783).

    Bei Schadensersatzansprüchen wegen Amtspflichtverletzung gehört dagegen der Schadenseintritt nicht zum Haftungsgrund (BGHZ 58, 343, 349 [BGH 02.05.1972 - VI ZR 193/70]; Senatsurteil vom 5. März 1974 - VI ZR 222/72 = LM ZPO § 282 [Beweislast] Nr. 27 - VersR 1974, 782, 783, jeweils m.w.Nachw.).

  • BGH, 20.11.1984 - IX ZR 9/84

    Versäumen verjährungsunterbrechender Maßnahmen durch den Anwalt - Kostenlast des

    Die Frage, was geschehen wäre, wenn der Rechtsanwalt pflichtgemäß gehandelt hätte, ist nach § 287 ZPO unter Würdigung aller Umstände nach freier Überzeugung zu entscheiden (BGH, Urt. v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72, LM ZPO § 282 (Beweislast) Nr. 27 - VersR 1974, 782, 783 m.w.Nachw.).

    Die Beweislastregeln des Vorprozesses wirken - mit gewissen Erleichterungen - auch für den Schadensersatzprozeß (vgl. BGHZ 30, 226, 232; BGH, Urteile v. 5. März 1974 a.a.O. und v. 11. März 1980 - VI ZR 91/79, VersR 1980, 649; Staudinger/Medicus a.a.O. Rdn. 91; Baumbach-Lauterbach-Hartmann, ZPO 42. Aufl. Anhang nach § 286 Nr. 4 "Schadensersatz").

  • BGH, 15.11.1984 - IX ZR 31/84

    Darlegungs- und Beweislast bei Inanspruchnahme eines Notars

    Der Geschädigte hat als Grund des Anspruchs die den Tatbestand des § 19 Abs. 1 Satz 1 BNotO ausfüllenden Umstände - die ursächliche Verknüpfung von Pflichtwidrigkeit und Schaden mit gewissen Erleichterungen - darzutun (BGH, Urt. v. 5. März 1974 - VI ZR 222/72 = LM ZPO § 282 (Beweislast) Nr. 27; vgl. auch Urt. v. 11. März 1980 - VI ZR 91/79 = VersR 1980, 649), aber nicht auch noch zu beweisen, daß dem Notar keine Rechtfertigung für eine Handlung zur Seite steht, die an sich den Tatbestand der schadenverursachenden Amtspflichtverletzung nach §§ 19, 23 und 24 BNotO erfüllt.

    Für die Frage der ursächlichen Verknüpfung zwischen einer festgestellten Amtspflichtverletzung und dem behaupteten Schaden wird auf die Darlegung im Urteil vom 5. März 1974 - VI ZR 222/72 (aaO) verwiesen.

  • BGH, 23.06.1981 - VI ZR 42/80

    Verjährung von Gewährleistungsansprüchen bei Vereinbarung der Gewährleistung nach

    Wenn nämlich ein Vertragspartner den anderen vor der Übernahme bestimmter Risiken zu warnen hatte, trifft regelmäßig ihn als den Aufklärungspflichtigen die Beweislast dafür, daß der Schaden auch bei pflichtgemäßem Verhalten eingetreten wäre, weil sich der Geschädigte über jeden Rat oder Hinweis hinweggesetzt hätte (BGHZ 61, 118, 122; vgl. auch Senatsurteil vom 5. März 1974 - VI ZR 222/72 = VersR 1974, 782, 783).
  • BGH, 11.11.1981 - IVa ZR 182/80

    Begriff der Schenkung - Belohnung

    2. Der Tatrichter ist jedoch nach § 133 BGB nicht gehindert, einer Willenserklärung eine von ihrem Wort laut abweichende Auslegung zu geben (BGH Urteile vom 2. Februar 1977 - IV ZR 167/75 vom 10. Juli 1977 - V ZR 51/80 - WM 1981, 1171, 1172; vom 4. Juni 1980 - V ZR 67/79 - WM 1980, 1171; vom 5. März 1974 - VI ZR 222/72 - VersR 1974, 782).
  • BGH, 29.09.1981 - VI ZR 2/80

    Zur Belehrungspflicht des Notars bei ungewöhnlicher Darlehenssicherung

    Im Streitfall, in dem der Beklagte nur einfache Belehrungen über bestimmte, mit der Darlehenshingabe verbundene Gefahren unterlassen hatte, ist jedenfalls derzeit noch nicht einmal ein genügender Anhalt für einen für die Klägerin streitenden Anscheinsbeweis ersichtlich; denn insoweit besteht weder eine tatsächliche Vermutung noch eine tatsächliche Wahrscheinlichkeit für einen erfahrungsgemäßen Ablauf (Senatsurteil vom 5. März 1974 - VI ZR 222/72 = VersR 1974, 782, 783).

    Für die neue Verhandlung wird allerdings darauf hingewiesen, daß es sich bei der Frage, ob der geltend gemachte Schaden eine Folge der Amtspflichtverletzung war, entgegen der Auffassung der Revision nicht um die Beurteilung der haftungsbegründenden Kausalität, sondern um diejenige der haftungsausfüllenden Kausalität handelt, so daß der Tatrichter insoweit durch § 287 ZPO freier gestellt ist (BGHZ 58, 343, 349 [BGH 02.05.1972 - VI ZR 193/70]; Senatsurteil vom 5. März 1974 - VI ZR 222/72 = aaO).

  • BGH, 11.06.1987 - IX ZR 87/86

    Drittbezogenheit von Amtspflichten des Notars bei Beurkundung eines

  • BGH, 30.10.1984 - IX ZR 6/84

    Verletzung von Pflichten aus einem Anwaltsvertrag - Anspruch auf Schadensersatz -

  • OLG Hamm, 03.02.2012 - 11 U 237/10

    Pflichten des Notars bei Beurkundung einer Grundschuldbestellung

  • BGH, 24.02.1976 - VI ZR 118/74

    Anspruch auf Schadensersatz - Unsachgemäße Beratung und Belehrung bei der

  • OLG Dresden, 19.07.2000 - 6 U 897/00

    Schadensersatzanspruch wegen Gewerbemietausfällen aufgrund von Bauverzögerungen

  • OLG München, 21.03.2002 - 1 U 4856/01

    Zur Haftung des Notars wegen Verletzung seiner Prüfungs- und Belehrungspflichten

  • BGH, 07.11.1978 - VI ZR 171/77

    Schadensersatz nach den Grundsätzen der Amtshaftung - Voraussetzungen für das

  • OLG München, 19.02.2002 - 30 U 148/01

    Haftung des Steuerberaters für Beratungsverschulden bei steuermindernden Anlagen

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