Rechtsprechung
| BVerwG, 13.11.1997 - 3 C 44.96 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Jurion
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Berufsrecht - Ärzte, Werbeverbot, Angabe der Andresse eines Herzkatheter-Meßplatzes durch einen Kardiologen in den "Geleben Seiten"
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
Werbeverbot für Ärzte; Branchentelefonbuch "Gelbe Seiten"; Angaben zu apparativer Ausstattung; Freiheit der Berufsausübung.
Kurzfassungen/Presse
- aerzteblatt.de (Pressemeldung)
Eintragung in "Gelbe Seiten": Angaben zu einem Herzkatheter-Meßplatz
Verfahrensgang
- VG Hamburg, 20.01.1995 - 2 VG 525/94
- OVG Hamburg, 24.05.1995 - Bf VI 46/95
- BVerwG, 13.11.1997 - 3 C 44.96
Zeitschriftenfundstellen
- BVerwGE 105, 362
- NJW 1998, 2759
- DVBl 1998, 532
- DÖV 1998, 513
- NVwZ 1998, 1078 (Ls.)
Wird zitiert von ... (34)
- BVerwG, 05.04.2001 - 3 C 25.00
Praxisschild mit "Akupunktur" // zusätzlicher Hinweis nötig
Die Tatsache, dass es sich dabei um Landesrecht handelt, hindert die Auslegung durch das Bundesverwaltungsgericht nicht, da es insoweit an einer nach § 137 VwGO bindenden Entscheidung des Berufungsgerichts fehlt (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. November 1997 - BVerwG 3 C 44.96 - BVerwGE 105, 362, 364).Dem ist der erkennende Senat gefolgt (vgl. Urteil vom 13. November 1997 - BVerwG 3 C 44.96 - BVerwGE 105, 362, 366 f.).
Sie können einer gesundheitspolitisch unerwünschten Kommerzialisierung des Arztberufs vorbeugen und eine Verfälschung des ärztlichen Berufsbildes verhindern (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. November 1997 a.a.O. S. 366).
Im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts hat der erkennende Senat jedoch auch ausgesprochen, dass für interessengerechte und sachangemessene Informationen, die keinen Irrtum erregen, im rechtlichen und geschäftlichen Verkehr Raum bleiben müsse (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. November 1997 a.a.O. S. 367; BVerfG, Beschluss vom 21. April 1993 - 1 BvR 166/89 - NJW 1993, 2988 f.; Beschluss vom 4. Juli 2000 - 1 BvR 547/99 - NJW 2000, 2734, vgl. auch Jaeger AnwBl 2000, 475, 480).
- BGH, 26.11.1998 - I ZR 179/96
Implantatbehandlungen
Dies ist eine ausreichend bestimmte Ermächtigungsgrundlage (vgl. dazu auch BVerfGE 71, 162, 172 f. = GRUR 1986, 382, 384 - Arztwerbung; BVerfGE 85, 248, 257 = GRUR 1992, 866, 868 - Hackethal; BVerwG NJW 1998, 2759).Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die Satzungsermächtigung in § 31 Heilberufegesetz aber ausreichend bestimmt, weil Werbebeschränkungen, durch die berufswidrige Werbung unterbunden werden soll, ein traditioneller Bestandteil des ärztlichen Berufsrechts sind, die lediglich in die Freiheit der Berufsausübung eingreifen (vgl. BVerfGE 76, 171, 185; BVerwG NJW 1998, 2759).
Dies gilt auch für die Außendarstellung von selbständig Berufstätigen durch Werbung (vgl. BVerfGE 94, 372, 389; BVerwG NJW 1998, 2759).
- OLG Düsseldorf, 18.07.2000 - 20 U 27/00
Anzeigenwerbung eines Zahnarztes mit Tätigkeitsschwerpunkten
(1) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. NJW 1986, 1533; NJW 1986, 1536; NJW 1992, 2341; NJW 1993, 2988; NJW 1994, 1591), des Bundesgerichtshofs (NJW 1998, 3414 - Patientenwerbung; NJW 1999, 1784 - Implantatbehandlungen; NJW 1999, 3414 - Notfalldienst; NJW 1999, 3416 Ärztlicher Hotelservice) und des Bundesverwaltungsgerichts (NJW 1998, 2759) sind Werbebeschränkungen und -Verbote für (Zahn-)ärzte grundsätzlich wirksam und stellen eine zulässige Beschränkung der Freiheit der Berufsausübung dar.(4) Hingewiesen wird auch darauf, daß Patienten ein berechtigtes Interesse an einer Information über besondere Methoden oder eine Schwerpunktbildung haben können (vgl. Papier/Petz, NJW 1994, 1554; s. auch BVerwG NJW 1998, 2759).
Das Bundesverwaltungsgericht (NJW 1998, 2759 unter 4.b)) hält dies bei Hinweisen auf die apparative Ausstattung oder auf besondere Behandlungsmethoden von Ärzten für möglich.
Da Kranke sich besonders leicht beeinflussen lassen (s. u.a. die Beschränkungen des Heilmittelwerbegesetzes), darf durch die Angaben nicht der Eindruck erweckt werden, andere (Zahn-) Ärzte, bei denen entsprechende Angaben fehlen, seien nicht willens oder in der Lage, in dieser Hinsicht fachgerecht tätig zu werden (vgl. BVerwG NJW 1998, 2759 unter 9.b)).
- BGH, 20.05.1999 - I ZR 40/97
Notfalldienst für Privatpatienten - berufswidrige Werbung
Dies gilt auch für die Außendarstellung von selbständig Berufstätigen durch Werbung (vgl. BVerfGE 94, 372, 389 = GRUR 1996, 899, 902 - Werbeverbot für Apotheker; BVerfG GRUR 1998, 71, 72 - Notarwerbung II; BVerwGE 105, 362, 363 = NJW 1998, 2759).Im Hinblick auf die Freiheit der Berufsausübung darf ein berufsrechtliches Werbeverbot aber nicht dahin ausgelegt werden, daß jede Werbung unzulässig ist; ein solches Werbeverbot darf sich vielmehr nur gegen eine berufswidrige Werbung richten (vgl. BVerfGE 71, 162, 164, 174 = GRUR 1986, 382, 385 - Arztwerbung; BVerfG GRUR 1998, 71, 72 - Notarwerbung II; BVerwGE 105, 362, 366 f. = NJW 1998, 2759, 2760).
- BGH, 09.07.1998 - I ZR 72/96
Patientenwerbung - berufswidrige Werbung
Das für Ärzte geltende Verbot berufswidriger Werbung ist eine verfassungsrechtlich unbedenkliche Regelung der Berufsausübung (vgl. BVerfGE 71, 162, 172 ff. - GRUR 1986, 382 - Arztwerbung; BVerfG NJW 1994, 1591, 1592 m.w.N.; vgl. weiter BVerwG DVBl. 1998, 532, 533). - BVerwG, 18.03.2003 - 3 C 23.02
Arztwerbung; Praxisschild; Hinweisschild; ausgelagerte Praxisräume; Hinweis auf …
Sie können einer gesundheitspolitisch unerwünschten Kommerzialisierung des Arztberufs vorbeugen und eine Verfälschung des ärztlichen Berufsbildes verhindern (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. November 1997 - BVerwG 3 C 44.96 - BVerwGE 105, 362, 366 f.).Im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts hat der erkennende Senat jedoch auch ausgesprochen, dass für interessengerechte und sachangemessene Informationen, die keinen Irrtum erregen, im rechtlichen und geschäftlichen Verkehr Raum bleiben müsse (vgl. BVerwG, Urteile vom 13. November 1997 a.a.O. S. 367 und vom 5. April 2001 - BVerwG 3 C 25.00 - Buchholz 418.00 Ärzte Nr. 104; BVerfG, Beschluss vom 21. April 1993 - 1 BvR 166/89 - NJW 1993, 2988 f.; Beschluss vom 4. Juli 2000 - 1 BvR 547/99 - NJW 2000, 2734; vgl. auch Jaeger AnwBl 2000, 475, 480).
- BVerwG, 24.09.2009 - 3 C 4.09
Zahnarzt; Werbung; Untersagung; Irreführung; sachangemessene Information; …
Für interessengerechte und sachangemessene Informationen, die keinen Irrtum erregen, muss im rechtlichen und geschäftlichen Verkehr jedoch Raum bleiben (vgl. nur BVerfG, Beschluss vom 11. Februar 1992 - 1 BvR 1531/90 - BVerfGE 85, 248 ; Kammerbeschluss vom 13. Juli 2005 - 1 BvR 191/05 - NJW 2006, 282;… BVerwG, Urteile vom 18. März 2003 a.a.O. , vom 5. April 2001 - BVerwG 3 C 25.00 - Buchholz 418.00 Ärzte Nr. 104 und vom 13. November 1997 - BVerwG 3 C 44.96 - BVerwGE 105, 362 = Buchholz 418.00 Ärzte Nr. 98 S. 44 f.). - BGH, 20.05.1999 - I ZR 54/97
Ärztlicher Hotelservice
Dies gilt auch für die Außendarstellung von selbständig Berufstätigen durch Werbung (vgl. BVerfGE 94, 372, 389 = GRUR 1996, 899, 902 - Werbeverbot für Apotheker; BVerfG GRUR 1998, 71, 72 - Notarwerbung II; BVerwGE 105, 362, 363 = NJW 1998, 2759).Im Hinblick auf die Freiheit der Berufsausübung darf ein berufsrechtliches Werbeverbot aber nicht dahin ausgelegt werden, daß jede Werbung unzulässig ist; ein solches Werbeverbot darf sich vielmehr nur gegen eine berufswidrige Werbung richten (vgl. BVerfGE 71, 162, 164, 174 = GRUR 1986, 382, 385 - Arztwerbung; BVerfG GRUR 1998, 71, 72 - Notarwerbung II; BVerwGE 105, 362, 366 f. = NJW 1998, 2759, 2760).
- VGH Baden-Württemberg, 28.03.2000 - 9 S 1195/99
Untersagung der Führung der Berufsbezeichnung "Apotheker" im Rahmen der Ausübung …
Hoheitliche Maßnahmen aber, die geschäftliche oder berufliche Werbung beschränken, sind Eingriffe in die Freiheit der Berufsausübung (BVerwG, Urt. vom 13.11.1997 - 3 C 44.96 -, DVBl. 1998, 532 = Buchholz 418.00 Nr. 98 m.w.N.).Das hat der Senat bereits grundsätzlich entschieden (…Senat, Normenkontrollbeschluss vom 27.03.1985 a.a.O.); hieran ist festzuhalten, zumal die Beteiligten insoweit Einwände nicht erheben (vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 19.11.1985 - 1 BvR 934/82 -, BVerfGE 71, 162 (S. 172f.); BVerwG, Urt. vom 13.11.1997 a.a.O.).
Das Werbeverbot ist auch verhältnismäßig, sofern dem Arzt nicht jegliche Werbung verboten, vielmehr die sachliche Information über seine berufliche Tätigkeit gestattet ist (BVerfG…, Beschluss vom 19.11.1985, a.a.O. (S. 173f.); Beschluss vom 11.02.1992 - 1 BvR 1531/90 -, BVerfGE 85, 248 (259f.); Beschluss vom 22.05.1996 - 1 BvR 744/88 u.a. -, BVerfGE 94, 372 (392); BVerwG, Urt. vom 13.11.1997, a.a.O. (533)).
- BSG, 12.09.2001 - B 6 KA 64/00 R
Vertragsarzt - Genehmigung zum Betrieb einer Zweigpraxis - Limited-Care-Dialyse - …
Deshalb ist auch der Betrieb eines Herzkatheter-Meßplatzes durch einen niedergelassenen Kardiologen in größerer räumlicher Entfernung von seiner Praxis berufsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl BVerwG, Urteil vom 13. November 1997 = BVerwGE 105, 362, 368, das von der berufsrechtlichen Zulässigkeit einer solchen Gestaltung ausgeht). - BGH, 16.11.1998 - I ZR 179/96
Implantatbehandlungen - berufswidrige Werbung
- VG Oldenburg, 12.12.2000 - 12 A 3047/99
Führen eines Professorentitels im ärztlichen-beruflichen Bereich; …
- BGH, 20.05.1999 - I ZR 42/97
Notfalldienst für Privatpatienten
- OVG Nordrhein-Westfalen, 14.10.2003 - 13 A 744/02
- VG Frankfurt/Main, 19.06.2000 - 21 BG 4/99
- VGH Baden-Württemberg, 10.07.2001 - 9 S 2320/00
Zusatzbezeichnung eines Zahnarztes nach Weiterbildung
- OVG Nordrhein-Westfalen, 02.01.2009 - 13 A 3618/06
Arzt- und Berufsrecht - Bezeichnung mit Tätigkeitsschwerpunkt „Mund- und …
- OVG Niedersachsen, 04.11.1999 - 8 L 1821/99
ärztliches Praxisschild "Akupunktur" ist unzulässige Werbung; Akupunktur; …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 29.07.2004 - 13 B 888/04
- OVG Nordrhein-Westfalen, 26.06.2008 - 13 A 1712/06
Unzulässigkeit einer Zahnarztwerbung mit dem MAC®-Logo sowie Geprüfte …
- OLG Hamm, 14.09.2000 - 4 U 57/00
Werbeverbot - Der Zusatz „Praxis für Ganzheitliche Zahnheilkunde“ auf dem …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 15.02.2002 - 13 A 5128/00
- OVG Nordrhein-Westfalen, 06.09.2010 - 13 A 583/08
Anspruch eines Tierarztes zur Führung der Bezeichnung "Fachpraxis für …
- OLG Düsseldorf, 25.02.2003 - 20 U 4/03
- OVG Nordrhein-Westfalen, 10.11.2003 - 13 B 1703/03
- OVG Rheinland-Pfalz, 07.08.1998 - 6 A 12779/97
- VG Köln, 22.03.2011 - 7 K 8382/09
- OVG Rheinland-Pfalz, 17.06.1998 - LBGH A 13038/97
- VGH Baden-Württemberg, 16.05.2000 - 9 S 1445/99
Niederlassung eines Arztes - ausgelagerte Praxisräume
- OVG Niedersachsen, 13.11.2001 - 8 L 4553/99
Ärztekammer; Weiterbildung; Berufsfreiheit; Facharztbezeichnung; Auslegung, …
- OLG Hamm, 29.03.2000 - 4 U 2/00
- OLG Hamm, 30.03.2000 - 4 U 2/00
- OLG Hamm, 13.04.2000 - 4 U 18/00
- OLG Hamm, 12.04.2000 - 4 U 18/00
Rechtsprechung
| BVerwG, 29.10.1997 - 3 B 150.97 |
Volltextveröffentlichungen
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GG Art. 12 Abs. 1
Berufsrecht - Ärzte, Anspruch auf Zulassung als Impfstelle für Gelbfieber-Impfungen
Kurzfassungen/Presse
- Jurion (Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Düsseldorf, 23.05.1996 - 25 K 347/96
- OVG Nordrhein-Westfalen, 14.04.1997 - 13 A 3461/96
- BVerwG, 29.10.1997 - 3 B 150.97
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1998, 2759 (Ls.)
- DVBl 1998, 531
Wird zitiert von ... (2)
- OVG Sachsen, 24.06.2011 - 3 A 774/10
Gelbfieberimpfung, Zulassung, Impfstelle niedergelassener Arzt
Damit bestätige sich die Einschätzung des Bundesverwaltungsgerichts (im Beschl. v. 29. Oktober 1997, DVBl. 1998, 531), wonach die Berufsausübung durch die Zulassung als Gelbfieberimpfstelle nur am Rande berührt werde und deshalb der Gesetzgeber nicht gehalten gewesen sei, eine detaillierte Regelung über die Zulassungsvoraussetzung und das Zulassungsverfahren zu erlassen.Ob die vorgenannten Regelungen auch die Durchführung von Gelbfieberimpfungen durch nicht zugelassene Stellen ausschließen oder lediglich die Befugnis zur Ausstellung international anerkannter Bescheinigungen über die Impfung (vgl. dazu BVerwG, Beschl. v. 29. Oktober 1997, DVBl. 1998, 531), bedarf hier keiner Entscheidung.
21 Aus den Regelungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften und dem Gesetz vom 20. Juli 2007 ergibt sich kein unmittelbarer Rechtsanspruch eines niedergelassenen Arztes auf Zulassung als bescheinigungsberechtigte Impfstelle (BVerwG, Beschl. v. 21. Mai 1981, Buchholz 418.00 Ärzte Nr. 48; Beschl. v. 29. Oktober 1997, a. a. O.).
Ein Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit liegt bereits dann vor, wenn durch eine staatliche Maßnahme der berufliche Wettbewerb beeinflusst wird (vgl. BVerfG, Beschl. v. 25. März 1992, BVerfGE 86, 28; BVerwG, Beschl. v. 29. Oktober 1997, a. a. O. [offengelassen]).
Vielmehr genügt die auf dem Gesetz vom 20. Juli 2007 i. V. m. den Zulassungskriterien des Beklagten beruhende Zulassungspraxis den an eine gesetzliche Regelung i. S. v. Art. 12 Abs. 1 Satz 2 GG zu stellenden Anforderungen (BVerwG, Beschl. v. 29. Oktober 1997, DVBl. 1998, 531;… ebenso NdsOVG, Urt. v. 23. Januar 1998 8 L 3270/96 ).
Beides ist rechtlich nicht zu beanstanden (vgl. BVerwG, Beschl. v. 29. Oktober 1997, a. a. O.;… OVG NW, Urt. v. 14. April 1997 13 A 3461/96 ).
- BVerwG, 20.05.1998 - 3 B 62.98 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
