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   LG Kempten, 10.04.1968 - S 211/66   

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LG Kempten, 10.04.1968 - S 211/66 (https://dejure.org/1968,2913)
LG Kempten, Entscheidung vom 10.04.1968 - S 211/66 (https://dejure.org/1968,2913)
LG Kempten, Entscheidung vom 10. April 1968 - S 211/66 (https://dejure.org/1968,2913)
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Volltextveröffentlichung

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse

Papierfundstellen

  • VersR 1969, 743
 
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Wird zitiert von ...

  • AG Brandenburg, 23.08.2012 - 34 C 127/11

    Dachlawine - Haftung des Hauseigentümers

    Diese Pflicht besteht auch unabhängig von der baurechtlichen Pflichtigkeit (Reichsgericht, JW 1909, Seite 432; Reichsgericht, JW 1931, Seite 344; OLG Köln, VersR 1958, Seite 114; OLG München, VersR 1965, Seite 908; LG Augsburg, DAR 1965, Seite 96; LG Kempten, VersR 1969, Seite 743; AG Wangen, VersR 1979, 923; Gaisbauer, VersR 1971, Seiten 199 ff.).

    Diese allgemeine Verkehrssicherungspflicht gilt auch, wenn die Gefahr besteht, dass die Benutzer einer öffentlichen Straße oder eines öffentlichen Weges durch Dachlawinen von einem unmittelbar an der Straße stehenden Gebäudes - wie hier der St. Katharinenkirche - geschädigt werden, da diese Rechtsgrundsätze auch für Kirchengebäude gelten (vgl. OLG Karlsruhe, NJW-RR 1986, Seite 1404 = Justiz 1987, Seite 21 = VersR 1987, Seite 107; LG Memmingen, NJW-RR 1989, Seiten 986 f.; LG Kempten, Urteil vom 10.04.1968, Az.: S 211/66, u. a. in: VersR 1969, Seiten 743 f.).

    Der Grad der vom Gebäudeeigentümer anzuwendenden Sorgfalt bestimmt sich - beim Fehlen baurechtlicher Anordnungen wie hier - somit danach, was der "normale und gesunde Verkehr" hier vor Ort erfordert, wobei die Anforderungen je nach den örtlichen Gegebenheiten durchaus verschieden sind (BGH, Urteil vom 08.12.1954, VI ZR 289/53, u. a. in: NJW 1955, Seiten 300 f. = VersR 1955, Seite 82 = BB 1955, Seiten 49 f. = DB 1955, Seite 46 = VRS Band 8, Seite 99 = LM Nr. 4 zu § 823 BGB; OLG Brandenburg, Urteil vom 23.08.2011, Az.: 2 U 55/10, u. a. in: NJW-RR 2012, Seiten 96 f.; OLG Saarbrücken, VersR 1985, Seite 299; OLG München, NJW 1965, Seite 1085; LG Augsburg, DAR 1965, Seite 96; LG Kempten, VersR 1969, Seite 743; Gaisbauer, VersR 1971, Seiten 199 ff.).

    Örtliche Gegebenheiten und Zumutbarkeit sind daher in weitgehendem Maße die Kriterien, nach denen sich nicht nur die grundsätzliche Verpflichtung zur Vornahme von Schutzmaßnahmen, sondern auch die Art derselben bestimmen (LG Kempten, VersR 1969, Seite 743; Gaisbauer, VersR 1971, Seiten 199 ff.).

    Unter Berücksichtigung dessen ist somit hier aber zunächst grundsätzlich davon auszugehen, dass - bei Fehlen besonderer gesetzlicher Vorschriften - die Anbringung eines sich über die ganze Breite der Hausfront erstreckenden Schneefanggitters nicht in jedem Falle, sondern nur unter besonderen Voraussetzungen vom Gebäudeeigentümer verlangt werden kann (BGH, Urteil vom 08.12.1954, VI ZR 289/53, u. a. in: NJW 1955, Seiten 300 f. = VersR 1955, Seite 82 = BB 1955, Seiten 49 f. = DB 1955, Seite 46 = VRS Band 8, Seite 99 = LM Nr. 4 zu § 823 BGB; OLG Jena, Urteil vom 18.06.2008, Az.: 2 U 202/08, u. a. in: NJW-RR 2009, Seiten 168 f.; OLG Jena, Urteil vom 20.12.2006, Az.: 4 U 865/05, u. a. in: OLG-Report 2007, Seiten 173 f.; OLG Zweibrücken, OLG-Report 2000, Seite 7; OLG Dresden, OLG-Report 1997, Seite 121; OLG Köln, VersR 1988, Seite 1244; OLG Saarbrücken, VersR 1985, Seite 299; OLG Karlsruhe, NJW 1983, Seite 2946; OLG Stuttgart, MDR 1983, Seite 316; OLG München, NJW 1965, Seite 1085; OLG Stuttgart, DAR 1964, Seite 214; OLG Düsseldorf, VersR 1961, Seite 911; LG Konstanz, VersR 1965, Seite 1013; LG Kempten, VersR 1969, Seite 743; AG Burgwedel, NHG 1968, Seite 25; Gaisbauer, VersR 1971, Seiten 199 ff.).

    Auch und gerade die Räumung des Daches einer Kirche - wie hier - ist wegen der erheblichen Gefahren für die Ausführenden grundsätzlich unzumutbar (LG Kempten, VersR 1969, Seite 743).

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