Rechtsprechung
| FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
AO § 89 Abs. 2; AO § 89 Abs. 2 S. 1; AO § 89 Abs. 2 S. 5; AO § 89 Abs. 2 S. 6; AO § 89 Abs. 3 S. 2; FGO § 69 Abs. 3; StAuskV § 1 Abs. 2 S. 1; StAuskV § 1 Abs. 2 S. 1 Nr. 5; StAuskV § 3 S. 2
Abschließender Katalog; Abspaltung; Antragsteller; Bindungswirkung; einheitliche Gesamtmaßnahme; einheitliche verbindliche Auskunft; einheitlicher Antrag; einheitliches Auskunftsersuchen; Gebühr; Gegenstandswert; Mehrpersonenverhältnisse; Umstrukturierung; Umwandlung; ... - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Abschließender Katalog; Abspaltung; Antragsteller; Bindungswirkung; einheitliche Gesamtmaßnahme; einheitliche verbindliche Auskunft; einheitlicher Antrag; einheitliches Auskunftsersuchen; Gebühr; Gegenstandswert; Mehrpersonenverhältnisse; Umstrukturierung; Umwandlung; ...
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Abschließender Katalog; Abspaltung; Antragsteller; Bindungswirkung; einheitliche Gesamtmaßnahme; einheitliche verbindliche Auskunft; einheitlicher Antrag; einheitliches Auskunftsersuchen; Gebühr; Gegenstandswert; Mehrpersonenverhältnisse; Umstrukturierung; Umwandlung; ...
Kurzfassungen/Presse
- datenbank.nwb.de (Leitsatz)
Festsetzung einer Gebühr für die Erteilung einer einheitlichen verbindlichen Auskunft gegenüber mehreren Antragstellern
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (12)
- FG Münster, 08.02.2023 - 6 K 1330/20
Erteilung acht inhaltsgleicher verbindlicher Auskünfte bezüglich mehrstufiger …
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
Des Weiteren bestünden ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Gebührenbescheids 1. Der Gebührenbescheid 1 sei mit den Grundsätzen des Urteils des Bundesfinanzhofs vom 27. November 2019 (II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528) sowie der Rechtsprechung der Finanzgerichte (FG Berlin-Brandenburg, Urteile vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, 9 K 9085/21, 9 K 9086/21, EFG 2023, 521; FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665) unvereinbar.Diese Rechtsauffassung widerspreche der Rechtsprechung der Finanzgerichte Münster und Berlin-Brandenburg in ihren Entscheidungen vom 9. Juni 2022 und vom 8. Februar 2023 (mit Verweis auf FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
Es sind indes ernstliche Zweifel gegeben, ob diese Rechtsprechungsgrundsätze des Bundesfinanzhofs nach Einfügung von § 89 Abs. 3 Satz 2 AO noch in vollem Umfang Geltung beanspruchen können (so auch FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521; Sundheimer/Riedel, DStR 2023, 2641, 2646 f.).
bb) Nach der Rechtsprechung des FG Münster ist der Anwendungsbereich des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO nicht auf die in § 1 Abs. 2 StAuskV (in der Fassung der Vierten Verordnung zur Änderung steuerliche Verordnungen vom 12. Juli 2017) geregelten Fälle beschränkt (vgl. FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665).
In einem solchen Fall komme es für die Anwendung des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO allein darauf an, ob die Finanzbehörde über einen Auskunftsantrag tatsächlich einheitlich entschieden habe (vgl. FG Münster, Gerichtsbescheid vom 26. Juli 2022 13 K 1563/20 AO, EFG 2022, 1729; FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665).
(2) Im Streitfall wird die Frage, ob der Finanzbehörde eine einheitliche Entscheidung über eine verbindliche Auskunft im Sinne des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO allein bei Sachverhaltskonstellationen des Katalogs des § 1 Abs. 2 Satz 1 StAuskV möglich ist, von der finanzgerichtlichen Rechtsprechung verneint (vgl. FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
Zumindest das Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof zum Az. IV R 6/23 (Vorinstanz: FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665) hat diese Streitfrage ebenfalls zum Gegenstand.
(3) Dem Antragsgegner ist zwar zuzugeben, dass die den Entscheidungen des FG Münster und des FG Berlin-Brandenburg (FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521) zugrunde liegenden Sachverhalte mit dem hier vorliegenden Sachverhalt nicht vollständig vergleichbar sind.
Dagegen bevorzugt die genannte Rechtsprechung der Finanzgerichte eine Auslegung des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO, nach der sich die Frage der Einheitlichkeit der Entscheidung anhand der Auslegung der erteilten verbindlichen Auskunft entscheidet (vgl. FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
Es dürfte zwar unzweifelhaft sein, dass in den Fällen der verpflichtenden gemeinsamen Antragstellung die Finanzbehörde verpflichtet ist, eine einheitliche Bescheidung vorzunehmen (so auch FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665).
Es dürfte vielmehr einiges dafürsprechen, dass die Finanzbehörde im Rahmen des von ihr gemäß § 89 Abs. 2 AO auszuübenden Ermessens auch in weiteren - nicht im Katalog des § 1 Abs. 2 Satz 1 StAuskV geregelten - Sachverhaltskonstellationen gegenüber mehreren Beteiligten eine einheitliche Entscheidung treffen darf (so auch FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665;… Seer, in: Tipke/Kruse, AO/FGO, 10/2024, § 89 AO Rn. 67).
- BFH, 27.11.2019 - II R 24/17
Gebührenerhebung bei mehreren Anträgen auf Erteilung einer verbindlichen Auskunft
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
Des Weiteren bestünden ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Gebührenbescheids 1. Der Gebührenbescheid 1 sei mit den Grundsätzen des Urteils des Bundesfinanzhofs vom 27. November 2019 (II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528) sowie der Rechtsprechung der Finanzgerichte (FG Berlin-Brandenburg, Urteile vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, 9 K 9085/21, 9 K 9086/21, EFG 2023, 521; FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665) unvereinbar.Die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (insbesondere Urteil vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528), wonach zwingend eine Gebühr je Antragsteller festzusetzen sei, sei zur Rechtslage vor Einführung des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO ergangen und deshalb partiell überholt.
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs enthalte eine auf Auskunft gerichtete Eingabe mindestens so viele Anträge, wie nach dem Inhalt der Eingabe Steuerpflichtige von der Bindungswirkung der Auskunft erfasst sein sollen (mit Verweis auf Bundesfinanzhof - BFH -, Urteil vom 17. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528 [BFH 27.11.2019 - II R 24/17]).
aa) Nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs enthält eine auf Auskunft gerichtete Eingabe mindestens so viele Anträge, wie nach dem Inhalt der Eingabe Steuerpflichtige von der Bindungswirkung der Auskunft erfasst sein sollen (vgl. BFH, Urteil vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).
Die verfahrensrechtliche Selbständigkeit der Besteuerung verschiedener Steuerpflichtiger im Hinblick auf die Steuerfestsetzung und das hieraus für jeden Adressaten einer solchen Festsetzung resultierende Erfordernis, für sich eine Auskunft zu erwirken, um eine Bindungswirkung herbeizuführen, nehme der Gebührentatbestand auf, indem gegenüber jedem Antragsteller eine Gebühr festzusetzen sei, die sich in erster Linie nach dem Wert der Auskunft für den individuellen Antragsteller bemesse (vgl. BFH, Urteile vom 9. März 2016 I R 66/14, BFHE 253, 199, BStBl II 2016, 706; und vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).
Dementsprechend hat der Bundesfinanzhof zu einer Auskunftsgebühr bei doppelter Antragstellung im Organschaftsfall entschieden, dass bei einer Mehrheit von Antragstellern grundsätzlich eine entsprechende Mehrheit von Anträgen anzunehmen sei; die Gebührenpflicht knüpfe an die Antragstellung an und treffe den einzelnen Antragsteller unabhängig davon, ob weitere Antragsteller die Beantwortung der nämlichen Rechtsfrage beantragt hätten (vgl. BFH, Urteile vom 9. März 2016 I R 66/14, BFHE 253, 199, BStBl II 2016, 706; und vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).
Denn die Gebühr solle - auch - den Vorteil der Bindungswirkung der verbindlichen Auskunft ausgleichen, den ein Steuerpflichtiger ohne eine verbindliche Auskunft nicht erreiche (vgl. BFH, Urteile vom 22. April 2015 IV R 13/12, BFHE 250, 295, BStBl II 2015, 989, und vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).
Auch mehrere Anträge zum gleichen Sachverhalt würden grundsätzlich nicht zu einem Antrag i.S. des § 89 Abs. 3 Satz 1 AO zusammengefasst und führten nicht zu einem einheitlichen Auskunftsverfahren (vgl. BFH, Urteil vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).
Daraus lasse sich im Umkehrschluss folgern, dass in allen anderen Fällen mehrere Personen mehrere Anträge stellten (vgl. BFH, Urteil vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).
- FG Berlin-Brandenburg, 09.06.2022 - 9 K 9084/21
Festsetzung von Gebühren für die Erteilung einer verbindlichen Auskunft zu …
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
Des Weiteren bestünden ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Gebührenbescheids 1. Der Gebührenbescheid 1 sei mit den Grundsätzen des Urteils des Bundesfinanzhofs vom 27. November 2019 (II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528) sowie der Rechtsprechung der Finanzgerichte (FG Berlin-Brandenburg, Urteile vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, 9 K 9085/21, 9 K 9086/21, EFG 2023, 521; FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665) unvereinbar.Auch das FG Brandenburg habe in seinem Urteil vom 9. Juni 2022 (9 K 9084/21, EFG 2023, 521) maßgeblich auf die angestrebte Zielstruktur, die über mehrere Teilschritte erreicht werden sollte, abgestellt.
Diese Rechtsauffassung widerspreche der Rechtsprechung der Finanzgerichte Münster und Berlin-Brandenburg in ihren Entscheidungen vom 9. Juni 2022 und vom 8. Februar 2023 (mit Verweis auf FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
Es sind indes ernstliche Zweifel gegeben, ob diese Rechtsprechungsgrundsätze des Bundesfinanzhofs nach Einfügung von § 89 Abs. 3 Satz 2 AO noch in vollem Umfang Geltung beanspruchen können (so auch FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521; Sundheimer/Riedel, DStR 2023, 2641, 2646 f.).
Nach einer Entscheidung des FG Berlin-Brandenburg ist für die Frage, ob die verbindliche Auskunft zu einem einheitlichen (einzigen) Sachverhalt erteilt wurde, entscheidend auf das vom Steuerpflichtigen geplante Vorhaben abzustellen (vgl. FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
Die einzelnen Teilschritte eines mehrgliedrigen Vorhabens müssten auch nicht voneinander abhängig sein (vgl. FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
(2) Im Streitfall wird die Frage, ob der Finanzbehörde eine einheitliche Entscheidung über eine verbindliche Auskunft im Sinne des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO allein bei Sachverhaltskonstellationen des Katalogs des § 1 Abs. 2 Satz 1 StAuskV möglich ist, von der finanzgerichtlichen Rechtsprechung verneint (vgl. FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
(3) Dem Antragsgegner ist zwar zuzugeben, dass die den Entscheidungen des FG Münster und des FG Berlin-Brandenburg (FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521) zugrunde liegenden Sachverhalte mit dem hier vorliegenden Sachverhalt nicht vollständig vergleichbar sind.
Dagegen bevorzugt die genannte Rechtsprechung der Finanzgerichte eine Auslegung des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO, nach der sich die Frage der Einheitlichkeit der Entscheidung anhand der Auslegung der erteilten verbindlichen Auskunft entscheidet (vgl. FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665; FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. Juni 2022 9 K 9084/21, EFG 2023, 521).
- BFH, 03.07.2025 - IV R 6/23
Zur Gebührenfestsetzung für eine von mehreren Personen beantragte verbindliche …
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
Ferner seien zu der auch im Streitfall erheblichen Rechtsfrage fünf Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof (Az. II R 37, 39, 40/22; X R 30/22 und IV R 6/23) anhängig.ee) Zu der - allgemein gehaltenen - Frage der Gebührenfestsetzung für verbindliche Auskünfte bei Mehrpersonenverhältnissen sind insgesamt fünf Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof anhängig (Az. II R 37, 39, 40/22; X R 30/22 und IV R 6/23).
Zumindest im Revisionsverfahren zum Az. IV R 6/23 ist eine - auch im Streitfall erhebliche - Klärung des Verhältnisses von § 89 Abs. 3 Satz 2 AO zum Katalog des § 1 Abs. 2 Satz 1 StAuskV zu erwarten.
Zumindest das Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof zum Az. IV R 6/23 (Vorinstanz: FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665) hat diese Streitfrage ebenfalls zum Gegenstand.
- BFH, 09.03.2016 - I R 66/14
Auskunftsgebühr bei doppelter Antragstellung im Organschaftsfall
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
Die verfahrensrechtliche Selbständigkeit der Besteuerung verschiedener Steuerpflichtiger im Hinblick auf die Steuerfestsetzung und das hieraus für jeden Adressaten einer solchen Festsetzung resultierende Erfordernis, für sich eine Auskunft zu erwirken, um eine Bindungswirkung herbeizuführen, nehme der Gebührentatbestand auf, indem gegenüber jedem Antragsteller eine Gebühr festzusetzen sei, die sich in erster Linie nach dem Wert der Auskunft für den individuellen Antragsteller bemesse (vgl. BFH, Urteile vom 9. März 2016 I R 66/14, BFHE 253, 199, BStBl II 2016, 706; und vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).Dementsprechend hat der Bundesfinanzhof zu einer Auskunftsgebühr bei doppelter Antragstellung im Organschaftsfall entschieden, dass bei einer Mehrheit von Antragstellern grundsätzlich eine entsprechende Mehrheit von Anträgen anzunehmen sei; die Gebührenpflicht knüpfe an die Antragstellung an und treffe den einzelnen Antragsteller unabhängig davon, ob weitere Antragsteller die Beantwortung der nämlichen Rechtsfrage beantragt hätten (vgl. BFH, Urteile vom 9. März 2016 I R 66/14, BFHE 253, 199, BStBl II 2016, 706; und vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528).
- BFH - X R 30/22 (Verfahren ohne Entscheidung erledigt)
Verbindliche Auskunft, Gebühr, Umwandlung
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
Ferner seien zu der auch im Streitfall erheblichen Rechtsfrage fünf Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof (Az. II R 37, 39, 40/22; X R 30/22 und IV R 6/23) anhängig.ee) Zu der - allgemein gehaltenen - Frage der Gebührenfestsetzung für verbindliche Auskünfte bei Mehrpersonenverhältnissen sind insgesamt fünf Revisionsverfahren beim Bundesfinanzhof anhängig (Az. II R 37, 39, 40/22; X R 30/22 und IV R 6/23).
- BFH, 22.04.2015 - IV R 13/12
Gegenstandswert einer Gebühr für Erteilung verbindlicher Auskunft
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
Denn die Gebühr solle - auch - den Vorteil der Bindungswirkung der verbindlichen Auskunft ausgleichen, den ein Steuerpflichtiger ohne eine verbindliche Auskunft nicht erreiche (vgl. BFH, Urteile vom 22. April 2015 IV R 13/12, BFHE 250, 295, BStBl II 2015, 989, und vom 27. November 2019 II R 24/17, BFHE 267, 292, BStBl II 2020, 528). - BFH, 29.07.2009 - XI B 24/09
Ernstliche Zweifel an Versagung der Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen …
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
(1) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs können ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsakts bestehen, wenn die Gesetzeslage unklar, die streitige Rechtsfrage vom Bundesfinanzhof noch nicht entschieden ist und unterschiedlich beurteilt wird (vgl. BFH, Beschlüsse vom 13. September 1984 V B 57/82, BFHE 142, 161, BStBl II 1984, 806; und vom 29. Juli 2009 XI B 24/09, BFH/NV 2009, 1567). - FG Münster, 26.07.2022 - 13 K 1563/20
Festsetzung der Gebühr für die Bearbeitung einer verbindlichen Auskunft
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
In einem solchen Fall komme es für die Anwendung des § 89 Abs. 3 Satz 2 AO allein darauf an, ob die Finanzbehörde über einen Auskunftsantrag tatsächlich einheitlich entschieden habe (vgl. FG Münster, Gerichtsbescheid vom 26. Juli 2022 13 K 1563/20 AO, EFG 2022, 1729; FG Münster, Urteil vom 8. Februar 2023 6 K 1330/20 AO, EFG 2023, 665). - BFH, 13.09.1984 - V B 57/82
Ernstliche Zweifelhaftigkeit - Arbeitnehmer-Sammelbeförderungen - Freiwillige …
Auszug aus FG Niedersachsen, 15.01.2025 - 9 V 197/24
(1) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs können ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Verwaltungsakts bestehen, wenn die Gesetzeslage unklar, die streitige Rechtsfrage vom Bundesfinanzhof noch nicht entschieden ist und unterschiedlich beurteilt wird (vgl. BFH, Beschlüsse vom 13. September 1984 V B 57/82, BFHE 142, 161, BStBl II 1984, 806; …und vom 29. Juli 2009 XI B 24/09, BFH/NV 2009, 1567). - BFH, 19.03.2014 - V B 14/14
Organschaft in der Insolvenz
- BFH, 19.03.2014 - III S 22/13
Kindergeld - Aussetzung der Vollziehung - Wegfall der Arbeitsuchendmeldung i. S. …
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