Rechtsprechung
   BGH, 24.06.1991 - II ZR 293/90   

Volltextveröffentlichungen (5)

  • Alpmann Schmidt

    BGB § 164, § 179: GmbHG § 4 Abs. 2

  • DER BETRIEB(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Rechtsscheinhaftung des Zeichners, der die Firma einer GmbH unter Weglassung des GmbH-Zusatzes zeichnet

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    Rechtsscheinhaftung bei Fortlassung des Formzusatzes

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  • Betriebs-Berater(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz/Auszüge frei)

    Rechtsscheinhaftung des GmbH-Vertreters

  • ZIP-online.de(Leitsatz frei, Volltext 3,90 €)

    Haftung des Nicht-Geschäftführers bei Fortlassen des GmbH-Zusatzes

Zeitschriftenfundstellen

  • NJW 1991, 2627
  • ZIP 1991, 1004
  • MDR 1991, 848
  • WM 1991, 1505
  • BB 1991, 1586
  • DB 1991, 1824



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Wird zitiert von ... (22)  

  • BGH, 05.02.2007 - II ZR 84/05  

    Bauvertrag - Rechtsscheinhaftung wegen weggelassenen Rechtsformzusatzes

    Bei der Haftung wegen fehlenden Firmenzusatzes handelt es sich nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung um eine Rechtsscheinhaftung entsprechend § 179 BGB (Sen.Urt. v. 8. Juli 1996 - II ZR 258/95, ZIP 1996, 1511 f.; Sen.Urt. v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, ZIP 1991, 1004 f. - jeweils m.w.Nachw.).

    Auf dieser Grundlage hat das Berufungsgericht ebenfalls noch zutreffend eine vertragliche Gewährleistungshaftung des Beklagten zu 1 gegenüber den Klägern verneint, weil deren Vertragspartner aufgrund des von der Zeugin B. als Vertreterin der "O. L. Niederlassung Deutschland" ohne den entsprechend § 4 GmbHG erforderlichen B.V.-Zusatz unterzeichneten Vertrages nicht der Beklagte zu 1, sondern - nach den Grundsätzen des unternehmensbezogenen Vertreterhandelns (st.Rspr.: vgl. Sen.Urt. v. 8. Juli 1996 - II ZR 258/95 aaO S. 1512; Sen.Urt. v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90 aaO S. 1005; Sen.Urt. v. 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, NJW 1990, 2678) - die O. L. B.V. geworden ist.

    Nach gefestigter Senatsrechtsprechung haftet der für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Geschäftsverkehr Auftretende - gleichgültig, ob dies der Geschäftsführer selbst oder ein anderer Vertreter ist - wegen Verstoßes gegen § 4 GmbHG aus dem Gesichtspunkt einer Rechtsscheinhaftung analog § 179 BGB dann, wenn er durch sein Zeichnen der Firma ohne Formzusatz das berechtigte Vertrauen des Geschäftsgegners auf die Haftung mindestens einer natürlichen Person hervorgerufen hat (Sen.Urt. v. 8. Juli 1996 - II ZR 258/95 aaO S. 1512; Sen.Urt. v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90 aaO S. 1005 - jeweils m.w.Nachw.).

    Die Beschränkung der Rechtsscheinhaftung auf den "zeichnenden" Vertreter gilt - entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts - unabhängig von der Person des Handelnden und seiner rechtlichen Qualifikation und unabhängig auch von der Person des etwaigen Vollmachtgebers (Sen.Urt. v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90 aaO S. 1005).

    Wie der Senat mehrfach betont hat, beruht die Haftung des ("zeichnenden") Vertreters auf einer entsprechenden Heranziehung des Rechtsgedankens des § 179 BGB (Sen.Urt. v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90 aaO S. 2628; so schon Sen.Urt. v. 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, ZIP 1981, 983, 984).

  • BGH, 29.02.1996 - IX ZR 153/95  

    Wirksamkeit eines durch Blankounterschrift erteilten Bürgschaftsversprechens;

    Das Berufungsgericht hat beachtet, daß auf das Unternehmen hinweisende Zusätze im Zusammenhang mit der Unterschrift im Zweifel darauf hindeuten, daß nur eine auf den Betriebsinhaber bezogene Verpflichtung übernommen wird (vgl. BGHZ 64, 11, 14 f; BGH, Urt. v. 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, NJW 1990, 2678; v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, NJW 1991, 2627).
  • OLG Karlsruhe, 07.04.2004 - 7 U 189/03  

    Stellvertretung: Voraussetzung für eine unbeschränkte persönliche

    Dies gilt auch dann, wenn der Inhaber falsch bezeichnet wird oder über ihn sonst Fehlvorstellungen bestehen (vgl. nur BGHZ 62, 216, 291; NJW 1990, 2678 ff.; NJW 1991, 2627 f.; NJW 1998, 2897).

    Insoweit wäre der Kläger darlegungs- und beweispflichtig (vgl. nur BGH NJW 1991, 2627 f.).

    a) Tritt jemand für ein Unternehmen auf und erweckt durch sein Verhalten den Eindruck, eine unbeschränkt haftende Person, z. B. er selbst, sei dessen Inhaber, so hat er schon aus diesem Grunde persönlich dafür einzustehen, wenn sein Vertragspartner die wahren Verhältnisse nicht kennt und auch nicht hätte kennen müssen und sich auf das Geschäft im Vertrauen auf die unbeschränkte Haftung des Vertragspartners eingelassen hat (vgl. BGHZ 62, 216, 291; NJW 1999, 2678 ff.; NJW 1991, 2627 f.; NJW 1998, 2897).

    Es handelt sich dabei nicht um eine subsidiäre Ausfallhaftung, falls der Vertragspartner nicht leistungsfähig ist, sondern um eine gesamtschuldnerische Haftung des Vertreters und der Vertragspartei (vgl. BGH NJW 1990, 2678, 2679; 1991, 2627, 2628; 1998, 2897).

    Dieser Vertrauenstatbestand könne auch dadurch begründet werden, dass der Handelnde unter Verstoß gegen § 4 Abs. 2 GmbHG mit einer Firma unzulässig zeichnet (vgl. nur BGH NJW 1990, 2678, 2679; NJW 1991, 2627).

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  • BGH, 13.10.1994 - IX ZR 25/94  

    Darlegungs- und Beweislast bei Berufung auf Unternehmensbezogenheit einer

    Dies ist bisher nur angenommen worden, wenn entweder der Ort des Vertragsschlusses (vgl. BGH, Urt. v. 12. Dezember 1983 - II ZR 238/82, NJW 1984, 1347, 1348; OLG Köln MDR 1993, 852, 853) oder hinreichende Zusätze in Zusammenhang mit der Unterschrift (vgl. BGHZ 64, 11, 14 f; BGH, Urt. v. 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, NJW 1981, 2569; v. 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, aaO.; v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, WM 1991, 1505) auf das betreffende Unternehmen hinwiesen, oder wenn die Leistung vertraglich für den Betrieb des Unternehmens bestimmt war (vgl. RGZ 30, 77, 78; RG JW 1921, 1309, 1310; BGHZ 62, 216, 219; OLG Stuttgart NJW 1973, 629, 630).

    Das steht nicht in Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, daß derjenige die Beweislast trägt, der trotz eines objektiv betriebsbezogenen Geschäfts behauptet, die Verpflichtung des persönlich Handelnden sei gewollt gewesen (BGH, Urt. v. 12. Dezember 1983 - II ZR 283/82 und v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, jeweils aaO.).

  • BGH, 08.07.1996 - II ZR 258/95  

    Rechtsscheinhaftung wegen Handelns für eine juristische Person

    Dies entspricht - wenn man wie das Berufungsgericht von der Richtigkeit der Bekundung des Zeugen S. ausgeht und nicht den ursprünglichen, jedenfalls nicht endgültig aufgegebenen Vortrag der früheren Kläger zugrunde legt, der Beklagte persönlich habe am 12. Februar 1991 den Bauauftrag erteilt - der gefestigten Rechtsprechung des Senats zu den Grundsätzen des unternehmensbezogenen Vertreterhandelns (vgl. SenUrt. v. 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, WM 1990, 600 m.w.N.; SenUrt. v. 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, ZIP 1991, 1004 = NJW 1991, 2627 m. Anm. Canaris).

    Nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. zuletzt SenUrt. v. 24. Juni 1991 aaO. m.w.N.) haftet der für eine GmbH im Geschäftsverkehr Auftretende - gleichgültig, ob der Geschäftsführer selbst oder ein anderer Vertreter für das Unternehmen handelt - wegen Verstoßes gegen § 4 Abs. 2 GmbHG dann, wenn er durch sein Zeichnen der Firma ohne Formzusatz das berechtigte Vertrauen des Geschäftsgegners auf die Haftung mindestens einer natürlichen Person hervorgerufen hat.

    Der Senat weist allerdings darauf hin, daß sein Urteil vom 24. Juni 1991 (II ZR 293/90, NJW 1991, 2627) entgegen der Meinung des Berufungsgerichts keine Abkehr von seiner gefestigten, auch an § 35 Abs. 2 und 3 GmbHG anknüpfenden Rechtsprechung (vgl. BGHZ 64, 11, 17; SenUrt. v. 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, NJW 1981, 2569 f. [unter 3.]; zustimmend Hachenburg/Heinrich aaO., § 4 RdNr. 58) enthält, nach der mündliche Erklärungen nicht geeignet sind, das zur Rechtsscheinhaftung führende Vertrauen zu begründen.

  • BGH, 12.06.2012 - II ZR 256/11  

    Nicht existente Firma: Rechtsscheinhaftung des Handelnden

    Dem entspricht als Ausgleich die Vertrauenshaftung dessen, der die erforderliche Aufklärung nicht vornimmt (BGH, Urteil vom 3. Februar 1975 - II ZR 128/73, BGHZ 64, 11, 17 f.; Urteil vom 3. Februar 1975 - II ZR 142/73, WM 1975, 742, 743; Urteil vom 1. Juni 1981 - II ZR 1/81, ZIP 1981, 983, 984; Urteil vom 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, WM 1990, 600, 601 f.; Urteil vom 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, ZIP 1991, 1004, 1005).

    Setzt der Handelnde - wie hier - zurechenbar den Rechtsschein einer potentiell günstigeren Haftungssituation aufgrund einer besseren Kreditwürdigkeit der Gesellschaft, haftet er gegenüber dem Vertragspartner, der hierauf gutgläubig vertraut hat, neben dem Unternehmensträger als Gesamtschuldner (vgl. BGH, Urteil vom 15. Januar 1990 - II ZR 311/88, WM 1990, 600, 602; Urteil vom 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, ZIP 1991, 1004, 1006).

  • BGH, 01.06.2010 - XI ZR 389/09  

    Scheingesellschaft bürgerlichen Rechts und doppelte Bankanweisungen

    a) Eine Rechtsscheinhaftung in Bezug auf eine Scheingesellschaft setzt voraus, dass die in Anspruch genommene Person in zurechenbarer Weise den Rechtsschein einer existierenden Gesellschaft bürgerlichen Rechts und ihrer Zugehörigkeit zu dieser Gesellschaft gesetzt hat oder gegen den durch einen anderen gesetzten Rechtsschein nicht pflichtgemäß vorgegangen ist und der Dritte sich bei seinem geschäftlichen Verhalten auf den Rechtsschein verlassen hat (vgl. BGHZ 17, 13, 19; ferner BGH, Urteile vom 4. Dezember 1980 - VII ZR 57/80, WM 1981, 171, 172, vom 24. Juni 1991 - II ZR 293/90, WM 1991, 1505, 1506 und vom 8. Juli 1996 - II ZR 258/95, WM 1996, 1630, 1631).
  • BGH, 28.01.1992 - XI ZR 149/91  

    Scheckrechtliche Verpflichtung einer Gesellschaft bei Ausstellung eines auf das

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  • OLG Brandenburg, 24.02.1999 - 3 U 154/98  
    Die Darlegungs- und Beweislast trifft insoweit denjenigen, der sich auf ein Eigengeschäft des Agierenden beruft (vgl. BGH NJW 1984, 1347, 1348; BGH, Urt. v. 24.06.1991 - II ZR 293/90, NJW 1991, 2627).

    Der Bundesgerichtshof hat - soweit ersichtlich - die Rechtsscheinsgrundsätze zur Begründung einer Vertreterhaftung bisher in diesem Zusammenhang nur angewendet, wenn der Außenstehende auf eine unbeschränkte Einstandspflicht seines Vertragspartners vertrauen durfte, in Wirklichkeit jedoch eine Handelsgesellschaft Unternehmensinhaberin war, bei der keine natürliche Person unbegrenzt haftete (vgl. u.a. BGHZ 64, 11 f.; BGH NJW 1990, 2678, 2679; NJW 1991, 2627; BGH, Urt. v. 08.07.1996 - II ZR 258/95, NJW 1996, 2645; BGH NJW 1998, 2897).

  • OLG Köln, 15.06.1994 - 11 U 26/94  

    Vertragspartner bei unternehmensbezogenem Geschäft - Vertrag, Vertretung

    Ein für das Unternehmen Handelnder, sei es dessen Geschäftsführer, sei es ein Angestellter, der die Gesellschaft vertritt, haftet für die Verpflichtungen aus diesem Geschäft in vollem Umfang, wenn bei Vertragsabschluß wegen fehlenden Hinweises der Eindruck entsteht, daß mindestens ein Inhaber unbeschränkt haftet (vgl. dazu BGH NJW 90, 2678; BGH NJW 91, 2627).

    Selbst wenn diese mit Billigung des - unterstellt - anwesenden Beklagten geführt worden wären, stellt sich sein gesamtes Verhalten nicht als Auftreten eines Vertreters des Unternehmens und als ein Handeln für dieses da (vgl. dazu BGH NJW 91, 2627).

  • OLG Oldenburg, 12.04.2000 - 2 U 39/00  

    Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen Herstellung eines Stempels ohne

  • OLG Köln, 04.02.2005 - 20 U 78/04  
  • OLG Düsseldorf, 08.05.2007 - 24 U 174/06  

    Konkludenter Abschluss eines unternehmesbezogenen Dienstvertrages

  • OLG Düsseldorf, 28.11.2002 - 23 U 263/01  

    Person des Vertragspartners bei betriebsbezogenen Geschäften

  • LAG Bremen, 27.10.1995 - 4 Sa 56/95  

    Zustellung der Drittschuldnerklage

  • LAG Rheinland-Pfalz, 11.02.2010 - 11 Sa 395/09  

    Rechtsscheinhaftung im Familienbetrieb

  • KG, 18.02.2005 - 7 W 9/05  

    BGB-Gesellschaft: Haftung des ausgeschiedenen Gesellschafters für

  • OLG Düsseldorf, 18.02.2011 - 17 U 50/10  

    Persönliche Haftung des Geschäftsführers der Komplementär-GmbH einer GmbH & Co.

  • OLG Naumburg, 20.09.1996 - 6 U 82/96  

    Rechtsscheinhaftung des GmbH-Stellvertreters

  • OLG Naumburg, 20.09.1996 - 6 U 82/95  

    Handeln für eine GmbH bei Unterzeichnung ohne GmbH-Zusatz

  • OLG Düsseldorf, 28.11.2002 - 23 U 263/02  

    Werkvertrag - Objektiv unternehmensbezogenes Geschäft

  • LG Kleve, 22.04.2010 - 6 S 142/09  

    Mietrecht - Haftung bei unklarer Rechtsform eines Unternehmens als Mieter

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