Rechtsprechung
| BGH, 27.01.1988 - VIII ZR 155/87 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Jurion
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Sittenwidrigkeit eines als Haustürgeschäft zustande gekommenen Möbelkaufvertrages
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Sittenwidrigkeit eines Möbelkaufvertrages wegen überraschenden Haustürangebots, fehlender Qualitätsprüfung, unbilliger Verzugsfolgen und bedeutungsloser Preisgarantie
Kurzfassungen/Presse
- recht.com (Leitsatz/Auszüge/Zusammenfassung)
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 1988, 1373
- NJW-RR 1988, 1196 (Ls.)
- ZIP 1988, 582
- MDR 1988, 667
- WM 1988, 624
Wird zitiert von ... (23)
- BGH, 25.10.1989 - VIII ZR 345/88
Wettbewerbswidriges Handeln durch Unterlassen der gebotenen Widerrufsbelehrung …
Der erkennende Senat, der bisher lediglich in anderem Zusammenhang ausgesprochen hat, daß nicht jede vorherige Absprache eines Hausbesuchs die Annahme eines typischen Haustürgeschäfts ausschließt (Senatsurteil vom 27. Januar 1988 - VIII ZR 155/87 = WM 1988, 624 unter I 2 d), entscheidet die eingangs gestellte Frage mit der herrschenden Ansicht im letzteren Sinne.Bei einer unerbetenen und den Kunden unvorbereitet treffenden telefonischen Anfrage des Anbieters entsteht indessen für den Kunden - ähnlich wie bei einem nicht verabredeten Hausbesuch - eben die Lage, die das Gesetz zu seinem Schutz vermeiden will und die für den in Geschäftsdingen oft wenig erfahrenen Kunden die Gefahr der Überrumpelung durch die Überredungskünste des zumeist psychologisch geschulten und in solchen Situationen besonders geschickten Vertreters mit sich bringt (vgl. dazu BT-Drucks. 10/2876 S. 6 = ZIP 1985, 376, 377 und Senatsurteil vom 27. Januar 1988 aaO. unter I 2 d).
Der Hinweis auf den Zweck des Hausbesuchs, in mündliche Vertragsverhandlungen einzutreten, ist nach dem Wortlaut und Sinn des § 1 Abs. 2 Nr. 1 HWiG zwar unerläßlich, um eine beachtliche "vorhergehende Bestellung" bejahen zu können, so daß eine Einladung zur allgemeinen Informationserteilung oder zur Warenpräsentation nicht ausreicht (z.B. OLG Köln WM 1988, 1605 m.Anm. Ringseisen WuB IV E § 1 HWiG 1.89; OLG Bamberg BB 1988, 1073; OLG Karlsruhe BB 1988, 1072; OLG Frankfurt, 7. Zivilsenat, WM 1989, 1184; AG Köln NJW 1987, 2880; vgl. auch Senatsurteil vom 27. Januar 1988 aaO. unter I 1 und I 2 d); ein solcher Hinweis reicht andererseits für sich genommen nicht aus, die Entstehung der oben (II 2 a bb B) näher beschriebenen Gefahrensituation zu verhindern.
- BGH, 18.09.1997 - IX ZR 283/96
Sittenwidrigkeit der Bürgschaftsverpflichtung eines Ehegatten oder Lebenspartners
Daher hat die höchstrichterliche Rechtsprechung nach den §§ 9 bis 11 AGBG unwirksame Klauseln in die Prüfung, ob der Vertrag mit den guten Sitten unvereinbar ist, einbezogen (BGHZ 80, 153, 172; 98, 174, 177; BGH, Urt. v. 27. Januar 1988 - VIII ZR 155/87 -, NJW 1989, 1373, 1375). - BGH, 18.01.1996 - IX ZR 171/95
Sittenwidrigkeit einer Ehegattenbürgschaft
Voraussetzung dafür ist aber eine offenkundige, krasse Überforderung des Schuldners, die sich insbesondere jedem Kreditgeber ohne weiteres aufdrängen muß; nur dann kann dem Gläubiger die mindestens erforderliche grob fahrlässige Mißachtung (vgl. hierzu BGHZ 10, 228, 233;… BGH, Urt. v. 21. Mai 1957 - VIII ZR 226/56, LM § 138 (Ba) Nr. 2; v. 27. Januar 1988 - VIII ZR 155/87, NJW 1988, 1373, 1374 unter I 1) existenzieller Belange des Schuldners vorgeworfen werden.
- BGH, 07.01.1993 - IX ZR 199/91 Kontextvorschau leider nicht verfügbar
- BGH, 13.11.1997 - X ZR 135/95
Behandlung der im Formular offen gelassenen Vertragslaufzeit als AGB
Das ist nicht nur dann gegeben, wenn der Schaden als "unwiderlegbar" oder "unumstößlich" bezeichnet wird, sondern auch wenn die Zahlungsaufforderung sonst in unbedingter Befehlsform gehalten ist, wie bei "mindestens" (BGH NJW 1983, 1320, 1322) oder "wenigstens" (BGH NJW 1988, 1373, 1374 f.) oder "auf jeden Fall" (BGH NJW 1982, 2316, 2317) oder "ist zu verzinsen" in Kombination mit dem Nachsatz, daß die Geltendmachung weiteren Verzugsschadens vorbehalten bleibt (BGH NJW 1986, 376, 377 m.w.N.), da dies beim anderen Vertragspartner nach dem Wortlaut und dem erkennbaren Sinn jeweils den Anschein einer zwingenden Regelung erweckt und als Ausschluß des Gegenbeweises verstanden werden kann; solche Formulierungen müssen zum Schutz des Kunden vermieden werden (BGH NJW 1985, 633, 634; 1991, 976, 978). - BGH, 15.03.1990 - III ZR 248/88
Sittenwidrigkeit eines Darlehensgeschäfts zur Finanzierung eines Bordellbetriebes
Die Frage, ob ein Rechtsgeschäft dem Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden widerspricht, damit die Grenzen der durch die Privatautonomie an sich gewährten Vertragsfreiheit verletzt und deshalb gegen die guten Sitten verstößt, beantwortet sich nach einer Gesamtwürdigung des Geschäfts, die sich an dessen Inhalt, Beweggrund und Zweck zu orientieren hat (BGH Urteil vom 27. Januar 1988 VIII ZR 155/87 = NJW 1988, 1373, 1374).das Bewußtsein der Sittenwidrigkeit gehabt hatte; es reichte vielmehr, daß er die Tatumstände kannte, aus denen sich die Sittenwidrigkeit ergab (vgl. BGH Urteil vom 27. Januar 1988 aaO. m.w.Nachw.).
- BGH, 05.10.1993 - XI ZR 200/92
Wechselakzept bei entgeltlichem Geschäft über öffentliche Ämter und Titel
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs reicht es aus, daß die Parteien die Umstände, aus denen die Sittenwidrigkeit folgt, wie hier, kannten (BGHZ 94, 268, 273; BGH, Urteil vom 27. Januar 1988 - VIII ZR 155/87, WM 1988, 624, 625; BGH, Urteil vom 15. März 1990 - III ZR 248/88, WM 1990, 799, 801; BGH, Urteil vom 7. Januar 1993 - IX ZR 199/91, WM 1993, 1189, 1191). - OLG Hamm, 13.01.2011 - 18 U 88/10
Kein Anspruch auf Rückzahlung von Brautgeld // Vereinbarung nach jesidischen …
Ein Bewusstsein der Sittenwidrigkeit oder eine Schädigungsabsicht ist aber auch nicht erforderlich (BGHZ 94, 268, 272 f; BGH NJW 1988, 1373, 1374; BGHZ 146, 298, 301; BGH WM 1998, 513, 514;… Staudinger/Sack, Bearbeitung 2003 § 138 Rn. 61;… MüKoBGB/Armbrüster, Bd. 1, 5. Auflage 2007, § 138 Rn. 129 f.). - BGH, 06.10.1988 - III ZR 94/87
Begriff der vorhergehenden Bestellung bei Einverständnis mit Hausbesuch
Auch wenn man zusätzlich noch berücksichtigt, daß die Vertragsverhandlungen nach telefonischer Verabredung in der Wohnung des Klägers geführt wurden, erscheint es hier - anders als im Fall des BGH-Urteils vom 27. Januar 1988 (VIII ZR 155/87 = WM 1988, 624 = ZIP 1988, 582 = BGHR BGB § 138 Abs. 1 - Haustürgeschäft 1 -) - nicht gerechtfertigt, die objektiven Voraussetzungen des § 138 Abs. 1 BGB zu bejahen. - BGH, 05.02.1997 - VIII ZR 14/96
Zulässigkeit eines Teilurteils
Dies besagt allerdings noch nichts über die weitere Frage, ob der - ersichtlich von der Beklagten gestellte - Franchise-Vertrag durch eine Vielzahl von Klauseln, die die Beklagte bei der Vertragsdurchführung und für die Zeit nach Vertragsbeendigung einseitig begünstigen, ein mit den Anschauungen des redlichen geschäftlichen Verkehrs nicht mehr zu vereinbarendes Gepräge erhält (vgl. dazu z.B. BGHZ 51, 55, 57 f und Senatsurteile vom 6. Oktober 1982 - VIII ZR 201/81 = WM 1982, 1354 unter II 7, vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663 unter II 1 und 3, vom 21. Januar 1987 - VIII ZR 169/86 = WM 1987, 542 unter II und vom 21. Januar 1988 - VIII ZR 155/87 = WM 1988, 62 unter I 1). - BGH, 21.03.1990 - VIII ZR 196/89
Formularmäßige Vereinbarung pauschalierten Schadensersatzes unter einer …
- OLG Frankfurt, 02.04.2007 - 14 U 10/07
Zur Sittenwidrigkeit von Rechtsgeschäften
- OLG München, 29.07.2010 - 23 U 5643/09
Handelsvertretervertrag: Verlängerung der Kündigungsfristen durch AGB; …
- OLG Köln, 15.05.1998 - 19 U 25/98
Vertragsstrafenregelung im AGB
- AG Siegburg, 29.09.2004 - 4 C 805/03
Sittenwidriger Observierungsvertrag
- OLG Jena, 26.11.2008 - 7 U 329/08
Transportvertrag/unwirksames Wettbewerbsverbot
- OLG München, 27.04.1999 - 25 U 1817/98
Sittenwidriger Pachtvertrag
- LSG Baden-Württemberg, 27.09.2011 - L 13 AS 4496/10
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Hilfebedürftigkeit - Bausparguthaben - …
- OLG München, 14.03.1997 - 21 U 6112/93
Wirksamkeitsvoraussetzungen bei vor dem 3. Oktober 1990 geschlossenen Mietvertrag …
- LG Frankfurt/Oder, 24.07.2002 - 11 O 120/02
Verträge über die Prüfung der netztechnischen Anschlußmöglichkeit von …
- LG Heidelberg, 23.04.1993 - 5 S 231/92
Widerrufsrecht bei Mietaufhebungsvereinbarung
- OLG München, 27.05.1994 - 21 U 2236/92
Sittenwidrigkeit eines Pachtvertrags
- VG Freiburg, 11.12.1996 - 1 K 620/96
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