Rechtsprechung
| BGH, 11.12.2001 - VI ZR 350/00 |
Volltextveröffentlichungen (7)
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Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich fehlender Zahlungsfähigkeit bei Inanspruchnahme des Geschäftsführers wegen des Vorenthaltens von Arbeitnehmeranteilen zur Sozialversicherung
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- Judicialis(Leitsatz frei, Volltext 3 €)
- ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)
Beweislast des Sozialversicherungsträgers bei Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen
Kurzfassungen/Presse (3)
- Benkelberg & Kollegen (Kurzmitteilung)
- NWB SteuerXpert START (Leitsatz)
- gruner-siegel-partner.de (Kurzinformation)
Geschäftsführer-Haftung für Sozialversicherungsbeiträge
Besprechungen u.ä.
- EWiR-online.de(Leitsatz frei, Besprechungstext 2,90 €) (Entscheidungsbesprechung)
Beweislast des Sozialversicherungsträgers bei Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen
Zeitschriftenfundstellen
- NJW 2002, 1123
- ZIP 2002, 524
- MDR 2002, 515
- NZI 2002, 226
- NZS 2002, 421
- VersR 2002, 321
- WM 2002, 347
- NZA 2002, 923
Wird zitiert von ... (26)
- BGH, 05.10.2004 - XI ZR 210/03
Bankrecht - Beweislast bei ec-Karten Missbrauch
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur sekundären Darlegungslast kann es Sache einer nicht primär darlegungs- und beweispflichtigen Partei sein, sich im Rahmen der ihr nach § 138 Abs. 2 ZPO obliegenden Erklärungspflicht zu den Behauptungen der beweispflichtigen Partei konkret zu äußern, wenn diese außerhalb des von ihr vorzutragenden Geschehensablaufs steht und keine nähere Kenntnis der maßgebenden Tatsachen besitzt, ihr Prozeßgegner aber die wesentlichen Umstände kennt und es ihm zumutbar ist, dazu nähere Angaben zu machen (BGHZ 140, 156, 158 f.; 145, 35, 41; BGH, Urteile vom 24. November 1998 - VI ZR 388/97, NJW 1999, 714 f. m.w.Nachw. und vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, WM 2002, 347, 349). - BGH, 28.05.2002 - 5 StR 16/02
Strafrecht - Vorenthalten von Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung
Eine Unmöglichkeit in diesem Sinne liegt insbesondere dann vor, wenn der Handlungspflichtige zahlungsunfähig ist ( BGHZ 134, 304, 307; BGH NJW 2002, 1123, 1124).Die Beweisregel des § 279 BGB a.F. gilt hier nicht (vgl. auch BGH NJW 2002, 1123, 1125; a.A. OLG Celle JR 1997, 478, 479).
Nimmt er dabei zumindest billigend in Kauf, daß bei Unterlassung von Sicherheitsvorkehrungen später möglicherweise die Arbeitnehmerbeiträge nicht mehr rechtzeitig erbracht werden können, ist hinsichtlich des Merkmals der Pflichtwidrigkeit auch Vorsatz gegeben (vgl. BGH NJW 2002, 1123, 1125).
- BGH, 18.04.2005 - II ZR 61/03
Arbeit & Soziales - § 266a StGB Schutzgesetz i.S.d. § § 823 Abs. 2 …
Im Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung befindet sich das Berufungsgericht ferner noch, soweit es davon ausgeht, daß der Geschäftsführer nach § 823 Abs. 2 i.V.m. § 266a StGB nicht haftet, soweit ihm die Abführung der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung zum Fälligkeitszeitpunkt mangels verfügbarer Mittel nicht möglich war, und den Sozialversicherungsträger auch hinsichtlich der Möglichkeit normgemäßen Verhaltens für darlegungs- und beweispflichtig erachtet (BGHZ 133, 370, 379 f.; Urt. v. 11. Dezember 2001 - VI ZR 123/00, ZIP 2002, 261, 263 und VI ZR 350/00, ZIP 2002, 524; s. auch BGH, Beschl. v. 30. Juli 2003 - 5 StR 221/03, ZIP 2003, 2213).
- BGH, 23.09.2003 - VI ZR 335/02
Haftung des fremde Inhalte anbietenden Internetproviders
Stützt der Kläger sich wie hier auf eine deliktische Haftungsgrundlage, so hat er grundsätzlich alle Umstände darzulegen und zu beweisen, aus denen sich die Verwirklichung der einzelnen Tatbestandsmerkmale der Anspruchsgrundlage ergibt (vgl. Senatsurteile vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00 - VersR 2002, 321 und vom 24. November 1998 - VI ZR 388/97 - VersR 1999, 774, 775 m.w.N.). - BGH, 11.12.2001 - VI ZR 123/00
Verantwortlichkeit des GmbH-Geschäftsführers für die Abführung von …
Im übrigen kommt es für die haftungsrechtliche Verantwortlichkeit des Beklagten entscheidend darauf an, ob die H. GmbH im Augenblick der Fälligkeit der Sozialbeiträge noch zahlungsfähig war, weil die Unmöglichkeit normgemäßen Verhaltens die Tatbestandsmäßigkeit bei dem hier vorliegenden Unterlassungsdelikt entfallen läßt (vgl. Senatsurteile BGHZ 133, 370, 379 f.; vom 18. November 1997 - VI ZR 11/97 - VersR 1998, 468, 469 und vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00 - noch nicht veröffentlicht).Für das weitere Verfahren ist zu beachten, daß die Klägerin entsprechend den im Senatsurteil vom 11. Dezember 2001 (- VI ZR 350/00 - noch nicht veröffentlicht) dargelegten Grundsätzen die Beweislast für die Zahlungsfähigkeit der H. GmbH bei Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge trägt.
- BGH, 25.09.2006 - II ZR 108/05
Gesellschaftsrecht - Haftung wegen Vorenthaltens von Arbeitnehmeranteilen
Im Ausgangspunkt noch zutreffend ist allerdings die Annahme des Berufungsgerichts, dass der Geschäftsführer nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 266 a StGB nicht haftet, soweit ihm die Abführung der Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung zum Fälligkeitszeitpunkt mangels verfügbarer Mittel nicht möglich war, und dass die Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich der Möglichkeit normgemäßen Verhaltens des Geschäftsführers bei der Sozialkasse liegt (BGHZ 133, 370, 379 f.; BGH, Urt. v. 11. Dezember 2001 - VI ZR 123/00, ZIP 2002, 261, 262 f. und - VI ZR 350/00, ZIP 2002, 524;… Sen.Urt. v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026, 1028). - BGH, 09.06.2005 - IX ZR 152/03
Insolvenzrecht - Inkongruente Zahlung wegen verfrühter Zahlung
Auch die Strafvorschrift des § 266a StGB hätte einer späteren Anfechtung nicht entgegengestanden (…BGH, Urt. v. 14. November 2000 - VI ZR 149/99, WM 2001, 162, 164; v. 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, WM 2002, 347, 348). - OLG Dresden, 16.01.2003 - 7 U 1167/02
Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung; Vorenthalten von Arbeitsentgelt; …
Der Beklagte wendet zwar zutreffend ein, die Verwirklichung des objektiven Tatbestandes des § 266a Abs. 1 StGB setze voraus, dass der Gemeinschuldnerin die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge im Fälligkeitszeitpunkt möglich gewesen sei (vgl. BGH, VI. Zivilsenat, Urteil vom 11.12.2001, JZ 2002, 666, 667; 5. Strafsenat, Beschluss vom 28.05.2002, NJW 2002, 2480, 2481).Der Beklagte hat entgegen der von ihm vertretenen Auffassung mit dem Vortrag, zum Zeitpunkt der Fälligkeit der streitgegenständlichen Sozialversicherungsbeiträge seien bereits keine Arbeitslöhne mehr gezahlt worden, auch nicht der ihm nach der Rechtsprechung des VI. Zivilsenats des BGH (vgl. Urteil vom 11.12.2001, JZ 2002, 666, 668) obliegenden sekundären Darlegungslast genügt.
Schließlich kann die Rechtsprechung sowohl des 5. Strafsenates des BGH (…Beschluss vom 28.05.2002, a.a.O.) als auch des VI. Zivilsenates des BGH (Urteil vom 14.11.2000, NJW 2001, 967, 968; Urteil vom 11.12.2001, JZ 2002, 666, 668) zur sog. omissio libera in causa nur mit dem vom Senat vertretenen Verständnis einer Privilegierung der Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung gegenüber den sonstigen Verpflichtungen eines Arbeitgebers i.S.v. § 266a Abs. 1 StGB vereinbart werden.
- BGH, 20.12.2011 - VI ZR 309/10
Strafrecht - Abgrenzung bedingten Vorsatzes von Fahrlässigkeit
Denn als Anspruchsteller hat er alle Tatsachen zu beweisen, aus denen er seinen Anspruch herleitet (vgl. Senatsurteile vom 17. März 1987 - VI ZR 282/85, BGHZ 100, 190, 195; vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, VersR 2002, 321;… vom 19. Juli 2011 - VI ZR 367/09, VersR 2011, 1276 Rn. 13; BGH, Urteil vom 19. Juli 2004 - II ZR 218/03, BGHZ 160, 134, 145;… Katzenmeier in Baumgärtel/Laumen/Prütting, Handbuch der Beweislast, 3. Aufl., § 823 Abs. 2 Rn. 1, 5;… Luckey in Baumgärtel/Laumen/Prütting, aaO, § 826 Rn. 1, 4).Entgegen der Auffassung der Revision genügt es dagegen nicht, wenn die relevanten Tatumstände lediglich objektiv erkennbar waren und der Handelnde sie hätte kennen können oder kennen müssen (vgl. Senatsurteil vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, aaO, S. 322;… Fischer, StGB, 58. Aufl., § 15 Rn. 4, 9 b).
Allerdings kann der Grad der Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts nicht allein das Kriterium für die Frage sein, ob der Handelnde mit dem Erfolg auch einverstanden war (vgl. Senatsurteil vom 11. Dezember 2001 - VI ZR 350/00, aaO, S. 322; BGH, Urteile vom 6. April 2000 - 1 StR 280/99, BGHSt 46, 30, 35; vom 26. August 2003 - 5 StR 145/03, BGHSt 48, 331, 346 f.; Beschlüsse vom 3. Oktober 1989 - 5 StR 208/89, Wistra 1990, 20; vom 16. April 2008 - 5 StR 615/07, NStZ-RR 2008, 239, 240).
- OLG Naumburg, 15.10.2002 - 11 U 22/02
Schadensersatzpflicht eines GmbH-Geschäftsführers wegen des Vorenthaltens von …
Ist bereits Zahlungsunfähigkeit eingetreten, liegt ein Fall der tatbestandsausschließenden Unmöglichkeit vor (BGHZ 133, 370, 379 f.; 134, 304, 307; BGH NJW 2002, 1123, 1124).Für die tatbestandlichen Voraussetzungen des von ihr geltend gemachten Schadensersatzanspruches ist die Klägerin beweispflichtig (BGH NJW 2002, 1123, 1124).
Hierauf kann sich der Arbeitgeber aber nicht berufen, solange er unter Inanspruchnahme des Kreditrahmens nicht nur unwesentliche Zahlungen an Dritte erbracht (vgl. BGH NJW 2002, 1123, 1124 f.), mithin die Zahlungen noch nicht eingestellt hat.
- OLG Jena, 17.03.2006 - 4 W 645/05
Schadensersatz bei Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen
- OLG Celle, 12.03.2003 - 9 U 133/02
Restschuldbefreiung; Feststellungsinteresse für Aufrechterhaltung eine in der …
- OLG Stuttgart, 20.02.2008 - 10 U 3/08
Keine analoge Anwendung der in § 189 Abs. 1 InsO geregelten Ausschlussfrist …
- BGH, 19.07.2011 - VI ZR 367/09
Deliktsrecht - Zur Beweislast für Haftung aus Verletzung eines Schutzgesetzes
- KG, 25.09.2007 - 9 U 215/06
Unerlaubte Handlung; Schutzgesetz: Verpflichtung des Geschäftsführers eines …
- OLG Naumburg, 09.05.2007 - 5 U 21/07
Keine Schadensersatzpflicht eines GmbH-Geschäftsführers wegen fehlender Abführung …
- BGH, 17.01.2012 - XI ZR 254/10
Verfahrensrecht - Zurückweisung einer Revision
- OLG Hamburg, 13.10.2006 - 1 U 59/06
Vorenthalten von Arbeitsentgelt durch den GmbH-Geschäftsführer: Strafbarkeit des …
- LAG Sachsen, 12.11.2003 - 2 Sa 897/02
Persönliche Haftung des Insolvenzverwalters für Masseverbindlichkeiten
- OLG Naumburg, 23.01.2003 - 7 U (Hs) 18/02
Immobilien - Keine Duldungspflicht gem. § 57 Abs. 1 TKG für Gebäude
- OLG Bamberg, 24.05.2004 - 4 U 208/03
Verrechnung Kundenscheck mit Gehaltsforderung
- OLG Saarbrücken, 21.06.2007 - 8 U 118/06
Immobilien - Betrug beim Hauskauf (fehlende Baugenehmigung)
- OLG Koblenz, 31.10.2002 - 2 U 437/02
Arbeit & Soziales - Vorenthaltung des Sozialversicherungsbeitrags
- OLG München, 31.05.2002 - 24 U 713/01
Zur möglichen Inkaufnahme einer eintretenden Zahlungsunfähigkeit einer …
- OLG Stuttgart, 30.06.2010 - 9 U 54/09
Streit über die Wirksamkeit des Darlehensvertrages: Beweislastverteilung beim …
- LG München I, 07.05.2002 - 13 S 534/02
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