Rechtsprechung
   VGH Baden-Württemberg, 12.05.2005 - A 3 S 358/05   

Volltextveröffentlichungen (6)

  • Justiz Baden-Württemberg

    Keine Vorwirkung von EG-Richtlinien vor Ablauf der Umsetzungsfrist

  • Landesrecht Baden-Württemberg

    § 60 Abs 1 AufenthG 2004, Art 10 Abs 1b EGRL 83/2004
    Keine Vorwirkung von EG-Richtlinien vor Ablauf der Umsetzungsfrist

  • VD-BW Rechts- und Vorschriftendienst(Abodienst, kostenloser Testzugang, Einzelerwerb möglich, Leitsatz frei) (Volltext und Leitsatz)

    Qualifikationsrichtlinie; Vorwirkung; Religion; Missionierung; Christ; evangelische Freikirche

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  • Informationsverbund Asyl und Migration (Volltext/Auszüge)

    AufenthG § 60 Abs. 1; RL 2004/83/EG Art. 10 Abs. 1 b
    Iran, Anerkennungsrichtlinie, Religiös motivierte Verfolgung, Religiöses Existenzminimum, Verfolgungsbegriff, Richtlinienkonforme Auslegung

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Ausländerrecht, Asylrecht, Asylverfahrensrecht, Allgemeines materielles Asylrecht, Europarecht - Qualifikationsrichtlinie, Vorwirkung, Religion, Missionierung

  • Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)

    Qualifikationsrichtlinie, Vorwirkung, Religion, Missionierung

Kurzfassungen/Presse

  • vghmannheim.de (Pressemitteilung)

    Übertritt zum christlichen Glauben schützt nicht vor Abschiebung in den Iran

Verfahrensgang

  • VG Karlsruhe, 24.02.2005 - A 6 K 10687/03
  • VGH Baden-Württemberg, 12.05.2005 - A 3 S 358/05

Zeitschriftenfundstellen

  • ESVGH 56, 54 (Ls.)
  • VBlBW 2005, 3003
  • VBlBW 2005, 303
  • DVBl 2005, 1219 (Ls.)
  • DÖV 2005, 747
  • NVwZ 2005, 1098



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Wird zitiert von ... (69)  

  • OVG Niedersachsen, 05.10.2005 - 11 ME 247/05  

    Gemeinschaftsrechtlicher Ausweisungsschutz für assoziationsberechtigte türkische

    Vor Ablauf der Umsetzungsfrist entfaltet eine Richtlinie keine unmittelbare Wirkung (vgl. OVG NRW, Beschl. v. 4.7.2005 - 18 B 1635/04 - VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.5.2005 - A 3 S 358/05 -, InfAuslR 2005, 296 = NVwZ 2005, 1098; BayVGH, Urt. v. 7.4.2005 - 14 B 02.30878 -).

    Allerdings haben die nationalen Gerichte die Möglichkeit, im Hinblick auf Art. 10 Abs. 2 EGV schon ab Inkrafttreten einer Richtlinie insbesondere unbestimmte Rechtsbegriffe des nationalen Rechts - wenn auch ohne Berufung auf den gemeinschaftsspezifischen Anwendungsvorrang und nicht im Gegensatz zu sonstigen nationalen Vorschriften - richtlinienkonform auszulegen (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.5.2005, a.a.O.).

    Dies bedeutet zugleich, dass sich ein Ausländer zu einem früheren Zeitpunkt noch nicht mit Erfolg auf einzelne Richtlinienvorgaben berufen kann (so zu Recht VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.5.2005, a.a.O.).

    Aber selbst wenn man entgegen den vorstehenden Darlegungen der Auffassung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes (Beschl. v. 2.5.2005, a.a.O.) folgen würde, dass der von der Richtlinie 2004/38/EG vermittelte Ausweisungsschutz schon vor deren unmittelbarer Anwendbarkeit dem heutigen gemeinschaftsrechtlichen Stand der Freizügigkeitsrechte entspreche und bei der Entscheidung über die Ausweisung eines assoziationsberechtigten türkischen Staatsangehörigen zu berücksichtigen sei, würde dies dem Antragsteller nicht weiterhelfen.

  • VGH Baden-Württemberg, 21.06.2006 - A 2 S 571/05  

    Zur Auslegung des § 73 Abs 1 S 1 AsylVfG 1992 in der seit dem 01.01.2005

    Auf sie unmittelbar berufen kann sich ein Betroffener erst nach Ablauf dieser Frist und lediglich unter der Voraussetzung, dass die Richtlinie ihrem Inhalt nach ohne konkreten Umsetzungsakt vollzogen werden kann ("self-executing", s. Schoch, NordÖR 2004, 1, 5 m.w.N. in FN. 78 ff.; Beschl. des erk. Gerichtshofs vom 12.5.2005 - A 3 S 358/05 - m.w.N.).

    Diese "Vorwirkung" besteht nicht nur in einem Verbot, die Ziele der Richtlinie vor Ablauf der Umsetzungsfrist zu unterlaufen (BVerwG, Urteil vom 19.5.1998 - 4 A 9.97 - BVerwGE 107, 1, 22; Urteil vom 27.10.2000 - 4 A 18.99 - BVerwGE 112, 140, 156), sondern auch in einem vor Ablauf der Frist bestehenden Gebot zur einer "richtlinienkonformen Auslegung" nationaler Vorschriften (so BGH, Urteil vom 5.2.1998 - I ZR 211/95 - NJW 1998, 2208, 2210; ferner auch Schlussanträge GA Kokott vom 27.10.2005, Rs. C-212/04 - Adeneler u.a.; vgl. demgegenüber das noch engere Urteil des EuGH, Urteil vom 18.12.1997 - Rs. C-129/96 m. Anm. Weiß, DVBl. 1998, 568; zur Qualifikationsrichtlinie einschränkend auch VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 12.5.2005 - A 3 S 358/05 - offen lassend OVG NW, Beschluss vom 18.5.2005 - 11 A 533/05.A - NWVBl.

  • VG Lüneburg, 16.08.2006 - 1 A 406/03  

    Zuerkennung des Flüchtlingsstatus im Asylfolgeverfahren (zugleich Stellungnahme

    Teil Kap. 5 III 3, § 60 AufenthG Rdn. 13; EuGH, Urt. v. 9.3.2004 - C 397/01 - Pfeiffer, Rn. 101 ff; Meyer/ Schallenberger, NVwZ 2005, 776; VGH Baden-Württ., Beschl. v. 12.5.2005 - A 3 S 358/05 - , InfAuslR 2005, S. 296; VG Braunschweig Urt. v. 8.2.2005 - 6 A 541/04 - VG Stuttgart InfAuslR 2005, 345.; VG Karlsruhe, Urt. v. 14.3.2005 - A 2 K 10264/03 - VG Köln NVwZ-RR 2006, 67; BGH, NJW 1998, 2208).

    " haben die nationalen Gerichte die Möglichkeit, im Hinblick auf Art. 10 Abs. 2 EGV schon ab Inkrafttreten einer Richtlinie insbesondere unbestimmte Rechtsbegriffe des nationalen Rechts - wenn auch ohne Berufung auf den gemeinschaftsspezifischen Anwendungsvorrang und nicht im Gegensatz zu sonstigen nationalen Vorschriften - richtlinienkonform auszulegen (vgl. VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 12.5.2005, a.a.O.)." - so Nds. OVG, B. v. 5.10.2005 - 11 ME 247/05 - .

    Hierbei verbietet sich eine Unterscheidung nach öffentlichem und privatem Bereich religiöser Betätigung, weil ein öffentlicher Bereich in der Richtlinie 2004/83/ EG nicht mehr gesondert genannt wird (vgl. VGH Baden-Württ. InfAuslR 2005, S. 296/S. 298; Art. 10 Abs. 1 b der Richtlinie).

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