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   BFH, 21.03.1995 - XI R 85/93   

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https://dejure.org/1995,132
BFH, 21.03.1995 - XI R 85/93 (https://dejure.org/1995,132)
BFH, Entscheidung vom 21.03.1995 - XI R 85/93 (https://dejure.org/1995,132)
BFH, Entscheidung vom 21. März 1995 - XI R 85/93 (https://dejure.org/1995,132)
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Volltextveröffentlichungen (4)

Kurzfassungen/Presse

  • datenbank.nwb.de (Leitsatz)

    § 18 EStG
    Einkommensteuer; Abgrenzung zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit eines Arztes für Laboratoriumsmedizin

In Nachschlagewerken

Papierfundstellen

  • BFHE 177, 377
  • NJW 1995, 3078
  • BB 1995, 1630
  • BB 1995, 1727
  • DB 1995, 2146
  • BStBl II 1995, 73
  • BStBl II 1995, 732
 
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Wird zitiert von ... (83)

  • BFH, 14.05.2019 - VIII R 35/16

    Prüfingenieure üben eine freiberufliche Tätigkeit aus

    Auch bei Berufsgruppen, in denen der das Berufsbild prägende "persönliche, individuelle Dienst" am Auftraggeber in den Hintergrund tritt (vgl. zum Arzt für Laboratoriumsmedizin - Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 21. März 1995 - XI R 85/93, BFHE 177, 377, BStBl II 1995, 732; s.a. Senatsbeschluss in BFH/NV 2018, 945) bzw. in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen, in denen infolge des technischen Fortschritts der Anteil der "individuell freiberuflichen" Arbeitsleistung kleiner (geworden) ist, kann nicht auf das Erfordernis der persönlichen Teilnahme an der praktischen Arbeit verzichtet werden (vgl. Schmidt/Wacker, EStG, 38. Aufl., § 18 Rz 28).

    Dementsprechend ist ein selbständig tätiger Ingenieur nur eigenverantwortlich tätig, wenn die Ausführung jedes einzelnen Auftrags ihm selbst --und nicht dem qualifizierten Mitarbeiter, den Hilfskräften oder dem Unternehmen als Ganzem-- zuzurechnen bzw. als seine erkennbar ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 177, 377, BStBl II 1995, 732, m.w.N.; vgl. zum Bau- bzw. Vermessungsingenieur z.B. BFH-Beschluss in BFH/NV 2006, 55; BFH-Urteile in BFHE 157, 106, BStBl II 1989, 727; in BFHE 93, 468, BStBl II 1968, 820).

  • FG Baden-Württemberg, 12.10.2001 - 9 K 285/96

    Eigenverantwortlichkeit der Tätigkeit eines Laborarztes;

    Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - BFH - sei wesentliches Merkmal der freiberuflichen Tätigkeit die unmittelbare, persönliche und individuelle Arbeitsleistung des freiberuflich Tätigen (Hinweis auf Urteil des BFH vom 21.03.1995 XI R 85/93, Bundessteuerblatt -BStBl- II 1995, 732).

    Auch eine besonders intensive leitende Tätigkeit, etwa Organisation, Arbeitsplanung, Arbeitsverteilung, Aufsicht und stichprobenweise Überprüfung, könne allerdings die eigenverantwortliche Tätigkeit nicht ersetzen (Hinweis auf BFH-Beschluss vom 07.10.1987, X B 54/87, BStBl II 1988, 17; BFH-Urteile vom 25.11.1975 VIII R 116/74, BStBl II 1976, 155; in BStBl II 1995, 732).

    So habe der BFH in seiner Entscheidung in BStBl II 1995, 732 bei einem Laborarzt, dem 14 bis 20 MTA und durchschnittlich je Untersuchung 36, 5 Sek.

    Diese seien aber nicht mit den Verhältnissen vergleichbar, über die im BFH-Urteil in BStBl II 1995, 732 entschieden worden sei.

    Den Entscheidungen des BFH zur GewSt-Pflicht der Laborärzte, auf die sich die Rechtsauffassung des Bekl stütze (Urteile vom 25.11.1975, BStBl II 1976, 155; BStBl II 1990, 507; BStBl II 1995, 732; BStBl II 1988, 17), lägen Untersuchungszahlen zwischen 147.000 und 448.000 pro Jahr zugrunde.

    Wie den Formulierungen "als Ausübung eines freien Berufs" in § 1 Abs. 1 GewStDV bis 1983 und später in § 15 Abs. 2 Satz 1 EStG sowie in § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG "Berufstätigkeit der Ärzte ..." zu entnehmen ist, kommt es für die Abgrenzung zwischen gewerblichen und freiberuflichen Einkünften nicht schlechthin auf die Aus- und Vorbildung sowie auf die Berufsbezeichnung des Steuerpflichtigen, sondern auf die Art. der von ihm ausgeübten Tätigkeit an (so grundlegend BFH-Urteil in BStBl II 1995, 732 im Anschluss an BFH-Urteil in BStBl II 1990, 507 unter Hinweis auf BFH-Urteil vom 25. November 1975 VIII R 116/76, BFHE 117, 247 , BStBl II 1976, 155).

    Wesentliches Merkmal der freiberuflichen Tätigkeit zur Abgrenzung gegenüber der gewerblichen Tätigkeit ist die unmittelbare, persönliche und individuelle Arbeitsleistung des Freiberuflers (vgl. BFH-Urteil vom 21. März 1995 XI R 85/93 mit Hinweis auf die ständige Rechtsprechung in den BFH-Urteilen vom 25. Oktober 1963 IV 373/60 U, BFHE 77, 750, BStBl III 1963, 595; vom 29. Juli 1965 IV 61/65 U, BFHE 83, 154, BStBl III 1965, 557; vom 5. Dezember 1968 IV R 125/66, BFHE 94, 344, BStBl II 1969, 165; vom 20. April 1989 IV R 299/83, BFHE 157, 106 , BStBl II 1989, 727; vom 1. Februar 1990 IV R 140/88, BFHE 159, 535 , BStBl II 1990, 507; BFH-Beschluß vom 7. Oktober 1987 X B 54/87, BFHE 151, 147, BStBl II 1988, 17).

    b) Nach § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG ist ein Angehöriger eines freien Berufes auch dann freiberuflich tätig, wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient; Voraussetzung ist allerdings, dass er aufgrund eigener Fachkenntnisse leitend und eigenverantwortlich tätig wird (vgl. zur Entstehungsgeschichte dieser Regelung durch das Steueränderungsgesetz >StÄndG< 1960 in Abgrenzung zur Vervielfältigungstheorie das BFH-Urteil vom 21. März 1995 XI R 85/93 mit Hinweis auf die Begründung des Regierungsentwurfs, BTDrucks III/1811, S. 11, 12, sowie Bericht des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags, zu BTDrucks III/1941, S. 4).

    Bei einem Arzt für Laboratoriumsmedizin zählen MTA zu den fachlich vorgebildeten Arbeitskräften (vgl. Urteile in BFHE 159, 535 , BStBl II 1990, 507 und BFHE 177, 377 , BStBl II 1995, 732).

    Auch eine besonders intensive leitende Tätigkeit kann allerdings die eigenverantwortliche Tätigkeit nicht ersetzen; denn das Tatbestandsmerkmal eigenverantwortlich hat gegenüber dem Merkmal "leitend" eine selbständige Bedeutung (vgl. ausführlich dazu BFH-Beschluss in BFHE 151, 147, BStBl II 1988, 17; BFH-Urteile in BFHE 117, 247 , BStBl II 1976, 155; BFHE 177, 377 , BStBl II 1995, 732; vom 20.12.2000 XI R 8/00, DStRE 2001, 577).

    Die Grenze zum Gewerbebetrieb ist deshalb schon dann überschritten, wenn der Steuerpflichtige sich nur noch um besonders wichtige oder besonders schwierige Aufträge selbst kümmert, die einfachen oder weniger bedeutsamen aber ganz seinen Mitarbeitern überlässt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 117, 247 , BStBl II 1976, 155; BFHE 177, 377 , BStBl II 1995, 732; DStRE 2001, 577).

    Ein Arzt für Laboratoriumsmedizin, bei dem typischerweise der das Berufsbild des Arztes prägende "persönliche, individuelle Dienst am Patienten" in den Hintergrund tritt, weil er in besonderem Maße auf die technischen Einrichtungen und die Mithilfe qualifizierter Mitarbeiter angewiesen ist, übt seine Tätigkeit nur dann eigenverantwortlich aus, wenn er jeden eingegangenen Untersuchungsauftrag nach Inhalt und Fragestellung zur Kenntnis nimmt, die Bearbeitung durch die zuständigen Abteilungen sowie die Auswahl und Anwendung der Untersuchungsmethode kontrolliert und die Plausibilität des Ergebnisses in bezug auf die Befunderhebung und Befundauswertung nachprüft (BFH-Urteile in BFHE 159, 535 , BStBl II 1990, 507 und BFHE 177, 377 , BStBl II 1995, 732).

    Der erkennende Senat kann im Streitfall dahinstehen lassen, ob der Rechtsprechung des BFH auch insoweit uneingeschränkt zu folgen ist, als danach auf die persönliche Mitarbeit am einzelnen Untersuchungsauftrag auch im Hinblick auf die fortschreitende Technisierung nicht verzichtet werden könne und dann, wenn die persönliche, individuelle Dienstleistung durch EDV-Programme ersetzt werde, keine die Ausübung des freien Berufs prägende eigenverantwortliche Tätigkeit mehr vorliege (BFHE 177, 377 , BStBl II 1995, 732 [735]).

    Dem Kl stand damit im Durchschnitt deutlich mehr Zeit je Auftrag und Untersuchung zur Verfügung, als die vom BFH offenbar als Grenze gesehene Zeit von etwa 30 Sekunden pro Untersuchung (vgl. BFHE 177, 377 , BStBl II 1995, 732 [735]), bei der nicht mehr davon ausgegangen werden könne, dass der Laborarzt dem einzelnen Auftrag den Stempel seiner persönlichen Arbeit aufdrücken könne.

  • FG Niedersachsen, 22.10.2017 - 13 K 179/15

    Arzt für Zytologie

    Wesentliches Merkmal der freiberuflichen Tätigkeit zur Abgrenzung gegenüber der gewerblichen Tätigkeit ist die unmittelbare, persönliche und individuelle Arbeitsleistung des Freiberuflers (ständige Rechtsprechung, vgl. z. B. BFH, Urteil vom 25.10.1963 - IV 373/60 U, BStBl III 1963, 595; BFH, Urteil vom 29.07.1965 - IV 61/65 U, BStBl III 1965, 557; BFH, Urteil vom 05.12.1968 - IV R 125/66, BStBl II 1969, 165; BFH, Beschluss vom 07.10.1987 - X B 54/87, BStBl II 1988, 17; BFH, Urteil vom 20.04.1989 - IV R 299/83, BStBl II 1989, 727; BFH, Urteil vom 01.02.1990 - IV R 140/88, BStBl II 1990, 507; BFH, Urteil vom 21.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732).

    Der 2. Halbsatz des § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG, insbesondere das Wort eigenverantwortlich, bringt zum Ausdruck, dass - entsprechend dem historisch gewachsenen Begriff des freien Berufs - der unmittelbare persönliche Einsatz des Berufsträgers bei der Bewältigung der ihm übertragenen Aufgaben erforderlich ist (BFH, Urteil vom 21.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732).

    Sie dürfen nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 MTA-Gesetz medizinische und chemische Untersuchungen nach Standardverfahren durchführen, wobei sie insoweit nicht auf untergeordnete Tätigkeiten beschränkt sind (BFH, Urteil vom 21.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732).

    Die Ausführung jedes einzelnen Auftrags muss vielmehr ihm selbst und nicht den qualifizierten Mitarbeitern, den Hilfskräften, den technischen Hilfsmitteln oder dem Unternehmen als Ganzem zuzurechnen sein (vgl. BFH, Urteil vom 25.11.1975 - VIII R 116/74, BStBl II 1976, 155; BFH, Urteil vom 21.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732).

    Um seine Tätigkeit als eigenverantwortlich zu werten, muss er jedoch jeden eingegangenen Untersuchungsauftrag nach Inhalt und Fragestellung zur Kenntnis nehmen, die Bearbeitung durch die zuständigen Abteilungen sowie die Auswahl und Anwendung der Untersuchungsmethode kontrollieren und die Plausibilität des Ergebnisses (Befunderhebung und Befundauswertung) nachprüfen (BFH, Urteil vom 31.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732; BFH, Urteil vom 01.02.1990 - IV R 140/88, BStBl II 1990, 507).

    Auch wenn man berücksichtigt, dass der Zeitaufwand hinsichtlich der einzelnen Untersuchungen und deren Befundung unterschiedlich ist, so kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass der Laborarzt dem einzelnen Auftrag "den Stempel seiner persönlichen Arbeit aufdrücken" kann, wenn ihm pro Untersuchung im Durchschnitt etwa 30 Sekunden zur Verfügung stehen (BFH, Urteil vom 21.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732).

    Sie besagt aber nichts darüber, ob er an der Bearbeitung des einzelnen Auftrags in der gebotenen Weise persönlich mitgewirkt hat (BFH, Urteil vom 21.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732).

    In seinem Urteil vom 21.03.1995 (Az.: XI R 85/93, BStBl II 1995, 732) hat der Bundesfinanzhof die zu einem Arzt für Laboratoriumsmedizin ergangene Vorentscheidung (Finanzgericht Baden-Württemberg) bestätigt und hierzu ausgeführt: "Die Vorentscheidung ist von den vorgenannten Rechtsgrundsätzen ausgegangen.

    Bedient sich ein Berufsträger nach § 18 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EStG - wie im Streitfall der Kläger als Arzt für Zytologie - der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte, dann ist er nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, der sich der erkennende Senat anschließt, nur dann freiberuflich tätig, wenn er jeden eingegangenen Untersuchungsauftrag nach Inhalt und Fragestellung zur Kenntnis nimmt, die Bearbeitung durch die zuständigen Abteilungen sowie die Auswahl und Anwendung der Untersuchungsmethode kontrolliert und die Plausibilität des Ergebnisses (Befunderhebung und Befundauswertung) nachprüft (BFH, Urteil vom 31.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732; BFH, Urteil vom 1.02.1990 - IV R 140/88, BStBl II 1990, 507).

    Selbst wenn diese Scheine - was vom Kläger so nicht vorgetragen wurde - von diesem vor dem Versenden der Ergebnisse noch unterschrieben worden wären, reicht die bloße Unterschrift des Klägers für eine eigenverantwortliche Mitwirkung bei jedem einzelnen Untersuchungsauftrag nicht aus (BFH, Urteil vom 21.03.1995 - XI R 85/93, BStBl II 1995, 732).

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