Rechtsprechung
| BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Anforderungen an die rechtliche Einordnung als Zugriffsdelikt (auf amtliches Geld) im Beamtendisziplinarrecht bei verzögerter Buchung von Schecks - Grundsätze des Missbrauchs des Gehaltsabhebungsverfahrens und der Ausnutzung dienstlicher Möglichkeiten zur Verschleierung ...
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BBG § 54 S. 2, S. 3 § 55 S. 2 § 77 Abs. 1 S. 1
Beamtenrecht - Disziplinarmaßnahmen bei Entnahme von Geld gegen ungedeckte Schecks durch einen Kassenbeamten - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- BDiszG, 03.11.1995 - XVII VL 15/95
- BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Papierfundstellen
- DÖV 1998, 255
Wird zitiert von ... (16) Zitiert selbst (10)
- BVerwG, 16.03.1993 - 1 D 69.91
Schuldfähigkeit - Bulemie - Beschaffungskriminalität
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Dies kommt nur dann in Betracht, wenn die Erkrankung zu schwersten Persönlichkeitsveränderungen geführt oder wenn der Betroffene Beschaffungstaten unter verstärkten Entzugserscheinungen oder im Zustand eines akuten Rausches verübt hat (Urteil vom 29. März 1995 - BVerwG 1 D 51.94 -, Urteil vom 16. März 1993 - BVerwG 1 D 69.91 -DÖD 1993, 255 = IÖD 1993, 149> mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen). - BVerwG, 23.08.1988 - 1 D 16.88
Beamtenrecht - Dienstvergehen - Ungedeckter Gehaltsscheck - Bargeldentnahme
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Vielmehr sind die Grundsätze des Mißbrauchs des Gehaltsabhebungsverfahrens und der Ausnutzung dienstlicher Möglichkeiten zur Verschleierung von Kontoüberziehungen heranzuziehen (vgl. hierzu Urteil vom 23. August 1988 - BVerwG 1 D 16.88 - <BVerwGE 86, 51 = BVerwG DokBer B 1988, 287 = DÖV 1989, 122 = DVBl 1989, 196 = NVwZ-RR 1989, 144 - ZBR 1990, 88>). - BVerwG, 20.02.1990 - 1 D 22.89
Disziplinarmaß bei Zugriffen auf amtlich anvertrautes Geld
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Ob das Verhalten des Beamten als Zugriff auf amtlich anvertraues Geld zu werten ist, erscheint fraglich, weil aufgrund des buchungsmäßigen Ausgleichs von Soll und Haben der wertmäßige Bestand der Kasse durch das Verhalten des Beamten nicht vermindert worden ist (vgl. hierzu Urteil vom 20. Februar 1990 - BVerwG 1 D 22.89 - <DÖD 1990, 298 = BVerwG DokBer B 1990, 110 = ZBR 1990, 215 = NVwZ-RR 1990, 492 = DÖV 1990, 932>; Urteil vom 13. Juni 1995 - BVerwG 1 D 3.95 -).
- BVerwG, 26.03.1996 - 1 D 56.94
Disziplinarmaßnahme gegen einen Kassenbeamten - Entnahme von Bargeld gegen …
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Der Senat hält in ständiger Rechtsprechung die Entfernung aus dem Dienst für geboten, wenn besondere Umstände hinzutreten, die dem Mißbrauch des Abhebungsverfahrens zusätzliches Gewicht geben, wie etwa die Ausnutzung der dienstlichen Stellung oder anderer, durch den Dienst bedingter Möglichkeiten, die im Zusammenhang mit der Vornahme oder der Verschleierung unzulässiger Kontoüberziehungen stehen (Urteil vom 26. März 1996 - BVerwG 1 D 56.94 - m.w.N.). - BVerwG, 06.08.1996 - 1 D 81.95
Geltendmachung von Übernachtungsgeld und Trennungsreisegeld trotz täglicher …
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Ähnliche Bemessungsgrundsätze gelten bei einem gegen den Dienstherrn gerichteten betrügerischen Vorgehen (vgl. Urteil vom 6. August 1996 - BVerwG 1 D 81.95 -). - BVerwG, 22.11.1993 - 1 D 57.92
Beamtenrecht - Dienstvergehen - Milderungsgrund - Geldentnahme
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Zwar kann nach der Rechtsprechung des Senats die Hingabe eines Schecks oder Auszahlungsscheins den Milderungsgrund der freiwilligen Offenbarung der Tat vor Entdeckung erfüllen, wenn hierdurch für den Dienstherrn ein Nachweis des Kassenbestandes ermöglicht und das pflichtwidrige Verhalten des Beamten erkennbar wird (Urteil vom 22. November 1993 - BVerwG 1 D 57.92 -NVwZ-RR 1994, 216 = DÖD 1994, 159 = IÖD 1994, 113>). - BVerwG, 09.08.1995 - 1 D 7.95
Maßstab für die Geringwertigkeit amtlich veruntreuter Gelder - Ausnahmen von der …
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Die Qualifizierung, ob ein Fehlverhalten ein Zugriffsdelikt darstellt oder nicht, ist Bestandteil der Erwägungen zum Disziplinarmaß (Urteil vom 9. August 1995 - BVerwG 1 D 7.95 -). - BVerwG, 13.06.1995 - 1 D 3.95
Zulässigkeit eines Lösungsbeschlusses eines Disziplinargerichts - Voraussetzungen …
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Ob das Verhalten des Beamten als Zugriff auf amtlich anvertraues Geld zu werten ist, erscheint fraglich, weil aufgrund des buchungsmäßigen Ausgleichs von Soll und Haben der wertmäßige Bestand der Kasse durch das Verhalten des Beamten nicht vermindert worden ist (vgl. hierzu Urteil vom 20. Februar 1990 - BVerwG 1 D 22.89 - <DÖD 1990, 298 = BVerwG DokBer B 1990, 110 = ZBR 1990, 215 = NVwZ-RR 1990, 492 = DÖV 1990, 932>; Urteil vom 13. Juni 1995 - BVerwG 1 D 3.95 -). - BVerwG, 26.04.1994 - 1 D 23.93
Maßnahmebemessung im Disziplinarverfahren - Abgrenzung des Fehlverhaltens beim …
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Ein Zugriff auf amtliches Geld hätte nach der Rechtsprechung des Senats nur dann vorgelegen, wenn der Beamte von vornherein keine Schecks zur Kasse genommen oder Schecks nach der Buchung wieder aus dem Kassenbestand herausgenommen hätte (Urteil vom 26. April 1994 - BVerwG 1 D 23.93 -). - BVerwG, 29.03.1995 - 1 D 51.94
Dienstvergehen eines Postbeamten - Verletzung des Postgeheimnisses in Tateinheit …
Auszug aus BVerwG, 26.11.1996 - 1 D 7.96
Dies kommt nur dann in Betracht, wenn die Erkrankung zu schwersten Persönlichkeitsveränderungen geführt oder wenn der Betroffene Beschaffungstaten unter verstärkten Entzugserscheinungen oder im Zustand eines akuten Rausches verübt hat (Urteil vom 29. März 1995 - BVerwG 1 D 51.94 -, Urteil vom 16. März 1993 - BVerwG 1 D 69.91 -DÖD 1993, 255 = IÖD 1993, 149> mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen).
- BVerwG, 07.07.1998 - 1 D 70.97
Manipulation zur Erlangung von EC-Scheckformularen durch eine Postbankbeamtin - …
Das Urteil des Bundesdisziplinargerichts enthält aber keine tatsächlichen Feststellungen, die es verbieten würden, von einem Zugriffsdelikt auszugehen (vgl. auch Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 - DokBer B 1997, 247 = Buchholz 232 § 54 Satz 3 BBG Nr. 10 = ZBR 1997, 360).Es erscheint in diesem Zusammenhang nicht gerechtfertigt, bei dem Fehlverhalten im Rahmen einer Kontobenutzung an die Vertrauenswürdigkeit der Beamtin höhere Anforderungen zu stellen, als beim Gehaltsabhebungsverfahren (vgl. Urteil vom 28. Mai 1991 - BVerwG 1 D 3.91 - Urteil vom 26. März 1996 - BVerwG 1 D 56.94 - Buchholz 232 § 54 Satz 2 BBG Nr. 6; Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 - a.a.O.).
Der Senat hält in ständiger Rechtsprechung die Entfernung aus dem Dienst allerdings dann für geboten, wenn besondere Umstände hinzutreten, die dem Mißbrauch des Abhebungsverfahrens zusätzliches Gewicht geben, wie etwa die Ausnutzung der dienstlichen Stellung oder anderer, durch den Dienst bedingter Möglichkeiten, die im Zusammenhang mit der Vornahme oder der Verschleierung unzulässiger Kontoüberziehungen stehen (Urteil vom 26. November 1996, a.a.O.;… Urteil vom 26. März 1996, a.a.O.).
Es kommen die Bemessungsgrundsätze zur Anwendung, die auch bei einem gegen den Dienstherrn gerichteten betrügerischen Vorgehen maßgeblich sind (vgl. Urteil vom 26. November 1996, a.a.O.; Urteil vom 6. August 1996 - BVerwG 1 D 81.95 - DokBer B 1996, 205).
- BVerwG, 10.10.2000 - 1 D 32.98
Disziplinarmaßnahme der Entfernung eines Beamten aus dem Dienst - Verstoß eines …
Dies kommt nur dann in Betracht, wenn die Erkrankung zu schwersten Persönlichkeitsveränderungen geführt oder wenn der Betroffene Beschaffungstaten unter starken Entzugserscheinungen oder im Zustand eines akuten Rausches verübt hat (vgl. z.B. Urteil vom 16. März 1993 - BVerwG 1 D 69.91 - BVerwGE 93, 358 ; Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 - Buchholz 232 § 54 Satz 3 BBG Nr. 10).Es entspricht auch der Rechtsprechung des Senats, dass eine schwerste Persönlichkeitsveränderung nicht anzunehmen ist, wenn eine solche Störung im Dienst nicht aufgefallen ist und/oder die dienstlichen Leistungen sowie das dienstliche Verhalten des Betroffenen zum Zeitpunkt der Pflichtwidrigkeiten nicht negativ beurteilt worden sind (vgl. Urteil vom 21. September 1993 - BVerwG 1 D 74.92 - Urteil vom 26. November 1996, a.a.O.).
- BVerwG, 29.08.2001 - 1 D 8.00
Bestreiten der subjektiven Voraussetzungen eines Dienstvergehens - Absehen von …
Nach der Rechtsprechung des Senats spricht gegen die Schuldunfähigkeit, wenn einschlägige Störungen im Dienst nicht aufgefallen sind und/oder die dienstlichen Leistungen sowie das dienstliche Verhalten des Betroffenen zum Zeitpunkt der Pflichtwidrigkeiten nicht negativ beurteilt worden sind (vgl. Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 - Buchholz 232 § 54 Satz 3 BBG Nr. 10;… Urteil vom 10. Oktober 2000, a.a.O.).
- BVerwG, 25.11.1998 - 1 D 42.97
Disziplinarmaßnahme der Versetzung eines Beamten in ein anderes Amt - …
Die vom Bundesdisziplinaranwalt angestrebte Qualifizierung als Zugriffsdelikt ist Bestandteil der Erwägungen zum Disziplinarmaß (vgl. Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 -ZBR 1997, 360>). - VG Saarlouis, 06.10.2017 - 7 K 266/15
Landesdisziplinarrecht -Beihilfebetrug- erheblich verminderte Schuldfähigkeit
Jedoch kommt dies dann in Betracht, wenn eine Drogenabhängigkeit zu schweren Persönlichkeitsveränderungen geführt hat oder der Täter unter starken Entzugserscheinungen leidet und dadurch zu Beschaffungstaten getrieben wird.(Vgl. beispielhaft das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 26.11.1996 - 1 D 7/96 - m.w.N., juris sowie Schönke/Schröder, Strafgesetzbuch, Kommentar, 29. Auflage, 2014, § 21 StGB, Rn. 9 mit Hinweisen zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.). - BVerwG, 06.02.2001 - 1 D 67.99
Materielles Beamtendisziplinarrecht - Postbeamter des mittleren Dienstes; …
- BVerwG, 27.11.1997 - 1 D 39.97
Dienstvergehen eines Grenzschutzbeamten im Eingangsamt - Benutzung einer …
Die vom Bundesdisziplinaranwalt angestrebte Qualifizierung als Zugriffsdelikt ist Bestandteil der Erwägungen zum Disziplinarmaß (vgl. Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 -). - BVerwG, 21.03.2001 - 1 D 10.00
Dienstvergehen eines Posthauptschaffners durch Manipulationen von …
Keine unmittelbare Verkürzung des Kassenbestandes sieht der Senat in der Entnahme von Bargeld aus der von dem Beamten selbst geführten Schalterkasse gegen Einlage ungedeckter Schecks, weil aufgrund des buchungsmäßigen Ausgleichs von Soll und Haben der wertmäßige Bestand der Kasse durch das Verhalten des Beamten nicht vermindert worden ist (Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 - Buchholz 232 § 54 Satz 3 BBG Nr. 10). - BVerwG, 23.03.1999 - 1 D 8.98 Solche "Merkzettel" führen nicht ohne weiteres zu einem buchungsmäßigen Ausgleich von Soll und Haben, so daß in einem solchen Fall eine Verminderung des dienstlichen Kassenbestandes und damit ein Zugriffsdelikt vorliegt (vgl. dazu Urteil vom 20. Februar 1990 - BVerwG 1 D 22.89 -
NVwZ-RR 1990, 492 = DÖD 1990, 298 = DÖV 1990, 932>; Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 - ZBR 1997, 360>). - BVerwG, 21.07.1998 - 1 D 51.97
Disziplinarmaßnahme der Versetzung eines Beamten in ein anderes Amt - …
Dem steht nicht entgegen, daß nach der Senatsrechtsprechung die Qualifizierung, ob ein Fehlverhalten ein Zugriffsdelikt darstellt oder nicht, Bestandteil der Erwägungen zum Disziplinarmaß ist (Urteil vom 9. August 1995 - BVerwG 1 D 7.95 - Urteil vom 26. November 1996 - BVerwG 1 D 7.96 - DokBer B 1997, 247 = Buchholz 232 § 54 Satz 3 BBG Nr. 10 = ZBR 1997 = 360; Urteil vom 27. November 1997 - BVerwG 1 D 39.97 -). - BVerwG, 25.09.2001 - 1 D 62.00
Innerdienstliches Dienstvergehen wegen fiktiver Postsparbuchauszahlungen und …
- BVerwG, 15.09.1998 - 1 D 22.98
- BVerwG, 15.06.1999 - 1 D 29.98
Disziplinarmaßnahme der Entfernung eines Beamten aus dem Dienst - Verstoß eines …
- BVerwG, 27.03.2001 - 2 WD 46.00
Disziplinarverfahren gegen Soldate wegen veruntreuender Unterschlagung in …
- BVerwG, 29.08.2000 - 1 D 22.99
Auszahlung von Geldern am eigenen Schalter an sich selbst zu Lasten des …
- BVerwG, 13.09.2000 - 1 D 36.99
Verhängung einer Ruhegehaltskürzung wegen vorsätzlichem Verstoß gegen die Pflicht …
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