Fernunterrichtsschutzgesetz
| 3. Abschnitt - Organisation; Auskunftspflicht; Ordnungswidrigkeiten (§§ 19 - 21) |
(1) 1Fernlehrgänge bedürfen der Zulassung. 2Das Gleiche gilt für wesentliche Änderungen zugelassener Fernlehrgänge. 3Keiner Zulassung bedürfen Fernlehrgänge, die nach Inhalt und Ziel ausschließlich der Freizeitgestaltung oder der Unterhaltung dienen. 4Der Vertrieb von Fernlehrgängen nach Satz 3 ist der zuständigen Behörde anzuzeigen.
(2) 1Die Zulassung eines Fernlehrgangs ist außer in den in § 13 Abs. 1 genannten Fällen insbesondere zu versagen, wenn
| 1. | der Fernlehrgang nicht zur Erreichung des vom Veranstalter angegebenen Lehrgangsziels geeignet ist oder | |
| 2. | Inhalt oder Zielsetzung des Fernlehrgangs gegen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung verstoßen oder | |
| 3. | der Veranstalter nicht den Nachweis erbringt, dass eine vollständige, zutreffende und den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende Unterrichtung des Teilnehmers (§ 16) rechtzeitig vor Abgabe des Vertragsangebots vorgesehen ist, oder | |
| 4. | die Ausgestaltung der vom Veranstalter vorgesehenen Vertragsbedingungen den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht. |
2Das Landesrecht kann weitere Versagungsgründe vorsehen und die näheren Einzelheiten über Inhalt und Umfang der Versagungsgründe nach Satz 1 bestimmen.
(3) 1Ein Fernlehrgang, dessen Lehrmaterial noch nicht vollständig vorliegt, soll vorläufig zugelassen werden, wenn
| 1. | eine auf das Lehrgangsziel hinführende Lehrgangsplanung abgeschlossen ist, | |
| 2. | die fertiggestellten Teile des Fernlehrgangs die Annahme rechtfertigen, dass nach Fertigstellung des Fernlehrgangs keine Versagungsgründe nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 1 und 2, nach Landesrecht (Absatz 2 Satz 2) und nach § 13 Abs. 1 vorliegen werden, | |
| 3. | der Veranstalter auf Grund seiner bisherigen Tätigkeit als Veranstalter oder auf Grund einer anderen Tätigkeit Gewähr dafür bietet, dass das Fernlehrmaterial den gesetzlichen Anforderungen entsprechend innerhalb angemessener Zeit fertiggestellt sein wird, und | |
| 4. | keine Versagungsgründe nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 3 und 4 vorliegen. |
2Die vorläufige Zulassung wird unter der Bedingung erteilt, dass das restliche Fernlehrmaterial innerhalb zu bestimmender Fristen vorgelegt wird; die Fristen sind so zu bestimmen, dass eine ordnungsgemäße Durchführung des Fernlehrgangs gewährleistet ist.
(4) 1Die Zulassung kann befristet, unter Bedingungen erteilt und mit Auflagen verbunden werden, die dem Schutz des Teilnehmers und der ordnungsgemäßen Durchführung dieses Gesetzes durch die zuständige Behörde dienen. 2Nachträgliche Auflagen sind zulässig. 3Änderungen der tatsächlichen Umstände, die für die Zulassung maßgebend sind, hat der Veranstalter unverzüglich mitzuteilen.
entscheidung § 20Auskunftspflicht § 21Ordnungswidrigkeiten
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Rechtsprechung zu § 12 FernUSG
75 Entscheidungen zu § 12 FernUSG in unserer Datenbank:
- BGH, 05.02.2026 - III ZR 74/25
Fernunterrichtsschutzgesetz
- BayObLG, 20.07.2026 - 102 AR 102/26
Örtliche Zuständigkeit, Fernunterrichtsvertrag, Doppelrelevante Tatsachen, ...
- OLG Celle, 09.07.2025 - 24 U 12/25
Rückerstattung von Vergütungen für Coaching-Leistungen
Zum selben Verfahren:
- LG Berlin, 15.02.2022 - 102 O 42/21
Wettbewerbsverstoß durch Zuwiderhandlung gegen Marktverhaltensregelung: ...
- BGH, 02.10.2025 - III ZR 173/24
E-Commerce Master Club - Zur Anwendung des FernUSG auf einen sogenannten ...
- OLG Dresden, 30.04.2025 - 12 U 1547/24
Lernplattform mit vorproduzierten Lernvideos unterfällt als Onlinekurs dem ...
Zum selben Verfahren:
- BGH, 15.01.2026 - III ZR 80/25
Vertriebsgenie Ausbildung - Zu Frage, wann sogenannte (Business-)Coaching- oder ...
- BGH, 15.01.2026 - III ZR 80/25
- LG Hamburg, 21.07.2025 - 311 O 393/24
Anwendbarkeit des FernUSG auf Online-Coaching-Vertrag; Rückzahlung der Vergütung ...
- OLG München, 17.10.2024 - 29 U 310/21
Inkassokosten, Elektronischer Geschäftsverkehr, Versäumnisurteil im schriftlichen ...
Querverweise
Auf § 12 FernUSG verweisen folgende Vorschriften:
- Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG)
- Fernunterrichtsvertrag
- § 7 (Nichtigkeit; Recht zur fristlosen Kündigung)
- Organisation; Auskunftspflicht; Ordnungswidrigkeiten